Ein Tag auf der Insel Poel

Ein Tag auf der Insel Poel

Nein, ich wollte nicht herauskommen. Ich wollte drinnen bleiben. Am liebsten solange die Hitzewelle bei uns bleibt und sich nicht daran stört, dass ich sie nicht schön finde.

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Ging aber nicht. War trotzdem schön!!!

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Wieder was gelernt

👍 Ich finde Politiker gut, die unterwegs was sagen und wenn sie zu Hause sind und merken, dass das, was sie gesagt haben, nicht gut angekommen ist, verkünden, sie hätten sich nur versprochen und ein nicht vergessen.

😂😂😂

Stunden später…..

äh, hust, hust, also………..👎ich finde Politiker nicht gut, die unterwegs was sagen und wenn sie zu Hause sind und merken, dass das, was sie gesagt haben, nicht gut angekommen ist, verkünden, sie hätten sich nur versprochen und ein nicht vergessen.

Den Trick merke ich mir!

Schrott

So, nun ist es amtlich. Mein linkes Knie ist Schrott. Die Orthopädin hat sich meine MRT- und Röntgenbilder angesehen und ist erstaunt, dass ich überhaupt noch gehen kann. Nichts mehr da, kein Meniskus und keine Knorpel und dafür allerhand, was nicht hingehört.

Meine Güte 😳.

Und auf der anderen Seite wird es ähnlich aussehen. 😭

Neue Gelenke müssen her. Leider nicht beide auf einmal, sondern erst eins und frühestens ein Jahr später das zweite. 😨 Ich sollte nicht mehr zu lange warten, denn es wird keine Besserung eintreten. Es kann aber schlimmer werden. Irgendwann werde ich um die Operationen nicht mehr herumkommen können.

Schreck lass nach und mein Fluchttrieb will mich ins Bett treiben. Decke über den Kopf und nicht mehr da sein, das wäre jetzt schön.

Aber es nützt ja nichts.

Ich will die OP in den November legen. Ich lebe ja allein und das macht alles nicht gerade leichter. Es muss gut geplant werden. Ich werde eine Klinik hier in der Nähe ansteuern, sie hat zum Glück einen guten Chirurgen. Ich vertraue darauf, dass auch hier in der Provinz alles gut gehen wird.

Ich bin so froh, dass es morgen noch nicht losgeht. Ich will das noch verdrängen. Ich will den Sommer so gut es geht genießen, noch eine Reise machen und ein paar Tagesausflüge. Ein Familientreffen und vielleicht sogar ein Bloggertreffen. Und dann….😱

Bis dahin werde ich mich beraten lassen und gucken, ob ich in einer mir empfohlenen Hamburger Klinik nicht doch besser aufgehoben bin. Ich kann mich gelassen zurücklehnen, weil ich weiß, ich habe bis jetzt alles richtig gemacht. Und ich weiß, was als nächstes zu tun ist. Nämlich einen Beratungstermin vereinbaren….aber das mache ich erst morgen.

Die Orthopädin hat mir versprochen, dass nach der Operation alles besser wird, wenn ich durch die ersten sehr beschwerlichen Monate durch bin. Ich werde wieder schmerzfrei gehen können. Dann tun nur noch die Fingergelenke weh und versteifen, aber das ist ja ein anderes Thema und soll nicht so wichtig genommen werden. Eins nach dem anderen!

Vielleicht erfüllt sich mein Wunschtraum nun doch noch eines Tages: Ich möchte wieder lange Spaziergänge machen und genießen können. An den Gedanken werde ich mich festhalten, wenn ich Angst bekomme und wenn ich wieder weglaufen will.

Aber erst einmal nutze ich den heutigen Tag, um mich vom Schrecken zu erholen und mich abzulenken.

Der Tag danach

Da saßen wir wieder zusammen und philosophierten uns die Köpfe heiß. Fünfzehn Menschen, bis auf einige Ausnahmen im Rentenalter, die in der Volkshochschule Philosophie belegten und einmal im Semester ein Wochenende zusammen verbringen. Wir sind uns vertraut, wir hören zu und bringen uns ein. Wir haken uns manchmal an Themen fest und es kommen neue dazu, mit denen keiner gerechnet hat. Wir fragen nach, wir verstehen nicht immer und das ist auch gut so. Wir lachen und schmunzeln und essen lecker Kuchen. Alle genießen das Zusammensein, das Lernen und das gemeinsame Nachdenken. So ein Wochenende ist etwas ganz besonderes.

