Gute Idee

In dieser Nacht

nahm sie

ihren Fotoapparat mit in den Schlaf

das war

eine gute Idee

denn es gelang

eine sensationelle Aufnahme

aus dieser Welt

in der sie sich aufhielt

während sie träumte

dass doch alles gut wird

und sie ihr Schicksal umarmte.

Der Neue

Ich liebte die Farbe

das weiche Material

ich wollte ihn haben

und probierte das gute Stück

dann auch gleich mal an.

😳

Und sah voller Entsetzen

wie dick er mich machte

von der Seite aus gesehen

und da war es geschehen

ich wollte weglaufen

ohne ihn zu kaufen.

🥲

Doch die gläserne Ladentür

zeigte mir

dass nicht der Pullover schuldig war

denn der war schick

und ich war selber dick.

🤦‍♀️

Und dann

probierte ich noch einmal an

und kaufte ihn voller Glück

und dachte dabei

nun ist es geschehen

ich muss der Tatsache ins Auge sehen

ich bin nun mal eine kleine Dickmadam

und ziehe trotzdem den neuen Pullover an

von vorne ist das auch völlig in Ordnung

und ich muss mich ja nicht immerzu

vor dem Spiegel drehen

um mich von der Seite anzusehen.

😉

Moretti und Freud

Ich denke so gerne zurück an meine Clique in Hamburg. Wir hatten so viel Spaß, das könnt Ihr gerne glauben. Also, nicht immer, natürlich, aber sehr oft. Wir waren alle Jugendgruppenleiter*innen in der Gemeinde. Wir reisten zusammen, feierten Geburtstage und Silvester, verliebten uns und trennten uns, lebten manchmal wirklich wild herum. Heute würde ich das so nicht mehr machen, aber damals passte es. Ich vermisse diese Zeit sehr.

Aber warum schreibe ich das jetzt? Ach ja, genau. Wenn wir in Feierlaune waren, gingen wir manchmal ins Kino. Ins Abaton meistens, denn dort liefen sie in Dauerschleife, unsere Feierfilme. Zum einen natürlich die „Rocky Horror Picture Show“! Manchmal verkleideten wir uns und glühten in der S-Bahn schon mal vor.

Aber davon wollte ich gar nicht erzählen. Entschuldigt mein Abschweifen. Der zweite Film, bei dem es sich vor, während und nach der Vorstellung vortrefflich feiern ließ, war „Tanz der Vampire“. Ihr wisst schon:

Ach ja, seufz und davon wollte ich Euch eigentlich auch nicht erzählen.

Gestern sah ich einen Vampirfilm, der mich nicht zum Feiern anregte, aber zum herzlichen Lachen. Der hat zwar nichts mit den beiden von mir erwähnten Filme zu tun, außer dass ich dachte: „Sieh an, sieh an. Tanz der Vampire war klasse, aber es gibt auch neue Filme über Vampire, die einfach nur komisch sind!“ Und während ich das dachte, erinnerte ich mich an die Clique von früher und darum bin ich anfangs hier doch ziemlich abgeschwiffen….äh, abgeschweift.

Also, Moretti zeigt sich von einer ganz anderen Seite und Freud frühstückt im Bett!😂

https://www.3sat.de/film/spielfilm/der-vampir-auf-der-couch-100.html

Es wird schon heller

Zugegeben, es fällt mir morgens immer schwerer, aufzustehen. Kein gutes Zeichen. Mein innerer Kritiker zählt mir alle Trennungen und Verluste der letzten Jahrzehnte auf. „Bald kennst Du niemanden mehr“, flüstert er mir ein. Ich möchte mir die Decke über den Kopf ziehen und einfach durchschlafen bis zum Frühling. Oder bis zum Ende der Pandemie.

Doch dann nehme ich mich selbst gedanklich in die Arme und tröste mich ein wenig. Jetzt ist nicht die Zeit für große Pläne und Unternehmungen. Warte noch ein paar Wochen, dann bin ich geboostert und die epidemische Lage wird hoffentlich etwas übersichtlicher. Vielleicht haben sich dann auch die „Montagsspaziergänger“ etwas beruhigt und wir können wieder freundlicher übereinander denken. Und dann lege ich auch wieder los mit dem sozialen Leben.

„Es wird schon heller“, sage ich mir, stehe auf und absolviere mein Morgenprogramm. Und ich steige mal wieder auf mein Fahrrad und unterwegs denke ich: „Tatsächlich, es wird wieder heller!“ Ein Hauch von Vorfrühling liegt schon in der Luft.

