Gute Idee

In dieser Nacht

nahm sie

ihren Fotoapparat mit in den Schlaf

das war

eine gute Idee

denn es gelang

eine sensationelle Aufnahme

aus dieser Welt

in der sie sich aufhielt

während sie träumte

dass doch alles gut wird

und sie ihr Schicksal umarmte.

Wie es mir gefällt

Wenn es draußen vorwiegend kalt-windig-nass-grau-braun-unfreundlich ist, die Sonne nicht scheint und sich die Welt so unwirtlich zeigt, dann kann ich es wahrnehmen, mir eine Meinung bilden, etwas unternehmen oder auch nicht und mich dann anderen Dingen zuwenden.

Ich kann mir die Lage natürlich auch schönreden.

Das bringt mir aber nicht viel, denn es ist anstrengend, etwas zu suchen und zu denken, was nicht ist. Egal, wie sehr ich mich bemühe, draußen bleibt es vorwiegend kalt-windig-nass-grau-braun-unfreundlich und das hat ja manchmal auch seine schönen Seiten, wenn ich genauer hinsehe. Und mich warm anziehe, sobald ich der Realität begegnen will.

Oder ich mache es ganz anders, bleibe für eine Weile drinnen und schaffe mir die Welt, so wie sie mir gefällt.

Von Glaubenssätzen und Wunschmännern

Von Glaubenssätzen und Wunschmännern

Nachdem mich mein Bett mit einem unverschämten Knarren um 2.47 Uhr weckte, stand ich auf und suchte die Ursache. Ich fand diese und dann machte das Bett keine Geräusche mehr, was mir auch wieder nicht gefiel und mich wach hielt. Ich probierte alles mögliche, drehte und wendete mich, aber es blieb still. Und dann schlief ich wohl wieder ein, denn ich wachte erst am helllichten Vormittag wieder auf.

Nachdem ich mein Tagewerk vollbrachte, überlegte ich, was ich Euch heute berichten könnte, das sich nicht so nach MIMIMI anhört. Ja, ich bin viel allein und manchmal bin ich genervt, weil ich nicht weiß, ob ich überhaupt noch kompatibel bin. Der Gedanke, dass ich so schwierig und anstrengend sei, dass es niemand mit mir lange aushält, macht sich breit und grinst mich an. Ich grinse zurück und sage: „Du bist nur ein Gedanke und ich nenne Dich ab heute Elfriede. Also, Elfriede, was hast du mir zu sagen?“ Elfriede zieht sich erschrocken zurück und ich sortiere die anderen Gedanken, die sich ohne Elfriede freier entfalten können.

Ja, ich verliere Freunde und Verwandte aus den Augen, weil sie mit mir nicht mehr zurechtkommen oder ich nicht mehr mit ihnen. Es passt einfach nicht mit uns. Die Gründe und Ursachen sind längst bekannt. Manchmal ist es gut, dann auch wirklich aufzuräumen. Manchmal ist es besser, eine Tür offen zu halten.

Und ja, im Moment herrscht die „tote Hose“. Das ist so und ich übe mich in Geduld. Es wird besser. Bald kann ich wieder im Garten werkeln. Bald gibt es vielleicht wieder Volkshochschulkurse oder Veranstaltungen im Mehrgenerationenhaus, die ich unbeschwert besuchen will. Bald, also im Sommer, reise ich mit Söhnen und ihren Freundinnen nach Dänemark. Das wird schön und ich vertraue darauf, dass wir das tatsächlich machen. Das Leben wird wieder bunter und ich bin fest entschlossen, mich von der Gegenwart nicht unterkriegen zu lassen.