Ich nehme immer eigene Themen mit nach Hause, die weiter in mir arbeiten. Dieses Mal ist es die Liebe, die beachtet werden will. Was ist das, wie macht sie sich bemerkbar und wo steckt sie überhaupt?

Außerdem beschäftigt mich heute die Frage, ob ich meine Lebenszeit optimal nutze. Muss ich nicht mehr tun? Wenn die anderen aus dem Kurs von sich erzählen, bin ich ganz ehrfürchtig und bleibe ziemlich still. Sie lernen Fremdsprachen, ein Musikinstrument oder sie malen. Sie besuchen Ausstellungen, Theater und Opern. Sie hören Musik, gestalten tolle Gärten, schreiben Bücher, nähen, singen, sind im Landkreis unterwegs, bringen sich ehrenamtlich ein, reisen, treiben Sport, sind sonstwie aktiv und haben fast alle ein ausgefülltes Familienleben mit Partnern, Kindern, Enkelkindern und Hunden.

Und ich? Ich gehe in den See schwimmen. Ich mache mal hier was und mal da. Manchmal male ich ein Bild, wenn es mich überkommt. Ja gut, ich fotografiere fast täglich. Dazu kann ich aber wenig erzählen. Ja klar, ich schreibe auch regelmäßig und lerne, mich mit meinem PC zu arrangieren. Ich betreibe diesen Blog und gründete zusammen mit Thomas einen Mitmachblog . Ich lebe mit einem Frosch zusammen, der ganz drollig ist. Von dem könnte ich berichten, aber ich fürchte, keiner würde mir glauben.

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Ab und zu reise ich auch. Einfach so, ohne mich dabei zu bilden. Am liebsten bin ich in der Natur, allerdings ohne das Drumherum benennen zu können. Ich lese und kenne die Klassiker nicht. Ich schaue Filme, aber ich kenne die Klassiker nicht. Ich höre Musik und weiß fast gar nichts davon.

Heute Morgen nahm ich mir vor, endlich richtig aktiv zu werden und mir etwas zu suchen, das meinem Leben einen Sinn gibt und mich weiter bringt. Großartiger Vorsatz.

Ich setzte mich ins Auto und fuhr mich an den See. Ich verbrachte fast eine Stunde im kühlen Nass und sah den Schwalben zu. Ich wollte gar nicht mehr erreichen, nur das!

So, jetzt kann ich aber trotzdem ganz gebildet ein Gedicht von Rainer Maria Rilke vortragen, welches wir gestern mit auf den Weg bekommen haben.

Über die Geduld

Man muss den Dingen

die eigene, stille

ungestörte Entwicklung lassen,

die tief von innen kommt

und durch nichts gedrängt

oder beschleunigt werden kann,

alles ist austragen – und

dann gebären….

Reife wie der Baum,

der seine Säfte nicht drängt

und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,

ohne Angst,

dass dahinter kein Sommer

kommen könnte.

Er kommt doch!

Aber er kommt zu den Geduldigen,

die da sind, als ob die Ewigkeit

vor ihnen läge,

so sorglos, still und weit….

Man muss Geduld haben.

Mit dem Ungelösten im Herzen,

und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,

wie verschlossene Stuben,

und wie Bücher, die in einer fremden Sprache

geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.

Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,

ohne es zu merken,

eines fremden Tages

in die Antworten hinein.

                                                                    

Es passt so gut und bestätigt mich in meiner Faulheit. Ich reife also noch und alles wird gut. Ich werde das Gedicht auswendig lernen und aufsagen, wenn irgendjemand meint, ich lebe nicht ausgiebig genug. Oder wenn mir selbst Zweifel kommen.

Dabei fällt mir ein, dass ich schon Jahrzehnte kein Gedicht mehr gelernt habe. Ob ich das noch kann?

Außerdem kann ich jetzt auch Kunst! Also, mein Fotoapparat zumindest. Er hat ohne mein Zutun (klar, auf den Auslöser habe ich schon selbst gedrückt!) folgende Fotos gemacht:

 

 

Aber manchmal habe ich noch das Sagen und ich zeige Euch zum Abschluss meinen heißen wendländischen Sommer!

 

 

 

 

Sinnsuche

Sinnsuche

Mein Leben bekommt einen neuen Sinn und alles ändert sich.

Ich mache mir jetzt meine Sprüche selbst und wachse daran! Die Weisheit fliegt mich an und ich überlege, ob ich nicht Guru werden sollte.

Mein neuer Moral-o-mat macht es möglich. Das ist ein weises Klappbuch in drei Teilen zum unendlichen Kombinieren.