Wie es mir gefällt

Wenn es draußen vorwiegend kalt-windig-nass-grau-braun-unfreundlich ist, die Sonne nicht scheint und sich die Welt so unwirtlich zeigt, dann kann ich es wahrnehmen, mir eine Meinung bilden, etwas unternehmen oder auch nicht und mich dann anderen Dingen zuwenden.

Ich kann mir die Lage natürlich auch schönreden.

Das bringt mir aber nicht viel, denn es ist anstrengend, etwas zu suchen und zu denken, was nicht ist. Egal, wie sehr ich mich bemühe, draußen bleibt es vorwiegend kalt-windig-nass-grau-braun-unfreundlich und das hat ja manchmal auch seine schönen Seiten, wenn ich genauer hinsehe. Und mich warm anziehe, sobald ich der Realität begegnen will.

Oder ich mache es ganz anders, bleibe für eine Weile drinnen und schaffe mir die Welt, so wie sie mir gefällt.

Von Glaubenssätzen und Wunschmännern

Von Glaubenssätzen und Wunschmännern

Nachdem mich mein Bett mit einem unverschämten Knarren um 2.47 Uhr weckte, stand ich auf und suchte die Ursache. Ich fand diese und dann machte das Bett keine Geräusche mehr, was mir auch wieder nicht gefiel und mich wach hielt. Ich probierte alles mögliche, drehte und wendete mich, aber es blieb still. Und dann schlief ich wohl wieder ein, denn ich wachte erst am helllichten Vormittag wieder auf.

Nachdem ich mein Tagewerk vollbrachte, überlegte ich, was ich Euch heute berichten könnte, das sich nicht so nach MIMIMI anhört. Ja, ich bin viel allein und manchmal bin ich genervt, weil ich nicht weiß, ob ich überhaupt noch kompatibel bin. Der Gedanke, dass ich so schwierig und anstrengend sei, dass es niemand mit mir lange aushält, macht sich breit und grinst mich an. Ich grinse zurück und sage: „Du bist nur ein Gedanke und ich nenne Dich ab heute Elfriede. Also, Elfriede, was hast du mir zu sagen?“ Elfriede zieht sich erschrocken zurück und ich sortiere die anderen Gedanken, die sich ohne Elfriede freier entfalten können.

Ja, ich verliere Freunde und Verwandte aus den Augen, weil sie mit mir nicht mehr zurechtkommen oder ich nicht mehr mit ihnen. Es passt einfach nicht mit uns. Die Gründe und Ursachen sind längst bekannt. Manchmal ist es gut, dann auch wirklich aufzuräumen. Manchmal ist es besser, eine Tür offen zu halten.

Und ja, im Moment herrscht die „tote Hose“. Das ist so und ich übe mich in Geduld. Es wird besser. Bald kann ich wieder im Garten werkeln. Bald gibt es vielleicht wieder Volkshochschulkurse oder Veranstaltungen im Mehrgenerationenhaus, die ich unbeschwert besuchen will. Bald, also im Sommer, reise ich mit Söhnen und ihren Freundinnen nach Dänemark. Das wird schön und ich vertraue darauf, dass wir das tatsächlich machen. Das Leben wird wieder bunter und ich bin fest entschlossen, mich von der Gegenwart nicht unterkriegen zu lassen.

Ich kann ja im Prinzip gut mit mir alleine zurechtkommen. Innen herrscht ja immer reges Leben. Im Moment sortiere ich auch da und suche in geheimen Ecken nach Glaubenssätzen, die mir nicht gefallen. „Liebe muss ich mir verdienen.“, „Ich muss mich anpassen, um liebenswert zu sein.“, „Frauen sind nur hübsch, wenn sie schlank sind.“, „Ich bin selbst schuld, dass ich krank bin.“, „Ich muss immer aktiv sein.“, „Nur wer zu tun hat, ist wichtig.“, „Niemand liebt mich.“, „Eine Frau ohne Mann ist nur halb.“, „Ich bin keine gute Mutter, wenn ich nicht selbst backe.“, „Ordnung ist das halbe Leben.“ oder auch „Nur perfekt ist gut genug.“ sind solche Glaubenssätze, die ich meinen könnte. Ich lese gerade das Buch: „Die Erfindung der Hausfrau-Geschichte einer Entwertung“ von Evke Rulffes. (https://www.swr.de/swr2/literatur/evke-rulffes-die-erfindung-der-hausfrau-geschichte-einer-entwertung-100.html) und muss manchmal schmunzeln, weil ich mich ertappt fühle, obwohl ich nie eine „Hausfrau“ war. Ich verdiente immer mein eigenes Geld und steuerte später den größten Teil unseres Familieneinkommens bei. Ohne meine erwerbstätige Arbeit hätten wir uns z.B. kein Haus leisten können. Und trotzdem, ja ich muss es mir eingestehen, diese blöden versteckten Glaubenssätze plappern und die Vernunft hält sich die Ohren zu.