Ich kann ja im Prinzip gut mit mir alleine zurechtkommen. Innen herrscht ja immer reges Leben. Im Moment sortiere ich auch da und suche in geheimen Ecken nach Glaubenssätzen, die mir nicht gefallen. „Liebe muss ich mir verdienen.“, „Ich muss mich anpassen, um liebenswert zu sein.“, „Frauen sind nur hübsch, wenn sie schlank sind.“, „Ich bin selbst schuld, dass ich krank bin.“, „Ich muss immer aktiv sein.“, „Nur wer zu tun hat, ist wichtig.“, „Niemand liebt mich.“, „Eine Frau ohne Mann ist nur halb.“, „Ich bin keine gute Mutter, wenn ich nicht selbst backe.“, „Ordnung ist das halbe Leben.“ oder auch „Nur perfekt ist gut genug.“ sind solche Glaubenssätze, die ich meinen könnte. Ich lese gerade das Buch: „Die Erfindung der Hausfrau-Geschichte einer Entwertung“ von Evke Rulffes. (https://www.swr.de/swr2/literatur/evke-rulffes-die-erfindung-der-hausfrau-geschichte-einer-entwertung-100.html) und muss manchmal schmunzeln, weil ich mich ertappt fühle, obwohl ich nie eine „Hausfrau“ war. Ich verdiente immer mein eigenes Geld und steuerte später den größten Teil unseres Familieneinkommens bei. Ohne meine erwerbstätige Arbeit hätten wir uns z.B. kein Haus leisten können. Und trotzdem, ja ich muss es mir eingestehen, diese blöden versteckten Glaubenssätze plappern und die Vernunft hält sich die Ohren zu.

Und sonst? Ich suche nach Typen wie Jan Georg Schütte und Bjarne Mädel für meinen Freundeskreis. Falls ihr solche übrig habt, bitte bei mir abgeben!

Und weil wir schon dabei sind: Ich empfehle an dieser Stelle und zum zweiten Mal im Regenbogen die Serie „Kranitz-bei Trennung Geld zurück“ : https://www.ardmediathek.de/sendung/kranitz-bei-trennung-geld-zurueck/staffel-1/Y3JpZDovL25kci5kZS80NzI3/1/

Ich war selbst einmal ausgebildete Ehe-und Lebensberaterin und erkenne so einige Methoden wieder, die ich damals lernte und übte, aber niemals so schlau und gewinnbringend wie der Kranitz umsetzen konnte.

Ach ja, wenn die Gegenwart gerade keine Lust zum Lustigsein hat, so gibt es zum Glück noch den Flimmerkasten und die Phantasie. Und in die ziehe ich mich zurück, bis die ersten fröhlichen Typen bei mir klingeln, weil Ihr sie mir geschickt habt!

Ich danke Euch im Voraus und verbleibe mit freundlichem Gruß Regine, die Holle vom Regenbogen🌈!🥰

Schwungrad

Schwungrad

Die Versuche, knarrende Betten und wackelnde Klodeckel in meinem Sinne zu beeinflussen, scheitern kläglich. Immer wieder versuche ich, die Oberhand zu gewinnen, aber die Dinge lachen mich aus und knarren und wackeln weiter vor sich hin.

Dagegen erfreut mich ein netter Mitarbeiter vom Gesundheitsamt am Telefon mit der Erklärung, dass ich doch eine dritte Impfung brauche, um als geboostert zu gelten. Bisher dachte ich, ich wäre das schon längst, denn meine erste war von Johnson & Johnson. Da brauchte ich ja keine zweite. Na gut, egal, momentan will ich sowieso nicht unter die Leute. Ich rufe also beim Hausarzt an und bekomme einen Termin für Ende Februar. Vielleicht gerade rechtzeitig, um die „Vierte“ nicht zu verpassen.

Ich habe damit das Gefühl, ich hätte für heute schon richtig viel geschafft, denn mein inneres Schwungrad braucht immer mehr Zuspruch, um sich weiter zu drehen. Es scheint mehr Energie zu brauchen, als es momentan bekommt. Ich fühle mich schon mit kleinen Vorhaben, wie zum Beispiel Einkaufen, Sport und Bewegung, Radfahren, die Wohnung einigermaßen in Ordnung zu halten, mir Themen für den Blog auszudenken und die gelbe Tonne rechtzeitig rauszustellen, ziemlich gefordert. Zwei Termine im Januar beim Zahnarzt und der Heilpraktikerin, vielleicht noch einer mit meinem NahdranSohn, scheinen schon erfüllend genug zu sein. Ob das nun am Wetter, an der Jahreszeit, an der Pandemie, an meinem Rheuma oder an mir liegt, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass es vielen Menschen ähnlich ergeht und insofern bleibe ich geduldig, lasse das innere Schwungrad langsamer laufen und finde mich ab. Und mit dem Abfinden finde ich mich auch ab, denn das ist schon anstrengend genug, auch ohne dagegen anzukämpfen.

