Alles gut

Alles gut

Auf der ersten Seite der Zeitung meiner Wahl lese ich eine kleine Notiz auf Seite eins. Die geht in etwa so: Es ist zwar noch ein Jahr lang Zeit – dann aber droht der Führerschein von vielen aus der Generation „Ü60“ ungültig zu werden. Wer zwischen 1953 und 1958 geboren wurde, muss den Führerschein – oft noch der berühmte „Lappen“ – bis 19. Januar 2022 umtauschen.

😳Ach du meine Güte. Ich bin Jahrgang 52. 😬Habe ich was verpasst? Habe ich im letzten Jahr den Aufruf zum Umtausch übersehen? Muss ich mich nachher gleich mal darum kümmern. So ein Mist, irgendwas ist immer. Biometrisches Passfoto wird erwartet. Und wo bekomme ich das her? In meiner kleinen Stadt gibt es keinen Fotografen mehr. Überhaupt, wie denken die sich das?

Ich ärgere mich so vor mich hin. Und dann lese ich auf der letzten Seite einen ausführlichen Artikel mit genaueren Anordnungen.

  • Autofahrer der Geburtsjahrgänge 1953 bis 1958 sollen ihre Führerscheine bis 19. Januar 2022 eintauschen.
  • für die Jahrgänge 1959 bis 1964 gilt die Frist bis 19. Januar 2023,
  • für die Jahrgänge 1965 bis 1970 bis 19. Januar 2024,
  • für die Jahrgänge 1971 oder später bis 19. Januar 2025,
  • für die Jahrgänge vor 1953 bis 19. Januar 2033 😂😂😂

Schon wieder einmal völlig umsonst Gedanken gemacht. Alles gut! Nein, ich habe nichts verpasst! Jahrgänge vor 1953 sollen ihren Führerschein bis zum 19. Januar 2033 umtauschen. Dann habe ich ja noch jede Menge Zeit. Und wer weiß, ob ich bis dahin überhaupt noch selbst Auto fahre. Zwölf Jahre sind in meinem Alter eine ziemlich große Zeitspanne. Man weiß ja nie.

Zumindest für diese Verordnung ist es vorteilhaft zu den Alten zu gehören. Knapp zwar, aber immerhin. Ich behalte ihn noch eine Weile, meinen alten, grauen Führerscheinlappen. Ich besitze ihn seit fast 40 Jahren und musste ihn noch nie vorzeigen! Echt jetzt.

Hausgemeinschaft schafft mich

„Man wohnt und wohnt und wohnt. Man wohnt so vor sich hin.“😂 Genau das mache ich seit vielen Monaten. Ich wohne hauptsächlich und das Tag und Nacht. Wohnen ist mein Hauptlebenszweck zur Zeit. Wohnen ist so richtig gemütlich. Jedenfalls bei mir. Ich habe viel Platz zum Wohnen.

„Wir haben eine Leiche im Keller!“ „Am Keller. Ist außen.“😂😂

„Die Lilly sucht ihren Dodo!“ 😂

„Ach, so was gibt´s?“ 😂 Frage ich mich auch sehr oft, besonders, wenn es um Technik geht.

Das ist doch Heinz Rudolf Kunze, oder? 😂😂😂

„Die Wohnung muss abends deutlich wärmer werden, dafür kriegt er morgens zwischen zehn und zwölf nur noch kaltes Wasser.“😂Dazu fehlen mir die Worte. Gut, dass niemand an meiner Heizungsanlage fummeln kann.

Das sind einige meiner Lieblingssätze aus dem Tatort gestern. Es gab noch viele andere und ein Dauergrinssen setzte sich fest. Ich konnte nicht fassen, wie gut mir dieser Krimi gefiel. Er war lustig!

Hausgemeinschaft schafft Kommissare und mich. Ich erkannte mich und manch andere wieder in diesen Leuten. Wie anstrengend wir doch sein können. Und wenn so viele dieser Sorte in einem Haus wohnen, kann das zum Nervenzusammenbruch führen. Also, ich hätte einen bekommen und so war ich froh, allein und ganz friedlich in einem Reihenhaus zu leben. Bis zum letzten Satz des Films, der machte mich ein wenig nachdenklich.

