30. Oktober

Die dunklen Nachmittage beginnen morgen mit einem Zeitensprung und wie jedes Jahr werde ich mich wundern, dass es erst vier Uhr nachmittags ist. Und dann werden wohl auch in der frühen Dunkelheit kleine Geisterchen an der Tür klingeln und ganz schrecklich, fürchterlich, gruselig Süßes begehren. In diesem Jahr will alles wieder normal scheinen und wir tun dann gerne auch so, als ob.

Aber: Wenn es in mir rumort, weil ich nicht mehr so tun will, als ob ich es nicht merke, um des lieben Frieden willens und um diese Menschen nicht ganz zu verlieren, verweigere ich mich jetzt und spiele nicht mehr mit. Eigentlich sind sie ja schon lange weg. Oder ich entfernte mich, keine Ahnung. Wir leben in ganz unterschiedlichen Welten und finden immer weniger Zugang zueinander.

Ich gebe mich nicht mehr mit jeder Zuwendung zufrieden, die man mir so selten anbietet, weil für das echte Miteinander keine Zeit ist. Es geht mir mit diesem Gedanken richtig gut. Ich fühlte mich einsam früher, als ich nahm, was kam und jede Zurückweisung schmerzhaft ins Vergessen schickte. Besser kleine Krümelchen, als gar nichts, dachte ich. Nein, das ist nicht so. Ich bin zuversichtlich, dass sich etwas zwischen uns verändern wird, jetzt, wo ich klar denke und meinen Gefühlen folge. Ich bleib ja da und bin bereit für Begegnungen, die sich für mich gut anfühlen.

Für einige scheine ich im Alter wohl wunderlicher zu werden, als ich sowieso schon immer war. Das ist in Ordnung. Andere nehmen meine Grenzen deutlicher wahr und kommen mir genau deshalb näher als je zuvor. Das ist so schön und fühlt sich sehr lebendig an.

Und während ich sinniere, machen die Tiere um mich herum einfach das, was Ende Oktober für sie noch zu tun ist. Ich schaue mir das Spektakel an und meine Seele tut so, als ob alles gut wäre. In diesem Moment ist es das ja auch! Mehr geht nicht.

Mit diesem Text drücke ich mich vor der Notwendigkeit. Eine reine Ablenkung ist das!😂

Ich sortiere mühsam meine Fotos😫. Ich speicherte sie seit zwei Jahren völlig unsortiert und jetzt will ich sie nach Themen ordnen. So etwas gab es früher nicht. Früher klebte ich mühsam Fotos in Fotoalben, beschriftete und verzierte diese. Ich habe viele davon und gucke kaum noch rein, bin aber froh, sie zu besitzen.

Also, ich arbeite hart daran, meine Fotomassen im PC zu strukturieren. 😬. Aussortieren kommt später dran😫. Das kann ich nicht so gut.😫 Dabei weiß ich ziemlich genau, dass ich mir die meisten davon niemals mehr ansehen werde. Es sei denn, ich will ein Fotobuch oder einen Kalender gestalten. Ich speichere meine Foto-Ordner später jahrgangsweise auf eine externe Festplatte. Die ist auch schon alt und vielleicht geht sie eines Tages kaputt. Darum brannte ich meine Fotos früher zusätzlich auf DVDs. Das sind auch schon wieder so viele😫….Mein neuer PC hat gar kein Fach für DVDs, fällt mir dabei ein. Also gibt es zum Glück keine zusätzliche Sicherung.😃

Ich fotografiere übrigens immer seltener Menschen. Klar, früher war ich ja ständig von vielen Leuten umgeben und Geburtstage, Weihnachten, Ausflüge, Reisen, Familientreffen, alles wurde dokumentiert und fotografisch festgehalten. Das hat nachgelassen. Ich entschuldige mich neuerdings vor dem Knipsen und verspreche, nicht dauernd „drauf zu halten“. Ich weiß, wie ungern ich selbst abgelichtet werde und bemerke, dass es vielen Menschen genauso geht. Also akzeptiere ich das und mache nur noch wenige Bilder meiner Lieben. Das muss aber sein und das wissen alle.

Ein Foto macht einen kleinen Moment sichtbar und hält ihn fest. Manchmal für immer. Ich mache schnelle Fotos, wie ich sie nenne. Ich überlege mir selten, was ich fotografieren will. Ich sehe mich um und halte drauf. Knips. Bei mir muss es schnell gehen. Ich habe keine Lust, mich lange mit Belichtungszeiten und Motivauswahl zu quälen. Darum fühle ich mich nicht als Fotografin. Das Handwerk will ja auch richtig gelernt sein. Nein, ich mache schnell und bin mit den Ergebnissen sehr oft sehr zufrieden. Ist das jetzt Kunst? Oder kann das weg? Nein, nicht alles kann weg und einiges ist richtig schön. Muss nur erst einmal sortiert werden.😫 Ach ja, ab und zu suche ich mir die Motive nach Themen aus. Doch, das mache ich auch manchmal. Sommerfarben, Weihnachtsmänner oder die Gartengestalten haben mit viel Freude bereitet.

