Erwischt!

Vorgestern lief er über meinen Rasen und ich holte leise, leise meinen Photoapparat. Er, also der Igel, wollte meine Gesellschaft nicht und verkrümelte sich flugs.

Ich zog mich zurück und wartete auf das Tier. Aber es verschwand, ohne den Rasen noch einmal zu betreten. Schade, dachte ich. Aber immerhin habe ich ihn gesehen, unseren Gartenigel, von dem meine Lieblingsnachbarin so oft erzählt.

Eben wollte ich die Vogeltränke füllen und es dauerte eine kleine Weile, bis ich realisierte, was ich da sah. Schnell tauschte ich die Gießkanne mit dem Fotoapparat und erwischte ihn nun doch noch…..

Zugewinn

Eine Sonnenblume hat sich gut entwickelt. Ich kenne sie von klein auf. Ich legte den Samen in die Erde und goss sie anfangs regelmäßig. Wie sie wuchs und später ihr Köpfchen zur Sonne drehte, morgens so und abends guckte sie in die entgegengesetzte Richtung, berührte mich. Sie war spät dran, aber ich glaubte an sie und als ich eines Tages am frühen Morgen aus meinem Schlafzimmerfenster sah, stand sie in voller Blüte:

Nun ist sie erwachsen und blickt immer in dieselbe Richtung.

Ich empfinde meine einzige große Sonnenblume als ausgesprochen freundlich. Ich begrüße sie gedanklich morgens und schaue dann ab und zu nach ihr.

Ich habe fast oder tatsächlich eine emotionale Beziehung zu meiner Blume aufgebaut. Wie ist das möglich? Ich kenne das so nicht. Werde ich jetzt etwas wunderlich😳? Sind das Auswirkungen des Alleinlebens, der Pandemie oder des Alterns? 😉

Nein, zum Glück nicht.🌻

Vorgestern sah ich, ließ mich berühren und verstand: https://www.zdf.de/filme/dokumentarfilm-in-3sat/das-geheime-leben-der-baeume-104.html. Nun weiß ich genau, das ich scheinbar nur alle meine Sinne öffne und wahrnehme, was ich bisher nicht kannte. Das ist ein emotionaler Zugewinn und kein Verlust meines Verstandes.👍

Goldbengel

Leider habe ich hingesehen

und da war´s um mich geschehen

ach je, du Goldbengel

wie bist du schön

so jung und unverbraucht

so herrlich golden deine Haut

ich spüre ein Verlangen

so groß

wie schon lange nicht mehr

ich weiß

das steht mir nicht zu

aber du

lachst mich so sinnlich an

und dann

verführst du mich

und ich nehme dich

mit nach Haus

und gleich, gleich, gleich

werde ich dich vernaschen

komm

genießen wir unser Glück

du herrlich knuspriges Goldbengel-Stück!

PS: Hier heißen diese Weißmehlbrötchen, die ich lieber meiden sollte und wollte, tatsächlich „Goldbengel“, was ich ziemlich albern finde. Viele Jahre konnte ich widerstehen und kaufte lieber Vollkornbrot und so.
Aber heute ist es passiert. Zu groß waren die Gelüste!!!
Muss auch mal sein!😉

Diskrepanz

Diskrepanz

Gefühl und Verstand stimmen nicht immer überein. Mein Verstand zum Beispiel sagt: „Stell Dich nicht so an, das Altern ist natürlich und gehört zum Leben. Genauso wie das Lebensende, der Tod.“

Ich gebe ihm recht und freue mich, dass mein Verstand so vernünftig ist. Ich will ja auch alt werden und dazu nehme ich die körperlichen Veränderungen in Kauf. Und ich freue mich, dass ich noch nicht so furchtbar alt aussehe.

Bis ich gestern ein Selfie machte und irritiert feststellte, ja, ich gehe ins Alter und man sieht es mir auch an.

Punkt. Im 70. Lebensjahr ist das so. Wenn man nichts machen lässt, und ich lasse das nicht.

Mein Verstand erklärt, dass es jetzt eben wirklich soweit ist und ich mich damit gefälligst zu arrangieren habe. Und das Leben lebt ja im Moment trotzdem weiter.☝

😬Mein Gefühl will die ewige Jugend. 😭 Es will nicht, dass mein Körper so ist, wie er ist und erst recht nicht, wie er vermutlich bald wird. Es erinnert sich, wie ich früher aussah (und auch damals unverständlicherweise unzufrieden war, flüstert mein Verstand) und es schimpft und besteht darauf, etwas gegen den Verfall zu tun. Ja, so unvernünftig und unbelehrbar ist mein Gefühl und schnell wird das Selfie gelöscht. Aber ganz schnell. Oh, je, oh je.