Und eine Leiche gab es auch, aber sogar die war irgendwie schräg.

https://www.ardmediathek.de/ard/video/tatort/tatort-das-ist-unser-haus/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3RhdG9ydC9jMzdkNDAwYi0yMzc0LTQ4NWQtOWIzYS1hZDliZWFjOTllODA/

Wintergarten

Wintergarten

Halsschmerzen und schlechte Träume plagten mich durch die Nacht. Und heute bin ich schlapp. Kein Fieber. Kein Husten. Leicht erhöhter Blutdruck. Aber Halsschmerzen. Früher hätte ich das alles gar nicht beachtet, aber heute weiß ich: Halsschmerzen könnten Konsequenzen haben. Allerdings hatte ich seit zwei Wochen keine Kontakte und vorher nur einen Spaziergang mit der Nachbarin. Ich war einmal einkaufen, einmal in der Sparkasse und einmal am Glascontainer. Ich lebe in einer kleinen Stadt und im Landkreis sind die Zahlen nicht besonders hoch. Ich habe eine gute Maske aus der Schweiz und bin sehr vorsichtig. Nein, das sind nur einfache Halsschmerzen, die ich ja immer mal wieder habe. Das beschließe ich und es bleibt ein leichtes Unbehagen. Ich sehne mich nach den Zeiten zurück, in denen ich bei Halsschmerzen nicht gleich ans Krankenhaus dachte.

Also: ich habe einen kleinen Nicht-Covid-Infekt und bleibe lieber heute zu Hause. Das wird empfohlen.

Aber nein, es ist zu und zu schön draußen. Ich ziehe mich warm an und suche im Garten nach Wintermotiven. Es ist kalt, die Sonne scheint, kein Wind. Wunderbares Wetter! Vielleicht mache ich doch gleich einen kleinen Spaziergang! Ablenkung tut gut. Aber zuerst zeige ich Euch meinen Wintergarten, der sich klammheimlich schon auf den Frühling vorbereitet.

Videokonferenz

16.00 Uhr: In zwei Stunden ist es soweit. Die erste Videokonferenz meines Lebens steht an. Ich freue mich. Ich weiß, wo ich sitzen will, mein Laptop steht bereit und funktioniert. Ich mache mich chic so gut es geht. Meine Wimperntusche ist fast eingetrocknet. Meine Haare ohne Frisur. Ich knote sie hinten einfach zusammen und schneide den Pony selbst. Sieht ja sowieso meist niemand. Obwohl gestern beim Einkaufen hatte ich schon Blickkontakt mit einem anderen Kunden: Wir trafen uns beim Gemüse und später beim Brot. Wir achteten auf Abstand und bleiben abrupt stehen oder machten einen Bogen umeinander. Oder gingen schnell vorwärts, wenn der andere ein Zeichen gab. War lustig und ich fand, es sei ja fast wie tanzen. Über diesen Einfall musste er lachen. Vergnüglich das Ganze.

17.00 Uhr: In einer halben Stunde kann ich mich zuschalten. Was ziehe ich an? Gefühlt werden sie alle gleich zu mir kommen. Dabei sind es nur die Bilder im Laptop. Auf diese freue ich mich tatsächlich. Sehnsucht nach Rudelbildung ist groß, und sei es nur der Lesebeirat. Mein Outfit steht nach einer halben Stunde, beziehungsweise ich habe es an, das Outfit. Sagt man das so? Egal. ich bin schon fünf Minuten zu spät. Beruhigend ist, dass ich alles so gut vorbereitet habe. Sogar Taschentücher, Schreibzeug, Notizen und ein Glas Wasser liegen und stehen bereit und dann ist es…….

