Lebensphilosophie am Sonntag

Mein Leben ist nichts anderes als eine endliche Folge von Ereignissen, die zum Schluss ein buntes Durcheinander ergeben. Oder sind es meine Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle, die mein Leben ausmachen? Nein, eins bedingt das andere und darum ist Außen genauso wichtig wie Innen.

Wer hat das nochmal gesagt? Na, ich! Und ich habe es nicht gesagt, sondern nur gerade gedacht und geschrieben. Und damit wünsche ich Euch einen schönen Sonntag!

Vorsorge

Interessiert es Euch, dass ich keine Blutdrucktabletten mehr nehme und mehrmals täglich meinen Blutdruck messe, um zu sehen, ob dieser blöde Typ nicht doch wieder steigt?

Nein? Trotzdem: Gestern ist er den ganzen Tag zu hoch gewesen. Der Grund war wohl meine unterschwellige Angststörung, die zwar meistens schläft, sich aber ab und zu noch zeigen muss, die blöde Kuh. Normalerweise ruht sie, diese böse Gesellin, denn ich verbringe ja sehr viel Zeit in meiner Wohnhöhle mit Garten ohne Konfliktpotential.

Aber gestern verabredeten sich Angst und Blutdruck und ärgerten mich. Ich sollte zum Augenarzt wollen.😳 Schlimmer noch, ich konnte nicht zum mir schon lange bekannten Augenarzt meiner kleinen Stadt, denn der hat altersbedingt dicht gemacht, sondern ich sollte zur Augenklinik ein Städtchen weiter wollen😲. Diese Praxis hat mich übrigens nur als neue Patientin aufgenommen, weil ich dort meinen grauen Star vor einigen Jahren operieren ließ. Glück gehabt. Viele Patienten meiner kleinen Stadt finden in der Nähe keine Aufnahme mehr und müssen sehr weit weg.

Äußerlich ruhig und meinen Vormittag routiniert verbringend, rödelte die Angst herum und schrie GEFAHR. Obwohl ich nicht operiert werden sollte, sondern nur untersucht, ob alles in Ordnung ist mit meinen Augen. Vorsorge muss im Alter gemacht werden. Mein Blutdruck stieg trotzdem.

Ich lebe alleine. Ich will meinen Freundinnen einen Nachmittag in der nächsten Stadt nicht zumuten. Ich will selbständig sein. Busse fahren selten. Also bestellte ich mir ein Taxi. Die letzte längere Taxifahrt brachte mich damals zur Knie-OP. Also zeterte die Angststörung GEFAHR und der Blutdruck blieb wohl weiter hoch.

Ein Schild an der verschlossenen Praxistür klärte mich auf, dass ich nicht hinein darf, wenn ich Fieber hätte oder sonstige Symptome, wenn ich Kontakt hätte zu Leuten mit Symptomen oder wenn ich aus einem Risikogebiet käme. Bei mir traf alles nicht zu und so klingelte ich. Ein junger Mann hielt mir ein Fieberthermometer an die Stirn und gewährte mir Einlass. Maskiert und mit frisch desinfizierten Händen nahm nach einer angemessenen Wartezeit die Vorsorge ihren Lauf. Verschiedene Leute fragten mich aus, untersuchten meine Brillen, testeten mein Seevermögen ………äh……. Sehvermögen, maßen auf eigene Kosten, also auf meine Kosten, den Augeninnendruck, suchten nicht den grünen Star, denn das war mir zu teuer, und betropften meine Augen mehrmals. 90 Minuten lang saß ich herum, ließ mich hierhin beordern und woanders wieder abgesetzen.

Dann endlich sah mir der Augenarzt persönlich tief in die Augen und teilte nach vier Minuten mit, dass alles in Ordnung sei.

Das hörte ich gerne, rief mir halb blind und mit riesigen Pupillen ein Taxi, wartete eine halbe Stunde auf dieses und wurde endlich nach Hause kutschiert.

Die Vorsorge hat mich gestern 100 Euro und hohen Blutdruck gekostet.

