Misi hat Neuigkeiten

Hallo Leute! Wir hatten Besuch! Besuch aus dem Bloggerland in echt. Herausgesprungen aus dem Internet mitten ins Wendland. Zoe (eigentlich mit Strich über dem e, aber ich finde die Taste nicht), also Zoe war hier und hat den Timmy mitgebracht.

DSC_0130Timmy ist Schildkröte. Zuerst dachte ich, er ist ein Verwandter von Doktor Schreckweg, aber der ist ja Schnecke. Timmy und ich hatten uns recht viel zu erzählen, von Mann zu Mann und alles war prächtig, denn Frau Holle und Zoe tranken Kaffee, ließen uns in Ruhe und erzählten sich auch was.

Plötzlich stand Zoe auf und sagte: „Ich hole sie dann mal!“ und Frau Holle nickte.

DSC_0140Mir blieb fast das Herz stehen, als ich sie erblickte. Dieses zauberhafte Wesen hatte mir schon mal geschrieben. Ich weiß das noch. Jetzt war sie da mit ihrer ganzen Figur und mir bleib die Luft weg. Ich konnte gar nichts sagen, was ja selten vorkommt. Also legte ich mich erst einmal auf den Rücken, um das Ganze in Ruhe zu verdauen.

DSC_0142Aber dann gab es kein Halten mehr. Wir verquatschten den ganzen Nachmittag und am Ende waren wir verlobt. Also Timmy nicht, der war nur Zeuge.

DSC_0139Ich bin verliebt wie noch nie und Carambola hat mir eine rosarote Brille aufgesetzt. Ich sehe die Welt in ganz neuen Farben und mein kleines Froschherz hüpft Walzer.

DSC_0136Sie heißt natürlich nicht Carambola. Nein, sie heißt Carmabelle, aber das kann ich mir nicht merken. Ich nenne sie Cara. Das darf ich, denn ich habe eine Beziehung mit ihr. Eine Fernbeziehung und Frau Holle schüttelte den Kopf. Sie fand, ich soll das nicht so sehen, denn wir kennen uns doch kaum. Hallo? Vielleicht kann frosch lesen und schreiben und telefonieren und reisen? Außerdem, wenn sie fern ist, kann sie nicht abhauen, wie Iris, meine Ex-Frau.

DSC_0144Das Leben ist schön und um das zu feiern, lud ich alle meine Kumpel ein. Einige wollten nicht, aber andere schon und so gab es einen fröhlichen Froschauflauf mit Schildkröte.

DSC_0145-001Frau Holle und Zoe brachten uns noch Feierdeko und feierten dann einfach mit. Sie fanden, dass Verlobungen überbewertet werden, aber sie freuten sich für ihre Frösche. Sogar Frau Holle.

DSC_0131-001Timmy wurde es dann bald zu viel mit dem Froschsalat. Er suchte sich ein ruhiges Plätzchen und guckte sich den Trubel von oben an.

Zoe sagte: „Er ist ja auch von der langen Reise noch ganz erschöpft.“ Ich gab ihm ein Küsschen auf die Nase und sagte: „Schön, dass du mich besucht hast!“

Jetzt sind alle wieder weg. Cara durfte nicht hier bleiben und so weinte sie bittere Tränen. Ich hasse Abschiede und darum muss ich ihr gleich sofort einen Brief schreiben. Tschüß, Ihr Lieben und danke, dass Ihr das gelesen habt! Euer Misi

 

 

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Es plätschert so dahin

Es plätschert so dahin

Hallo Leute, Frau Holle fährt zum Glück sehr langsam, wenn sie mit dem Rad unterwegs ist. So hörte sie mich weinen, als sie am Teich vorbei fuhr. Sie hielt an und freute sich sehr, mich getroffen zu haben. Sie hatte mich schon vermisst. Sagt sie. Ich habe da so meine Zweifel. Ich glaube, sie will mich loswerden. Erst nimmt sie mich nicht in den Urlaub mit und dann lädt sie 200 Leute zum Feiern ein! Ich habe gleich gesagt, das wird zu voll. Aber nein, sie muss auch noch mit jedem Gast anstoßen und Prost sagen. Sie wurde immer lustiger und lauter und hier wurde es immer voller. Ich fiel fast vom Regenbogen.