17.35 Uhr: Laptop hochfahren und einloggen. Funktioniert!!!! Hurra! Auf Anhieb. Ich sehe schon einige Lesebeiratsmenschen, den Redakteur und mich auch. Das ist in Ordnung, denn die Bilder sind klein. Ich winke und einig winken zurück. Das Bild friert ein, der Ton ist weg und ich fliege raus aus der Gruppe und dem Internet. Einloggen, sich zurückmelden und raus fliegen. Prima. Was nun? Wahrscheinlich funktioniert mein WLAN am gewählten Ort nicht so richtig. Stimmt. Da war ja mal was. Ich nehme den ganzen Krempel und begebe mich in die „Abstellkammer“, in der sich mein Router befindet.

18.00 Uhr: Meine sorgfältigen Vorbereitungen sind obsolet. Der Hintergrund fatal, die Lichtverhältnisse auch und ich bin ein Schattenbild meiner selbst. Aber ich bin dabei! Ich hocke auf dem Stuhl und beuge mich zum Laptop runter. Das wollte ich vermeiden wegen Doppelkinnbildung. Aber egal, ich bin dabei und gebe meinen Senf dazu. Ich höre, wie es der Redaktion ergangen ist und welche Probleme die Zeitung hat. Wir bringen unsere Sicht der Dinge ein. Ab und zu fällt alles in sich zusammen und baut sich wieder auf. Aber das liegt nicht an meiner Verbindung. Manchmal schalte ich meine Kamera aus. Ich will den anderen die Einsicht in meine Nasenlöcher ersparen, wenn ich mich weit vorbeuge, um sie scharf zu sehen. Das geht mit meiner Lesebrille nur aus der Nähe. Aber egal, andere verschwinden auch hin und wieder.

19.30 Uhr: Konferenz beendet. Schade. Es war so schön sich in einer Gruppe zu treffen, sich auszutauschen, Gedanken laut werden zu lassen und zuzuhören, was andere zu sagen haben. Wie sehr mir das doch fehlt! Im Kalender steht jetzt der erste Termin des Jahres: 30. April, 18.00 Uhr. Ich bin gespannt auf den Bericht über diese Konferenz. Dann stehe ich mal wieder in der Zeitung. Mit Bild und Namen. Ich bin eine öffentliche Person! Für ein paar Minuten jedenfalls.

19.45 Uhr: Ich habe das gut gemacht, denke ich während ich Ordnung schaffe, mich abschminke und mich in die gute Stube auf das Sofa begebe. Dort taue ich allmählich wieder auf, denn in der Abstellkammer war es doch recht kühl. Schön, mal etwas anderes erlebt zu haben.

Und heute stelle ich fest, dass mein neuer Drucker den Geist aufgab. Er scannt und kopiert nicht mehr. Irgendwas ist immer! Auch wenn es gerade nichts zu scannen und kopieren gibt, macht es mich ganz wuschig, dass ich mich schon wieder um die blöde Technik kümmern muss.

Aber erst einmal ist Wochenende. Mir ist das egal, aber der arbeitenden Bevölkerung wünsche ich ein gutes!

Ziele

Ziele

Kann ich das überhaupt wieder lernen? Kann ich je wieder unbeschwert mit anderen zusammen sein? Kann ich je wieder vergnügt in ein Theater gehen? Kann ich körperliche Nähe je wieder genießen? Diese Gedanken blieben stur und lachten mich aus, als ich ihnen gestern erwiderte: „Natürlich kann ich das!“ In der Nacht träumte ich Träume vom Zusammensein und wachte mit der Gewissheit auf, dass ich mich auch wieder in das gesellige Leben einfügen kann, wenn es denn soweit ist.

Jetzt fällt mir ein, dass mir die Ziele abhanden gekommen sind. Nein, diesen Gedanken will ich auch nicht weiter denken. Ich hatte mir in den letzten zehn Jahren ein neues und gutes Leben aufgebaut und wurde von der Pandemie ausgebremst. Jetzt ist nicht die Zeit der großen Pläne, sondern die der kleinen.