Heute ist er wieder einigermaßen normal und damit es so bleibt, sorge ich vor und bleibe schön zu Hause. 😂

Ich müsste dann noch irgendwann einmal zur Frauenärztin, zur Hautärztin (die nur Privatpatienten nimmt und weil es weit und breit keinen Dermatologen hier gibt, muss ich da wohl oder übel selbst zahlen), weit weg endlich eine Rheumapraxis suchen, zur Orthopädin und zum Hausarzt. Aber das verschiebe ich jetzt erst einmal, denn ich will da gerade nicht hin.😂

Früher war das irgendwie alles einfacher mit den Ärzten und Ärztinnen, oder? Ach so, ja, früher war ich jünger und nicht so altersbeschwert. Stimmt. Und es gab viel mehr Fachärzte in der Region, das auch.

Ich auch

Ich auch

Die Welt anders denken

Sicherheit schenken

Liebe erfinden

Zweifel entwinden

eigentlich ist es wie immer

nur manchmal schlimmer

oder besser

je nachdem

wo man steht

und wie man denkt

ich bin so froh

und ich will es so lassen

und sehe allmählich ein

ich darf sogar dann so sein

wenn andere sauer auf mich sind

und die anderen dürfen es auch

das ist ein guter menschlicher Brauch.

Hauptsache, wir schlagen uns nicht

unsere Meinungen gegenseitig um die Ohren

denn dann sind wir verloren.

Ich will das nicht erleben

und darum achte ich sorgfältiger

als sonst

auf meine Gedanken und Worte

und bemerke leider

ich gehe selbst manchmal zu weit.

Gesprächskultur

Er hat sich eine Trump-Verehrerin zum Talk eingeladen. Er verlor im Gespräch zunehmend die Fassung, blieb aber professionell, finde ich. Ich sah ihm an, wie fassungslos und erschöpft er war. Und ein richtiges Gespräch fand eigentlich nicht statt.

Was können wir tun, um mit allen Menschen konstruktiv ins Gespräch zu kommen? Ratlos lese ich: https://www.deutschlandfunkkultur.de/philosophischer-kommentar-zur-cancel-culture-debatte-vom.2162.de.html?dram:article_id=482776 und denke, ist ja alles gut und schön, wenn sich beide Seiten mit Kritik auseinandersetzen wollen. Sobald die eine das nicht will, läuft der andere gegen die Wand. Oder umgekehrt.

Ach Leute, warum ist das denn alles so schwierig.

Ich erinnere mich so gerne an meine Philosophie-Seminare in der Volkshochschule. Unterschiedliche Meinungen und Lebenseinstellungen waren das Salz in der Suppe unserer Auseinandersetzungen. Es ging heiß her und ich fühlte mich so lebendig. Oft konnten wir nur schwer ein Ende finden. Wir lernten, wir tauschten uns aus, wir blieben bei unseren Meinungen oder auch nicht, wir hörten uns zu und fanden den anderen auch hin und wieder etwas seltsam. Aber wir mochten uns und freuten uns immer auf ein Wiedersehen.

Nebenwirkung

Nebenwirkung

Nun ist eine scheußliche Corona-Nebenwirkung auch bei mir zu Hause angekommen. Nein, ich bin nicht krank geworden, aber: Gelassenheit ist dahin und der Blutdruck steigt. Und ich kam doch schon ein paar Wochen gut ohne Medikamente mit annehmbaren Werten über die Runden. Ärgerlich.

Dabei wollte ich gestern nur Hallo sagen. Ich wollte signalisieren, dass ich noch da bin. Ich wollte zeigen, dass ich andere Meinungen und Interpretationen gut aushalte. Und dann das. Aber ja, warum sollten sich der Hass und die tiefe Spaltung, die ich in Zeiten der Pandemie deutlicher wahrnehme, nicht bis in meine kleine „heile“ Welt vorarbeiten?

Ich habe mir gut überlegt, wie ich ruhig bleiben und die Tür offen lassen könnte. Nur nicht provoziert fühlen und zuhören. Am besten, Corona gar nicht erwähnen. Alltägliches bequatschen. Wenn das Thema aufkommt: Gelassen das Gespräch in eine andere Richtung lenken.