Dann bin ich abgehauen.

Nach fünf Tagen Einsamkeit im Teich musste ich weinen, weil ich so alleine war. Und dann hat sie mich gefunden und ins Fahrradkörbchen gesetzt. Sie war auch einsam ohne mich, sagt sie und gibt mir ein Küsschen auf die Nase.

Zuhause ist es am schönsten! Ich bin glücklich, zumal die Nachbarn nebenan für Wasser sorgen. Wie lieblich plätschert dort das Wasser vor sich hin!

Jetzt habe ich Hitzefrei und hocke drinnen. Uns ist es zu heiß und wir schlabbern Eis und tiefgekühlte Mücken. Frau Holle schwitzt und findet es doof, im Sommer drinnen zu sitzen. Aber draußen geht gar nichts. Ich hüpfe mal kurz rüber in Nachbars Garten. Dort plätschert der Wasserlauf gemütlich vor sich hin und ich springe ins kühle Nass, solange Frau Nachbarin auch drinnen hockt, weil es draußen zu warm ist.

Frau Holle ist genervt. Wenn sie abends auf der Terrasse sitzt, hört sie es plätschern und plätschern und es tut ihr in den Ohren weh. Wenn sie nachts das Fenster aufmacht, hört sie es plätschern und plätschern und sie muss ständig aufs Klo. Und wenn die Nachbarn Urlaub machen, lassen sie es weiter plätschern und Frau Holle schimpft erbost, dass es eine Frechheit ist, das Plätschern. „Warum fragst du nicht, ob sie es wenigstens nachts ausstellen, das Plätschern?“, frage ich sie. „Weil sie so glücklich mit ihrem Wasserlauf sind. Und ich traue mich nicht“, antwortet meine beste Frau Holle und steckt sich Stöpsel in die Ohren. Nun hört sie nichts mehr und schreit mich an: „Meine Nachbarn selbst sind ja schwerhörig und hören das Plätschern nicht. Die haben es gut!“

Ich verstehe das nicht. Ich liebe das Plätschern und freue mich, heimlich baden zu können.

Manchmal sind Menschen schon komisch. Einerseits wollen sie mit 200 Leuten feiern und selbst Krach machen und andrerseits stört sie ein zartes Plätschern aus Nachbars Garten. Kennt Ihr das etwa auch?

Misi allein zu Haus

Misi allein zu Haus

Hallo Leute, habt Ihr das gedacht? Frau Holle hat mich schon wieder alleine zu Hause gelassen. Ich wollte mit, aber sie sagte: „Nein, Misi, das geht nicht, wir haben den Hund dabei.“ Frechheit.

Ich soll den Garten hüten und aufpassen, dass die Saat aufgeht. Ich soll die Leute freundlich grüßen, die in den Garten kommen und Frau Holle besuchen wollen. Ich soll sagen, sie ist nicht da. Und ich soll das Leben genießen. Und sie schreibt mir, ganz bestimmt. Und schwupps, weg ist sie. Und ihre sieben Reisetaschen auch.

Ich warte und warte. Ich warte auf ein Lebenszeichen von ihr. Sie nervt ja meistens, aber wenn sie weg ist, fehlt sie mir doch. Ich warte also auf Post. Meint Ihr, es kommt welche? Nicht ein klitzekleiner Gruß erreicht mich und ich weine bei Dr. Schreckweg meinen Kummer weg. Dr. Schreckweg ist mein Therapeut und er versteht mich. Er sagt: „Frauen sind so. Sie vergessen alles um sich herum, wenn sie am Meer sind.“ Er weiß das, denn er war einmal mit einer Meerschnecke zusammen. Ich zeige Euch ein Foto von meinem Doktor. Vielleicht kennt Ihr ihn noch nicht!

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Das ist ein altes Bild, aber Ihr könnt sehen, dass es ein Schneckendoktor ist, oder?

