Wer bist du?

Wer bist du?

Wer ich bin? Na, ich.

Und was ist das Ich?

Mein Selbst.

Und das Selbst?

Dumme Frage.

Wieso?

Ist doch klar, wer ich bin.

Na also, dann antworte mir doch einfach.

Also, mein Selbst ist meine Identität.

Aha, und die definiert sich wie?

Na ja, ich bin Regine, Frau, 172 cm groß, Gewicht: etwas zu viel, 70, Rentnerin, geschiedene Witwe, Mutter, Tochter, Schwester, Cousine, Freundin, Kundin, Patientin, ehemalige Lehrerin……

Und weiter?

Meine Haare sind noch nicht grau, belesen, kreativ, gefühlig….

War das alles?

Nein, morgen bin ich vielleicht eine andere….

Ach so?

Meine Güte, die Frage überfordert mich. Dumm, das bin ich jetzt.

Nein, auf keinen Fall, niemand kann die Frage beantworten.

Aha, warum stellst du sie mir dann?

Ich wollte dich ein bisschen necken.

Dann necke ich jetzt die, die das gerade lesen. Kann jemand die Frage beantworten: Wer bist du?

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Ohne Titel, denn mir fällt keine Überschrift ein

Ohne Titel, denn mir fällt keine Überschrift ein

Christine startet ein Projekt zum Thema Frieden, in dem wir uns einbringen können (http://ideenlese.de/). Ich überlege noch, denn es scheint mir eine gute Idee zu sein, nicht in der Ratlosigkeit zu erstarren.

Es gibt Menschen in meinen Kreisen, die gar nicht wissen, was ich meine, wenn ich Selbstreflexion sage. Sie wollen, dass ich mich füge. Habe ich mein Leben lang gemacht und seit zwei Jahren ist Schluss damit.

Nennt man das Ergebnis dann „erwachsen“, „selbstbewusst“, „stur“ oder alles zusammen? Vielleicht bin ich „sturselbstbewachsen“ geworden.🤓 Egal, mir geht es jedenfalls besser, auch wenn die Kontakte irgendwann ganz abbrechen. Ich habe (beinahe) aufgehört zu grübeln, mich in infrage zu stellen oder mich vor den Begegnungen zu fürchten. Für mich ist das ein gutes Ergebnis und für die anderen löse ich ihre Probleme nicht, sollten sie welche mit mir haben. Auf keinen Fall.

Nächste Woche hat der Lesebeirat in unserer kleinen Zeitung einen Termin. Ich formuliere schon die ganze Zeit an meinen Gedanken herum und weiß nicht, wie ich das sagen soll. Die Gesellschaft muss ja umdenken, Klima und so, Ihr wisst schon. Das nennt man Transformation, die wir leisten müssen. (Unter einer Transformation wird ein grundlegender Wandel verstanden. In gesellschaftlicher Perspektive werden mit dem Begriff sprunghafte Veränderungen in der politischen, wirtschaftlichen oder technologischen Entwicklung beschrieben/ Quelle: https://www.grundl-institut.de/blog/transformation-was-bedeutet-das-eigentlich/). Ich möchte gerne wissen, ob sich die Redaktion darüber Gedanken macht, am Wandel mitzuwirken? Könnten neue Themenschwerpunkte gesetzt werden? Zum Beispiel nicht Schützenfeste, Unfallberichte und Meldungen über Schlägereien und Kriminalität, sondern andere Themenschwerpunkte, gerne auch positive und vorbildmäßige, setzen? Ich meine damit nicht unbedingt die Berichte über außergewöhnlich leistungsstarke Schüler*innen. Die gibt es ab und zu. Ich meine eher…..und damit fängt meine Schwurbelei an. Was denn nun? Ist es überhaupt die Aufgabe einer Zeitung (oder der Nachrichten), eine gesellschaftliche Transformation voranzutreiben? Soll nicht möglichst objektiv berichtet werden, was passiert? Eben. Da könnten wir stundenlang diskutieren: wie objektiv kann eine Berichterstattung sein……

Ich suche mir vielleicht lieber ein anderes Thema. Aber bevor ich mich dazu entschließe, denke ich noch ein wenig über meinen Einfall nach.

Eigentlich wollte ich nur etwas nachschauen. Aber wenn ich erst einmal auf diesem Stuhl sitze, dann will ich plötzlich lieber schreiben als Hausarbeit machen. Und nun wundert sich die Wäsche, warum sie frisch aus der Waschmaschine so lange nass im Wäschekorb verweilen muss.

