Laufen lassen

Laufen lassen

Manch eine Blockade

ist zäh

und staut

den Lebensfluss.

🌈

Wie wunderbar

sich daran etwas

ändern kann

sobald ich

entspanne

und die Dinge

laufen lasse.

🌈

Sie finden

ganz von selbst

ihren Weg

am Hindernis vorbei

zu mir.

🌈

Und dann löst sich

die Blockade

und fügt sich ein

in den Fluss des Lebens.

💖

Nicht beweisen

nicht erzwingen

sondern sein

ist das Geheimnis.

💖

Befindlichkeit und erste Fortsetzung

Befindlichkeit und erste Fortsetzung

Schon wieder Frühling und ich bin immer noch allein. In dieser Jahreszeit fällt es mir besonders auf und mittlerweile kann ich sagen: Ja, so ist es seit vielen Jahren und nein, mit meinem Mann konnte ich meine Vorstellungen von einer Mairomantik auch nicht leben. Damals war meine Sehnsucht danach noch viel größer als heute. Weil sowieso niemand da ist, gehe ich damit gelassen um. Auch mit dem Gedanken, dass ich vielleicht keinen Menschen mehr treffen werde, mit dem ich mein Leben teilen möchte. Dafür erlebe ich anderes und das ist auch wichtig. Ja, ja, ich weiß: Wir wissen nie, was noch kommt! Kann ja alles passieren. Später werde ich das wissen.

Und weil die Öffnungsdiskussionen wieder losgehen, fühle ich mich manchmal hin-und hergerissen. Möchte ich verreisen? Möchte ich bald an einer Familienaufstellung teilnehmen? Möchte ich unter Leute und wieder einmal umarmen und in den Arm genommen werden? Ja, ja und noch mal ja. Aber ich tue es nicht. Ich werde mich noch eine Weile zurückhalten. Ich warte auf meine Impfbenachrichtigung und versuche dann, mir meine Dosis beim Hausarzt zu ergattern. „Aber was soll denn passieren, wenn alle getestet oder geimpft sind, die sich treffen wollen?“, fragt mein innerer Nörgler. Ja, die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass ich mich in einer solchen Situation anstecke. Aber ich will kein Risiko mehr eingehen, schließlich bin ich in der Gruppe Drei und es ist abzusehen, dass es mit dem Impfen in den nächsten Wochen klappen wird. Nun habe ich schon so lange durchgehalten, wäre schade, das aufs Spiel zu setzen. Mein Selbstbewusstsein macht sich stark und der Kummer darüber, dass ich im Mai noch nicht mitmischen kann, trinkt erst einmal einen Tee und gibt Ruhe.

Ich weiß, ich gucke zu viel Fernsehen. Aber gestern gab es drei Filme am Stück, mit denen ich viele wichtige Erinnerungen verbinde. 1: Der Gott des Gemetzels (Film) – Wikipedia, der mich immer wieder zur Selbsterkenntnis und zum Fremdschämen führt. 2: Harold und Maude – Wikipedia, den ich als ganz junge Frau im Kino sah und jetzt mit ganz anderen Augen sehe. Damals war ich Harold nahe, heute bin ich es naturgemäß der Maude. Der Roman zum Film steht im Regal und ich werde ihn später lesen, wenn ich „Später“ von Stephen King durch habe. Ganz beschwingt und mit bester Laune blieb ich dann noch bei 3: We Want Sex – Wikipedia hängen, wobei mir einfiel, dass ich mein eigenes Frauenbild noch einmal genauer ansehen und hinterfragen will. Viele Denkmuster, mit denen ich aufgewachsen bin, sind unerkannt hartnäckig, immer noch!

Und nun komme ich zur ersten Fortsetzung, die gestern hier auf dem Regenbogen angekündigt wurde.

Zum 1. Mai wollte ich etwas Besonderes erleben. Also stand ich um 5 Uhr auf und radelte los. Ihr lacht vielleicht und fragt Euch, was denn daran so toll sein soll. Für mich sind die frühen Morgenstunden in der Natur immer besonders, weil ich sie so selten erlebe! Sogar meine übliche Radrunde fühlt sich dann ganz anders an. Es wird langsam hell. Der Mond scheint auf der einen Seite und auf der anderen macht sich die Sonne bereit. Ferienstimmung pur und mein inneres Kind bekommt gute Laune. Die Vögel zwitschern und ich höre das erste „Kuckuck, Kuckuck!“ in diesem Jahr. Jetzt ist wirklich Frühling! Wie schön! Meine Lieblingskuhherde frühstückt, die Hütehunde pennen noch und die Schafe dösen vor sich hin. Rehe sind unterwegs und lassen sich nicht stören. Hasen hoppeln und Kraniche trompeten in der Ferne. Die anderen Leute sind noch in ihren Häusern und ich bin der einzige Mensch auf der Welt. Ach, doch nicht. Schade, da kommt mir ein Auto entgegen. Ich genieße das Leben und mache mindestens tausend Fotos! Ein paar davon zeige ich Euch:

Fortsetzung folgt!