Es gibt Fotos von mir, über die freue ich mich. Die entstanden, ohne dass ich bemerkte, dass ich fotografiert wurde. Wenn ich weiß, ich soll jetzt lächeln, gelingt es mir nicht. Gut, dass ich keine Schauspielerin oder kein Modell geworden bin. Ich wäre am Lächeln gescheitert. Obwohl ich es kann. Das Lächeln ohne Hintergedanken.

Ich habe meinen Fotoapparat immer bei mir, sobald ich das Haus verlasse. Also, zum Einkaufen und auf Arztbesuchen eher nicht, aber auf meinen Radrunden und anderen Ausflüge meistens. Und wenn nicht, weil ich denke, gibt ja sowieso nichts Neues, marschiert natürlich eine ganze Schafherde durch die Landschaft mitsamt Schäfer. Ein malerisches Bild, dass ich mir sehr genau ansehe und den Moment auskoste. Die Geräusche, die Stimmung, das Wetter und die Ruhe der Tiere auf ihrem Weg, das kann ich so nicht mit der Kamera festhalten. Insofern ärgere ich mich nicht wirklich, keine dabei zu haben. Obwohl ich sie gerne dabei hätte.

Einmal nahm ich meinen Fotoapparat mit dem unhandlichen Teleobjektiv mit und traf auf der Wiese, wo sonst nie etwas los ist, viele Störche. Ich freute mich zuerst und dann war ich traurig, weil meine Speicherkarte noch zu Hause im PC steckte und ich somit keine Fotos machen konnte. Ich blieb aber lange dort stehen und genoss den Anblick dieser großen, wunderbaren Vögel mit voller Aufmerksamkeit. War auch schön.

Wie komme ich jetzt darauf. Ach ja😫, ich ordne seit Tagen mühsam meine Fotos. Ich bin schon ganz verkrampft vom Sitzen und der Computerarbeit😫. Besonders die Schultern mögen das nicht😫. Ich fotografiere übrigens auch oft zu Hause oder im Garten. Lichtspiegelungen, Blumen, Büsche, Schmetterlinge, Deko, Vögel, Sonnenuntergänge, Mondaufgänge und Wolken. Alles wird festgehalten und gespeichert, aber nicht sortiert😫, wie schon angemerkt. Nächstes Jahr mache ich das ganz anders. Klar. Nehme ich mir immer vor und vergesse es dann recht schnell.😫

Ich will einen Fotokalender gestalten und darum sortiere ich jetzt die Fotos der letzten zwei Jahre😫. Ich weiß ja, da sind ein paar richtig schöne dabei, die muss man aber erst einmal finden. Das geht am besten beim Sortieren und Aussortieren später. Dann eröffne ich einen neuen Ordner: Kalender 2022.

Warum fotografiere ich eigentlich seit Jahren so gerne und das fast jeden Tag? Ich fotografiere, seit ich denken kann. Die digitale Fotografie bezauberte mich von Anfang an. Die Möglichkeiten der Fotobearbeitung erstaunen und erfreuen mich bis heute! Das intensive Fotografieren begann, als ich mich trennte, auszog und alleine lebte. Es ging mir damals so schlecht, dass ich dachte, alles sei so sinnlos geworden. Ich vermutete, dass es doch aber immer noch Schönes in meiner unmittelbaren Umgebung geben müsse und kaufte mir eine richtig gute Kamera, um mich mit ihr auf die schönen Seiten des Lebens zu fokussieren. Auch wenn ich vor lauter Angstgefühlen nichts zustande brachte, das Fotografieren ging immer. Bis heute. Heute geht es mir gut, aber wenn die Einsamkeit denn doch einmal zuschlägt, holt mich das Fotografieren aus diesen Gefühlen schnell wieder heraus. Also, ich fotografiere natürlich auch, wenn ich mich nicht einsam fühle. Das will ich doch jetzt schnell noch anmerken.🤓

Und nun will ich endlich weiter sortieren😫. Das macht nicht 😫so viel Spaß, wie das Schreiben und das Fotografieren, ist aber eine Notwendigkeit,😫 vor der ich mich nicht länger drücken will😫. Danke fürs Lesen, liebe Besucher*innen des Regenbogens! Ich wünsche einen schönen Mittwoch! Aber bevor ich sortiere, gucke ich doch erst mal bei Euch vorbei😁, um zu sehen, was es Neues gib😃t! Aber dann😬….sortiere ich heute nicht mehr😅, sondern drehe lieber meine Radrunde😎. Natürlich mit meiner Kamera📷!👍

Goldener Oktober

Leider bin ich etwas zu früh los geradelt. Die Sonne schien, aber es war auch windig und noch ziemlich kalt. Jetzt scheint die Sonne immer noch, der Wind hat nachgelassen, es ist warm und ich sitze auf der Terrasse mit einem Buch vor der Nase, weil ich keine Lust habe, mich noch einmal auf das Fahrrad zu setzen. Nach den letzten Tagen mit Sturm und Wind und Regen ist es heute ein Hochgenuss, mich von der Sonne wärmen zu lassen.