Und schon habe ich wieder Ziele. Kleine Ziele sind auch Ziele. Langfristige Pläne schmieden geht sowieso gerade nicht, also bleiben die kurzfristigen, die das Leben lebenswert machen. Mein heutiges Tagesziel: Ich will Skype nach ewig langer Zeit einmal wieder ausprobieren. Denn am Freitag kommt meine erste Konferenzschaltung meines Lebens auf mich zu. Der Lesebeirat unserer Zeitung findet sich zusammen und ich will mich an mein eigenes Bild auf dem Bildschirm gewöhnen. Ich erschrecke mich darüber, wie ich aussehe. Bis mir dann einfällt, dass ich nicht mehr so aussehe, wie vor 30 Jahren. Normal und doch immer wieder gewöhnungsbedürftig. Also, mein heutiges Ziel ist es, mein eigenes Bild im Skype auszuhalten, es wenig zu beachten und ich will mich auf den Gesprächspartner konzentrieren. Hat ja keinen Sinn, wenn ich am Freitag immer wieder vor Schreck vom Stuhl falle, sobald ich auf mein eigenes Bild auf dem Bildschirm aufmerksam werde. Außerdem will ich vorher die Beleuchtung testen und den richtigen Hintergrund finden.

Zu diesem Zwecke rief ich eine Freundin an und bat um ein Skype-Treffen. Hahaha, hat sie schon Jahre nicht mehr genutzt und sie findet sich selbst immer so doof, wenn sie sich sieht. Wir lachen uns schlapp. Nun werde ich meinen Sohn bitten und das hat den Vorteil, dass ich ihn mal wieder sehen kann. Dann gäbe es noch meinen Bruder und mehr Skype-Nummern habe ich nicht. Sagt man Nummer bei Skype?

Um das alles umzusetzen, brauche ich meinen alten Laptop wieder, der abgelegt wurde, weil er nicht mehr so wollte wie ich. Den brachte ich ganz selbstständig wieder zum Laufen und er funktioniert jetzt einwandfrei. Das ist schon mal gut und macht mich sehr zufrieden. Montagsziel wurde locker erreicht!

Eigentlich ist mein Aussehen am Freitag gar nicht so wichtig. Ist ja kein Date😂! Ich sollte mir eher Gedanken darüber machen, was ich sagen will. Ein paar Notizen habe ich mir gemacht, aber mir erscheinen meine Punkte so unwichtig. Das Draußen ist auf irgend eine seltsame Weise weiter weg gerückt von mir und meiner Realität. Ich lese jeden Tag Zeitung, aber ich fühle immer häufiger, dass die Nachrichten aus der Region recht wenig mit mir zu tun haben. Sie sind fast so weit weg wie Amerika. Ich denke, es würde mir anders ergehen, wenn ich berufstätig wäre. Dann wäre ich mehr im Geschehen. Vielleicht kann das mein Ansatz sein. Vielleicht kann die Redaktion mit meiner Befindlichkeit etwas anfangen. Darüber denke ich morgen nach! Schön, wenn man täglich neue Dümpel-Ziele hat! Davon können viele Menschen nur träumen, die gerade nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht. Die Welt ist ungerecht, ich weiß!

Dümpeln

Dümpeln

Am Wochenende rief mich eine Jugendfreundin an, mit der ich über zwei Jahre nicht gesprochen habe. Wir kennen uns schon so lange, dass die alte Vertrautheit sofort wieder da ist. Sie ist ein Teil meiner freiwilligen Familie. Ich freute mich so!

Wir quatschten und lachten und erkannten, dass wir älter geworden sind, obwohl wir uns noch so jung fühlen. Ihr Mann, den ich auch sehr gut kenne, wird bald 70. Stell Dir mal vor! Siiiiiiebzig! Kaum vorstellbar. Und ich bin nächstes Jahr dran, sagte ich. Ach du Schreck. Er neckt sie damit, dass er mit dem Impfen noch vor ihr dran sein wird. Hahaha. Alter hat auch Vorteile! Und sonst so? Ja, sie macht jetzt wieder Sport. Also gerade nicht, denn sie hat zu schnell zu viel gewollt und jetzt tun ihre Knie so weh, dass sie sich kaum rühren kann und ich kann das sofort verstehen. Und man wird immer dicker! Aber sonst ist alles gut und man dümpelt so vor sich hin als Rentner!

