Ach…..

Ich sitze im „Arbeitszimmer“ oben am PC, als der Postbote klingelt. Er sieht durch die verglaste Haustür, wie ich mich die Treppe hinunter bewege. Ich öffne und er sagt: „Na, behindertengerecht ist Ihre Wohnung ja auch nicht gerade.“ 😳

Meine Güte…..

Moralischer Kompass

Moralischer Kompass

„Als ich jung war“, denkt sie, „wusste ich immer, was richtig und was falsch ist. Dieses Wissen ist mir abhanden gekommen.“ Am liebsten würde sie sich verkriechen. Aber das ist ja auch blöd.

Sie macht sich daran, ihren eigenen moralischen Kompass zu justieren. Und was die da draußen machen, darauf hat sie keinen Einfluss. Leider.

Künstlerinnen

Künstlerinnen

Letzte Woche rief mich eine Bekannte an, ob ich nicht Lust auf ein paar Vorträge über spirituelle Künstlerinnen habe, die in der Volkshochschule gehalten werden.

Weil ich nichts anderes vorhatte, meldete ich mich an. Im ersten Vortrag mit anschließender Diskussion ging es um Hilma Af Klint ( https://www.wikiart.org/de/hilma-af-klint) und heute lernte ich Emma Kunz (https://de.wikipedia.org/wiki/Emma_Kunz) kennen. Beide Namen waren mir fremd.

Jetzt kenne ich sie, einige Bilder von ihnen und wie sie lebten, wirkten und dachten.

Egal, ob ich glaube, was ich höre, oder auch nicht. Ich lasse es wirken, übersetze viele (esoterische) Begriffe in eigene Worte und kann mich einfinden in fremde Welten. Das belebt alle Sinne und voller Ehrfurcht sah ich heute nach dem Lernen auf dem Heimweg den Wolkenhimmel über mir, ließ seine Schönheit auf mich wirken und freute mich, als ich zu Hause im Garten den Spatzen begegnete, die auf ihr Futter warteten. Ich tat, was ich sonst nie tue: Ich begrüßte sie laut mit meinen eigenen Worten! Als ob sie das verstünden! Auf der anderen Seite: man weiß ja nie.

Ich bin gespannt auf die nächsten zwei Vorträge und Gesprächsrunden. Über den Tellerrand gucken, mit Künstlerinnen über Künstlerinnen sprechen, denen ich sonst nie begegnet wäre und die Freude darüber, neues zu erfahren, das alles macht einfach nur Spaß. Und ein ganz klein wenig und ganz geheim fühle ich mich ja auch wie eine Künstlerin….

Frieden

Frieden

„Es gibt Menschen, die fegen über alle hinweg und sind stolz darauf, ihren Willen stets durchsetzen zu können“, denkt sie und nimmt sich vor, sich anzupassen. Jedenfalls bei den Menschen, die Selbstkritik nicht kennen. Bei denen will sie auf der Oberfläche bleiben und sich zurückziehen, wenn es zu schlimm wird.

Und damit macht sie ihren Frieden, denn sie selbst ist ja auch nicht so ohne. Leider nimmt sie das erst wahr, wenn andere gekränkt reagieren.

Wehmut

Wehmut

Ich sitze am Tisch mit vielen Leuten. Ich will in die Therme und packe mein Badezeug in eine große Handtasche. Mein Nahdran-Sohn, seine Freundin und ich erreichen das Schwimmbad und ich entdecke, dass ich keinen Badeanzug dabei habe. Ich erinnere mich, dass ich ihn am Tisch in eine fremde Tasche steckte. Traurig bin ich, denn ich war jahrelang nicht im Wasser. Ich kehre um und weiß nicht mehr, wohin ich soll.

Mit diesem Traum im Kopf starte ich in den Sonntag. Heute ist der vierte Todestag meines Mannes. Wir waren damals geschieden, aber das war nur äußerlich. Im Herzen war ich mit ihm verbunden.

Heute sind die Gedanken nicht mehr so schmerzvoll. Doch wehmütig, das schon.

Ausklang

Allmählich geht es wieder. Die Emotionen beruhigen sich und mein Alltag nimmt mich mit offenen Armen wieder auf. Meine Güte.

Ich suche Socken und Jeans im Schrank. Heute brauche ich die Dinger und sie verstecken sich ganz hinten. Es gibt kein Entkommen, ich finde sie und aus ist es mit ihrer Sommerpause. Herbstlich ist es geworden und beim Radeln wären eigentlich schon die Handschuhe sinnvoll. Aber wo stecken die denn bloß? Im Koffer mit Wintersachen auf dem Boden. Keine Lust, da hoch zu steigen und eigentlich müsste ich dort sowieso erst einmal aufräumen, um an den Koffer zu gelangen. Schrecklich. Ich bleibe lieber unten und faule vor mich hin. Ist ja schließlich Wochenende, oder?

Vor einer Woche, am Hochzeitstag, hatten wir wirklich Glück mit dem Spätsommer. Gutes Timing! Gerade sind neue Fotos bei mir gelandet. Die Versuchung ist groß. Soll ich noch einmal? Ja, ich will:

Ein letztes Bild von mir als Bräutigammutter (WP will Königinmutter daraus machen😂) und dann ist aber auch gut.

