Moretti und Freud

Ich denke so gerne zurück an meine Clique in Hamburg. Wir hatten so viel Spaß, das könnt Ihr gerne glauben. Also, nicht immer, natürlich, aber sehr oft. Wir waren alle Jugendgruppenleiter*innen in der Gemeinde. Wir reisten zusammen, feierten Geburtstage und Silvester, verliebten uns und trennten uns, lebten manchmal wirklich wild herum. Heute würde ich das so nicht mehr machen, aber damals passte es. Ich vermisse diese Zeit sehr.

Aber warum schreibe ich das jetzt? Ach ja, genau. Wenn wir in Feierlaune waren, gingen wir manchmal ins Kino. Ins Abaton meistens, denn dort liefen sie in Dauerschleife, unsere Feierfilme. Zum einen natürlich die „Rocky Horror Picture Show“! Manchmal verkleideten wir uns und glühten in der S-Bahn schon mal vor.

Aber davon wollte ich gar nicht erzählen. Entschuldigt mein Abschweifen. Der zweite Film, bei dem es sich vor, während und nach der Vorstellung vortrefflich feiern ließ, war „Tanz der Vampire“. Ihr wisst schon:

Ach ja, seufz und davon wollte ich Euch eigentlich auch nicht erzählen.

Gestern sah ich einen Vampirfilm, der mich nicht zum Feiern anregte, aber zum herzlichen Lachen. Der hat zwar nichts mit den beiden von mir erwähnten Filme zu tun, außer dass ich dachte: „Sieh an, sieh an. Tanz der Vampire war klasse, aber es gibt auch neue Filme über Vampire, die einfach nur komisch sind!“ Und während ich das dachte, erinnerte ich mich an die Clique von früher und darum bin ich anfangs hier doch ziemlich abgeschwiffen….äh, abgeschweift.

Also, Moretti zeigt sich von einer ganz anderen Seite und Freud frühstückt im Bett!😂

https://www.3sat.de/film/spielfilm/der-vampir-auf-der-couch-100.html

Von Glaubenssätzen und Wunschmännern

Von Glaubenssätzen und Wunschmännern

Nachdem mich mein Bett mit einem unverschämten Knarren um 2.47 Uhr weckte, stand ich auf und suchte die Ursache. Ich fand diese und dann machte das Bett keine Geräusche mehr, was mir auch wieder nicht gefiel und mich wach hielt. Ich probierte alles mögliche, drehte und wendete mich, aber es blieb still. Und dann schlief ich wohl wieder ein, denn ich wachte erst am helllichten Vormittag wieder auf.

Nachdem ich mein Tagewerk vollbrachte, überlegte ich, was ich Euch heute berichten könnte, das sich nicht so nach MIMIMI anhört. Ja, ich bin viel allein und manchmal bin ich genervt, weil ich nicht weiß, ob ich überhaupt noch kompatibel bin. Der Gedanke, dass ich so schwierig und anstrengend sei, dass es niemand mit mir lange aushält, macht sich breit und grinst mich an. Ich grinse zurück und sage: „Du bist nur ein Gedanke und ich nenne Dich ab heute Elfriede. Also, Elfriede, was hast du mir zu sagen?“ Elfriede zieht sich erschrocken zurück und ich sortiere die anderen Gedanken, die sich ohne Elfriede freier entfalten können.

Ja, ich verliere Freunde und Verwandte aus den Augen, weil sie mit mir nicht mehr zurechtkommen oder ich nicht mehr mit ihnen. Es passt einfach nicht mit uns. Die Gründe und Ursachen sind längst bekannt. Manchmal ist es gut, dann auch wirklich aufzuräumen. Manchmal ist es besser, eine Tür offen zu halten.

Und ja, im Moment herrscht die „tote Hose“. Das ist so und ich übe mich in Geduld. Es wird besser. Bald kann ich wieder im Garten werkeln. Bald gibt es vielleicht wieder Volkshochschulkurse oder Veranstaltungen im Mehrgenerationenhaus, die ich unbeschwert besuchen will. Bald, also im Sommer, reise ich mit Söhnen und ihren Freundinnen nach Dänemark. Das wird schön und ich vertraue darauf, dass wir das tatsächlich machen. Das Leben wird wieder bunter und ich bin fest entschlossen, mich von der Gegenwart nicht unterkriegen zu lassen.