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Hier sind einige meiner spontan „geklappten“ Weisheiten, denkt darüber nach und alles wird gut und besser! Wenn Ihr es richtig macht!

Freiheit ist    in gewisser Hinsicht   fragwürdig.

Ehe ist   allenfalls   eine große Enttäuschung.

Armut ist   an und für sich   der erste Schritt zur Besserung.

Fortpflanzung ist   menschlich gesehen   alles, was uns bleibt.

Die Gentrifizierung ist    ganz objektiv   besser als Sex.

Eifersucht ist   unwiderleglich   eine Frage des richtigen Tons.

Ich will ja nicht alle Weisheiten für mich behalten! Ich gebe sie gerne weiter! Wenn Ihr auf Sinnsuche seid und Eurer erstes, individuelles und kostenloses Lebensmotto  haben wollt, stellt Eure Anfrage unter: Kommentare!

Ich verspreche äußerste Verschwiegenheit!

 

Ungewohnt

Gestern ging ich ins Hallenbad zum Schwimmen. Mit leichten Zahnschmerzen und sowieso etwas dünnhäutig. Das Wasser tat mir gut und die Bewegung auch. Ich entspannte mich bis eine Großfamilie das Schwimmbad kaperte.

Die Frauen und Mädchen waren angezogen und setzten sich mit ihren Babys auf die Bänke.  Eine von ihnen, ziemlich schwanger und wunderschön, machte eine halbe Stunde lang (vielleicht auch länger, ich ging dann nach Hause), Selfies mit ihrem Stick, so was habt Ihr noch nicht gesehen. Wie ein Model stellte sie sich mal hier hin, mal dahin, warf ihre langen Haare in alle Richtungen und zog freundliche Grimassen. Obwohl das Fotografieren im Schwimmbad nicht so gerne gesehen wird, machten es die anderen Frauen und Mädchen nach. Pausenlos! Sie waren also beschäftigt.

Die Männer gockelten in Badehosen herum, unterhielten sich lautstark und sprangen ab und zu gekonnt ins Wasser. Meist saßen sie aber am Beckenrand und sahen uns beim Schwimmen zu.

Die Jungen tobten im Nichtschwimmer herum und amüsierten sich.

So, und ich hatte nichts anderes zu tun, als darüber nachzudenken, warum die Mädchen und Frauen nicht ins Wasser gingen. Warum das nur die Männer und Jungen durften und außerdem störte mich die ganze Situation, warum auch immer. Im Freibad wäre mir das gar nicht aufgefallen, aber im Hallenbad schon.

War das meine allgemeine zahnmäßig gestörte Befindlichkeit oder werde ich mit den Jahren immer intoleranter? Vielleicht brauche ich mein Unwohlsein gar nicht zu hinterfragen. Es war einfach da. Es muss nicht immer begründet oder abgschafft werden.

 

 

Misi hat jetzt….

Misi hat jetzt….

Hallo Leute, bin wieder da!

Müde.

Glücklich.

Als Mann!

Meine Frau hütet 1 861 Eier und sie hat mich nach Hause geschickt. Ich störe nur und außerdem soll ich es lassen, mich nach anderen Froschmädchen umzusehen. Aber Leute, ich kann einfach nicht anders. Jetzt, wo ich weiß, wie es geht, will ich das immer wieder machen. Das will Iris, meine Frau, aber nicht. Sie sagt, ich soll das nur mit ihr ….und außerdem hätten wir genug zu tun, wenn alle 1 861 Eier wachsen und Kaulquappen werden. Sie will das nicht alleine machen und ich soll mich daran gewöhnen, Vater zu sein. Auf meine entsetzte Frage, ob ich jetzt nie wieder…..vertröstet sie mich auf das nächste Jahr.

Das hat mir keiner gesagt! Das muss ich mit der Männergrupe bereden. Wenn Frosch sich festlegt und verliebt und endlich weiß, wie es geht, dann darf er nur einmal im Jahr? Wo es doch so schön ist?

Ich frage Frau Holle und sie sagt, bei den Menschen ist das zum Glück anders. Aber ich soll nicht traurig sein, denn wenn erst die Kaulquappen da sind, wird mir schon die Lust nach mehr vergehen. Und außerdem hätte ich mich ja vorher erkundigen können. Sie schüttelt den Kopf und will verabschiedet werden. Sie muss zum Zahnarzt und ich bin froh, dass mir wenigstens das erspart bleibt. Ich hänge mich über den Zaun und warte, bis sie wiederkommt. Ich denke an meine Iris und bemerke vor lauter Liebe gar nicht, dass leichtsinniges Futter auf mir gelandet ist!

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