Sommerfrühgedanken

Sommerfrühgedanken

Nein, ausgeschlafen fühle ich mich nicht. Bin spät ins Bett gekommen. Gähn. Meine Lieblingsnachbarin und ich mussten gestern doch direkt auf ihren ersten Urlaubstag anstoßen und dann fanden wir kein Ende in ihrem wunderbaren Garten. Es gibt ja immer viel zu erzählen und der Sommerabend wollte genossen werden. Hilft ja nichts, was muss, das muss!

Was hält mich also um 4. 46 Uhr vom Schlafen ab? Ist doch noch dunkel draußen. Gähn. Im Bett bleiben geht aber irgendwie nicht. Blöd. Also aufstehen, anziehen, Fotoapparat schnappen, Fahrrad schnappen und los. Das habe ich in diesem Sommer noch nicht gewagt und außerdem soll es nachher heiß werden. Zu heiß zum Sichbewegen draußen an der „frischen“ Luft. Die ganze Woche ist so geplant. Blauer Himmel und Sonnenschein pur, wie es im Wetterbericht heißt. Über 30 Grad. Wie wunderbar.

Nein, nicht wunderbar für mich.

Jetzt ist es wunderbar, auch wenn es noch unfassbar früh ist!

Ich radle in den Sonnenaufgang und vergesse die Zeit.

Ab und zu möchte ich mein Wissen um die zerstörte Umwelt und andere Weltkrisen vergessen. Manchmal möchte ich so tun, als sei morgens um sechs die Welt noch in Ordnung.

Hier und jetzt ist sie es tatsächlich.

Es ist neun Uhr und ich bin müde. Ich habe noch einen langen Tag vor mir. Ohne Pflichten, ohne Termine und mein Haus ist geputzt, der Garten in Ordnung, es ist noch Suppe da, Einkäufe sind erledigt. Aber vielleicht hänge ich noch meine Wäsche auf. Das wäre ratsam, denn nasse Wäsche in der Waschmaschine zu lassen macht keinen Sinn. Mehr ist nicht zu tun. Und nun?

Ich wünsche Euch einen schönen Tag und mein Mitgefühl ist bei denen, die heute und die nächsten Tage arbeiten müssen. Das nützt Euch natürlich nicht wirklich, aber vielleicht kann ich mental doch ein wenig helfen:DSCF0187

 

 

 

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Manchmal kommt es anders

Manchmal kommt es anders

Ich mag nicht gerne auf unsere Nachbarschaftsfeste gehen. Mir sind die meisten Nachbarn ziemlich fremd geblieben. Es gibt die, mit denen ich ab und zu ein paar Worte wechsle. Es gibt andere, die kenne ich kaum. Und es gibt die, die ich noch nie gesehen habe.

Gestern wurde ein großes Straßenfest gefeiert, weil unsere Reihenhäuser vor 60 Jahren bezogen wurden. Einige Ureinwohner organisierten, luden ein, kümmerten sich unermüdlich, backten und kochten und grillten und zapften. Ich brauchte mich nur anzumelden und zu erscheinen.

Ich hatte wenig Lust dazu, denn Anschluss zu finden fällt mir immer noch schwer. In solchen Situationen hasse ich es, alleine zu leben. Selbstmitleid will sich einnisten und mir die Freude verderben.

Aber kneifen wollte ich auch nicht. Nein, nein.

Als ich vormittags sah, dass ein großes Zelt aufgebaut wurde, bekam ich klitzekleine Panik. Niemals könnte ich mich bei dieser Hitze mit 60 Leuten in dieses Zelt quetschen. Niemals könnte ich munter Smalltalk betreiben. Wollte ich nicht doch lieber auf dem Sofa bleiben? Nein, nein. „Wollen schon, aber dürfen darf ich nicht“, sprach ich mir ganz tapfer Mut zu. Wird schon!

