Misi allein zu Haus

Misi allein zu Haus

Hallo Leute, habt Ihr das gedacht? Frau Holle hat mich schon wieder alleine zu Hause gelassen. Ich wollte mit, aber sie sagte: „Nein, Misi, das geht nicht, wir haben den Hund dabei.“ Frechheit.

Ich soll den Garten hüten und aufpassen, dass die Saat aufgeht. Ich soll die Leute freundlich grüßen, die in den Garten kommen und Frau Holle besuchen wollen. Ich soll sagen, sie ist nicht da. Und ich soll das Leben genießen. Und sie schreibt mir, ganz bestimmt. Und schwupps, weg ist sie. Und ihre sieben Reisetaschen auch.

Ich warte und warte. Ich warte auf ein Lebenszeichen von ihr. Sie nervt ja meistens, aber wenn sie weg ist, fehlt sie mir doch. Ich warte also auf Post. Meint Ihr, es kommt welche? Nicht ein klitzekleiner Gruß erreicht mich und ich weine bei Dr. Schreckweg meinen Kummer weg. Dr. Schreckweg ist mein Therapeut und er versteht mich. Er sagt: „Frauen sind so. Sie vergessen alles um sich herum, wenn sie am Meer sind.“ Er weiß das, denn er war einmal mit einer Meerschnecke zusammen. Ich zeige Euch ein Foto von meinem Doktor. Vielleicht kennt Ihr ihn noch nicht!

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Das ist ein altes Bild, aber Ihr könnt sehen, dass es ein Schneckendoktor ist, oder?

Erst als Bisou  Frau Holle fragt  ob sie mir schon eine Karte geschrieben hat, erinnert sich meine gute Alte an mich und schreibt mir eine Mail. Immerhin. Sie schreibt:

Lieber Misi, wie geht es Dir? Mir geht es gut! Deine Frau Holle

Und dann malte sie noch so etwas dazu:

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Heute regnet es hier und ich hänge ab, mache meinen Job als Gartenhänger und träume vor mich hin. Ich muss auch mal wieder weg. Sobald Frau Holle zurück ist, werde ich mein Reiseaquarium einpacken und mit dem IGE (InternetGestaltenEilzug) ans Meer reisen. Oder in die Berge oder ins Moor. Mal sehen. Und Frau Holle kommt nicht mit. Soll sie doch ihren Pudel knutschen. Na gut, es ist nicht ihr Hund, aber sie zieht ihn eindeutig vor. Der darf mit und ich nicht.

Liebe Grüße an alle Alleingelassenen dieser Welt!💔 Euer Misi

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Was wir vielleicht gar nicht wissen wollen

IMG_2875Also Leute…….Ein bisschen Diskretion wäre schon schön! Muss sie das auch noch ins Netz stellen? Ich werde mich rächen, das nächste Mal, wenn Frau Holle…..na ja, dann werde ich genauer hinschauen und berichten.

Entrüstete Grüße! Euer Misi

Misi hat es erwischt

Misi hat es erwischt

Hallo Leute, nun hat die Zeit im Haus ein Ende und wir Frösche haben uns nach draußen verzogen. Frau Holle ist froh darüber, denn allerhand Geflügel ist eingezogen und schnattert und flattert und wuselt durchs Haus. Niemand weiß, wo die plötzlich herkommen. Frau Holle sagt, sie weiß das schon aber so einen Aufstand hat sie noch nie erlebt. Die Neuankömmlinge und die Alteingesessenen müssen sich erst einmal zusammenraufen. Aber alle sind sich einig, dass sie gar nicht wissen, was sie hier sollen, denn Ostern scheint irgendwie verschollen zu sein.

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Na ja, wir Frösche haben uns verdrückt und gehen unseren Geschäften nach.

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Ich bleibe meist im Garten, denn ich bin als Zaunhänger ja berufstätig und muss mich schon mal eingewöhnen. Nur abends gehe ich noch ins Warme zu meiner Frau Holle, denn es herrscht Nachtfrost draußen und Gesprächsbedarf drinnen.