Und sonst? Ich suche nach Typen wie Jan Georg Schütte und Bjarne Mädel für meinen Freundeskreis. Falls ihr solche übrig habt, bitte bei mir abgeben!

Und weil wir schon dabei sind: Ich empfehle an dieser Stelle und zum zweiten Mal im Regenbogen die Serie „Kranitz-bei Trennung Geld zurück“ : https://www.ardmediathek.de/sendung/kranitz-bei-trennung-geld-zurueck/staffel-1/Y3JpZDovL25kci5kZS80NzI3/1/

Ich war selbst einmal ausgebildete Ehe-und Lebensberaterin und erkenne so einige Methoden wieder, die ich damals lernte und übte, aber niemals so schlau und gewinnbringend wie der Kranitz umsetzen konnte.

Ach ja, wenn die Gegenwart gerade keine Lust zum Lustigsein hat, so gibt es zum Glück noch den Flimmerkasten und die Phantasie. Und in die ziehe ich mich zurück, bis die ersten fröhlichen Typen bei mir klingeln, weil Ihr sie mir geschickt habt!

Ich danke Euch im Voraus und verbleibe mit freundlichem Gruß Regine, die Holle vom Regenbogen🌈!🥰

Schwungrad

Schwungrad

Die Versuche, knarrende Betten und wackelnde Klodeckel in meinem Sinne zu beeinflussen, scheitern kläglich. Immer wieder versuche ich, die Oberhand zu gewinnen, aber die Dinge lachen mich aus und knarren und wackeln weiter vor sich hin.

Dagegen erfreut mich ein netter Mitarbeiter vom Gesundheitsamt am Telefon mit der Erklärung, dass ich doch eine dritte Impfung brauche, um als geboostert zu gelten. Bisher dachte ich, ich wäre das schon längst, denn meine erste war von Johnson & Johnson. Da brauchte ich ja keine zweite. Na gut, egal, momentan will ich sowieso nicht unter die Leute. Ich rufe also beim Hausarzt an und bekomme einen Termin für Ende Februar. Vielleicht gerade rechtzeitig, um die „Vierte“ nicht zu verpassen.

Ich habe damit das Gefühl, ich hätte für heute schon richtig viel geschafft, denn mein inneres Schwungrad braucht immer mehr Zuspruch, um sich weiter zu drehen. Es scheint mehr Energie zu brauchen, als es momentan bekommt. Ich fühle mich schon mit kleinen Vorhaben, wie zum Beispiel Einkaufen, Sport und Bewegung, Radfahren, die Wohnung einigermaßen in Ordnung zu halten, mir Themen für den Blog auszudenken und die gelbe Tonne rechtzeitig rauszustellen, ziemlich gefordert. Zwei Termine im Januar beim Zahnarzt und der Heilpraktikerin, vielleicht noch einer mit meinem NahdranSohn, scheinen schon erfüllend genug zu sein. Ob das nun am Wetter, an der Jahreszeit, an der Pandemie, an meinem Rheuma oder an mir liegt, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass es vielen Menschen ähnlich ergeht und insofern bleibe ich geduldig, lasse das innere Schwungrad langsamer laufen und finde mich ab. Und mit dem Abfinden finde ich mich auch ab, denn das ist schon anstrengend genug, auch ohne dagegen anzukämpfen.

Im Außen passiert also wenig, im Innen dagegen tobt das Leben. Es herrscht Aufruhr und will sich neu sortieren. Gut, das lasse ich gerne zu.

So, und jetzt koche ich mir ein Süppchen und wahrscheinlich begebe ich mich nach dem Essen ins Grau da draußen und fahre meine Radrunde. Ich habe wenig Lust dazu, aber ich weiß: Damit fülle ich meine Batterie ein wenig auf. Das muss sein, denn sonst bleibt das Schwungrad eines Tages ganz stehen und ich verdorre vor dem Netflix!😉