Sogar die Wäsche hat es auch manchmal nicht leicht bei mir.

Schuldig

Politisch heimatlos geworden sehne ich mich nach regelmäßiger Berichterstattung über die Konflikt-und Friedensforschung. Die müsste doch eigentlich weltweit mit Hochdruck an Lösungen arbeiten, wie Kriege beendet oder verhindert werden können.

Stattdessen werde ich täglich in den Nachrichten mit Panzerbildern konfrontiert und mit Männern und Frauen, die sich nur das eine vorstellen können, nämlich den Kampf zwischen Gut und Böse zu gewinnen, denn sie gehören selbstverständlich zu den Guten.

Und ein Kanzler, der abwägen will, ist ein Weichei, sagen sie und selbstgerecht sind sie froh, entscheidungsfreudiger zu sein.

So wird es denn immer weiter gehen mit den Kriegen und dem Leiden. Bis zum bitteren Ende und das mag ich mir nicht ausmalen.

Lieber verdränge ich meine Ahnungen und flüchte in meine private Nische. Dort ist es schön gemütlich und mir geht es gut.

Hilflosigkeit schützt nicht vor der Schuld. Es ist wahrscheinlich gar keine private, sondern eine kollektive Schuld. Und wie ich damit umgehe, weiß ich noch nicht.

Zeitvertreib am Donnerstag

Zeitvertreib am Donnerstag

Sechs Uhr dreißig? Schlaf!

Geht nicht?

O.K., dann nicht. Mit Pott Kaffee und Zeitung ins Bett, während die Wohnung durchgelüftet und etwas später, wenn die Fenster wieder geschlossen sind, aufgewärmt wird.

Um 8.00 Uhr bin ich angezogen und was nun? Draußen Sand streuen, denn es ist glatt. Ich fahre heute lieber nicht mit dem Rad los. Und überhaupt, frische Luft ist überbewertet, ich war erst gestern draußen! In den Garten muss ich kurz, denn das Futterhäuschen ist leer. Also: Vögel füttern.

Und frohen Mutes wieder rein und in die Küche: Essen vorbereiten. Ein gesundes Essen natürlich und es wird nicht noch gegessen. Ich werde jetzt damit warten. Denn vormittags esse ich gewöhnlich nichts.

Hoch ins Arbeitszimmer: Bild fertig malen.

Und nun?

Ich habe eine Idee: Ich werde mich in die Grundlagen der Philosophie vertiefen um ein kleines Papier für den philosophischen Gesprächskreis vorzubereiten. „Sofies Welt“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Sofies_Welt) fällt mir in die Hände und ich blättere ein wenig darin herum. Habe ich es überhaupt zu Ende gelesen? Das Hörbuch (https://hörbuch.com/kostenlos/sofies-welt-9ahr4u3.html) hörte ich mir ein paarmal an. Aber habe ich dieses dicke Buch durchgeackert? Weiß ich nicht mehr. Gleich auf der zweiten Seite fällt mir die Einstiegsfrage auf: Wer bist du? Ja, da lässt sich etwas draus machen und die ewige Lehrerin in mir will gleich den Unterricht vorbereiten.

Unterricht? Ist übertrieben. Gesprächseinstieg ist der bessere Gedanke. Nicht so hoch hängen, mein kleines Projekt! Vier Erwachsene am Tisch, vielleicht fünf, denn gestern rief ein netter Herr an, der sich erkundigte und gerne kommen will, das nächste Mal. Huch! Sofort werde ich unsicher, weil eine innere Stimme mir sagt, Männer können das alles sowieso viel besser und ich werde mich nur lächerlich machen. Weil ich ja aber gerade schlaue Bücher lese, weiß ich sofort, dass das Quatsch und eine alte, veraltete, völlig unmoderne Botschaft ist aus Zeiten, in denen Frauen nicht viel zugetraut wurde außer hübsch zu sein und die Familienarbeit unbezahlt auf sich zu nehmen.

Ist noch gar nicht so lange her und klar, ich bin mit einer Doppelbotschaft groß geworden: Sei schlau, nicht zu schlau natürlich. Das mögen Männer nicht. Sei selbständig und suche dir einen Mann, der dich versorgt. War ja auch Quatsch. Ich habe das Geld für die Familie verdient und mein Mann hat die Familie bekocht und so. Das alte Rollenbild in mir blieb aber hartnäckig und bringt mich immer noch ab und zu ins Zweifeln. Genauso wie das Vorurteil, das Frauen unglücklich sein müssen, wenn sie alleine leben und dass ihnen etwas fehlt. Steht auch im Buch (https://www.lesejury.de/sarah-diehl/ebooks/die-freiheit-allein-zu-sein/9783037901342), welches doch sehr anspruchsvoll ist und deswegen langsam gelesen werden möchte. Jedenfalls habe ich gelernt, dass auch Frauen gerne alleine leben. Und nun bin ich froh, nicht mehr traurig sein zu sollen😉. Na gut, richtig traurig darüber war ich eigentlich nie, sondern eher erleichtert. Auch wenn manchmal…..egal!