Nachmittags versammelte sich die Nachbarschaft und da alles vor meiner Haustür stattfand, brauchte ich diese nur zu öffnen und war mittendrin im Geschehen. Plötzlich war alles gar nicht mehr so schlimm. Es galt, den jüngsten Straßenbewohner (11 Tage alt) zu begutachten und schon gab es für uns alle jede Menge Gesprächsstoff. Auch für mich. Und dann gab es Kuchen. Draußen zog ein Gewitter auf und es regnete junge Hunde. Wir beteuerten uns gegenseitig, wie praktisch es sei, im Zelt zu sitzen. Ich hatte außerdem großes Glück mit meinen Tischnachbarn. Die älteste Straßeneinwohnerin (93) saß mir gegenüber und ihre vier Kinder, die von weit her angereist waren, um sie herum. Und dann ging das Gequatsche los und ich brauchte mich nur noch treiben zu lassen. Die Kinder, fast alle in meinem Alter, erzählten von Straßenbanden und Draußenspielen. Von Abenteuern auf dem Schulweg und dem ersten Rauchen. Ich konnte es kaum fassen, wie lebendig es vor vielen Jahren hier zuging. Jetzt sind die 43 Kinder, die damals Leben in die Bude brachten, alle erwachsen, weggezogen und einige sind schon gestorben. Nun, ein paar von denen leben noch heute in der Straße, aber die haben auch schon erwachsene Kinder, die weggezogen sind.

Vor lauter Reden und Staunen und Zuhören und Lachen vergaß ich die Hitze und da ich einen Randplatz auf der Bank hatte, fühlte ich mich auch nicht eingequetscht. Ich vergaß, dass ich Schwierigkeiten mit Fremden habe, weil sie mir alle schon nach kurzer Zeit nicht mehr fremd waren. Die älteste Straßeneinwohnerin war so witzig und  redelustig, dass ich manchmal meine Lachtränen wegwischen musste. Wir beide verstanden uns auf Anhieb. Wir tranken Sektchen, prosteten uns zu und so verging die Zeit, bis es lecker Abendbrot gab und dann tranken wir wieder Sektchen und stießen darauf an, uns kennengelernt zu haben. Sie lud mich ein, ihren Garten in den nächsten Tagen zu besichtigen und da dieser einen legendären Ruf hat, werde ich sie bald aufsuchen. Vorne zu klingeln bringt nichts, ich soll gleich hinten rum einfach reinkommen. Sie ist sowieso immer im Garten. Auch beim Fernsehen. Dann schaltet sie drinnen ihr Gerät an, macht das Fenster auf und guckt von draußen rein.

Kurz vor Mitternacht verabschiedete ich mich von der Familie und wackelte in mein Haus. Das war nun wirklich mal ein wunderbarer geselliger Abend. Und das direkt vor meiner Haustür.

PS: Kaum lag ich im Bett, klingelte es. Ein Nachbar sagte, dass mein Auto im Carport steht wie immer, aber heute mit eingeschaltetem Licht. Er hätte es eben gesehen, weil er zufällig daran vorbeigefahren sei😳. Ja, das Licht war eingeschaltet. Das ist geheimnisvoll, denn ich fuhr mein Auto zuletzt vor einer Woche. Die ganze Zeit war das Licht natürlich ausgeschaltet. Unheimlich, aber zum Glück ist die Batterie nicht leer.

 

Liebe

Liebe

Wenn zwei sich finden

verschmelzen die Grenzen.

Ich und du

sind eins.

Dachte ich.

 

Ich suchte dich

und fand die Leere.

Zu viel „Grenzenlos“ lässt die Liebe nicht zu.

 

Allein.

Grenzen geschützt.

Nie wieder Verlust riskieren.

Nähe ausgeschlossen.

Oder?

 

Ich habe gehört,

dass die Liebe helfen kann

Türen zu öffnen,

die abschließbar sind.

Ich halte Ausschau

und finde den Frieden.

Wo ich dachte, es gäbe sie nicht,

spielt die Liebe schon längst mit mir.