Ich kann ja im Prinzip gut mit mir alleine zurechtkommen. Innen herrscht ja immer reges Leben. Im Moment sortiere ich auch da und suche in geheimen Ecken nach Glaubenssätzen, die mir nicht gefallen. „Liebe muss ich mir verdienen.“, „Ich muss mich anpassen, um liebenswert zu sein.“, „Frauen sind nur hübsch, wenn sie schlank sind.“, „Ich bin selbst schuld, dass ich krank bin.“, „Ich muss immer aktiv sein.“, „Nur wer zu tun hat, ist wichtig.“, „Niemand liebt mich.“, „Eine Frau ohne Mann ist nur halb.“, „Ich bin keine gute Mutter, wenn ich nicht selbst backe.“, „Ordnung ist das halbe Leben.“ oder auch „Nur perfekt ist gut genug.“ sind solche Glaubenssätze, die ich meinen könnte. Ich lese gerade das Buch: „Die Erfindung der Hausfrau-Geschichte einer Entwertung“ von Evke Rulffes. (https://www.swr.de/swr2/literatur/evke-rulffes-die-erfindung-der-hausfrau-geschichte-einer-entwertung-100.html) und muss manchmal schmunzeln, weil ich mich ertappt fühle, obwohl ich nie eine „Hausfrau“ war. Ich verdiente immer mein eigenes Geld und steuerte später den größten Teil unseres Familieneinkommens bei. Ohne meine erwerbstätige Arbeit hätten wir uns z.B. kein Haus leisten können. Und trotzdem, ja ich muss es mir eingestehen, diese blöden versteckten Glaubenssätze plappern und die Vernunft hält sich die Ohren zu.

Und sonst? Ich suche nach Typen wie Jan Georg Schütte und Bjarne Mädel für meinen Freundeskreis. Falls ihr solche übrig habt, bitte bei mir abgeben!

Und weil wir schon dabei sind: Ich empfehle an dieser Stelle und zum zweiten Mal im Regenbogen die Serie „Kranitz-bei Trennung Geld zurück“ : https://www.ardmediathek.de/sendung/kranitz-bei-trennung-geld-zurueck/staffel-1/Y3JpZDovL25kci5kZS80NzI3/1/

Ich war selbst einmal ausgebildete Ehe-und Lebensberaterin und erkenne so einige Methoden wieder, die ich damals lernte und übte, aber niemals so schlau und gewinnbringend wie der Kranitz umsetzen konnte.

Ach ja, wenn die Gegenwart gerade keine Lust zum Lustigsein hat, so gibt es zum Glück noch den Flimmerkasten und die Phantasie. Und in die ziehe ich mich zurück, bis die ersten fröhlichen Typen bei mir klingeln, weil Ihr sie mir geschickt habt!

Ich danke Euch im Voraus und verbleibe mit freundlichem Gruß Regine, die Holle vom Regenbogen🌈!🥰

Mit Edgar Selge ins neue Jahr

Mit Edgar Selge ins neue Jahr

Der Roman von Edgar Selge „Hast du uns endlich gefunden“ lässt mich nicht los. Erinnerungen werden lebendig, sobald ich das Buch zur Seite lege. Das tue ich oft, denn ich fühle mich persönlich so betroffen, dass ich Pausen brauche, um meine Gedanken fließen zu lassen. Obwohl ich in einer ganz anderen Familie, als die hier beschriebene, aufwuchs, fühle ich mich doch in meine Kinder-und Jugendjahre zurückversetzt.

„Der Krieg ist verloren, der Nationalstolz im Eimer, die Nachkriegszeit haben sie überstanden, mit Ach und Krach, aber die Kultur ist übrig geblieben. Davon sind sie überzeugt. Auch wenn kein jüdischer Künstler mehr im Land ist. (…) Sie wissen noch, was das ist: ein Volk, eine Identität, ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Und jetzt haben sie die Moral für sich entdeckt, vor allem den Unterschied zwischen Wahrheit und Lüge. Dabei stehe ich im Fokus. Denn ich habe einen Hang zur Unaufrichtigkeit.“

https://www.deutschlandfunk.de/edgar-selge-hast-du-uns-endlich-gefunden-eine-familie-aus-100.html