Ich habe es nicht geschafft. Zu emotional. Zu überwältigend. Pandemie war nicht zu umschiffen. Und dann wurde ich vom Thema überrannt. Die guten Vorsätze lösten sich in Luft auf. Alles was ich sagte, sprach letzten Endes gegen mich und bestätigte die Einstellung der anderen Person, in einer Diktatur zu leben. Ich würde es nur nicht merken, weil ich die richtigen Fakten nicht kenne. Ich wurde selbst unsachlich und Gefühle kochten auf beiden Seiten. Meine Güte.

Ich bleibe also nicht verschont und erschöpft frage ich mich, wie ist das passiert und warum war ich nicht in der Lage, Ruhe zu bewahren?

Und mehr noch: ich habe Angst bekommen vor den Querdenkern und dachte mir schon meine eigene Theorie über die Gefahren, die unserer Gesellschaft drohen, wenn wir nicht standhalten. Wenn alle so versagen wie ich, wird es furchtbar werden. Aber halt! Dieses Fahrwasser will ich verlassen. Schnell ans rettende Ufer geschwommen, tief Luft geholt und Grenzen gestärkt! Müde und traurig hole ich mir heute mein ICH zurück. Das ist harte Arbeit.

Diese Nebenwirkung ist mir zu giftig. Darum bleibt die Tür erst einmal geschlossen, bis sich die Gemüter wieder beruhigt haben.

Gestern Abend wurde in den Nachrichten über eine Querdenker-Demo berichtet, die mich zuversichtlich stimmte. Mir schien, als gäbe es auch bei denen die verantwortungsvollen Menschen, die mit den Regeln nicht einverstanden sind und sich trotzdem an die Abstände halten. Wäre doch schön, wenn diese Bilder realistisch waren. Mit unterschiedlichen Einstellungen kann ich tatsächlich gut leben, wenn sie mir nicht unterstellen, ich würde Corona-Diktatoren hinterherlaufen.

Und jetzt beruhige ich mich mal wieder und wünsche Euch einen schönen Sonntag!

Neues Normal

An der Supermarktkasse

guckt mich ein Bärchen fröhlich an.

Ach so.

Das ist ein alter Mann

mit Maske.

😂

Mund-Nasenschutz mal anders.

Ich lächele ihm zu.

Das kann er nicht sehen,

denn ich trage auch Mund-Nasenschutz.

Wie vorgeschrieben.

Aber immerhin

habe ich mich getraut

ohne nachzudenken

ein Lächeln

zu verschenken.

Arendsee

„Oh, schon wieder letzter September-Tag“, dachte ich gestern und beschloss, ihn mit einem kleinen Ausflug zu würdigen. Gedacht, getan. Ich bockte mein Fahrrad auf und fuhr mit dem Auto zum nahe gelegenen Arendsee (https://de.wikipedia.org/wiki/Arendsee_(See)).

Zu Fuß kann ich ihn wohl nicht mehr umrunden, aber mit dem Fahrrad schon. Ich radelte fröhlich durch die beginnende Herbstlandschaft und dachte an vergangene Zeiten. Doch ja, der Herbst machte sich bemerkbar, aber der Sommer war noch nicht so ganz verschwunden. Ich war lange nicht mehr hier und freute mich, dass es die Gänse immer noch gab. Na ja, es werden nicht dieselben sein, ich weiß. Und lange werden auch diese nicht mehr hier verweilen, denn Weihnachten…..Och nö, daran wollte ich jetzt nicht denken.

Mich faszinieren immer wieder die abgeschlossenen Türen mitten in der Landschaft. Ich wundere mich darüber. Würde ich meinen Steg freigeben, wenn ich hier ein Sommerhaus hätte? Vielleicht.

Es war eine schöne Tour und gerade als ich dachte, ich hätte wohl die Hälfte geschafft, war ich schon wieder an der Treppe, die ich nehmen musste, um zum Auto zu gelangen. Huch, schon rum? Ich hatte den Eindruck, ich bin fast immer geradeaus gefahren, aber auf dem Rad verliert man schnell den Überblick.

