Gute Idee

In dieser Nacht

nahm sie

ihren Fotoapparat mit in den Schlaf

das war

eine gute Idee

denn es gelang

eine sensationelle Aufnahme

aus dieser Welt

in der sie sich aufhielt

während sie träumte

dass doch alles gut wird

und sie ihr Schicksal umarmte.

Es wird schon heller

Zugegeben, es fällt mir morgens immer schwerer, aufzustehen. Kein gutes Zeichen. Mein innerer Kritiker zählt mir alle Trennungen und Verluste der letzten Jahrzehnte auf. „Bald kennst Du niemanden mehr“, flüstert er mir ein. Ich möchte mir die Decke über den Kopf ziehen und einfach durchschlafen bis zum Frühling. Oder bis zum Ende der Pandemie.

Doch dann nehme ich mich selbst gedanklich in die Arme und tröste mich ein wenig. Jetzt ist nicht die Zeit für große Pläne und Unternehmungen. Warte noch ein paar Wochen, dann bin ich geboostert und die epidemische Lage wird hoffentlich etwas übersichtlicher. Vielleicht haben sich dann auch die „Montagsspaziergänger“ etwas beruhigt und wir können wieder freundlicher übereinander denken. Und dann lege ich auch wieder los mit dem sozialen Leben.

„Es wird schon heller“, sage ich mir, stehe auf und absolviere mein Morgenprogramm. Und ich steige mal wieder auf mein Fahrrad und unterwegs denke ich: „Tatsächlich, es wird wieder heller!“ Ein Hauch von Vorfrühling liegt schon in der Luft.

Wie es mir gefällt

Wenn es draußen vorwiegend kalt-windig-nass-grau-braun-unfreundlich ist, die Sonne nicht scheint und sich die Welt so unwirtlich zeigt, dann kann ich es wahrnehmen, mir eine Meinung bilden, etwas unternehmen oder auch nicht und mich dann anderen Dingen zuwenden.

Ich kann mir die Lage natürlich auch schönreden.

Das bringt mir aber nicht viel, denn es ist anstrengend, etwas zu suchen und zu denken, was nicht ist. Egal, wie sehr ich mich bemühe, draußen bleibt es vorwiegend kalt-windig-nass-grau-braun-unfreundlich und das hat ja manchmal auch seine schönen Seiten, wenn ich genauer hinsehe. Und mich warm anziehe, sobald ich der Realität begegnen will.

Oder ich mache es ganz anders, bleibe für eine Weile drinnen und schaffe mir die Welt, so wie sie mir gefällt.

Technik und Schnecken

Nachdem ich nun den Vormittag damit verbrachte, etwas ausdrucken zu wollen, was wieder nicht gelang, obwohl mein WeitwegSohn ihn, also den Drucker, zum Funktionieren brachte und er vor ein paar Tagen noch seine Arbeit präzise tat, und der Drucker heute gar nichts mehr macht, was ungewöhnlich ist, und ich es einfach nicht hinkriege, das Ausdrucken, gebe ich es auf und widme mich den Dingen, die funktionieren.

Auf dem Neujahrsspaziergang entdeckten wir gestern Schnecken. Das ist doch im Januar ungewöhnlich, oder? Es war allerdings auch frühlingshaft warm und insofern machten die Schnecken vielleicht Sinn. Nun hatte ich keinen Fotoapparat dabei und bedauerte es sehr. Mein NahdranSohn holte sein Handy aus der Hosentasche, knipste und schickte mir die Fotos. Ihr wisst natürlich, wie das geht. Und heute wollte ich nach meinem Druckerdebakel schnell die Fotos vom Handy in meinen PC übertragen und brauchte wieder eine ganze Weile dazu, bis es dann auch klappte. „Meine Güte, ich bin zu alt für so was“, dachte ich und war froh, dass ich wenigstens hier die Bestimmerin war und die Technik nachgeben musste.

Meinen Impuls, das mit dem Drucker nun doch noch einmal zu versuchen, widerstehe ich standhaft. Noch mehr Zeit will ich nicht vergeuden und das Auszudruckende habe ich jetzt handgeschrieben vor mir liegen.

Nun aber zu meinem Beitrag, so wie ich ihn vor ein paar Stunden plante, bevor mir der Drucker dazwischen kam:

Lasst es Euch schmecken, Ihr Schnecken!

🌟🎄✨

Weihnachten in diesem Jahr

mit der Familie

ganz wunderbar

auch wenn ich gestern nicht

wie geplant

mit dem WeitwegSohn

nach Weitweg gereist

sondern hier geblieben bin

aus guten Gründen

und meine kleine Traurigkeit

wird in die schönen Erinnerungen

eingearbeitet

so ist das Leben eben

draußen scheint die Sonne

die Eiskristalle funkeln

Herr Winter

gibt heute alles

was es kann

und ich erlebe gleich

einen Weihnachtsspaziergang 🎄

vom Feinsten!