Mein Verstand zeigt mir einen Vogel und weiß, dass es nicht zu ändern ist. Wenn ich nichts machen lassen will. Und das will ich ja nicht.

Nun interessiert es mich sehr, wie Ihr mit dem Altern umgeht. Ziehen Gefühl und Verstand an einem Strang?

Spätsommertag 🦋🌻

Spätsommertag 🦋🌻

Fahrradfahren am Kanal geht immer geradeaus, auch wenn das Panoramabild es anders zeigt. Ich weiß nicht warum.

Ich fahre und fahre und überquere unbekannte Straßen. Auf einer kreuzt der Bekannte, den ich nur flüchtig kenne, der mir aber immer wieder alle paar Monate in der Natur begegnet, ich berichtete schon davon, meinen Weg. Auch er auf dem Rad, ich kenne ihn eigentlich nur als Fußgänger. Wir lachen und freuen uns und plaudern ein wenig und dann verabschieden wir uns bis zum nächsten Mal irgendwann und irgendwo und radeln getrennte Wege. Vielleicht lade ich ihn dann zum Kaffee ein, wer weiß. Wahrscheinlich eher doch nicht…..

Es geht immer geradeaus und vielleicht schaffe ich es bis Dannenberg. Das Wetter ist ideal, die Landschaft herbstlich. Ach wie nett, ein Platz zum Verweilen! Mitten im Irgendwo.

Drei Kilometer vor Dannenberg kehre ich um. Ich könnte es schaffen, heute will ich doch lieber nicht. Lange Touren mit Aufenthalt und Eis essen machen mir zu zweit mehr Spaß. Ich werde vielleicht demnächst eine Freundin dazu überreden.

Ich radle also wieder Richtung Lüchow und wundere mich, dass der Rückweg immer schneller zu bewältigen ist als ein unbekannter Hinweg. Ich halte ab und zu an und gucke mich um. Massenhaft Libellen sind unterwegs. Paarungszeit, scheint mir. Es gelingt mir nicht, sie mit dem Fotoapparat zu erwischen. Doch, zwei überliste ich, denn sie ruhen sich aus. Ich genieße die Stille. Oh ja, es ist wirklich sehr ruhig hier. In solchen Momenten denke ich manchmal an Wildschweine und Wölfe. Aber das ist Quatsch, oder?

Zu Hause brate ich mir ein Spiegelei und setze mich später unter meinen Sommerflieder. Hier ist mehr Betrieb als am Kanal. Die Nachbarn lachen und reden, Vögel fliegen, Bienen summen und Schmetterlinge flattern im Liebestaumel umher. Meine Güte. Und ich? Ich sinniere.

Strategie

Wenn Nachbarn ans Meer fahren wollen und ich die zwei Fahrräder auf ihrem Fahrradträger am Auto sehe, werde ich traurig. Das darf sein. Es hat ja nichts mit den Nachbarn zu tun.

Am besten ist, ich nehme die Trauer wahr, aber nicht so ernst. Ich lasse sie zu, halte nicht fest und weiß, dass sie weiter zieht, sobald ich mich auf mein Fahrrad setze. Die Bewegung durch den Spätsommer schafft Platz für alle Emotionen und fröhlich werde ich mich später auf all das freuen, was noch vor mir liegt.

Das hat gestern auch geklappt!

Der Griff ins Leere

Will ich schon aufwachen? Wie spät ist es? Ah, sechs Uhr. Viel zu früh. Also einmal Klo und dann weiterschlafen. Schließlich ist Urlaub. Oder Rente. Je nachdem, ob ich noch Lust auf Urlaub habe. Mir fällt gar nichts mehr ein, was ich urlaubsmäßig tun könnte, was mir rentenmäßig nicht zustehen würde. Ist doch irgendwie dasselbe.

Will ich jetzt munter werden? Kurz nach acht. Doch ja, jetzt werde ich wach! Steifbeinig, weil die Gelenke noch herumzicken, watschle ich ins Bad, bevor ich die Treppe nach unten bewältige, um die Zeitung aus dem Kasten zu holen, mir einen Kaffee zu machen und mit Kaffeebecher und Zeitungslektüre wieder ins Bett zu wanken.

