Sonntag

Sonntag

Wenn ich denn meine innere Zauderin in den Griff bekomme und den kleinen Faulpelz auch, dann geht es von Mal zu Mal schneller, mein Fahrrad am Auto zu befestigen und wenn ich dann einfach schnell losfahre, kriegen meine kleinen Angstattacken Saures und haben nichts mehr zu sagen. Dann geht es los mit lauter Musik und dann mit dem Fahrrad durch den Sommer und anschließend ein langes Bad im See und alles zusammen erfrischt und belebt Seele und Zuversicht.

Verantwortung übernehmen

Verantwortung übernehmen

Lustlos lese ich Urlaubsgrüße und sehe mir Fotos von glücklichen Menschen am Meer an und wollte, ich könnte mich auch aufraffen.

Ich denke an die Zeiten, in denen ich Teil eines Paares war. Reisen war einfach zu und zu schön zu zweit. Oder natürlich mit der Familie, als die Kinder noch Kinder waren.

Ich könnte mir gut vorstellen, mit meinen Söhnen und ihren Freundinnen ans Meer zu reisen. Aber nein, Urlaub mit Mutti ist nicht angebracht. Sie brauchen Zeit für sich. Vielleicht ein Wochenende, mal sehen. Ein Besuch für ein paar Tage ist schon angekündigt.

Mir scheint, jeder hat jemanden, nur ich nicht. Das ist natürlich Quatsch, ich weiß.

Unverständlich ist mir selbst mein Zögern, mich mit anderen zu verabreden. Es gibt ja doch einige Anfragen…..

Oder ergibt das doch einen Sinn?

Vielleicht bin ich selbst gerade keine gute Reisebegleitung.

Dafür übernehme ich jetzt mal die Verantwortung und schon geht es mir viel besser.👍😎

Nachtrag, ein paar Stunden später: Angesichts der vielen wirklich schlimmen aktuellen Nachrichten sind meine kleinen Kümmernisse doch echt winzig. Ich weiß.

Rheuma

Ich habe das bisher ja ganz gut verdrängt und nicht so ernst genommen. Es gab ja keine erkennbaren Rheumawerte und so hielt ich mich an das Wort Arthrose. Es ist aber keine, sondern es ist eine rheumatoide Arthritis, die mich seit einigen Jahren begleitet.

Die rheumatoide Arthritis, oft kurz Rheuma genannt, ist eine fortschreitende Gelenkentzündung, die die Innenhaut von Gelenken, Sehnenscheiden oder Schleimbeuteln angreift. Es handelt sich um einen Autoimmunprozess: Das Immunsystem der Betroffenen bekämpft durch eine Fehlsteuerung körpereigenes Gewebe. Die Rheumatoligin hat es mir damals erklärt und sie meinte, man kann nicht viel dagegen tun. Wenig Stress, Ernährungsumstellung, Bewegung, ein Medikament bei Bedarf und ein gutes Leben wären geeignet, Linderung zu verschaffen. Und ich sollte in ein paar Jahren wiederkommen, wenn ich meinte, es könnte mir helfen.

Also, zu der bin ich nicht mehr gegangen. Aber hier in der Provinz gibt es keine anderen Rheumatologen. Bisher kam ich ganz gut zurecht mit meinem Hausarzt und den Symptomen, mit denen ich mich arrangieren konnte.

Jetzt werden diese aber schlimmer und ich werde mich demnächst mehr um eine ärztliche Begleitung kümmern. Ist ja zu und zu schrecklich, was mir noch blühen kann. Nicht muss, aber es kann noch ganz furchtbar werden.

Ich nehme zur Zeit Medikamente und meinem Knie geht es besser. Ich kann mit dem Rad fahren, aber, wenn ich ehrlich bin, schmerzen die Hände und auch das wird schlimmer.

Also werde ich neue Schritte gehen: Hier gibt es eine Rheuma-Liga. Bisher habe ich mich mit dem Wort Rheuma ja gar nicht angesprochen gefühlt, aber jetzt schon und so werde ich demnächst Kontakt aufnehmen. Um meine Ernährung habe ich mich ja schon gekümmert, ich weiß Bescheid. Trotzdem ist immer noch zu viel Süßes im Spiel. Das hört auf! Hoffentlich.

Hier wird doch wieder deutlich, wie sehr ich mir die Wahrheit zurechtbiegen kann, so wie sie mir erträglich ist. Rheuma jagte mir Angst ein, Arthrose nicht. Also dachte ich gerne, ich hätte eine Polyarthrose und prägte mir den Befund Polyarthritis nicht so genau ein.

Jetzt weiß ich Bescheid. Mal wieder.

Schmerz lass nach

Seit Tagen schmerzt es, mein linkes Knie. Auch das Radfahren ist beschwerlich. Wenn mir das jetzt auch noch genommen wird, denke ich, dass wäre schrecklich.

Nun bin ich gerade überhaupt nicht mobil. Gehen fällt schwer mit Knie (links) und Fuß (rechts). Was mache ich bloß, wenn das so bleibt, denke ich, und schlucke eine Schmerztablette. Dann ist wohl eine zweite Knie-OP fällig und dieses Mal wird ein „Schlitten“ (wie im rechten Knie) nicht reichen. Dann wird ein künstliches Gelenk eingesetzt. Vor zwei Jahren wollte ich es ja machen lassen, das Knie, aber der Orthopäde hat es nicht operieren wollen, weil es mir noch nicht schlecht genug ging. Er meinte, niemand könne garantieren, dass ich hinterher mit einem künstlichen Gelenk weniger Schmerzen hätte.