 

 

 

 

 

 

 

Misi hat Neuigkeiten

Hallo Leute! Wir hatten Besuch! Besuch aus dem Bloggerland in echt. Herausgesprungen aus dem Internet mitten ins Wendland. Zoe (eigentlich mit Strich über dem e, aber ich finde die Taste nicht), also Zoe war hier und hat den Timmy mitgebracht.

DSC_0130Timmy ist Schildkröte. Zuerst dachte ich, er ist ein Verwandter von Doktor Schreckweg, aber der ist ja Schnecke. Timmy und ich hatten uns recht viel zu erzählen, von Mann zu Mann und alles war prächtig, denn Frau Holle und Zoe tranken Kaffee, ließen uns in Ruhe und erzählten sich auch was.

Plötzlich stand Zoe auf und sagte: „Ich hole sie dann mal!“ und Frau Holle nickte.

DSC_0140Mir blieb fast das Herz stehen, als ich sie erblickte. Dieses zauberhafte Wesen hatte mir schon mal geschrieben. Ich weiß das noch. Jetzt war sie da mit ihrer ganzen Figur und mir bleib die Luft weg. Ich konnte gar nichts sagen, was ja selten vorkommt. Also legte ich mich erst einmal auf den Rücken, um das Ganze in Ruhe zu verdauen.

DSC_0142Aber dann gab es kein Halten mehr. Wir verquatschten den ganzen Nachmittag und am Ende waren wir verlobt. Also Timmy nicht, der war nur Zeuge.

DSC_0139Ich bin verliebt wie noch nie und Carambola hat mir eine rosarote Brille aufgesetzt. Ich sehe die Welt in ganz neuen Farben und mein kleines Froschherz hüpft Walzer.

DSC_0136Sie heißt natürlich nicht Carambola. Nein, sie heißt Carmabelle, aber das kann ich mir nicht merken. Ich nenne sie Cara. Das darf ich, denn ich habe eine Beziehung mit ihr. Eine Fernbeziehung und Frau Holle schüttelte den Kopf. Sie fand, ich soll das nicht so sehen, denn wir kennen uns doch kaum. Hallo? Vielleicht kann frosch lesen und schreiben und telefonieren und reisen? Außerdem, wenn sie fern ist, kann sie nicht abhauen, wie Iris, meine Ex-Frau.

DSC_0144Das Leben ist schön und um das zu feiern, lud ich alle meine Kumpel ein. Einige wollten nicht, aber andere schon und so gab es einen fröhlichen Froschauflauf mit Schildkröte.

DSC_0145-001Frau Holle und Zoe brachten uns noch Feierdeko und feierten dann einfach mit. Sie fanden, dass Verlobungen überbewertet werden, aber sie freuten sich für ihre Frösche. Sogar Frau Holle.

DSC_0131-001Timmy wurde es dann bald zu viel mit dem Froschsalat. Er suchte sich ein ruhiges Plätzchen und guckte sich den Trubel von oben an.

Zoe sagte: „Er ist ja auch von der langen Reise noch ganz erschöpft.“ Ich gab ihm ein Küsschen auf die Nase und sagte: „Schön, dass du mich besucht hast!“

Jetzt sind alle wieder weg. Cara durfte nicht hier bleiben und so weinte sie bittere Tränen. Ich hasse Abschiede und darum muss ich ihr gleich sofort einen Brief schreiben. Tschüß, Ihr Lieben und danke, dass Ihr das gelesen habt! Euer Misi

 

 