Im Außen passiert also wenig, im Innen dagegen tobt das Leben. Es herrscht Aufruhr und will sich neu sortieren. Gut, das lasse ich gerne zu.

So, und jetzt koche ich mir ein Süppchen und wahrscheinlich begebe ich mich nach dem Essen ins Grau da draußen und fahre meine Radrunde. Ich habe wenig Lust dazu, aber ich weiß: Damit fülle ich meine Batterie ein wenig auf. Das muss sein, denn sonst bleibt das Schwungrad eines Tages ganz stehen und ich verdorre vor dem Netflix!😉

Alleinstehend 😳

Das Gute ist ja, wenn ein Tabuthema sich gezeigt hat, erkannt und transformiert wurde, dann schleicht sich schon der nächste böse Geselle an, um Unruhe zu stiften.

Das Anstrengende dabei ist, dass ich zur Zeit viel Zeit für so etwas habe.

Es geht um unnötige innere Denkmuster, die von der Chefin nicht wirklich wahrgenommen werden. Ihr Weltbild ist ein anderes, aber die Denkmuster kichern nur und machen im Stillen doch ihr eigenes Ding. Und die Chefin wundert sich.

Eins davon drängt sich in den Vordergrund und ich werde es alleine bedenken. Ich mache es an dieser Stelle kurz und schreibe nur zwei Wörter: Alleinstehende Frau.

Wobei, und das kann ich mir nicht verkneifen, meine inneren Miesmacher (z. B. Kritiker, Spielverderber, Zweifler, Liebestöter und Peiniger) zwischen verwitwet, geschieden und „nie einen abgekriegt“ durchaus unterscheiden.

Meine Güte!

😉

Tabuthemen

Wenn es auf dem Familiendampfer Tabuthemen gibt, haben es die Passagiere schwer. Sind diese bösen Gesellen anfangs noch zu beschwichtigen, indem sie vom Kapitän in den Heizungsraum gesperrt werden, so wachsen sie doch im Laufe der Zeit. Sie ernähren sich von der Kraftanstrengung der Passagiere, die diese aufwenden müssen, um die Tabuthemen im Keller zu halten.

Eines Tages reicht ihnen der Heizungsraum nicht mehr. Sie kümmern sich nicht um den Kapitän, lachen ihn aus und denken nicht daran, im Keller zu bleiben. Und weil sich die Tabuthemen hinter Ängsten und Unbehagen verstecken, erkennen die Passagiere die wahren Gründe nicht, warum der Familiendampfer seinen Kurs verliert und im unruhigen Gewässer zu schlingern beginnt. Ihnen wird übel, sie stoßen sich und bekommen Schmerzen. Sie verstehen nicht, warum sie so wütend sind oder so verzagt. Alles gerät durcheinander.

Ist der Familiendampfer noch zu retten? Können die Passagiere lernen, sich die Tabuthemen gemeinsam anzusehen? Wollen sie sich mit ihnen auseinandersetzen oder sie wieder in den Keller sperren und so weitermachen, wie bisher? Werden sie die Tabuthemen unverarbeitet an die nachfolgenden Generationen weitergeben? Wie lange hält ein Familiendampfer das überhaupt aus?

Werden sie den Passagier oder die Passagierin aussetzen, sobald er oder sie einem Tabuthema nicht mehr ausweichen kann und will? Und was macht der oder die Ausgestoßene mit den Tabuthemen, die geblieben sind? Vielleicht wird ein eigenes Schiff gebaut, auf dem es dann weitergeht ins Leben. Die Tabuthemen dürfen sich entfalten und Stück für Stück erkannt werden. Und dann verwandeln sie sich und umarmen ihren Menschen.

Vielleicht erreichen die heilenden Kräfte sogar den Familiendampfer. Das wäre doch schön.