Gestern war mal wieder Männergruppe. Ich habe die Kollegen zuletzt im Herbst gesehen, kurz vor dem Erstarren. Gestern konnte ich es kaum fassen. Meine Güte, sind die alt geworden! Wo ist unsere Jungend abgeblieben? Früher sprachen wir über Weiber und wie wir welche finden können, gestern sprachen wir auch über Weiber, das schon, aber irgendwie anders.

Wir können nicht mehr mithalten mit den Jungfröschen! Die Weiblichkeit fühlt sich zu denen hingezogen und wir brauchen immer mehr Fliegen und Froschgesang, um Weibchen auf uns aufmerksam zu machen. Ich dachte ja, ich hätte eine für immer und ewig für mich gewonnen, meine Iris, Ihr wisst schon. Aber sie ist weg. Nun weiß ich nicht, ob ich eine Neue suchen soll und ob sich der Aufwand noch lohnt.

Also gestern war nur Gejammer angesagt. Einer sagte: „Das Hüpfen fällt immer schwerer und ich schwimme schon wie ein alter Frosch.“ Ein anderer sagte: „Ich habe plötzlich Falten und graue Schwimmhäute bekommen. Was kann man dagegen tun?“ Ich sagte: „Ich habe mich bei Frau Holle mit Arthrose angesteckt! Guckt mal, meine Kniegelenke!“ Alle schauten drauf und sahen nichts. Ich zeigte ihnen, wie langsam ich meine Schenkel nur noch bewegen kann und dann waren sie entsetzt. Meine Güte, wir dachten, wir bleiben immer jung. Traurig machten wir Schluss mit unserer Sitzung. Nächste Woche wollen wir uns mit dem Thema „Alt, aber potent“ auseinandersetzen.

Ich erzähle Frau Holle vom gestrigen Abend. Sie schaut mich an und sagt: „Misi, das kenne ich.“ Sie findet mich aber jung und ich frage sie, wie alt Frösche eigentlich werden. Sie schaut ins Internet und liest vor: “ Frösche können theoretisch 10-20 Jahre alt werden, einzelne Exemplare werden noch älter. Jedoch schaffen es kaum welche in dieses hohe Alter, da sie meist früher von Feinden erbeutet, oder von Krankheiten heimgesucht werden.“ Ja, prima, die Störche sind wieder unterwegs und Arthrose habe ich jetzt auch noch. Frau Holle sagt, Arthrose sei nicht ansteckend und ich hätte sicher nur Muskelkater. Trotzdem. Altwerden ist doof und ich will das nicht.

Frau Holle will das auch nicht, aber sie muss. Frösche wohl auch. Gibt es ein Rezept dagegen? Frau Holle sagt: „Früh sterben.“ Aber das wollen wir erst recht nicht.

Frühlingsfreuden

Frühlingsfreuden

Hallo Leute, was für ein wunderbarer Frühling mit einem optimalen Wetter! Ich hopse durch den Garten und alles ist so herrlich frisch und nass. Von allen Seiten Wasser und von oben und unten auch. Herrlich! Wenn ich da an den letzten Sommer denke! Furchtbar, die Hitze und monatelang kein Regen. Für meine arme Froschhaut ganz fürchterlich. Sie wurde braun, warf Falten und hübsch war das wirklich nicht mehr.

Jetzt tobe ich durch das herrliche Nass und freue mich. Es wird dunkel, aber ich mag noch nicht rein. Zu trocken und zu warm!

