Frosch

Frosch

„Die Frösche warten auf Dich!“, rief mir gestern meine Bekannte von der anderen Straßenseite zu. Ach ja, die Frösche! Sie hat im Garten einen großen Teich und im Teich zehn Frösche.

Ich schnappte mir also heute meinen Fotoapparat, radelte hin und sah kein einziges Tier. Ich machte ein paar Aufnahmen vom Teich, auf denen lustigerweise trotzdem überall  Frösche zu sehen waren, die ich eben am PC entdeckte. Blindfrösche sozusagen. Die Besitzerin zeigte mir dann die Plätze, die ihre Frösche bevorzugten und dann sah ich sie auch in echt.

Einige Fotos zeige ich Euch, mal sehen, ob ihr überall einen Frosch findet. Und dann: zwei Fotos sind Fake! Welche?

 

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Selbstbestimmt

Selbstbestimmt

Wird mein heutiges Sein von meinen Erinnerungen beeinflusst?

Mit dieser Frage schlage ich mich gerade herum. Ich weiß nicht, was Erinnerungen sind. Wahrscheinlich gibt es schlaue Bücher und Doktorarbeiten darüber, aber damit will ich mich jetzt nicht verwirren. Ich will selbst darüber nachdenken.

Mein Körper und meine Seele speichern Erinnerungen. Ich habe viel mehr davon, als ich weiß. Ich spüre sie viel häufiger, als mir bewusst wird.

Ich weiß, dass meine Erinnerungen meist nicht das wiedergeben, was tatsächlich geschehen ist. Erinnerungen sind nicht absolut, sondern ändern sich ständig, ohne dass ich es bemerke. Ich denke, meine Erinnerungen sind wahr, aber das stimmt nicht. Wenn ich mit Menschen Erinnerungen austausche, erzählen wir uns oft völlig unterschiedliche Geschichten. Ich kann mich sogar an einiges überhaupt nicht mehr erinnern.

Welcher Teil in mir verwaltet meine Erinnerungen? Wieso kommen sie mir in den Sinn und warum bleiben so viele im Hintergrund?

Warum kann ich mich besser an peinliche Situationen und an mein Unvermögen erinnern, als an meine „guten Taten“ und Erfolge? Ich kann viele meiner ehemaligen Fehlhandlungen heute noch gefühlsmäßig nachvollziehen, während es mir schwerfällt, Glücksmomente nachträglich zu spüren. Leistungen kann ich aufzählen, aber ich traue meinen Erinnerungen nicht. Ich spüre die Erfolge, also auch die Erinnerung an diese, nicht, die Misserfolge aber schon. Einige davon, die eine lange Zeit zurückliegen, können mir heute noch die Schweißperlen auf die Stirn treiben.

Insofern steuern meine Erinnerungen mein heutiges Sein. Ich denke, ich bin, was ich erinnere. Darauf bauen meine aktuellen Gedanken und Gefühle auf. Welcher Teil in mir zwingt mich eigentlich dazu, das negative Zeugs  immer wieder hervorzuheben und mich damit in meiner nicht gerade guten Selbsteinschätzung zu bestätigen?

Muss das so bleiben?

Nein. Gedanken und Erinnerungen kann ich teilweise steuern. Wenn ich bei den Erinnerungen ansetze, werden meine Gedanken davon beeinflusst.

Lassen sich die guten Erinnerungen hervorholen? Wie kriege ich mich dazu, die negativen Erinnerungen nicht mehr zu denken? Wenn ich es genau überlege, wird es viel mehr gute und glückliche Momente gegeben haben, als schlechte. Die Erinnerungen daran sollten wachsen und es zulassen, dass  sich Emotionen mit ihnen verknüpfen.

Das wäre ein selbstbestimmtes Erinnern, oder?

Na also, geht doch. Als nächstes werde ich mich darin bestärken, dass meine guten Leistungen genau so wahr sind wie meine Misserfolge.  Dann kann ich zufrieden mit meiner Vergangenheit zuversichtlich in die Zukunft blicken. Und vor allen Dingen selbstbewusst die Gegenwart erleben.

Sind das dann manipulierte Erinnerungen?  Ach, egal! Hauptsache es hilft!!!!

Bindungsstörung

Bindungsstörung

Hallo Leute, ich mache mir große Sorgen um Zwetschge. 1 857 Kinder sind etwas geworden, nämlich ordentliche, abgenabelte Frösche. Eins tanzt aus der Reihe, nämlich Zwetschge und es wird immer schlimmer.

Er versuchte es jeden Tag, sich von Iris und mir zu lösen. Er schwamm los und kehrte sofort wieder um. Er schwamm los und wir feuerten ihn an und lobten ihn mit voller Kraft und er kehrte sofort wieder um, sobald er uns nicht mehr hörte. Er schwamm los und wir versteckten uns und er brüllte wie am Spieß, wenn er uns nicht mehr sah.

