Endlich!

Endlich!

Wie ist das schön draußen! Ich nehme meine Gehhilfen und bewege mich langsam, langsam, nur nicht stolpern, zum Stadtrand fort. Dort steht eine Bank, auf die ich mich setze. Ungern, denn der Platz ist zugemüllt und ich frage mich, warum die Leute so etwas tun. Rätselhaft, oder? Ich sitze also und genieße den Blick in die große weite Welt. Nicht mehr lange, und ich kann losmarschieren und sie mir wieder zurückerobern. Ich träume vor mich hin, sehe die Menschen und Hunde den Weg langspazieren. Ich denke nur Schönes und nehme mir eine Auszeit.

Dann lasse ich mich auf meiner Terrasse nieder, stehe aber sogleich wieder auf und humple ins Haus. Zum ersten Mal seit Wochen nehme ich endlich meinen Fotoapparat wieder in die Hand, hänge ihn mir um den Hals und krücke in den Garten. Das Fotografieren fühlt sich so gut an, das glaubt Ihr nicht!

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Mini-Safari

Mini-Safari

Heute scheint die S☀nne und es weht nur ein laues Lüftchen. Ich packe mich warm ein, suche meinen Fotoapparat, schnüre die Schuhe und schwinge mich in den Sattel.😁

Es ist so schön, mal wieder auf meinem altbekannten Weg zu sein.

DSCF0478 Geradeaus und dann scharf rechts. Gleich komme ich an meiner geliebten kleinen Kuhherde vorbei.

DSCF0482Nanu, eine mehr als fünf? 😬

DSCF0484Oha, dieser kleine Kerl ist neu. Mit Naturbauchbinde! So drollig!😍

DSCF0486Ja, ja, du bleibst ja doch die Schönste! Am liebsten würde ich dich mit nach Hause nehmen und dir beibringen, dich wie ein Sofa zu verhalten. 😂Spaß! Du bleibst schön hier!

DSCF0485Und weiter geht’s!

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DSCF0505Wie man sieht oder auch nicht, mache ich gerade eine lange Pause, sitze gemütlich auf einer Bank und halte mein Gesicht in die S☀nne. Was ist das wieder schön hier draußen!😎

DSCF0533Gänse hocken überall herum und tun gar nichts, man sieht sie kaum. Ob ich trotzdem gute Fotos von ihnen machen kann, wenn ich sie heranzoome?

DSCF0543Na also, geht doch. Und gleich noch eins!

DSCF0541😮ÜBERRASCHUNG!!!! Da setze ich völlig unwissend nicht nur Gänse ins Bild. Das werde ich erst später am PC bemerken. Zauberei?

Das eine sieht doch aus wie ein Hund, oder? Sollte es etwa sogar ein vegetarischer Wolf sein? Ein verzauberter Förster? Kann das sein, Almuth?🤔 Ach, wahrscheinlich doch nur ein getarntes Reh.

Weiter geht´s.

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DSCF0531Und nun mache ich mich auf den Rückweg.

DSCF0539Ich war schon so lange nicht mehr mit dem Rad auf Mini-Safari!

Hat Spaß gemacht und tat meiner Seele gut!

 

Schöne Momente in schlimmen Zeiten

In guten Zeiten fotografiere ich, In schlimmen erst recht. In den letzten zwei Monaten nutzte ich meinen Fotoapparat allerdings nur in meiner nächsten Umgebung. Mein Blick und mein Empfinden schnurrten auf eine eigenartige Weise zusammen. Ein paar meiner „Krisenfotos“ möchte ich Euch hier zeigen. Ich war also nicht ganz weg.

 

Ganz allmählich weitet sich mein Blick wieder.

 

Frosch

Frosch

„Die Frösche warten auf Dich!“, rief mir gestern meine Bekannte von der anderen Straßenseite zu. Ach ja, die Frösche! Sie hat im Garten einen großen Teich und im Teich zehn Frösche.

Ich schnappte mir also heute meinen Fotoapparat, radelte hin und sah kein einziges Tier. Ich machte ein paar Aufnahmen vom Teich, auf denen lustigerweise trotzdem überall  Frösche zu sehen waren, die ich eben am PC entdeckte. Blindfrösche sozusagen. Die Besitzerin zeigte mir dann die Plätze, die ihre Frösche bevorzugten und dann sah ich sie auch in echt.

Einige Fotos zeige ich Euch, mal sehen, ob ihr überall einen Frosch findet. Und dann: zwei Fotos sind Fake! Welche?

 

Und immer wieder geht die Sonne auf

Und immer wieder geht die Sonne auf

Nati hat recht. Genau so ist es manchmal. Nicht das große Ganze sehen, sondern den Schrecken  in kleine Stücke zerlegen und gucken, wo man beginnen kann. Der erste Schritt ist gut zu schaffen. Ist er erst einmal bewältigt, zeigt sich oft ein erster Weg zum Ziel. Den geht man so weit, wie das Auge reicht. Und wenn man dort ist, sieht man weiter.

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Wird schon!

Und natürlich geht auch immer wieder die Sonne auf. Das wollte ich mir heute morgen genauer ansehen. Seltsam, kaum hat es in den Vortagen ein paar Tropfen geregnet, gibt die Erde schon wieder Feuchtigkeit ab. Nebelschwaden verzaubern meine gewohnte Umgebung in eine andere Welt. Und wie schön: es ist herrlich kühl. Ich speichere die Frische, so gut es geht, denn heute wird es wieder richtig warm!