Frau Holle sitzt natürlich drinnen auf dem Sofa und scheint allmählich Wurzeln zu schlagen. Sie sagt: „Wenn ich mich den ganzen Tag im Regen aufhalte, wird meine Haut auch noch grün. Das gehört sich nicht.“ Also bleibt sie auf ihrem Hintern hocken und liest. Sie muss das dicke Buch bis Dienstag durchgelesen haben, denn ihr Philosophie-Kumpel, der rechts neben ihr sitzt, hat das auch in einer Woche geschafft. Sie stöhnt und sagt: „Das schaffe ich nie!“ Sie legt es zur Seite und muss dringend ihr Gehirn ausruhen. Dafür schiebt sie eine runde silberne Scheibe in einen Apparat, drückt ein paar Knöpfe und dann gibt’s im Fernsehen wie durch Zauberhand Film zu sehen. Reinste Magie, sage ich Euch! Es läuft eine endlose Märchengeschichte mit Kleidern, Prinzen, Pferden, Liebe und einer bösen Königin, die alle Märchenfiguren verflucht hat, so dass diese in der normalen Welt leben müssen und vergessen haben, wer sie sind. Erst die Retterin rettet sie und Frau Holle sagt, sie weiß, dass das doof ist, aber sie kann nicht ununterbrochen philosophisch denken. Gerade guckt sie einfach nur, entspannt und freut sich, dass auch die Prinzessinnen kämpfen wie Männer und die Männer trotzdem keine Kleider tragen. Frau Holle findet das ganz entzückend, wenn nur die laute Hintergrundmusik nicht wäre.

Ich rutsche und glitsche durch die Pfützen und überlege, ob ich bald wieder anfangen soll zu arbeiten. Oder gönne ich mir mal ein Sabbat-Jahr? Einen Sommer lang nichts tun, nur meditieren, sinnieren und nebenbei Fliegen fangen? Wenn es überhaupt noch Fliegen gibt in diesem Sommer, im letzten Jahr musste Frau Holle zufüttern.

Geniest Ihr das Wetter auch so wie ich? Oder macht Ihr es etwa wie meine Frau Holle, die sich den Hintern platt sitzt? Nein, Ihr seid doch sicher aktiv wie die Silberfischchen und achtet auf Eure Figur! Oder?

Ich glitsche noch eine letzte Runde und hüpfe dann rein, Prinzen gucken und vielleicht kommt ja noch der Froschkönig ins Bild! Macht es gut und schönen Sonntag! Euer Misi

PS: Frau Holle guckt gerade nach, was ich so schreibe und sagt, ihr Hintern ist sowieso schon platt. Das Alter! Und dann guckt sie noch mal in ihren Blog, klatscht in die Hände und ist total begeistert. Sie singt: „Bald 200!“ Ich weiß nicht, was sie meint!

 

Nebeneffekt

Nebeneffekt

Hallo Leute, ich bin´s mal wieder! Frau Holle nervt gewaltig. Immer wieder kommt sie an und ich soll auf ihr rechtes Bein gucken. Es sieht anders aus als das linke. Na und? Selbst schuld, wenn sie an sich herumsägen lässt. Jetzt ist das Gejammer groß und ist doch logisch, dass gesägte Beine anders sind als nicht gesägte.

„Aber guck doch mal, Misi, mein rechtes Bein!“, tönt es jetzt schon wieder. Was kann man für ein Gewese um Beine machen, frage ich Euch. Nun hat sie ja nicht so schöne Schenkel wie ich und darum sollte sie sich lieber in Schweigen hüllen und nicht so angeben mit ihrem Bein.

Frau Holle kommt angekrückt. Klack… schritt….klack….schritt….klack….schritt. Ich habe keine Lust mehr auf das. Es soll wieder normal hier werden. Frau Holle stellt sich vor mich hin und will, dass ich gucke und ich sehe nichts. Nur Beine und Krücken.

Frau Holle stellt sich vor ihren Spiegel und sagt: „Natürlich habe ich keinen Sehfehler! Alle bestätigen es.“ Sie schaut leicht versonnen und ich weiß immer noch nicht, was sie hat. „Mein rechtes Bein ist seit der OP ziemlich gerade, siehst du das nicht?“ Natürlich habe ich das schon lange gesehen, ich wollte aber lieber nichts sagen. Frau Holle hat zwei verschiedene Beine, eins gerade und eins, na, wie soll ich das jetzt ausdrücken? Als Froschbein wäre es noch ganz o.k., aber als Menschenfrauenbein wohl eher nicht. Ziemlich rund. Früher waren es beide, das ging ja noch. Aber jetzt ist kein O mehr zu sehen, sondern ein D-verkehrt-herum. Und das ist nicht schön.