Donnerstag

Donnerstag

Papiertonne raus stellen, Bio-Kiste in Empfang nehmen, Gemüse einsortieren, Obst waschen, überlegen, was ich mit dem Kohl anfangen soll, Kompost zur Bioabfall-Tonne transportieren, Pullover nicht bestellen, der mich im Katalog so anlacht und doch zu teuer ist, stundenlang daran sitzen, den Drucker dauerhaft (hoffentlich) zum Drucken zu bringen, Sonne genießen, blauen Himmel genießen, jetzt (17.16 Uhr) zeigt er sich grün-orange: natürlich auch genießen, daran denken, dass der Drucker druckt, sich darüber freuen, stolz sein, Radfahren in der kalten Wind- und Winterstille, Gänse beobachten, ablenken von einer weiteren familiären Trennung, traurig und auch erleichtert darüber sein, es ist schwer, die Denkschleifen zu stoppen, gesagt ist gesagt, Tabubruch ist vollzogen, das bin ich mir wert, daran denken, dass eine Freundin mir die Freundschaft aufkündigte, ja, auch das, erleichtert sein, dass eine andere ungeimpft Corona überstanden hat, zum ersten Mal in diesem Jahr auf der Terrasse sitzen und die Sonne im Gesicht spüren, sie hat schon wieder Kraft, die Augen öffnen und einer Amsel im stachligen Beerenbusch gleich gegenüber tief in ihre Augen schauen, sie hält ein paar Augenblicke den Blickkontakt und pickt dann weiter ihre Beeren (oder meine, was weiß ich), ich bin also gar nicht allein, wie ich eben noch dachte, an meine Kinder denken, mich fragen, ob ich wirklich so anstrengend bin, mich fragen, warum andere so viel erleben und ständig unterwegs sind und mein Selbstmitleid in die Tonne treten, die ist ja jetzt geleert, Mittagsschläfchen, Buch lesen, nur wenig essen, nichts mehr zwischendurch und wenn, dann nur noch Obst und Nüsse, ein wenig Netflix schauen, ein wenig Ordnung schaffen, keine Pläne und das ist gut und schlimm, mal so und mal so und es wird Zeit, dass die Pandemie sich vom Acker macht.

Es gab Zeiten im Leben, da war mehr los an einem ganz normalen Donnerstag.

Festgesteckt

Festgesteckt

Ich hänge fest. Ich komme nicht weiter und will auch nicht mehr zurück. Was ja sowieso nicht geht. Es gibt kein wahres Zurück. Wenn ich reise, komme ich zwar eines Tages zurück nach Hause. Dort ist dann alles so, wie ich es verließ und doch auch verändert, weil ich eine andere bin. Ich sehe mein Haus mit einem frischen Blick. Und meistens werden auch kleine Andenken aufgestellt.

Ich bleibe nie so, wie immer. Ich verändere mich äußerlich, das ist klar. Eben noch rank und schlank und jung und hübsch und plötzlich älter, fülliger und ihr wisst schon, wie das ist. Eben noch beweglich, leicht und locker und plötzlich zieht das Rheuma ein und mehr noch macht Beschwerden, wird entfernt oder neu gemacht. Meine Seele oder was immer das ist, was meine Persönlichkeit ausmacht, verändert sich mit jedem Gedanken, jeder Erfahrung und der Welt, in die ich eingebunden bin.

Meine liebsten Menschen entwickeln sich fortlaufend. Sie werden erwachsen oder alt oder sie gehen fort. Ich verabschiede mich von denen, die mir nicht gut tun. Neue kommen hinzu, immer seltener, aber immerhin. Skeptisch bin ich, ängstlich manchmal auch. Ein Sehnen nach Nähe wird hinterfragt: Halte ich es aus, anderen dauerhaft nah zu sein? Will ich noch einmal Lebensmenschen wagen oder lieber mit der Suche nicht beginnen?

Ich hänge fest, es gibt nichts zu planen. Wie ein schwerer Gast legt sich die Pandemie dazu und hält mich im Haus. Es ist gemütlich, ohne Frage, und auch die Natur um mich herum gibt, was sie kann. Aber weiter komme ich nicht. Wo sich doch sonst alles und immer verändert, scheine ich festzustecken zwischen den Jahren.

Ich komme nicht weiter mit meinen Gedanken und Wünschen und mache mich auf, mir Rosenkohl und Kartoffeln zu kochen. Das immerhin geht, das Kleine. Mit dem Großen sehe ich weiter, wenn es soweit ist.

Spiel mit dem Feuer

Bevor ich mich von der Dunkelheit einfangen lasse, spiele ich lieber mit dem Feuer.

Bei Licht betrachtet bleibt das Leben immer noch bunt. Nur manchmal ist es nicht so einfach, mich darauf einzulassen, weil ich so müde bin.

Doch in meinen Träumen werde ich geliebt und fest gedrückt.

Ich liebe zurück und nehme das schöne Gefühl mit in den Tag.