Tage wie diese

Tage wie diese

😢

  • Heute hat mein verstorbener Mann Geburtstag und einer seiner Kater ist weg. Das macht dünnhäutig.
  • Eine mir sehr wichtige Freundschaft ist mir um die Ohren geflogen und ich weiß noch nicht, wie ich damit umgehen soll.
  • Träume sind geplatzt.
  • Es ist heiß.
  • Ich bin lustlos.
  • Mein Fahrradträger ist doch schwerer als ich dachte und es ist für mein operiertes Knie bestimmt nicht gut, wenn es das halbe Zusatzgewicht auch noch tragen muss. Und das andere Knie schmerzt sowieso, jetzt noch mehr. Und der Fahrradträger ist noch nicht am Auto. Schnapsidee, sowas.
  • Autofahren ist immer noch keine entspannte Tätigkeit. Ob ich es je schaffe, selbst nach Dänemark zu fahren? Mit Fahrrad hinten drauf?
  • Meine Wohnung braucht dringend eine Putzfrau.
  • Im Einkaufswagen versammeln sich heute Erdnüsse, Lakritze, Eierliköreis und eine Flasche Wein. Schlanker werde ich davon auch nicht.

😀

  • Samstag war ich mit meiner liebsten Nachbarin lecker Fisch essen an der Elbe.
  • Sonntag führte ich ein langes Telefongespräch mit einer Freundin.
  • Ich war Sonntag bei der Mutter der Freundin meine Sohnes eingeladen zum Geburtstag feiern. Die Mutter der Freundin meines Sohnes bekommt eine Fahrt nach Hamburg zum „König der Löwen“ geschenkt und ich fahre mit!
  • Ein Nachricht, dass Freunde von früher im Herbst mit mir nach Dänemark fahren wollen, verursacht Freudeblubberblasen im Bauch.
  • Meine Wohnung bleibt noch schön kühl, weil ich nachts durchlüften kann.
  • Bald kommt jemand aus der Bloggerwelt für ein paar Tage ins Wendland und wir werden uns analog kennenlernen.
  • Am 20. Juli kommen ein paar Familienmitglieder wieder zusammen, um den Tag am Gartower See gemeinsam zu verbringen.
  • Ich habe mich für eine Wochenende „Familienaufstellung“ im Oktober angemeldet.
  • Die Wäsche trocknet schnell.
  • Fahrradfahren morgens und abends ist ganz wunderbar. Die Felder sind noch nicht abgeerntet und die Vögel geben ihr Bestes!
  • In meinem Einkaufswagen versammeln sich heute Erdnüsse, Lakritze, Eierliköreis und eine Flasche Wein.
  • Schützenfest in der kleinen Stadt mit Feuerwerk am Samstag! Schützenfest ist mir egal, Feuerwerk nicht.

😀 gewinnt. Hätte ich eben auch noch nicht gedacht. Eigentlich wollte ich eine Runde jammern. Das geht nun nicht mehr.

 

 

Grenzen. Besser als ihr Ruf.

Zur Zeit sind Grenzen genau mein Thema. Wie schütze ich meine eigenen Grenzen und wie gelingt es mir, die Grenzen der anderen zu respektieren? Und warum tut genau das manchmal so weh? Dieser Beitrag erweitert mein Verständnis. Danke, dass ich ihn in den Regenbogen holen durfte!

puremyself

Ein Thema, von dem man (bzw ich) momentan wahnsinnig viel hört, ist ACHTSAMKEIT. Sorge tragen zu sich selbst, aber auch zu seinem Umfeld und zurUmwelt. So verstehe ich das. In erster Linie geht es wohl aber darum, sich selbst gut zu tun bzw sich so zu verhalten, so zu leben, dass es einem gut geht. Etwas, was für mich unbedingt zum Thema Achtsamkeit gehört, sind Grenzen. Und wenn es um mich selbst geht, geht es wohl darum, meine Grenzen zu erkennen, zu kennen, zu akzeptieren und diese dann auch zu setzen und wenn notwendig zu verteidigen.

Schwierig.
Ich glaube, viele Menschen finden es schwierig, ihre Grenzen überhaupt zu erkennen. Zu wissen, wie weit sie selbst gehen können und wie nah andere kommen dürfen. Und ohne das erste funktioniert das zweite und alles weitere ebenfalls nicht.
Ich glaube auch, dass eigentlich unsere Gesellschaft schlecht darin ist, Grenzen zu akzeptieren. Meiner Meinung…

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