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Das Lachen knödelt und will nicht so recht.

Ich lache trotzdem so oft wie möglich.

Im Smartphone schicken viele Freunde und Verwandte jetzt täglich witzige Filmchen und Bilder. Früher wollte ich das nicht, heute bin ich froh darüber. Ich schiebe den Gedanken an die Energieverschwendung beiseite und beteilige mich gerne daran. Ein Ersatz ist es nicht, aber eine gute Notlösung. Wir grüßen uns mit einem gemeinsamen Schmunzeln.

Das ist auch wichtig, denn den Humor will ich auf keinen Fall verlieren, gerade jetzt nicht. Und die Freude über unsere Klopapiersucht ist sowieso erlaubt. Jedenfalls, wenn man genug davon hat.

 

Hier und Jetzt

Hier und Jetzt

Ich könnte wunderbar bis in die Puppen schlafen. Davon träumte ich in jungen Jahren. Jetzt, wo ich es dürfte, kann ich das nicht mehr so gut. Träumen schon, aber lange schlafen nicht. Und weil ja die Zeit umgestellt wurde, wache ich sinnigerweise um 5.56 Uhr auf und bin putzmunter. Also hole ich mir Zeitung und Kaffee ins Bett. Ist ja egal, Uhrzeit hat kaum noch Bedeutung. Ich huste und schnupfe und will nicht an das C-Wort denken. Nein, ich habe Schnupfen.

Ich fahre um 7.00 Uhr mit dem Auto zum Einkaufen. Eigentlich ist es noch eine Stunde früher als sonst. Meine Güte. Gut, dass Zeit keine Rolle spielt. Ich gähne. Meine Augen tränen.

Es ist erwartungsgemäß schön leer im Supermarkt meines Vertrauens. Ich bekomme am Eingang einen Wagen von einer freundlichen Verkäuferin in die Hand gedrückt, nachdem sie den Griff desinfiziert hat. Das ist neu. Wir lächeln uns zu. Obwohl sich nur wenige Kunden im Laden aufhalten, komme ich kaum durch. Überall versperren Kartons die Wege. Die VerkäuferInnen arbeiten mit Hochdruck und füllen Regale auf.  Für Nachschub ist also gesorgt, das ist schön. Mal sehen, was es jetzt schon gibt: keinen frischen Ingwer (hätte ich gekauft), kein Klosettpapier (brauche ich noch nicht) und keine Desinfektionstücher (hätte ich gerne gehabt). Aber sonst scheint das meiste vorhanden zu sein. Ostereier gibt es noch genug und ich decke mich für die Osterwoche ein. Wenn ich schon alleine bin, will ich wenigstens Marzipan! Rotwein und Eierlikör muss natürlich auch sein. Nun noch einen kleinen Vorrat für die kommende Woche eingepackt und dann ab zur Kasse.

Ich packe meine Einkäufe ins Auto und es fängt an zu schneien. Auf dem Heimweg denke ich empört, dass ich jetzt auch keinen Schnee mehr brauche.

Hoffentlich halten das meine blühenden Gartenblumen durch. Ich rede ihnen gut zu und verschwinde mit meinen vollen Taschen ins Haus. Schnell noch durchlüften und dann die Heizung an! Gemütlich will ich es haben, wenn ich schon in einer Art Hausarrest verharren muss. Mindestens noch drei Wochen! Wahrscheinlich länger.

Ich verstecke meine Osterkostbarkeiten im Keller und hoffe, dass ich so viel Selbstbeherrschung entwickeln kann, nicht schon heute Nachmittag danach zu suchen. Ich will erst Ostern mit dem Naschen anfangen. Normalerweise könnte ich so einen Vorsatz vergessen. Meine Sucht verlangt Süßes. Aber jetzt ist ja nichts normal. Ich rede ein ernstes Wörtchen mit mir. Wenn ich heute und morgen alles aufesse, gibt es Ostern nur noch trocken Brot! Ich verspreche mir, mich zusammenzureißen. Bis jetzt klappt es ganz gut.

Heute gehe ich nicht mehr raus. Schneespaziergang im kalten Wind will ich nicht. Ich werde Schlaf nachholen, doofe Serien gucken („Blaue Veilchen“😂und so😂. Den Witz verstehen nur Eingeweihte. Und die werden es vielleicht nicht gerne zugeben, dass sie diese Serie, die in Lüneburg spielt, auch ab und zu gucken. Ich gucke, weil die Zeiten so sind und ich ganz viel Zeit habe. Und wenn ich gucke, denke ich, dass das Leben früher doch ganz anders war, als es jetzt ist. Dabei ist der Wechsel erst drei Wochen her oder so.)

Es ist, wie es ist. Erst jetzt kann ich verstehen, was es heißt, im Hier und Jetzt zu leben. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als genau dies zu tun. Insofern geht es mir gut und das wünsche ich Euch auch!

 

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Scheußlich! Diese Farbe! Schrecklich.

Diese Socken lagen jahrelang unangezogen im Schrank.

Ich ziehe sie heute an.

Weil mich sowieso niemand sieht.

Draußen im Sonnenlicht kriege ich Augenflimmern,

wenn ich an mir runter schaue.

Drinnen auch.

Ich weiß nicht,

wie lange ich meine Socken noch aushalte.

So könnte ich sie besser ertragen:

Aber nein, sie sind, wie sie sind.

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Und was will mir das jetzt sagen?

Seit wann sind Socken ein Thema?

Kriege ich jetzt den Kontaktverbotkoller?

Nein, lieber nicht.

Nennen wir es heute:

„Was sonst noch passiert!

Außer Corona.“