Man dümpelt vor sich hin, ein besseres Wort gibt es gerade nicht für das, was wir tun. Alles ist soweit gut, wenn man mit dem Dümpeln zufrieden ist. Es sich zu Hause gemütlich machen, lange schlafen, Zeitung von vorn bis hinten lesen (einschließlich Werbung) und ja, ein wenig Wohnung putzen auch. Lesen und Fernsehen und sporteln. Aber das bitte nicht übertreiben. Denn wir sind nicht mehr so jung, wie wir mal waren. Was hatten wir für einen Spaß damals! Und dann erzählten wir von den Serien und Büchern, die wir in den letzten Wochen gesehen und gelesen haben. Man erlebt ja sonst so wenig. Und wir lachten und wurden ernst, denn wir haben auch Sorgen. Und unheimlich wird es uns auch. Und wenn sich die Situation ein wenig entspannt und es wieder wärmer wird, schnallen wir unsere Räder auf das Auto und treffen uns. Ja, das machen wir ganz bestimmt und schön, dass wir gequatscht haben. Tun wir bald wieder und bis dann! Bleib gesund!

Das Wochenende war gerettet und ich machte mich bereit, gemütlich weiter vor mich hin zu dümpeln. Die Zeit verging recht schnell und wenn der Tatort erst beginnt, ist auch der Sonntag bald erfolgreich gelaufen!

Und heute ist das Wetter so schlecht, dass ich drinnen bleibe und nichts tue, denn Essen ist fertig, einkaufen werde ich morgen oder übermorgen und auch sonst ist fast alles getan. Man muss sich die Aufgaben gut einteilen, damit man morgen auch noch welche hat. Pure Luxusprobleme, ich weiß! Mein Bauchgefühl grummelt und ich überlege, ob ich etwas angestellt habe. Nö, fällt mir nichts ein. Ich habe auch nichts vergessen oder kaputt gemacht. Obwohl mir vorhin mein Kugelkaktus von der Fensterbank gekugelt ist. Aber der Schaden ist schon längst behoben und Kugelkaktus wurde mitsamt seinen zahlreichen Kindern in einen neuen, großen Topf gepflanzt. Und warum müssen die Biester bloß so stachelig sein? Also, alles ist in Ordnung.

Wahrscheinlich grummelt mein Bauch nur, weil ich so wenig erlebe und draußen so viel Ungewisses passiert, was ich nicht beeinflussen kann. Ich kann mich verkriechen und hoffen, dass meine Lieben gesund bleiben. Es ist doof, sagt mein Sohn, aber was soll man machen? Meine Kinder müssen damit zurechtkommen, den ganzen Tag mit Mund-Nasenschutz zu arbeiten und mit anderen Menschen zusammenzukommen. Das sind wieder ganz andere Hausforderungen. Ich muss ja nur dümpeln und das tue eigentlich auch ganz gerne. Allerdings nicht monatelang.

Die Pandemie kostet Kraft. Das sollten wir nicht vergessen. Und wenn ich mein Spiegelbild betrachte sehe ich die Anstrengung. Meine Augenringe sind beträchtlich.

Hellere Zeiten

Hoch oben im Baum

hat sie einen Traum

vom vollen Nest

das wird ein Fest

dann gibt es statt einsam

ein Gemeinsam!

Die anderen sitzen und träumen

vom Licht und grünen Bäumen.

Am Horizont wird es heller

es geht dann schneller

wenn sie sich bewegen

und so fliegen sie dem Licht entgegen.

Die unten im Garten

müssen leider noch warten.