Im Traum

Im Traum

Im Traum

wollten mein Mann und ich

das alte Haus verkaufen

und ich war

damit beschäftigt

Müll

zu sortieren.

🍁

Ich bat meinen Mann

mit seiner Geliebten

spazieren zu gehen

denn ich wusste

er würde

mir verbunden bleiben.

🍁

Sie gingen

und ich war allein

und putzte

Altes

bis es glänzte

und verschenkt werden konnte.

🍁

Ich erklärte denen

die mich fragten

warum wir das Haus verkaufen

dass er zutiefst erschöpft ist

und einfach nicht mehr kann.

🍁

Ich wachte auf

und wusste

dass es nun gelingen wird

meinen Groll

endgültig

ziehen zu lassen.

Wo bleibe ich, wenn ich schlafe?

Wo bleibe ich, wenn ich schlafe?

Vor dem Einschlafen denke ich daran, dass ich noch da bin, wenn ich schlafe, aber irgendwie auch nicht. Mein Körper liegt im Bett und bleibt da auch. Jedenfalls war das bisher so. Er erhebt sich erst, wenn mein Bewusstsein nach ein paar Stunden wach geworden ist, weil der Körper mal muss. Und wenn alles erledigt ist und ich großes Glück habe, verschwindet mein Bewusstsein wieder, während der Körper im Bett liegt, keine Schmerzen empfindet und sich entspannt.

Bleiben sie zusammen oder trennen sie sich? Wo liegt das Land der Träume? Im Körper? Im Gehirn wahrscheinlich. Also sind Träume körperlich. Und warum ist mein Bewusstsein so munter, während der Körper schläft. Schläft er oder schläft das Bewusstsein? Und niemals erlebt mein Bewusstsein den Moment, wo er oder es einschläft. Eben denke ich noch und im nächsten Moment ist es (vermutlich) dunkel. Mein Körper liegt noch da. Aber wo ist mein Bewusstsein abgeblieben? Bin ich überhaupt noch ich, wenn ich schlafe?

Und da wundere ich mich, wenn ich nicht schlafen kann, weil diese überaus wichtigen Fragen beantwortet werden wollen. Von einem wachen Geist nämlich. Aber der stellt sich dumm, denn er erzählt nicht, wo er bleibt, wenn mein Körper schläft. Er sagt nur: Schlaf endlich, du dummes Huhn. Du bist keine Philosophin, sondern eine Rentnerin. Und die braucht ihren Schlaf. Also drehe ich mich um und bin dann mal weg.

Heute

Heute

Ich setze mich auf das Fahrrad und drehe meine Runde. Sehr häufig ist sie dieselbe. Sie bleibt so, wie sie ist und verändert sich doch ständig. Jahreszeit, Wetter, Tageszeit wechseln. Ich bin auch immer eine andere, obwohl ich dieselbe bleibe. Stimmung, Gesundheit, Gedankenwelt sind nie gleich.

Heute ist es so: Der Frühling bricht aus. Es wird heller, wenn sich die Sonne durch den Nebel kämpft. Ich spüre einen milden Lufthauch. Ich freue mich draußen und in Bewegung zu sein. Überhaupt noch Fahrrad fahren zu können. Nicht an später denken! Jetzt geht es noch und wenn ich Tabletten nehme, geht auch das Gehen noch ganz gut. Aber es führt kein Weg daran vorbei: Die Füße sind von der Arthrose jetzt auch betroffen. Aber nicht an später denken! Jetzt ist wichtig. Und die Natur ist gerade so schön. Ja, ich weiß! Das, was ich als Natur betrachte, ist es natürlich längst nicht mehr. Aber ich muss ja nicht immer denken, ich kann ja auch fühlen. Und es fühlt sich wie Natur an. Auch die Tiere, die sich auf den Weiden aufhalten. Ich kenne sie, denn ich fahre hier fast täglich vorbei. Neu ist die kleine Schaf-und Ziegenherde mit ihren vier Hütehunden. Es sind große, schöne Tiere. Wahrscheinlich sind sie noch in der Ausbildung. Sie machen ihre Sache gut. Sie gucken mich an, bleiben aber da, wo sie sind. Ziegen und Schafe grasen, Rabenvögel picken und die Hunde passen auf.