Ich kenne das so gut! Lügen war das Schlimmste, was ich tun konnte. Außer „mit einem Kind nach Hause zu kommen“ oder „Kommunist zu sein“. Wie dem kleinen Edgar passierte es mir immer wieder, dass ich aus unerfindlichen Gründen nicht wagte, die „Wahrheit“ zu sagen. Meistens kam es heraus. Mein Vater liebte mich so sehr, dass er mich heimlich kontrollierte und mich hin und wieder auch verprügelte, wenn er mich erwischte. Meine Mutter las aus lauter Sorge um mich in meinem Tagebuch und machte mir eines Tages, als ich aus der Schule kam, die Hölle heiß, weil es sie so aufregte, was sie dort lesen musste. Danach behielt ich meine Gedanken lieber für mich und schrieb nur noch Nettes.

Meine Eltern waren unberechenbar. Sie kümmerten sich liebevoll um ihre drei Kinder. Es gab viele schöne Erlebnisse und ich spürte ihre Liebe. Solange ich brav war, jedenfalls. (Vermeintlicher) Ungehorsam brachte sie schnell und plötzlich auf und sie wurden ungerecht, fand ich. Es gab Geschrei und Strafen, wenn ich anders reagierte, als ich sollte und so wuchs ich mit dem Gefühl auf, nicht richtig zu sein. Ich enttäuschte sie zutiefst. Meine Lebenslust war ihnen verdächtig und wies auf einen schlechten Charakter hin. Sie selbst verdrängten ihre Vergangenheit, ihre Traumata, den Krieg und das Entsetzen darüber, dass er verloren war, so gut sie konnten.

Ja, und dieses Ungesagte, Unverarbeitete in der Familie, fühlte ich als junger Mensch, konnte es aber nicht fassen und mir erklären. Ich dachte, es wäre meine Schuld, dass sie so unglücklich waren. Mit den Auswirkugen habe ich heute noch zu tun. Die meisten Menschen meiner Generation wissen, was ich meine. Edgar Selge bringt das Ganze für mich auf den Punkt und dabei habe ich diesen großartigen Roman erst halb durchgelesen!

🌲19. Dezember 📖🕯️🕯️🕯️🕯️🌟

Hallo und guten Tag und liebe Grüße zum 4. Advent. Ich will Frau Holle eine Freude machen und schicke ihr einen kleinen Gruß auf das Handy, kurz bevor wir sie besuchen:

Sie mag es nicht. Ist ihr zu süßlich und passt so gar nicht in ihre Stimmung. Ach, es geht ihr nicht so gut. Sie sagt, das Alleinsein fällt ihr gerade gehörig auf die Nerven.

Wir wollen Frau Holle aus dieser Gefühlslage heraushelfen, dafür sind wir schließlich da, und lenken ihren Blick auf ihr drittes Bücherregal von links und sie entdeckt das Buch: Hilfe, die Herdmanns kommen! – Wikipedia „Oh ja, das lese ich nachher, sobald ich die Weihnachtspost erledigt habe“, strahlt sie. Und dann entdeckt sie Das Weihnachtsgeheimnis – Wikipedia. „Das ist als nächstes dran“ sagt sie. Ganz subtil machen wir sie noch auf ein drittes Buch aufmerksam:

„Ach ja, das habe ich ja auch noch! Lektüre für die Zeit zwischen den Jahren“, meint sie. Und außerdem warten ja noch einige Staffeln Die Patchworkfamilie – Wikipedia auf sie. Damit kann sie sich in turbulente Welten hineinversetzen und dabei auch den Frieden genießen, in der sie lebt. Die heutigen Zeiten lassen aber auch wenig Raum für soziale Kontakte und unsere Frau Holle findet, dass wir zwar toll sind, aber irgendwie auch nicht wirklich real. Que und ich stimmen ihr zu, verabschieden uns von Rudolf, der heute eine harte Nuss zu knacken hat und erinnern Frau Holle noch an:

Jetzt steigt ihre Laune wieder, denn in Trixie findet sie eine Seelenverwandte. „Stimmt gar nicht“, grummelt Frau Holle und ist gespannt auf den 4. Advent mit so viel schönen Momenten. Und bald ist ja auch Weihnachten, da sieht sie ihrer Leute.

Hoffentlich geht es Euch gut, liebe Leser*innen! Einen schönen Sonntag und macht es Euch gemütlich, wie auch immer! Euer Qualimodo Alfonso Sebastian Meier nebst Frau!