Kurz nach zehn

Kurz nach zehn

Kurz nach zehn ist meine Welt noch in Ordnung…..also, äh,……nein, nicht wirklich. Meine Gedanken sind laut, meine Fragen kann ich nicht alle beantworten und ich habe gerade die Nase voll von meiner häuslichen Gemütlichkeit.

  • Gut ist, dass ich mich wieder vernünftig ernähre und mich regelmäßig sportlich betätige.
  • Ich halte das neue Programm der Volkshochschule in den Händen. Es gibt so viele Kurse, die mich interessieren. Normalerweise hätte ich mich jetzt sofort angemeldet. Ab Februar könnte ich wieder zu meinen Qi Gong-Frauen. Ich könnte etwas über das Fotografieren lernen, Philosophie betreiben, mein inneres Kind entdecken und Schreibimpulse bekommen. Tanzen in die Stille, Malen und den Clown machen. Wunderbar! Mein inneres Kind jubelt und meine Vernunft schüttelt den Kopf. Mit gemischten Gefühlen entscheide ich mich, auch dieses Semester auszusetzen. Nichts mit „Normalerweise“, meine Liebe. Klar, es gibt die Hygiene, die beachtet wird. Aber nein, lieber gar nicht als unter diesen Umständen. Abgehakt. Oder?
  • Die neuen Vorschriften verwirren mich. Ich darf meinen Sohn mit Freundin und Schwiegermutter besuchen, aber mein Sohn und seine Freundin darf ich nicht gemeinsam in meinen Haushalt lassen? Seltsame Regelung. Oder verstehe ich das falsch?
  • Ich merke, wie meine alleinstehenden Freundinnen immer trauriger werden. Ich werde es auch. Und gestern in den Nachrichten sah ich ein kleines Mädchen, das verzweifelt war, weil es seine Freundin so selten sieht. Das rührte mich so.
  • Eben vermisste ich das warme Gefühl, welches ich hatte, wenn mein Mann von der Arbeit nach Hause kam. Oder ich kam nach Hause und hatte meine Familie ganz selbstverständlich um mich. Tiere und Kinder versorgen, mit dem Mann Pläne schmieden, gemeinsam ins Bett gehen und noch quatschen. Ja, das fehlt mir gerade sehr. Aber ich werde mich nicht zu sehr in dieses Gefühl verlieren. Ich bin ja noch da. Das muss erst einmal genügen.
  • Was ich nicht vermisse: Die ganze Aufregung und die vielen Dramen beim Liebesaus.
  • Schlimmer kann es nicht kommen, sagte jemand zu mir. Ich dachte: Doch, kann es. Ich nickte aber stumm.
  • Trump ist der Teufel, sagt jemand und ich erwiderte: Nein, er ist ein Mensch. Und das ist das Schlimme daran.
  • Wenn das Reisen wieder möglich ist und sich die Situation entspannt, werde ich für viele Wochen ein Haus in Dänemark mieten. Ein großes Haus am Meer und Besuch ist jederzeit willkommen. Schöne Vorsätze sind wichtig.

Und nun mache ich weiter mit meiner Routine. Sie trägt mich über die Zeit. Ich schicke einen kleinen 🌈 und wünsche Euch viele schöne Momente, die helfen, zuversichtlich zu bleiben.

Recycling⛄

Hurra, es schneit🌨

endlich seit einer Ewigkeit❄

schon hört es wieder auf❄

das ist des Lebens Lauf.❄

❄❄❄

Ich gucke aus dem Fenster

gegenüber gibt es Gespenster👻

ach nein, sieh an, ach je

es ist ein stattlicher Mann aus Schnee!

Drüben haben sie den Rasen geräumt

denn sie hatten davon geträumt

einen großen Schneemann zu bauen.

Und eben will ich meinen Augen kaum trauen😳

ach du Schreck

er ist wieder weg!😢

Nur noch ein kleiner Berg aus Schnee

das tut weh😭.

Doch die Kinder machen sich ans Werk

und bauen einen neuen…..

winzig kleinen Schneemannzwerg!😂