Das blühende Leben

Mein Weg führt mich von Geburt an ins Ungewisse und sicher in den Tod. Ja.
Mit dieser Gewissheit in diesem Moment fällt es mir leicht, mich gelassen darauf einzulassen, nicht zu wissen, was kommt. Zu sehen, was ist, ist schon eine große Aufgabe. Ab und zu zurückzublicken und zu erkennen, wie lang dieser Weg schon war, erfüllt mich mit Freude, denn es gibt so viel am Wegesrand zu entdecken.

Es denkt

Oh nein

ein Sturm zieht auf

sagt der Wetterbericht

wie ungemütlich

ist es jetzt schon

und doch so warm

da draußen

und mein Orthopäde

will keine Menschen

die sich impfen ließen

in seine Praxis lassen

wegen der Gefahr

die von ihnen

ausgeht

und Weihnachtsgeschenke

sollen jetzt besorgt werden

denn es könnte sein

dass es später

nichts mehr

zu kaufen gibt

und alles wird teurer

Gas und Ölpreise explodieren

China liefert nicht

was uns wichtig ist

und Corona

gibt es ja auch noch

irgendwie

und Lindner

platzt bald vor Tatkraft

und nehmen Leute mit Einschränkungen

an Busreisen teil

und soll ich so etwas Silvester wagen

vielleicht finde ich

noch jemanden

der mitkommt

das wäre lustiger

ob die Feier eine öffentlich Veranstaltung ist

oder intern für uns

die ja schon im Bus zusammen sitzen

mit Masken und so

dass konnten sie mir noch nicht sagen

und ich kann

mich

mal wieder

nicht entschließen

aber wahrscheinlich

mache ich das

die ersten zwei Plätze

sind schon weg

ich will mal

wieder was erleben

und so bin ich aufgewachsen

Wir Wunderkinder (1/2) – ZDFmediathek

Wir Wunderkinder (2/2) – ZDFmediathek

waren auch

schwere Zeiten

und jetzt

ist meine Wäsche fertig

und wird in den

Wind gehängt

und dann

denke

ich

mal

eine Weile

an gar nichts!

Kopf frei

Kopf frei

Ich lese „Kopf frei“ von Volker Busch (Home – Kopf Frei von Prof. Dr. Volker Busch (kopf-frei.info)) und bin sehr stolz auf mich. Und weil ich sowieso schon alles so mache, wie der Herr Busch empfiehlt, werde ich das Buch weitergeben und in den Bücherschrank stellen. Vielleicht findet es jemanden, der es gut gebrauchen kann.

Ich werde weiterhin mit großer Freude durch die Natur radeln oder auf meiner Terrasse sitzen, die Gedanken schweifen lassen und vor mich hinträumen, während ich den Blüten zusehe, wie sie sich hübsch machen. Für meinen Eindruck, dass ich so zu den besten Ideen komme, gibt es nun eine wissenschaftliche Bestätigung und das ist doch toll! Vielleicht gibt es Studien, die das Gegenteil belegen, aber die würden mein lieb gewonnenes Faulenzen und „mich treiben lassen“ nicht beeinflussen.

Herbstfarben im Grau

Herbstfarben im Grau

Während ich allerlei denke und fühle, erledige ich so dies und das. Nachdem alles erledigt, gemacht und getan wurde und es draußen grau, aber auch windstill ist, fahre ich über zwei Stunden mein Fahrrad spazieren. Nein, nein, nicht mit dem Auto! Ich radle selbst und trete und trete und genieße die frische Luft und die Herbststille. Es gab Zeiten, da habe ich sonntags mit meinem Mann diese Strecke zu Fuß bewältigt. Wir waren stundenlang unterwegs und erzählten uns so allerlei. Vorbei. Das ist vorbei. Es ändert sich immer alles und das ist auch gut so!

Nach der Lektüre

Nach meiner Zeitungslektüre war ich kurzfristig frustriert. Impfgegner machen im Landkreis mobil und es sind so viele! Sie planen Aktionen, um all den Menschen, die die Wahrheit nicht kennen, diese so lange um die Ohren zu hauen, bis sie endlich aufwachen und sich wehren.

Auf der anderen Seite wird angedacht, Ungeimpfte nicht mehr in den Supermarkt zu lassen. Das macht mich auch als Geimpfte fassungslos. Das geht gar nicht. Das befeuert Wut.

So, und mehr gibt es zum Thema für mich an dieser Stelle nicht zu sagen. Bin ich doch froh, meinen Weg gefunden zu haben, so gut wie möglich durch diese Zeiten zu kommen. Aber das musste jetzt einfach mal raus……

….bevor ich mich wieder den schönen Dingen widme. Vielleicht nützt es ja, wenn immer mehr Menschen mit ihrem Leben zufrieden sind und das Gefühl auch ausstrahlen. Ich will eine von denen sein. Was nicht heißt, dass ich die Augen verschließe und mir keine eigene Meinung bilde!

Und zum Wochenende endlich wieder etwas Neues von Jan Georg Schütte. 😂

https://www.ardmediathek.de/sendung/kranitz-bei-trennung-geld-zurueck/staffel-1/Y3JpZDovL25kci5kZS80NzI3/1/