Erst als Bisou  Frau Holle fragt  ob sie mir schon eine Karte geschrieben hat, erinnert sich meine gute Alte an mich und schreibt mir eine Mail. Immerhin. Sie schreibt:

Lieber Misi, wie geht es Dir? Mir geht es gut! Deine Frau Holle

Und dann malte sie noch so etwas dazu:

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Heute regnet es hier und ich hänge ab, mache meinen Job als Gartenhänger und träume vor mich hin. Ich muss auch mal wieder weg. Sobald Frau Holle zurück ist, werde ich mein Reiseaquarium einpacken und mit dem IGE (InternetGestaltenEilzug) ans Meer reisen. Oder in die Berge oder ins Moor. Mal sehen. Und Frau Holle kommt nicht mit. Soll sie doch ihren Pudel knutschen. Na gut, es ist nicht ihr Hund, aber sie zieht ihn eindeutig vor. Der darf mit und ich nicht.

Liebe Grüße an alle Alleingelassenen dieser Welt!💔 Euer Misi

Misi hat es erwischt

Misi hat es erwischt

Hallo Leute, nun hat die Zeit im Haus ein Ende und wir Frösche haben uns nach draußen verzogen. Frau Holle ist froh darüber, denn allerhand Geflügel ist eingezogen und schnattert und flattert und wuselt durchs Haus. Niemand weiß, wo die plötzlich herkommen. Frau Holle sagt, sie weiß das schon aber so einen Aufstand hat sie noch nie erlebt. Die Neuankömmlinge und die Alteingesessenen müssen sich erst einmal zusammenraufen. Aber alle sind sich einig, dass sie gar nicht wissen, was sie hier sollen, denn Ostern scheint irgendwie verschollen zu sein.

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Na ja, wir Frösche haben uns verdrückt und gehen unseren Geschäften nach.

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Ich bleibe meist im Garten, denn ich bin als Zaunhänger ja berufstätig und muss mich schon mal eingewöhnen. Nur abends gehe ich noch ins Warme zu meiner Frau Holle, denn es herrscht Nachtfrost draußen und Gesprächsbedarf drinnen.

Gestern war mal wieder Männergruppe. Ich habe die Kollegen zuletzt im Herbst gesehen, kurz vor dem Erstarren. Gestern konnte ich es kaum fassen. Meine Güte, sind die alt geworden! Wo ist unsere Jungend abgeblieben? Früher sprachen wir über Weiber und wie wir welche finden können, gestern sprachen wir auch über Weiber, das schon, aber irgendwie anders.

Wir können nicht mehr mithalten mit den Jungfröschen! Die Weiblichkeit fühlt sich zu denen hingezogen und wir brauchen immer mehr Fliegen und Froschgesang, um Weibchen auf uns aufmerksam zu machen. Ich dachte ja, ich hätte eine für immer und ewig für mich gewonnen, meine Iris, Ihr wisst schon. Aber sie ist weg. Nun weiß ich nicht, ob ich eine Neue suchen soll und ob sich der Aufwand noch lohnt.

Also gestern war nur Gejammer angesagt. Einer sagte: „Das Hüpfen fällt immer schwerer und ich schwimme schon wie ein alter Frosch.“ Ein anderer sagte: „Ich habe plötzlich Falten und graue Schwimmhäute bekommen. Was kann man dagegen tun?“ Ich sagte: „Ich habe mich bei Frau Holle mit Arthrose angesteckt! Guckt mal, meine Kniegelenke!“ Alle schauten drauf und sahen nichts. Ich zeigte ihnen, wie langsam ich meine Schenkel nur noch bewegen kann und dann waren sie entsetzt. Meine Güte, wir dachten, wir bleiben immer jung. Traurig machten wir Schluss mit unserer Sitzung. Nächste Woche wollen wir uns mit dem Thema „Alt, aber potent“ auseinandersetzen.