Ich gucke durch das Türfenster, ob die Luft rein ist. Ich wohne in einem Reihenhaus, bin also direkt auf der Straße zu sehen, sobald ich die Haustür öffne. Ich gucke vorher, wenn ich noch so aussehe, wie ich jetzt ausehe. Keiner da? Kann ich mich im Schlafanzug und mit Strubbelhaaren vor die Tür wagen? Ja geht. Kaum bin ich draußen, klopfen die zwei kleinen Jungen von drüben ans Küchenfenster und winken begeistert über die Straße. Mist, erwischt! Tapfer winke ich zurück und greife nach meiner Zeitung, die in ihrem Zeitungsfach am Postkasten auf mich wartet. Und ich greife ins Leere. Keine Zeitung.😳

Ich schließe die Haustür und öffne sie gleich wieder. Nö, tatsächlich keine Zeitung! Auch keine, die herunter gefallen ist. Kann doch nicht sein. Es ist doch sonst immer eine Zeitung da!😲

Völlig fertig (😉) gehe ich in die Küche und koche Kaffee. Dann gucke ich vorsichtshalber doch noch mal nach der Zeitung. Vielleicht habe ich sie übersehen in meiner Müdigkeit und mit all dem Gewinke.

Nein. Ein Morgen ohne Zeitung! An einem Donnerstag! Könnt Ihr Euch eigentlich vorstellen, wie verstörend das sein kann?(😉) Ich brauche meine Routine und zu ihr gehört die Zeitung am Morgen. Also, sonntags nicht, aber sonst immer. Immer.

Ohne Routine ist Mist! Wieso keine Zeitung? Was haben die sich dabei gedacht? Dieses Rätsel werde ich im Bett nicht lösen. Aber Kaffee kann ich trinken und im Buch lesen geht auch. Bis ich bereit bin aufzustehen und mich den Anforderungen des Tages zu stellen. Heute liegt nichts an. Ach doch, ja, natürlich! Eine Aufgabe hat sich ergeben: Ich muss eine Zeitung holen. Ich radle also zur Redaktion und bekomme dort meine Zeitung ausgehändigt. 😁

Und dann ist meine Welt wieder in Ordnung. Ich lese heute nicht im Bett, sondern auf der Terrasse, was sich im Landkreis, in Niedersachsen und auf der Welt ereignet hat. Später überlege ich, warum ich so viel Wert auf eine Papier-Zeitung lege. Sollte ich sie nicht doch endlich online lesen, so wie es sich gehört, wenn man nicht wie aus der Zeit gefallen erscheinen möchte? Mit einem Online-Abo könnte ich jederzeit und überall aktuelle Nachrichten abfragen. Jederzeit und immer aktuell, wenn ich wollte. Eigentlich will ich das gar nicht! Aber wäre das nicht auch viel umweltschonender, auf Gedrucktes zu verzichten?

Und warum muss ich überhaupt Zeitung lesen? Warum mich schon morgens mit all den Problemen und dem Elend der Welt belasten? Weiß ich auch nicht. Gehört eben zu meiner Routine. Morgens Zeitung, mittags gar nichts und abends Nachrichten. Dazu eine Wochenzeitschrift und ich fühle mich gut und ausreichend informiert.

Wenn ich wirklich verreise, wenn ich also weg bin, bleibe ich übrigens verschont davon. Ich lese dann keine Zeitungen und sehe niemals Nachrichten. Vielleicht sollte ich das die nächsten drei Tage auch mal machen, also nicht machen. Ich meine, keine Zeitung lesen, keine Nachrichten gucken. Nachrichtenfasten, weil ich ja gerade im Urlaub bin. Ob ich das schaffe? Ich nehme es mir vor. Dann würde ich vielleicht noch einmal richtige Urlaubsgefühle fühlen.

Bleibt aber die Frage, warum gab es heute morgen keine Zeitung im Zeitungsfach und muss ich morgen wieder ins Leere greifen? Aber das wäre eigentlich gut, denn dann käme ich ja auch nicht in Versuchung, meinen eben gefassten Vorsatz nicht einzuhalten.

Balance

Ich finde es schön💛

*💚**********🧡*****💙**********💛*********❤️******mehr Farben zu sehen

dem Fühlen und Denken

*******💛*****💙*****🧡******💚******💙***einen guten Platz zu schenken

und beide jeden Tag neu❤️

***********🧡*********💛********❤️*****hin und her zu schieben🧡

bis mir meine Welt

***💛*********❤️*****💚*************💙*****💚****für diesen Moment

gefällt💚💛

***********❤️******💙**********💚******und dabei das Drumherum

nicht wirklich so ganz

**********💙******💚*******💛********💚*****❤️*********zu verlieren.

💙