19. Dezember🌟: 📖Es ist doch ganz wunderbar, dass es so viele feine Geschichten gibt!📚🤓🌟

🌲8. Dezember✨🌲🌟✨

Hallo, hallo, hallo!

Während Rudolf einen Schritt weiter in den Weihnachtswald tut und sich jemand noch vor ihm versteckt, wovon er nichts ahnt, spricht meine Frau Que ein ernstes Wörtchen mit Frau Holle. „Frau Holle, es wird Zeit, Fenster zu putzen. Man hat keinen Durchblick mehr!“ Frau Holle sagt, dass sie froh ist, von draußen nicht allzu viel mitzukriegen und außerdem sei es egal, ob Weihnachten die Fenster geputzt sind oder nicht. Man sieht es doch nicht. Sie überlegt kurz und lenkt ein: „Gut, wenn die Sonne direkt auf die Fenster scheint, und das tut sie selten und nur kurz, dann sieht man es schon.“ Que macht noch auf den fälligen gründlichen Hausputz aufmerksam, aber da kommt sie auch nicht mit durch. „Du erinnerst mich gerade an Bethany!“ Oh ja, das war ein schlimmer Antreiberin-Engel (Frau Holles Adventskalender: 8 – Regenbogen und Freudentränen (wordpress.com)). Nein, davon will sich Que unterscheiden und sie sagt, wie sehr sie sich freut, dass Frau Holle es so gemütlich hat, auch mit ungeputzten Fenstern. Und dann schauen wir ihr beim Spielen zu.

Es grüßt ganz herzlich Euer Wichtelpaar Que und Qua!

8. Dezember: 💖Bis zum 24. Dezember ist noch ein langer Weg und wir haben jede Menge Zeit für die Fensterpflege und den Hausputz. Und Advent ist ja sowieso……..🌟

PS: Frau Holle fand das gut: https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-7-dezember-2021-100.html. Sie will ihre Einstellung und ihr Wissen überprüfen und lädt sich „Die Anstalt – Der Faktencheck zur Sendung vom 7. Dezember 2021 ( Stand: 7. Dezember 2021) herunter. Alles klar, sagt sie und wendet sich wieder angenehmeren Dingen zu. Draußen bleibt für heute draußen…..


Gefühle, selbst gemacht

Heute regnet und stürmt es und vermutlich bleibe ich hübsch zu Hause. Ich komme langsam wieder zu Kräften und das ist gut so. Meine Sporteinheit zog ich eben ohne Beschwerden durch, meine Zuversicht wächst wieder. Gleich werde ich mich beim Malen in die Kindheit zurückversetzen und schöne Geschichten hören: https://www.oetinger.de/buch/bald-ist-weihnachten/9783837302509

Ich besorgte mir diese CDs als ich mich vor Angst kaum noch bewegen konnte. Alles, alles war beängstigend, sogar das Backen der Kekse. Ich erinnere mich noch genau an die schlimmste Adventszeit meines Lebens vor ein paar Jahren. Zum Glück war ich noch in der Lage, mir „Anker zu setzen“ und so lag ich zum Beispiel häufig, nachdem sich eine Angstattacke ausgetobt hatte, auf dem Bett und hörte Manfred Steffen zu, der so schön vorlesen kann.

Jetzt geht es mir prima und meine kleine Angststörung und ich kommen gut miteinander zurecht. Ich höre den Weihnachtsgeschichten immer noch gerne zu, die mir so wunderbar aus der Zeit gefallen scheinen und so schön gemütlich sind. Sie erinnern mich an die Weihnachtsvorfreude meiner Kindheit. Ich bewahrte mir ein wenig von diesem Gefühl auf und kann es auch als Rentnerin in kleinen Momenten noch nachspüren. Das tut mir gut…. gerade jetzt.

Und später, wenn ich genug gemalt, gehört und gefühlt habe, werde ich mit meinen neuen Karten Patiencen legen. Ich fing vor ein paar Tagen mit einer sehr, sehr leichten an und bisher ist nur eine einzige aufgegangen. Ich mochte dieses kleine Glücksgefühl und das will ich wieder haben. Darum lege ich und lege ich und lege und lege und die Zeit vergeht wie im Fluge.

PS: Ich höre gerade: Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sowie Schulschließungen der „Notbremse“ waren verfassungsmäßig. Na bitte, könnten sie doch aufhören zu reden und zu reden und etwas mutiger werden.