Und heute ist der 1. Oktober. Der Sommer ist vorbei. Ich bereite mich mental darauf vor, mich von meinen Blumen im Garten so allmählich verabschieden zu müssen. Das freut mich nicht. Ist aber trotzdem so.

Nachtrag: Als ich eben durch den Garten und Vorgarten spazierte sah ich: es ist noch eine Menge los! Ich verordne mir folgendes Rezept zum 1. Oktober: Nicht so oft an später denken, sondern den Augenblick genießen!

Endlose Lagerung

„Wo kommst du her?“

„Ich wohne in Lüchow-Dannenberg.“

„Hä? Nie gehört. Wo ist das denn?“

„Gorleben.“

„Ach so, Gorleben. Ja, das kenne ich. Geplantes Endlager. Da protestieren die Bauern. Da gibt es Widerstand. Atomklo von Deutschland. Da wohnst du?“

„Ja.“

Jetzt ist Gorleben raus. https://www.youtube.com/watch?v=R3h14Zr3x_Y ht

Wir im Wendland können erst einmal aufatmen. Oder?

Das „Problem der endlosen Lagerung“ wird weitergereicht.

Warum hat man sich nicht um die Endlagerung gekümmert, bevor die Atomkraftwerke gebaut wurden? Es wird Begründungen dafür geben, aber die sind mir egal.

Schön ist die Welt?

Schön ist die Welt?

Schön ist die Welt, darum Leute lasst uns reisen, wohl in die weite Welt, wohl in die weite Welt. Nö, mache ich nicht. Erstens ist die Welt gerade nicht so richtig schön..❓…na gut, das will ich so nicht sagen und denken. Traumhafte Landschaften warten auf mich. Sie wollen gesehen werden…❓…..Ach so, nein, den Landschaften ist es wahrscheinlich egal, ob ich komme oder nicht, sie wollen ihre Ruhe.

Ich werde zu Hause bleiben. Meine Pflanzen betüddeln und den neuen Sichtschutzzaun genießen. Ich habe jetzt auch draußen eine ordentliche Privatsphäre. Hören ja, aber sehen..😁..damit ist jetzt Schluss. Das gefällt nicht jedem, aber mir.😎

Wisst Ihr noch, dass ich mir vor über einem Jahr einen Kupplungsträger gekauft hatte? https://frauholle52site.wordpress.com/2019/06/15/radius-erweitern/ Schon die Anschaffung regte mich furchtbar auf. Und wie ich nun einmal bin, brachte ich das Ding mitsamt Nummernschild in meinen Schuppen und da blieb es dann auch die ganze Zeit über liegen. Immerhin sah ich es mir ab und zu zweifelnd an.😬 Alles, was mit Technik und stecken und Steckern zu tun hat, macht mir Angst und beim Auto erst recht. Unfassbar blöd, aber nicht zu ändern.😳

Dann vergaß ich diese Angelegenheit.😅

Bis ich Freitag einen Entschluss fasste und meinen mich besuchenden Sohn und seine Freundin bat, mir den Kupplungshänger oder Fahrradträger oder wie immer das auch heißt, anzubringen. Am Auto! Ruckzuck war das getan und ich befestigte mein Fahrrad selbst und ganz alleine💪 und fuhr eine Proberunde. Mein Besuch sagte mir, dass mein Fahrradträger links blinkt, wenn das Auto rechts anzeigt und umgekehrt. Zügig steckten die beiden den Stecker um und alles hatte seine Richtigkeit.👍

Und weil ich nicht wieder ein Jahr warten wollte, machte ich mich Samstag mit Auto und Fahrrad und Fotoapparat auf den Weg!!!!!🥁🏆

Ich parkte in Gartow und fuhr mit dem Rad zum Ruhe Forst. Dann noch weiter fast bis zur Elbe und zurück. Und schnell noch um den See geradelt und frohgemut das Rad wieder ans Auto gedockt. Reibungslos. 💪💪💪

Und ich schmetterte das Lied auf dem Rückweg von der schönen Welt in die Gegend, denn da, wo ich war, war sie wirklich schön, die Welt. 🌞