Iris konnte das nicht mehr ertragen und sagte, das ist nicht normal. Ihre Nerven seien zu schwach und sie muss jetzt erst einmal Urlaub machen. Schließlich muss sie bei Kräften sein, wenn die Erstarrung wieder losgeht. Und weg war sie.

Und ich sitze da mit Zwetschge und weiß nicht weiter. Der Junge lässt mich nicht aus den Augen. Zum Glück empfängt mich Doktor Schreckweg, mein Therapeut. Nicht wegen mir, sondern wegen Zwetschges Brüllerei, wenn er alleine ist.

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Zwetschge weigert sich, mit dem Doktor zu reden und sitzt weiter weg. Der Herr Doktor hat so etwas noch nie erlebt und weiß auch nicht so recht, wie er damit umgehen soll. Er sagt: „Am besten kümmert sich die Mutter darum, denn Mütter wissen so was.“ „Nein“, sage ich und erzähle, dass Iris Urlaub macht. Der Doktor macht große Augen. Er sagt: „Mein lieber Herr Misi, dann haben Sie ein Problem. Es handelt sich hier um eine akute Bindungsstörung.“ Wieso Bindungsstörung? Zwetschge will sich doch binden. „Ach so, ja, ja….“, überlegt der Schreckweg und verabschiedet sich dann freundlich von mir. Ich glaube, dem sollte ich mal eine Fortbildung empfehlen.

Ratlos hüpfe ich mit Zwetschge zu Frau Holle und erzähle ihr das Problem. Frau Holle guckt sich meinen Sohn an und der guckt zurück. Mit seinen großen Augen wirkt er ja noch recht kindlich. Frau Holle sagt: „Wahrscheinlich braucht der Kleine mehr Zeit als seine Geschwister. Er muss noch nachreifen. Er bleibt erst einmal bei mir.“ Frau Holle meint, einer mehr oder weniger macht ja nun auch nichts mehr aus. Ihr Haus scheint sich zu einer Froschherberge zu entwickeln. Das hat sie so nicht geplant, aber das Leben ist eben eine Pralinenschachtel, sagt sie, man weiß nie, wie sie schmecken und bald ist die Schachtel leer. Ich weiß nicht, was sie meint.

Zwetschge soll sich jetzt ganz vorsichtig und mit viel Bedacht von mir lösen. Wir peilen  für den Anfang zehn Minuten am Tag an. Er erledigt sein Amt als Haustürfrosch schon ganz ordentlich, während ich meiner Arbeit als Zaunhänger nachgehe. Er hält schon drei volle Minuten durch, bevor er nach mir brüllt. Ich brülle zurück, damit er mich wenigstens hören kann. Manchmal schafft er dann noch ein oder zwei Minuten, bevor er an den Zaun eilt und sich neben mich setzt. Frau Holle sagt: „Wir müssen Geduld haben, wird schon!“

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Inklusion oder Kooperation?

Hier könnt Ihr etwas über meine Gedanken zur Inklusion und Kooperation lesen……

Handigoknown

Viele Jahre war ich Klassenlehrerin an einer Förderschule Geistige Entwicklung. Mit einem gut differenzierten Unterricht sollten und sollen, denn die Schule gibt es ja immer noch, die SchülerInnen so gut wie möglich gefördert werden.

Ja aber, werden viele fragen, warum muss es überhaupt Förderschulen geben und warum sondert man Kinder mit besonderem Förderbedarf aus? Im Laufe meiner Berufsjahre setzte sich unser Kollegium natürlich auch mit den Themen Integration, Inklusion und Kooperation auseinander.

Wir fragten uns, ob eine Inklusion  für alle unsere Schüler möglich und sinnvoll wäre. Es gab durchaus gute Argumente, sich gegen Inklusion auszusprechen und eine Beschulung an einer Förderschule zu bevorzugen.

Um die Isolation unserer Schülerschaft aufzubrechen, wagten wir den Versuch einer Kooperationsklasse in einer Grundschule und ich durfte die Klassenlehrerin der ersten Klasse werden.

Kooperation bedeutete enge Zusammenarbeit mit einer anderen ersten Klasse der Grundschule. Das hieß getrennte Klassenräume, aber möglichst viel gemeinsamer Unterricht in den…

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Familienfotos

Familienfotos

Nach monatelangem WhatsApp-Hin-und-Her und vielen Wenns-und-Abers und allgemeiner Begeisterung haben wir es fertig gebracht, uns zu treffen. Wir, eine Familie, die sich weitgehend aus den Augen verloren hat, organisierte ein Treffen am See, ganz in meiner Nähe. Was hatte ich für ein Glück, dass alle zu mir kamen und weite Wege auf sich nahmen. Ich brauchte nur zu begrüßen und mich zu freuen.