Ich erzähle Frau Holle vom gestrigen Abend. Sie schaut mich an und sagt: „Misi, das kenne ich.“ Sie findet mich aber jung und ich frage sie, wie alt Frösche eigentlich werden. Sie schaut ins Internet und liest vor: “ Frösche können theoretisch 10-20 Jahre alt werden, einzelne Exemplare werden noch älter. Jedoch schaffen es kaum welche in dieses hohe Alter, da sie meist früher von Feinden erbeutet, oder von Krankheiten heimgesucht werden.“ Ja, prima, die Störche sind wieder unterwegs und Arthrose habe ich jetzt auch noch. Frau Holle sagt, Arthrose sei nicht ansteckend und ich hätte sicher nur Muskelkater. Trotzdem. Altwerden ist doof und ich will das nicht.

Frau Holle will das auch nicht, aber sie muss. Frösche wohl auch. Gibt es ein Rezept dagegen? Frau Holle sagt: „Früh sterben.“ Aber das wollen wir erst recht nicht.

Frühlingsfreuden

Frühlingsfreuden

Hallo Leute, was für ein wunderbarer Frühling mit einem optimalen Wetter! Ich hopse durch den Garten und alles ist so herrlich frisch und nass. Von allen Seiten Wasser und von oben und unten auch. Herrlich! Wenn ich da an den letzten Sommer denke! Furchtbar, die Hitze und monatelang kein Regen. Für meine arme Froschhaut ganz fürchterlich. Sie wurde braun, warf Falten und hübsch war das wirklich nicht mehr.

Jetzt tobe ich durch das herrliche Nass und freue mich. Es wird dunkel, aber ich mag noch nicht rein. Zu trocken und zu warm!

Frau Holle sitzt natürlich drinnen auf dem Sofa und scheint allmählich Wurzeln zu schlagen. Sie sagt: „Wenn ich mich den ganzen Tag im Regen aufhalte, wird meine Haut auch noch grün. Das gehört sich nicht.“ Also bleibt sie auf ihrem Hintern hocken und liest. Sie muss das dicke Buch bis Dienstag durchgelesen haben, denn ihr Philosophie-Kumpel, der rechts neben ihr sitzt, hat das auch in einer Woche geschafft. Sie stöhnt und sagt: „Das schaffe ich nie!“ Sie legt es zur Seite und muss dringend ihr Gehirn ausruhen. Dafür schiebt sie eine runde silberne Scheibe in einen Apparat, drückt ein paar Knöpfe und dann gibt’s im Fernsehen wie durch Zauberhand Film zu sehen. Reinste Magie, sage ich Euch! Es läuft eine endlose Märchengeschichte mit Kleidern, Prinzen, Pferden, Liebe und einer bösen Königin, die alle Märchenfiguren verflucht hat, so dass diese in der normalen Welt leben müssen und vergessen haben, wer sie sind. Erst die Retterin rettet sie und Frau Holle sagt, sie weiß, dass das doof ist, aber sie kann nicht ununterbrochen philosophisch denken. Gerade guckt sie einfach nur, entspannt und freut sich, dass auch die Prinzessinnen kämpfen wie Männer und die Männer trotzdem keine Kleider tragen. Frau Holle findet das ganz entzückend, wenn nur die laute Hintergrundmusik nicht wäre.

Ich rutsche und glitsche durch die Pfützen und überlege, ob ich bald wieder anfangen soll zu arbeiten. Oder gönne ich mir mal ein Sabbat-Jahr? Einen Sommer lang nichts tun, nur meditieren, sinnieren und nebenbei Fliegen fangen? Wenn es überhaupt noch Fliegen gibt in diesem Sommer, im letzten Jahr musste Frau Holle zufüttern.

Geniest Ihr das Wetter auch so wie ich? Oder macht Ihr es etwa wie meine Frau Holle, die sich den Hintern platt sitzt? Nein, Ihr seid doch sicher aktiv wie die Silberfischchen und achtet auf Eure Figur! Oder?

Ich glitsche noch eine letzte Runde und hüpfe dann rein, Prinzen gucken und vielleicht kommt ja noch der Froschkönig ins Bild! Macht es gut und schönen Sonntag! Euer Misi

PS: Frau Holle guckt gerade nach, was ich so schreibe und sagt, ihr Hintern ist sowieso schon platt. Das Alter! Und dann guckt sie noch mal in ihren Blog, klatscht in die Hände und ist total begeistert. Sie singt: „Bald 200!“ Ich weiß nicht, was sie meint!