Egal. Jetzt ist immer noch nicht Mittag und der Vormittag zieht sich. Das kommt vom frühen Aufstehen. Also übe ich eine Stunde lang QiGong vor meinem Fernseher und dann lese ich ein paar Seiten im schlauen Buch.

Meine Gedanken kreisen jedoch immer wieder um die Philosophie und das habe ich jetzt davon. Ich stöbere im Internet und finde viel Interessantes. Am besten gefällt mir die Formulierung in leichter Sprache hier: https://www.ethikrat.org/leichte-sprache/was-ist-philosophie/ Damit lässt sich arbeiten. Dann stöbere ich noch ein wenig im Bücherregal und dann esse ich endlich und schalte ab. Mittagsstunde!

Auch der Nachmittag wird sich ziehen, denn das Wetter lädt mich nicht ein und die Gelenke stöhnen. Mal sehen, vielleicht müssen sie trotzdem mit, wenn ich es in der guten Stube nicht mehr aushalte.

Und morgen kann ich hoffentlich etwas länger schlafen.

Im Traum

Ich träumte von Dir, kleine Schwester. Wir blieben auch dort zerstritten und ich erkannte meine Schuld, denn du und dein Ex-Mann besprachen das sehr deutlich mit mir. Aber es ging nicht um Schuld, sondern um Verstehen. Zum Abschied umarmten wir uns fest und voller Trauer.

Und als ich erwachte blieb es schwer. Wir kommen nicht zusammen, ich weiß, aber die Liebe zu dir, die kann ich wieder fühlen.

Vielleicht erreicht sie Dich trotzdem auf eine geheimnisvolle Weise, die wir nicht verstehen.

Bauchgefühl versus Denken

Bauchgefühl versus Denken

Um die Ecke gedacht! Bei einer Überweisung habe ich den falschen Empfänger angegeben, weil ich nicht richtig lag mit meiner Denkerei. Obwohl mein Bauchgefühl mir sagte, dass da etwas nicht stimmt, haben meine Gedanken mich auf den falschen Weg gelockt. Und klick und schwupps war die Überweisung raus und nun warte ich darauf, dass der richtige Empfänger sich meldet mit der guten Nachricht, dass die Anzahlung auf das gewünschte Konto eingegangen ist. Auf das Konto? In das Konto? Bauchgefühl ist unsicher, aber Ihr ahnt wahrscheinlich, was ich meine.

Seit mindestens 55 Jahren fülle ich Überweisungen aus. Bisher gab es keine Pannen. Und jetzt dies! Anrufe bei den entsprechenden Bankinstituten wurden unterschiedlich beantwortet.

Also warte ich auf gute Nachrichten und vielleicht habt Ihr Lust mir die Daumen zu drücken, dass das Geld nicht verloren ist.

Kennt Ihr die auch, diese Denkknoten? Das Bauchgefühl liegt ja meistens richtig, das Hirn spielt mir die Streiche. „Du sollst nicht denken“, sagte mein Mann ab und zu. Und manchmal hatte er recht, so ungerne ich das zugebe. Denken kann Schaden anrichten.

Oder war das gar kein Denken, als ich den Empfänger eintrug. Habe ich zu wenig gedacht und nachgedacht, als mir mein Bauch signalisierte, dass da etwas seltsam war? Hätte ich mein Denken noch einmal hinterfragen sollen, bevor ich die Überweisung losschickte? Hätte ich noch einmal nachgedacht, wäre das vielleicht nicht passiert. Denn fast sofort wusste ich, dass die Überweisung falsch ausgefüllt und unwiderruflich unterwegs war.

Seltsam auch, dass mich schon vorher der Bauch davon abbringen wollte, diese Überweisung zu dieser Zeit zu tätigen. „Morgen ist auch noch ein Tag“, grummelte es in mir. „Quatsch“, antwortete meine Gedankenmaschine. „Was du heute kannst besorgen….“. Etwas fühlte sich in mir unwohl, schon bevor ich den Bankautomaten erreichte. Hat mich jetzt dieses Gefühl so verunsichert, dass ich Gedankenknoten fabrizierte? Oder hat es mich tatsächlich in weiser Voraussicht gewarnt?