Eigentlich habe ich gar keine Zeit hier zu sitzen, denn übermorgen kommt meine Familie ins Wendland: Geschwister, Nichten, Neffen, Cousine, Cousin, Patenkind, eigene Kinder und alle Lebenspartner und Partnerinnen, die dazu gehören. Und ich bin die älteste von allen. Die Seniorin sozusagen.

Das wird spannend. Wir sind eine bunte Familienmischung und haben uns teilweise schon seit Jahren nicht mehr gesehen.  Einige kennen sich noch gar nicht. Und ich werde mich zusammen nehmen und die erwachsenen jungen Leute nicht mit: „Meine Güte, bist Du groß geworden!“ , begrüßen. Ich hoffe, ich denke dran.

Obwohl wir uns am See treffen, ist doch noch einiges zu tun, denn den Abend werden wir bei mir ausklingen lassen. Dann soll es doch schön hier sein!

Bleibt nur zu hoffen, dass die Wettervorhersage richtig liegt!

Unendlich

Unendlich

Ich liege im Garten und kann nicht schlafen, weil es zu schade wäre, die Augen einfach zu schließen. Der Mond ist nicht zu sehen, darum glitzern und funkeln die Sterne umso mehr. Die Milchstraße ist gut zu erkennen. Über mir herrscht reger Verkehr. Flugzeuge blinken und ich höre sie, ein leisen Brummen ganz weit weg. Die Satelliten machen es den Sternen nach, können sich aber nicht tarnen. Sie sind einfach zu schnell, so dass sie nicht als Sterne durchgehen. Sie bringen Bewegung ins All.

Sternschnuppen auch. Sie tauchen auf und ehe ich denken kann: „Oh, eine Sternschnuppe!“, sind sie schon wieder weg. Zum Wünschen bleibt keine Zeit, ich tue es aber trotzdem, auch wenn schon alles vorbei ist. Wer weiß, vielleicht hört doch jemand oder etwas meine Gedanken und denkt: „Ach, die Regine, die ist immer so brav! Nun will ich ihr doch mal schnell einen Herzenswunsch erfüllen.“ Wer weiß?

Ich liege unter dem Sternenzelt. Eine tröstliche Vorstellung. Ich bin geborgen auf der Erde und das Zelt schützt mich vor der Unendlichkeit. In Wirklichkeit sehe ich kein Zelt. Ich blicke in die unendliche Weite. Sie ist viel, viel größer, als alles, was ich mir vorstellen kann. Niemals, niemals werde ich wissen, was da oben los ist. Wobei  „oben“ nur ein Begriff ist, denn nichts kann oben sein, wenn sich alles nach allen Seiten ausdehnt. Unendliche mal unendliche Kilometer. Und das ist noch zu knapp gerechnet, denn eine Grenze wird es nicht geben und das Universum dehnt sich aus und hat niemals nie ein Ende

Es ist unendlich groß und es gibt unzählig viele Himmelskörper und Sternschnuppen. Wobei es diese natürlich gar nicht mehr gibt, sobald ich sie wahrnehme. Ich sehe jetzt ihr Vergehen, das vor ewig  langer Zeit stattgefunden hat. Natürlich existieren von den vielen Lichtpunkten, die ich Sterne nenne, ein Vielzahl auch nicht mehr, wenn ich meine, sie zu erblicken. Ich sehe sie trotzdem, auch wenn da gar nichts mehr ist, nur ein Loch im All. Das allerdings sehe ich nicht.

Nichts ist so, wie es scheint.

Manchmal denke ich, dass meine verstorbenen liebsten Menschen dort oben auf mich warten. Ich schaue in den Himmel, denke an sie und wünsche mir, dass sie meine Gedanken empfangen. Wahrscheinlich sind meine Verstorbenen nicht oben, sondern in meinen Erinnerungen. Das ist wohl ihr Himmel. Trotzdem, an Gedenktagen stelle ich eine Kerze auf die Terrasse und glaube daran, dass sie diesen kleinen Lichtergruß wahrnehmen.

Die Erde hält mich fest. Täte sie es nicht, würde ich mich auf den Weg machen und niemals wiederkehren. Meine Reise nähme kein Ende. Weil die Erde aber ihre Pflicht tut, lebe ich mein Leben auf ihr und bin froh darüber.

Ich schaue in den Himmel und weiß, ich bin im Verhältnis dazu nicht einmal so groß wie ein Atom. Ich bin verglichen mit dem Kosmos kaum vorhanden, mein Sein und Vergehen dauert nicht einmal einen Wimpernschlag. Trotzdem bin ich ein Teil des Großen und Ganzen. In homöopathischer Größenordnung natürlich, aber immerhin.

Ich liege im Garten und schaue in den Himmel. Es ist so schön, dem Gefunkel dort oben zuzusehen. Ich fühle mich geborgen und bin dankbar, dass ich an all dem teilhaben kann. Egal, wie groß der Kosmos ist, ich habe hier meinen eigenen und ich weiß, dass es unendlich viele Kosmen gibt, die so winzig sind, dass ich sie gar nicht wahrnehmen kann. Gibt es in der Winzigkeit auch eine Unendlichkeit oder setzt die Null dem ein Ende?

Ich liege im Garten und jetzt bin ich so müde, dass ich einschlafe.