Bis jetzt ging ja auch alles gut und ich vergaß mein Knie. Fast. Ich kam zurecht und ich tröstete mich mit dem Radfahren.

Ich bin ein bisschen verzweifelt und will keine Operation. Ich will ja noch nicht einmal zum Orthopäden. Der macht keine Termine mehr. Die Leute müssen sich eben früh aufmachen und lange anstehen, bis die Praxis öffnet. Ich werde mir wohl einen anderen in einer anderen Stadt suchen. Vielleicht sogar gleich in die Klinik nach Hamburg? Aber auch dazu fühle ich mich nicht in der Lage. Autofahren ist ja nicht so mein Ding, wie Ihr wisst.

Ich hoffe aber immer noch, dass es auf wundersame Weise wieder besser wird mit dem Knie. Ich werde es jetzt ein paar Tage schonen, meine Übungen machen und positiv denken.

Ohmmmm….ohmmmmmmm….ohmmmmmm…..Schmerz lass mich in Ruhe! Geh weg! Hau ab! Bitte!

Oder so: Ohmmmmm…ohmmmmmm….ohmmmmmm…..Ich beachte dich nicht Schmerz! Es tut gar nicht weh! Hah!

Oder so: ohmmmmmm….ohmmmmmm….ohmmmmmm….Was willst du mir sagen, Schmerz? Ich höre auf dich und hab´dich lieb.

Oder so: Wird schon.

Lebenshilfe aus dem Katalog

Ich brauche nichts und kaufe nichts, aber die Lebenshilfe aus den Katalogen nehme ich gerne mit in meinen Alltag.

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😂😂😂 So einfach ist das! Ich werfe mir jetzt etwas Schickes über und bringe mein Spiegelbild zum Lachen. Das wird lustig!

Lebenserfahrung

Es ist so schade, dass ich das, was ich heute weiß, früher nicht wusste.

Wenn ich es gewusst hätte, hätte ich vieles anders gemacht.

Und ich wäre ein anderer Mensch geworden.

Dann hätte ich nicht das, was ich heute habe.

Und darauf will ich auf keinen Fall verzichten!

Gut, dass ich früher nicht alles wusste, was ich heute weiß!

Ich weiß es heute ja auch nur, weil ich gelebt habe.

Ein Grund mehr, dankbar zu sein.

Und zufrieden.

Lernerfolg

„Das ist ja toll, dass Du so aufgeschlossen bist!“, sagte mein Sohn kürzlich am Telefon. Wir sprachen über den alltäglichen Rassismus und über das Gendern. Dieses Lob freute mich sehr, wie auch unser Meinungstausch. Das ist relativ neu, so können wir erst seit kurzer Zeit miteinander sprechen.

Mein Sohn meinte, dass es so interessant sei, wie viel ich schon erlebt habe und jetzt sogar auch noch eine Pandemie! Ja, das ist wohl wahr. Allerdings erlebten meine Großeltern und Eltern auch viele Umbrüche. Auch sie mussten flexibel sein, was ihnen mehr oder weniger gut gelang.

Ich habe als Rentnerin genug Zeit zum Reflektieren und Lernen und finde es selbstverständlich, mich zu informieren, wenn ich etwas nicht verstehe. Ich entscheide dabei selbst, was ich durchschauen möchte. In der Technik gebe ich schnell auf und bin schon froh zu wissen, wie ich theoretisch meine Kühlschranklampe austauschen könnte, wenn ich es denn praktisch auch wollte. Ich bleibe bei meinen DVDs/CDs und werde nicht streamen. Immerhin kenne ich ja schon das Wort! Das muss reichen. Echte Bücher möchte ich weiterhin besitzen und lesen. Und das Festnetztelefon ist mir noch das liebste. Also, da bin ich dann doch stur. Und ja, der Altersstarrsinn macht sich auch bei mir bemerkbar, aber unter dem leide ich nicht so sehr. Darüber müssten meine Leute berichten, aber die befrage ich jetzt mal lieber nicht.

Philosophische Fragen diskutiere ich gerne und die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen möchte ich verstehen und durchschauen. Ich bin sogar in der Lage meinen Standpunkt zu ändern, wenn es nötig ist. Ich übe, mich selbst kennenzulernen und ja, auch gern zu haben. Je besser mir das gelingt, umso mehr weiß ich meine Ursprungsfamilie zu schätzen und meine eigene zu lieben. Damit fühle ich mich eingebunden, auch wenn ich alleine lebe. Und diese Selbst-Entwicklung trägt wohl auch dazu bei, dass meine Söhne offener mit mir umgehen können. Ich brauchte eigentlich nichts zu tun, nur loslassen und bei mir bleiben. Das ist das Geheimnis, aber das zu durchschauen, war ganz schön schwer und langwierig. Es war anstrengend und ging auch nicht allein. Therapien und später dann regelmäßige Familienaufstellungen unterstütz(t)en mich. Allein geht wenig, oder ist es bei Euch anders?

Ich gucke mir noch einmal die Ku´damm Reihe an (Ku’damm – die große Event-Familienserie in 3 Staffeln – ZDFmediathek), denn hier sehe ich so schön, aus welcher Zeit ich stamme, wie anstrengend die gesellschaftliche Entwicklung war und wie schwer sie erkämpft werden musste. Und dabei denke ich an meine Söhne.