Heute morgen dachte ich, ich könnte mir die Haare selbst etwas kürzen. Schnipp-schnapp….zu viel ab und schief außerdem. Und mein Bauchgefühl? Schweigt betreten.

Fragen ohne Antworten

Fragen ohne Antworten

Jetzt, in diesem Moment, fragt sie sich, wie das ist mit dem Leben. Ihres unterscheidet sich von allen anderen. Jeder Moment der Gegenwart gehört nur ihr allein. Ihre Vergangenheit ist eine einzigartige Geschichte. Und die Zukunft, die in jeder Minute neu beginnt, wird nicht die ihrer Nachbarin sein.

Und wenn sich Leute treffen, teilen sie sich eine gemeinsame Gegenwart? Oder erlebt doch jeder seine eigene im selben Raum?

Und was verstehen wir dann unter Gemeinsamkeit? Und gibt es wahre Erinnerungen? Schnell googelt sie und findet heraus: Aus einer Kette von Ereignissen entstehen sogenannte episodische Erinnerungen an einen räumlichen und zeitlichen Ablauf. Diese speichert das Gehirn im Hippocampus als Aktivierungsmuster von Nervenzellgruppen. Eine entscheidende Rolle spielen dabei Synapsen, die sich in ihrer Ausprägung verändern und anpassen können. „Aha“, denkt sie. „Synapsen und Co machen uns froh oder traurig. Nicht das, was wirklich war. Also hat auch jeder Mensch seine eigene Erinnerungen, die nicht geteilt werden können. Interessant!“

„Nichts bleibt“, denkt es in ihr weiter, während sie ihr Essen zubereitet. „Geschnippelt, gekocht, gegessen, verdaut und ausgeschieden. Das ist der Lauf der Dinge.“

Und dann schmeckt das Essen ihr so gut, dass sie augenblicklich das Denken für einen kurzen Moment sein lässt. Und das Gehirn arbeitet trotzdem weiter. Zum Glück wird es weitere Fragen geben, auf die sie keine Antworten weiß.

Ruhig leben…..trotzdem

Ruhig leben…..trotzdem

Ich weiß, es gibt nicht schwarz und weiß. In Konflikten ist nie nur eine Seite beteiligt. Aber nichts davon rechtfertigt, was im Krieg geschieht. Ich denke, wir werden aktiv mit hineingezogen, wenn wir es nicht schon lange sind und es nur nicht so bemerken. Alles deutet für mich darauf hin, dass es auch für uns hier schlimmer wird. Wir werden in den Nachrichten und auch sonst so darauf vorbereitet. Es scheint keine Alternativen zu geben, auch wenn ich überzeugt davon bin, dass sie gedacht werden. Ich weiß selbst auch keine Lösung. Ich informiere mich noch ab und zu, um zu begreifen, worum es geht, auch wenn ich nichts mehr über Panzer und Waffen hören und sehen mag. Ich bin sehr traurig, wenn ich an das Gemetzel denke.

Mit dieser Grundeinstellung lebe ich meinen Alltag und tue so, als ob es gut für mich weitergeht. Ich blende ganz viel aus und das tun wir wohl fast alle.

Mein Alltag läuft jedenfalls sehr zufriedenstellend.

Am liebsten würde ich im neuen Bett wohnen, es ist einfach zu und zu gemütlich. Aber natürlich stehe ich morgens auf, wenn es Zeit ist. Und freue mich dann auf die kommende Nacht.

Der Urlaub im Mai mit meinen drei Freundinnen und dem Hund in Dänemark ist geplant, gebucht und noch nicht bezahlt, aber auch das passiert demnächst. Wir freuen uns riesig, denn die Pandemie hat unsere herzerfrischende Tradition über drei Jahre unterbrochen. Nun sind wir wieder dabei. Alle 70+ und nicht mehr ganz so fit wie früher. Aber davon lassen wir uns nicht abschrecken und unsere Spieleabende können wir auch mit Knie, Hüfte und Fußleiden bewältigen. Lecker essen, Geselligkeit und das Meer genießen, das habe ich mir vorgenommen. Die anderen haben mehr Pläne und vielleicht unternehme ich das eine oder andere mit ihnen. Das kennen sie ja schon, ich bin schnell überfordert, wenn es um Städte, Kirchen und Ausflüge geht.