Ich höre Vogelsang und überquere den kleinen Fluss. Auf der Brücke bleibe ich stehen und lasse das Wasser träge unter mir vorbeiziehen. Ich denke, wie so oft, dass das Leben auch so fließt und ich kann es nicht aufhalten. Wenn es stehen bleibt, bin ich tot. Das will ich ja nicht und darum bleibt nur, es fließen zu lassen und mitzuschwingen. Und das ist schön, auch wenn es manchmal schrecklich ist. Das Leben, meine ich. Dem Fluss ist sowieso alles egal, er tut das, was er tut. Ich sehe die Sonne auf dem Wasser glitzern und funkeln. Ich radle weiter. Rehe grasen, Kraniche trompeten und Insekten summen. Es geht immer ganz plötzlich los mit dem Frühling! Und schwupps ist er auch schnell wieder vorbei. Aber noch nicht heute. Jetzt ist jetzt. Und morgen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus! Ich richte mich auf, mache mich gerade. Ich atme tief ein und genieße das Frühlingserwachen. Es ist ganz allein meins, es findet in mir statt. Alles andere ist die Kulisse. Jeder Mensch wird sie anders füllen.

Zuhause räume ich etwas im Garten herum und hänge Wäsche in die Sonne. Dann gucke ich auf die Uhr und stelle fest, ich muss los. Zahnarzt! Jährliche Kontrolle. Fühlt sich wie ein richtiges Abenteuer an: Termin einhalten, aufhübschen, Menschen sehen und an mich herankommen lassen.

Kleine Selbst-Philosophie

Kleine Selbst-Philosophie

„Werd´ erwachsen“, sagt der innere Nörgler und der Antreiber ruft:“Benimm dich endlich altersgemäß!“ Nö, denke ich und stehe zu mir und meinen Nichtstatussymbolen. Ist doch alles nur ein Spiel, denke ich, und Selbstverantwortung ist in Wahrheit der Schlüssel zum Glück.

„Du lebst nicht richtig!“, sagen einige Leute. „Wie siehst du schon wieder aus?“, werte ich mich selber ab.

Von Leuten, die mich brauchen, um sich in ihrem eigenen Glück und Können zu sonnen, trennte ich mich im letzten Jahr. Mein scheinbar unscheinbares und verkehrtes Leben beflügelte diese zu sehr und ich wurde immer blasser.

„Es lohnt sich nicht, nach Orientierung zu suchen. Die musst du dir selbst schaffen“, sagt mein ICH. Und ich staune, wie gut das geht, wenn ich die anderen sein lasse, so wie sie sind.

Ich stelle mir die Frage, ob ich das, was ich in der langen Zeit der Fast-Isolation erkannte, mitnehmen kann in die Zukunft. „Warum nicht?“, fragt die Vernunft und das innere Kind freut sich über sein Leben im Spielzimmer des Lebens.

Phantasie

Bekannte Wege sind gesperrt

wir kommen nicht weiter

und nicht weg.

In dieser ganzen Gemütlichkeit

verändert sich ein Teil der Wirklichkeit.

Ich entdecke manch

unscheinbaren

versteckten

vergessenen

Ausweg

auf dem ich das Erleben

neu finden kann.

Dann wird die Welt

wieder weit.

Und wenn das Unmögliche

wieder möglich wird

bin ich bereit

dem Ersehnten

freudig zu begegnen.

Liebe

Liebe

Manchmal berühren mich Filme. Gestern hatte ich, als ich folgende Frage hörte, so einen Moment:

Wie konnten wir denn lernen zu lieben?

Meine Eltern und Großeltern hatten es aus nachvollziehbaren Gründen schwer mit der Liebe. Ich konnte bei ihnen nicht lernen zu lieben und verirrte mich im Spiegelkabinett der Scheingefühle.

Ich söhne mich mit meinem vermeintlichen Versagen aus. Ich sortiere meine Emotionen und komme der Liebe näher. Ich beginne zu verstehen. Ich sehe, was von der Liebe meiner Eltern übrig bleibt. Davon gibt es mehr als ich wusste. Und jetzt bin ich sicher: Meinen Mann habe ich geliebt, auch wenn wir so oft zu kämpfen schienen. Jetzt weiß ich, warum. Wir haben nicht gelernt die Liebe zu spüren und auszudrücken.