Schongang

Gestern wurde ich zwecks Auffrischung geimpft. Diesmal nicht im Impfzentrum, sondern beim Hausarzt und das war viel angenehmer. Er erzählte, was er sich anhören muss von Freunden und Fremden, weil er eben tut, was er tut. Ich dankte ihm, dass er tut, was er tut.

Eine andere Ärztin hängt ein Schild an ihre Praxistür: Geimpfte, Genesene und Ungeimpfte sind herzlich willkommen. Wenn mir jemand vor zwei Jahren erzählt hätte, dass so etwas im November 2021 möglich sein wird, ich hätte es nicht glauben wollen.

QiGong nur noch für Geimpfte und Genesene, ab nächster Woche nur noch 2G+. Egal, heute gehe ich sowieso nicht hin. Ich bin schlapp und mein Arm tut weh. Ist aber alles gut erträglich, weil ich zu Hause bleibe und mich weiterhin schone. Ich schone allerdings schon seit einer Woche! Oder seit einem Jahr? Ich lebe im gemütlichen Schongang, der einen, gut erträglichen Seite der Pandemie. Genau, so fühle ich mich.

Ein wenig Abwechslung bringt mein neuer Adventskalender, der gut zu meiner alten Deko passt. Hier seht Ihr die Grundausstattung. Bis Weihnachten kommen vielleicht so nach und nach noch die Engel dazu. Mein inneres Kind will das so.

Draußen sind die Lichterketten und mein Außenstern angebracht und erhellen die Novembernacht. Auch die Nachbarschaft tut das und das ist schön. Allerdings wird die Pracht von nur wenigen Menschen gesehen, denn kaum jemand will hier abends auf dem Gehweg gehen.

Gestern Nachmittag sah ich mir die glücklichen Sechs im Fernsehen an, die in den Startlöchern stehen und glücklich mit sich sind. Ich muss immer ein wenig über den Lindner schmunzeln, ich weiß auch nicht warum. Er kann ja nichts dafür. Irgendwann wurde mir die Pressekonferenz aber langweilig und ich ging zu Netflix über. Ich wollte Weihnachtliches und wurde fündig: Weihnachten zu Hause – Wikipedia. Die erste Staffel ist fast in einem Rutsch durchgelaufen und ich fand: So sollte es sein mit der Weihnachtszeit. Ach mein Sohn, ich danke Dir noch einmal für die Idee, mir Netflix zu spendieren. Ist genau richtig jetzt in dieser Zeit.

Ja. Nein, mehr gibt es nicht zu erzählen, nur dass meine Marzipankartoffeln, die ich mir für Sonntag aufheben wollte, schon wieder alle sind. Ich weiß auch nicht, wie das passieren konnte…….Kann es sein, dass hier einer schuldbewusst aus der Wäsche guckt?

Altern mit Humor

Altern mit Humor

Vor nicht allzu langer Zeit gab es noch große Familientreffen und ich hatte das große Glück in den Familien meiner „Schwiegertöchter“ herzlich willkommen zu sein. Die Pandemie begann und die großen Feiern hörten auf. Aber mit einer Angehörigen (86), die weit entfernt wohnt, halte ich regelmäßigen Kontakt. Wir telefonieren alle paar Wochen ausführlich miteinander und obwohl wir uns erst dreimal im Leben gesehen haben, stehen wir uns recht nahe. Wir mögen uns und ich kann von ihr lernen, wie man positiv mit dem Altern und den körperlichen Einschränkungen umgehen kann. Sie hat ein schweres und auch schönes Leben hinter sich und mit ihrer interessierten, humorvollen und fröhlichen Art ist sie der Mittelpunkt ihrer Familie. Gestern sprachen wir wieder miteinander und sie erzählte, dass sie von mir geträumt hat. Sie erinnerte sich, dass wir miteinander lachten, allerdings wusste sie nicht, warum. Ich denke an unser Osterfest vor ein paar Jahren bei ihr. Wir saßen faul auf dem Balkon herum, schlabberten Eierlikör und blödelten so lange herum, bis der Rest der Familie sich ins Innere verzog und lieber Sportschau guckte. Und wir zwei Alten leerten die Flasche und gackerten wie die Hühner. Und ja, auch am Telefon lachen wir viel, aber dass sie mich und unser Lachen mit in ihren Traum genommen hat, ist ein schönes Geschenk und rührt mich sehr.