Nach meinem Sturz fühle ich mich auf dem Rad nicht mehr sicher, aber die Freude am Radfahren werde ich mir bis zum Urlaub zurückholen. Spätestens wenn es wieder wärmer wird, beginne ich zu trainieren.

Manchmal fallen mir gute Dinge einfach nicht ein. Ein Beispiel: Ich weiß, dass mein Fernseher sich ins Internet wählen kann. Dass auch Youtube dazu gehört, daran dachte ich nie. Bis vor ein paar Tagen. Ich fand Michael Diemer (z. B.: https://www.youtube.com/watch?v=DzCrNUViMtM), den ich mir nun täglich ins Wohnzimmer einlade, um mit mir QiGong zu üben. Michael gefällt mir in seiner ruhigen Art sehr. Seine Anleitungen erinnern mich an unser QiGong in der Volkshochschule und manche Übungen sind auch neu. Sie tun mir gut und gehören zur täglichen Routine. Ich suche unterschiedliche Reihen aus und so ist für Abwechslung gesorgt.

Demnächst werde ich mir noch andere Sportprogramme aussuchen. Immer nur Crosstrainer ist auch langweilig.

Jetzt scheint die Sonne endlich einmal wieder. Ich gehe einkaufen und dann mache ich einen Spaziergang. Mal sehen, ob es wieder Gänse zu beobachten gibt. Es wurde in Niedersachsen schon der erste Storch gesichtet. Aber nicht hier. Zum Glück, es ist doch einfach noch zu kalt für ihn. Ich glaube, den Gänsen gefällt der Winter auch nicht so recht. Und ich mag es auch lieber etwas wärmer. Aber mich fragt ja niemand.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Das Leben fahren

Das Leben fahren

Der Gedanke, ich könne in allen Belangen nicht mithalten und passe nicht wirklich dazu, begleitet mich ja schon immer. Das wird auch so bleiben. Etwas neuer ist das Wissen, dass es so nicht stimmt. Ich schiebe dieses Grundrauschen ein wenig zur Seite und lasse Raum für Experimente. Was passiert, wenn ich die Idee zulasse, dass es völlig egal ist, ob ich mithalten kann? Was passiert, wenn ich mich mental in eine andere Dimension hochschraube und mich darauf einstelle, dass ich ein Mensch bin unter vielen? Einfach nur sein mit meiner ganzen Figur, dem Denken und der Seele?

Ich probiere das jetzt sofort aus. Voller Lust in den Spiegel schauen wäre ja schon ein Anfang. Und dann das Vertrauen stärken. Das ist wichtig.

Das Leben ist wie ein Straßenverkehr: Ich entscheide mich für ein bestimmtes Auto, verlasse den Status der Beifahrenden und nehme das Steuer selbst in die Hand. Endlich mit einem guten Gefühl! Ich achte darauf, die Regeln einzuhalten und vertraue darauf, dass die anderen das auch tun. Natürlich kann das nicht immer gelingen und auch ich werde ab und zu unaufmerksam sein. Andere wollen sich nicht an die Regeln halten und machen ihre eigenen. Ich kann ihnen manchmal nicht ausweichen, sobald sie mir die Vorfahrt nehmen. Was dann passiert, kann ich nicht voraussehen. Ich fahre mein Leben so, wie es mir richtig erscheint im Vertrauen darauf, dass es gelingen wird, ich gut ankomme und einen Parkplatz finde (😉). Es kann zu Unfällen kommen, aber ich habe nicht immer einen Einfluss darauf und auf die Folgen und Konsequenzen auch nicht. Manche fahren schneller und überholen mich. Manche fahren langsamer. Das dürfen sie auch. Am liebsten mag ich entspannt in der Kolonne fahren. Die gibt es nicht immer. Manchmal bin ich völlig allein und kann im Nebel nicht erkennen, was direkt vor mir liegt. Ab und zu geht es über einen Berg. Hin und wieder muss ich umkehren. Manchmal kenne ich meinen Weg genau und manchmal bin ich unsicher. Wenn ich mich nicht entscheiden kann, welche Richtung ich nehmen will, dann suche ich mir einen Parkplatz zum Überlegen. Wenn ich das nicht tue, wenn ich unterwegs rechts blinke und links abbiege, wird es gefährlich. Im Kreisverkehr ist das anders. Ich kann so lange herumfahren und die Alternativen studieren, bis ich weiß, wohin ich will. Es sei denn, mir geht der Sprit vorher aus. Das ist dann blöd……

Und nun fehlt mir der Zusammenhang zum ersten Absatz. Aber das ist nicht schlimm. Ich nenne es einfach Alltagsphilosophie.