Früh wird es dunkel und Netflix passt jetzt prima in meine Abende. Gestern sah ich die letzten Folgen von „Black Mirror“ und es gruselte mich sehr! Mir gefällt diese Serie und über einige Folgen denke ich noch immer nach. (https://de.wikipedia.org/wiki/Black_Mirror_(Fernsehserie)/Episo) Ich empfehle das gerne weiter für Menschen mit starken Nerven. Nun erhole ich mich, indem ich mich noch einmal in „The Crown“ vertiefe (https://de.wikipedia.org/wiki/The_Crown_(Fernsehserie)). Anlass gibt es ja. Mir sind Königshäuser und Adelsfamilien egal, auch wenn ich Regine heiße, aber Elisabeth II und ihre Familie begleiten mich trotzdem durch mein ganzes Leben. Da gibt es kein Entkommen.

Geplant war ein Wochenende mit Familienaufstellungen. Darauf hatte ich mich innerlich vorbereitet. Es gab leider zu wenig Anmeldungen und so fällt das kurzfristig aus. Es fühlt sich an wie Ferien und ich nutze die freien Tage, mich noch weiter zu erden und mein zukünftiges Leben zu planen. Oder wenigstens die nächsten Wochen: Notwendiges wird angegangen und Schönes eingefügt.

Und dann muss ich doch auch noch nach meinen Hauswichteln gucken, ob die überhaupt noch da sind. Im Laden schreit mich der Lebkuchen an und die angeblich schönste Zeit des Jahres steht angeblich auch schon vor der Tür.

Entschuldigt, ich konnte mir das nicht verkneifen. Nö, wir verabschieden jetzt gemütlich den Sommer und genießen den Herbst, wie es sich gehört. Und das andere kommt dann sowieso auf uns zu, wie auch immer.

Heimat

Heimat

Blumen, die erinnern. Klee im Glas und Regenbogen im Haus. Rezept holen und Rasen mähen. Pullover heraussuchen und frische Bohnen kochen. Kummer einmotten und Freude spüren. Verwandtschaft will nach Dänemark auswandern. Ich würde ja mitkommen, aber das ist unmöglich. Sehnsucht nach Meer und Heimat genießen. Zauber gibt es auch hier.

HochzeitsErkenntnisgewinn

HochzeitsErkenntnisgewinn

Nun ist der Sohn verheiratet und ich bin um einige Erfahrungen reicher.

Nämlich:

Ich bin in der Lage, mit dem Auto nach Berlin zu fahren.

Ich liebe es, im Hotel zu wohnen und dort verwöhnt zu werden.

Ich bin als Bräutigammutter recht tauglich. Finde ich jedenfalls.

Nur der Fotograf hatte es schwer mit mir. Ihm gefiel mein strenger Gesichtsausdruck nicht, den ich für die offiziellen Hochzeitsfotos aufsetzte. Vor versammelter Mannschaft ermahnte er mich auf eine liebevolle, witzige und charmante Art und ich bemühte mich dann sehr, den ganzen Tag über freundlich zu gucken😉. Bin auf das Ergebnis gespannt.

Es gibt nichts Schöneres, als ein glücklichen Brautpaar. Erst recht, wenn der eigene Sohn die Hälfte davon ist!

Eine Hochzeitsgesellschaft ist in Berlin auch im Imbiss herzlich willkommen.

Ich kann feiern! Und wie!

Ein paar anstrengende Momente, die es vielleicht immer geben kann, wenn Familie aufeinander trifft, werden wahrgenommen und kurz abgespeichert. Dann wird aber auch schon wieder weiter gefeiert!

Es spielt keine Rolle, dass ich mit 70 die Älteste der Runde bin.

Als Bräutigammutter stand mir das zu.

Mit den meisten Menschen komme ich schnell ins Gespräch. Mit manchen nicht. Das ist o.k.

Umarmungen tun so wunderbar gut. Sogar mir, die mit Nähe oft Probleme hat.

Ich habe viele davon bekommen, auch und gerade von den jungen Leuten.

Ich kann vor einer großen Gesellschaft sprechen, ohne umzukippen.

Es gelang zusammen mit meinem Nicht-Bräutigam-Sohn, seiner Freundin als „Beamer“ und mir spontan und gut verständlich einen Sketch vorzuführen. Die witzig gemeinte Präsentation kam auch so an. Es macht Spaß, wenn das Publikum lacht und klatscht! Sogar mir mit meiner sozialen Phobie!

Ein Septemberabend auf der Terrasse mit Blick auf den See kann so romantisch und wundervoll sein, wenn sich rundherum Gewitter entladen, es bei uns trocken bleibt, sich ein Regenbogen stundenlang über den See spannt (echt wahr!) und sich später der Mond im Wasser spiegelt.

Lange werden wir uns von dieser Hochzeit erzählen und ich danke meiner Schwiegertochter und meinem Sohn, dass sie uns so ein schönes Fest ausgerichtet haben!

In diesem Beitrag sind nicht alle Fotos von mir selbst geschossen, denn meine Schwägerin ist auch daran beteiligt.