Glücklich sah ich mir die vielen mehr oder weniger verwandten Menschen an, wobei ich die Lebenspartner und Lebenspartnerinnen natürlich dazu rechne. Einige kannten sich noch gar nicht und die Kinder waren auch keine Kinder mehr. Wie das so ist.

Als alle fünfzehn Personen vor Ort waren, wollte ich den denkwürdigen Moment für immer festhalten und merkte, dass mein Fotoapparat nicht in meiner Handtasche war. Auch das Handy nicht. Ich gleich so: 😱. Nur ein Gedanke blockierte mein Hirn: „So bald sehe ich meine Leute nicht wieder und ich kann das nicht fotografisch festhalten, weil der Fotoapparat Zuhause ist.“ Ich sprang also ins Auto, um ihn zu holen. Richtig süchtig und schon nach drei Minuten dachte ich: „Was mache ich hier eigentlich für einen Blödsinn?“ Ich wollte aber nicht umkehren, wollte mich nicht noch lächerlicher machen. Gut, Zuhause…… , äh,…….wie soll ich das sagen😬? Kein Handy, kein Fotoapparat. 😱.

Beschämt fuhr ich die 25 Kilometer zurück zum See😨. Meinen festen Vorsatz, nicht darüber zu sprechen, gab ich sofort auf, als ich in meiner Badetasche meinen Fotoapparat fand. Versteht Ihr? Nicht in meiner Handtasche, wie sonst immer, sondern in meiner Badetasche lag mein geliebtes Utensil. Es war die ganze Zeit am See, während ich hektisch hin- und herfuhr. Völlig ohne Sinn und vor allen Dingen ohne Verstand.

Nein, was haben wir alle gelacht 😂😂😂😬😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂.

Nur gut, dass diese Geschichte ganz unter uns bleibt!

Wir hatten eine fröhliche, entspannte Zeit miteinander, die wir mit Baden, Spielen, Klönen, Essen, Trinken, Tretboot fahren und allerhand Quatsch füllten. Ich liebte es, zu spüren, dass ich eine Familie habe. Sie zu sehen ist doch etwas anderes, als nur zu wissen, dass es sie gibt.

Mir ging das alles mal wieder viel zu schnell vorbei. Zum Glück konnte ich mir mit den Familienfotos eine bleibende Erinnerung verschaffen, weil ich ja meinen Fotoapparat doch noch gefunden hatte.

Nachtrag: Am nächsten Tag sprach ich mit meinem Sohn über das Familientreffen und sagte: „Früher, als unsere Alten noch dabei waren, war es manchmal nicht so entspannt für mich!“ Daraufhin meinte er: „Heute seid ihr die Alten.“  😳

 

Und immer wieder geht die Sonne auf

Und immer wieder geht die Sonne auf

Nati hat recht. Genau so ist es manchmal. Nicht das große Ganze sehen, sondern den Schrecken  in kleine Stücke zerlegen und gucken, wo man beginnen kann. Der erste Schritt ist gut zu schaffen. Ist er erst einmal bewältigt, zeigt sich oft ein erster Weg zum Ziel. Den geht man so weit, wie das Auge reicht. Und wenn man dort ist, sieht man weiter.

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Wird schon!

Und natürlich geht auch immer wieder die Sonne auf. Das wollte ich mir heute morgen genauer ansehen. Seltsam, kaum hat es in den Vortagen ein paar Tropfen geregnet, gibt die Erde schon wieder Feuchtigkeit ab. Nebelschwaden verzaubern meine gewohnte Umgebung in eine andere Welt. Und wie schön: es ist herrlich kühl. Ich speichere die Frische, so gut es geht, denn heute wird es wieder richtig warm!

Eigentlich habe ich gar keine Zeit hier zu sitzen, denn übermorgen kommt meine Familie ins Wendland: Geschwister, Nichten, Neffen, Cousine, Cousin, Patenkind, eigene Kinder und alle Lebenspartner und Partnerinnen, die dazu gehören. Und ich bin die älteste von allen. Die Seniorin sozusagen.

Das wird spannend. Wir sind eine bunte Familienmischung und haben uns teilweise schon seit Jahren nicht mehr gesehen.  Einige kennen sich noch gar nicht. Und ich werde mich zusammen nehmen und die erwachsenen jungen Leute nicht mit: „Meine Güte, bist Du groß geworden!“ , begrüßen. Ich hoffe, ich denke dran.

Obwohl wir uns am See treffen, ist doch noch einiges zu tun, denn den Abend werden wir bei mir ausklingen lassen. Dann soll es doch schön hier sein!

Bleibt nur zu hoffen, dass die Wettervorhersage richtig liegt!