Manchmal finde ich es regelrecht respektlos, wie das Altern mit mir umgeht. Ist nicht schön, auch wenn ich mich dagegen stemmen will. Es gibt die sportlichen Alten, die die körperliche Gebrechlichkeit nach hinten schieben können, vielleicht sogar bis an ihr Lebensende, aber irgendwelche Macken haben alle. Auch wenn ich nichts davon weiß und manchmal denke, dass ich mich nicht genug anstrenge, um meine Jugend zu erhalten. Das geht nicht, wie einige von Euch und ich ja auch schon sehr genau wissen. Manchmal scheint mir das Altwerden bedrohlich zu sein, aber die Seele bleibt ja jung. Das ist die gute Nachricht.

Zum Thema kann ich berichten, dass ich zur Zeit in eine Serie eintauche, die mich genauso einfängt, wie die „Big Bang Theorie“ vor einem Jahr (https://de.wikipedia.org/wiki/The_Big_Bang_Theory). Ich amüsiere mich köstlich mit „Grace und Frankie“ : Grace and Frankie – Offizieller Trailer – Netflix – Deutsch [HD] – YouTube. Es geht um das Altern und um Veränderungen. Natürlich hat hier nichts mit meinem Alltag zu tun. Die Herrschaften, um die es geht, sind reich und privilegiert. Das Strandhaus, in dem Grace und Frankie leben, ist mein Traumhaus und für mich immer und ewig sogar als Ferienhaus für eine Woche unerreichbar. Die beiden Frauen haben keine Schwierigkeiten damit, wunderbare, gut aussehende Männer kennenzulernen und sich neu zu verlieben. Und sie haben HAARE, so schöne Haare, wie ich sie nie hatte und doch so gerne wollte. Sie sind eingebunden im Familienverband, zu denen Kinder und Ex-Ehemänner gehören. Kurz, sie leben ein Märchen-Leben. Und so sehe ich die Serie auch. Ein schönes Märchen, in denen mir die Protagonisten immer vertrauter werden und die ich alle am liebsten um mich versammeln würde. Es werden die Tücken des Alterns thematisiert, die ich sehr gut kenne und oft muss ich herzhaft lachen über absurde Situationen, die so oder so ähnlich auch mir bekannt sind.

Ich lenke mich abends mit dieser Serie von einer Realität ab, die mir gerade wieder überhaupt nicht gefällt. Aber um nicht so ganz in Traumwelten zu verschwinden, werde ich heute in eine neu gegründete Selbsthilfegruppe gehen, die sich mit dem „Leben in der Pandemie“ beschäftigt. Ich habe Gesprächsbedarf und möchte gut zuhören, wenn die anderen erzählen. Mal sehen, vielleicht gefällt es mir und ich gehe nächste Woche wieder hin.

Uns Uwe

Ich bin kein Fußballfan. Als Kind war ich nie im Stadion. Aber als Hamburger Deern kam ich um Uwe Seeler trotzdem nicht herum. Darum sah ich mir (nah am Wasser gebaut und sehr gerührt) die Dokumentation zu seinem 85. Geburtstag an. Es geht ein wenig um Fußball, aber hauptsächlich um Haltung, Werte, das Altern, die Liebe und um ein beeindruckendes Paar: Uns Uwe und sein Frau Ilka.

Kopf frei

Kopf frei

Ich lese „Kopf frei“ von Volker Busch (Home – Kopf Frei von Prof. Dr. Volker Busch (kopf-frei.info)) und bin sehr stolz auf mich. Und weil ich sowieso schon alles so mache, wie der Herr Busch empfiehlt, werde ich das Buch weitergeben und in den Bücherschrank stellen. Vielleicht findet es jemanden, der es gut gebrauchen kann.

Ich werde weiterhin mit großer Freude durch die Natur radeln oder auf meiner Terrasse sitzen, die Gedanken schweifen lassen und vor mich hinträumen, während ich den Blüten zusehe, wie sie sich hübsch machen. Für meinen Eindruck, dass ich so zu den besten Ideen komme, gibt es nun eine wissenschaftliche Bestätigung und das ist doch toll! Vielleicht gibt es Studien, die das Gegenteil belegen, aber die würden mein lieb gewonnenes Faulenzen und „mich treiben lassen“ nicht beeinflussen.