Frau Holle sieht das anders. Sie findet, ein gerades Bein ist doch ein großartiger Nebeneffekt. Mit dem hat sie gar nicht gerechnet. Sie sagt: „Misi, nun steigt mein Marktwert wieder!“ Und sie grinst und meint, sie hätte einen Witz gemacht.

Ich sage lieber nichts und verziehe mich. Wenn sie D-verkehrt-herum schöner findet als O, soll sie doch. Das ist wohl so ein Frauending. Ich gucke lieber, was der Frühling draußen macht. Der schwächelt etwas und ich will ihm auf die Sprünge helfen!

Tschüss, Leute! Hops.

 

Misi geht raus

Misi geht raus

Hallo Leute, Frau Holle weigert sich zu bloggen. Sie sagt, ihr fällt nichts ein außer Beeinträchtigungen durch Operation und sie will doch keinen Krankenblog schreiben und ich soll sie heute an diesem wunderschönen Sonnentag vertreten. Ich lasse mir vorher aber erklären, was Operation ist und falle fast in Ohnmacht. Nein, nein, so was will ich nicht hören und Frau Holle ist wohl blöd, an sich rumsägen zu lassen. Sie sagt, das hilft gegen kaputte Knie. Ja, das sehe ich, wie das geholfen hat. Sie geht mühsam an Stöcken. Schlimm, schlimm, schlimmer als vorher. Sie sagt, das wird noch mit Geduld und Spucke.

Dazu habe ich keine Lust, zu spucken und mir geduldig anzuschauen, was aus meiner Frau Holle geworden ist. Ich hüpfe lieber in den Garten, denn dort ist es heute warm wie im Sommer und die Krokusse blühen, was schön ist. Ich zwinge meinen Sohn Zwetschge mitzukommen. Ich sehe ihn kaum noch. Er hängt immer mit dem Handyfrosch zusammen und seinen Papa mag er gar nicht mehr leiden. Das ist wohl das Los der Alleinerziehenden. Erst hat man so viel Sorgen mit seiner Brut und dann kehrt sie einem den Rücken, weil sie sich aus der elterlichen Sorge befreien müssen. Um selbständig zu werden. Na gut. Seine vielen Brüder und Schwestern sind ja schon viel früher entschwommen und wurden nie wieder gesehen.

Ich nehme Zwetschge also mit in den Garten, weil ich finde, er soll die Welt kennenlernen. Und nicht immer ins Handy starren. Er will das nicht, er will Handy und mault. Ich zeige ihm die Krokusse, aber er meckert, weil sie so langweilig dastehen und er sie nicht mal vergrößern kann. Er sagt: „Bilder am Handy kann man vergrößern und das ist lustig.“

Als ich ihm sage, dass wir bald unseren Berufen wieder nachgehen können, guckt er mich an, als käme ich frisch aus dem Teich. Er sagt, er wird ganz bestimmt nicht arbeiten, sondern er will das Leben genießen. Ich weiß nicht, was er meint, denn ich bin so gerne Gartenhänger, das glaubt Ihr nicht. Verantwortung tragen, seinen Lebensunterhalt verdienen, nützlich sein, das macht Spaß. Zwetschge meint, er sei Frosch und keine Gartendeko, so wie ich. Und dann hat er die Nase voll von mir und begibt sich zum Handyfrosch. Bilder vergrößern.

Ich sehe mich im Garten um und entdecke eine ganze Menge neuer Gestalten. Wo kommen die denn alle her? Am besten ist ja ein Schwein mit Flügeln, das will ich mir mal näher ansehen. Darum verabschiede ich mich jetzt und hoffe, Frau Holle ist zufrieden mit mir und meiner Vertretung. Sie sagt, ich soll Euch noch einen schönen Sonnentag wünschen. Also: Schönen Sonnentag! Euer Misi

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