Meinen Kindern scheint das Lieben ein wenig besser zu gelingen. Darüber bin ich sehr froh. Und ich liebe sie sehr!

Dazu der Film: Leanders letzte Reise – Film in voller Länge | ARTE

Kurz nach zehn

Kurz nach zehn

Kurz nach zehn ist meine Welt noch in Ordnung…..also, äh,……nein, nicht wirklich. Meine Gedanken sind laut, meine Fragen kann ich nicht alle beantworten und ich habe gerade die Nase voll von meiner häuslichen Gemütlichkeit.

  • Gut ist, dass ich mich wieder vernünftig ernähre und mich regelmäßig sportlich betätige.
  • Ich halte das neue Programm der Volkshochschule in den Händen. Es gibt so viele Kurse, die mich interessieren. Normalerweise hätte ich mich jetzt sofort angemeldet. Ab Februar könnte ich wieder zu meinen Qi Gong-Frauen. Ich könnte etwas über das Fotografieren lernen, Philosophie betreiben, mein inneres Kind entdecken und Schreibimpulse bekommen. Tanzen in die Stille, Malen und den Clown machen. Wunderbar! Mein inneres Kind jubelt und meine Vernunft schüttelt den Kopf. Mit gemischten Gefühlen entscheide ich mich, auch dieses Semester auszusetzen. Nichts mit „Normalerweise“, meine Liebe. Klar, es gibt die Hygiene, die beachtet wird. Aber nein, lieber gar nicht als unter diesen Umständen. Abgehakt. Oder?
  • Die neuen Vorschriften verwirren mich. Ich darf meinen Sohn mit Freundin und Schwiegermutter besuchen, aber mein Sohn und seine Freundin darf ich nicht gemeinsam in meinen Haushalt lassen? Seltsame Regelung. Oder verstehe ich das falsch?
  • Ich merke, wie meine alleinstehenden Freundinnen immer trauriger werden. Ich werde es auch. Und gestern in den Nachrichten sah ich ein kleines Mädchen, das verzweifelt war, weil es seine Freundin so selten sieht. Das rührte mich so.
  • Eben vermisste ich das warme Gefühl, welches ich hatte, wenn mein Mann von der Arbeit nach Hause kam. Oder ich kam nach Hause und hatte meine Familie ganz selbstverständlich um mich. Tiere und Kinder versorgen, mit dem Mann Pläne schmieden, gemeinsam ins Bett gehen und noch quatschen. Ja, das fehlt mir gerade sehr. Aber ich werde mich nicht zu sehr in dieses Gefühl verlieren. Ich bin ja noch da. Das muss erst einmal genügen.
  • Was ich nicht vermisse: Die ganze Aufregung und die vielen Dramen beim Liebesaus.
  • Schlimmer kann es nicht kommen, sagte jemand zu mir. Ich dachte: Doch, kann es. Ich nickte aber stumm.
  • Trump ist der Teufel, sagt jemand und ich erwiderte: Nein, er ist ein Mensch. Und das ist das Schlimme daran.
  • Wenn das Reisen wieder möglich ist und sich die Situation entspannt, werde ich für viele Wochen ein Haus in Dänemark mieten. Ein großes Haus am Meer und Besuch ist jederzeit willkommen. Schöne Vorsätze sind wichtig.

Und nun mache ich weiter mit meiner Routine. Sie trägt mich über die Zeit. Ich schicke einen kleinen 🌈 und wünsche Euch viele schöne Momente, die helfen, zuversichtlich zu bleiben.

Totensonntag

Totensonntag

Wenn ich Euch alle einladen könnte

meine lieben Verstorbenen

was gäbe das für ein Hallo

mein Haus wäre voll

wir würden uns umarmen

und fröhlich durcheinander reden

lachen und laut sein

und finden

niemals war der Tag

so schön wie heute.

🍂

Wo kommen denn diese Gedanken her?

🍂

Niemals stellte ich mir vor

ich würde mit den Toten feiern

vielleicht sind es die Umstände

die mich dazu bringen

und die Gedanken tiefer

und seltsamer werden zu lassen.

🍂

Ich verschließe die Tränen

und sehe den Himmel

wo der Sturm die Wolken treibt.

🍂

Meine Gedanken

sind bei Euch

und ich weiß

ich werde

eines Tages

folgen.

🍂

Doch jetzt stelle ich

eine Kerze auf

und atme tief ein

und aus.

🍂

Ja!