Familientreffen

Habe ich jetzt gehabt, das Familientreffen. Viel unternommen, viel gegessen, viel gelacht und überhaupt: zu schnell vorbei! Aber das ist es ja immer, egal, wie lange die schöne Zeit dauert. Es bleiben die Erinnerung, ein paar Fotos und das Wissen um das nächste Mal. Leuchtfeuer werden wieder gesetzt und somit wächst meine Unternehmungslust. Wie schön!

Bunt

Das frühe Dunkel auf der Terrasse mache ich mir mit kitschigen bunten Lichtern schön. So ist mein Blick aus dem Fenster ein freundlicher.

Meine Kamera weigert sich, realistisch wiederzugeben und spielt mit dem Licht. Immerhin sind die Zufallsergebnisse geeignet für einen bunten Beitrag im Regenbogen! Finde ich.

Heute denke ich…..

Der Garten wird stiller. Noch blüht es und eine selbst aufgezogene Lupine überrascht mich mit einer Knospe. Eigentlich soll sie erst im nächsten Jahr…..Egal, sie tut, was sie will und ich freue mich.

Mittags, wenn es wärmer wird, flattern noch ein paar Schmetterlinge herum und der Igel trappelt weiterhin zwischen 17.00 und 18.00 Uhr an meiner Terrasse vorbei. Er hat es eilig und schaut nicht nach links und erst recht nicht nach rechts. Gut so.

Die Wahl habe ich weitgehend erledigt. Heute bringe ich den letzten Brief ins Rathaus. Meine Meinung habe ich mir gebildet. Ein Triell sowie eine Wahlkampfsendung mit Fraktionsvorsitzenden (mehr schaue ich mir nicht an…gähn) haben mich nicht zum Wechsel animiert. Ich denke, niemand ist wirklich auf das vorbereitet, was auf uns zukommt. Die echten Themen werden, wenn überhaupt, nur mit Allgemeinplätzen abgefertigt und ich kann es kaum noch ertragen. Dabei fällt mir ein: Wahlwerbung….schlimm, schlimm. Trotzdem muss ich manchmal lachen. Allerdings halte ich mich aus der politischen Arbeit ja heraus und weiß es auch nicht viel besser. Ich weiß nur, unser Leben wird sich ändern (müssen).

Ich lese gerade ein Buch über toxische Beziehungen, weil ich dachte, es taugt etwas. Dieses taugt wenig, aber ich werde weiter forschen. Der Begriff ist in Deutschland ja noch ziemlich neu. Wenn wir vor 20 Jahren schon soweit gewesen wären, hätte ich mich nicht so aufgerieben. Aber, egal, ich fühle mich unglaublich entlastet, weil ich mir keine Vorwürfe mehr mache. Manche trennen sich nach zwei Jahren und sind völlig erschöpft, ich hielt eben fast 30 Jahre durch. Jetzt habe ich mich weitgehend von meiner Co-Abhängigkeit gelöst und mein Familiensystem hat sich positiv verändert. Das alleine zählt. Eine Rückschau ist für mich wichtig, aber nur, um zu verstehen.

Ich vertiefe ich mich mit großem Vergnügen die Buchreihe: Sörensen ermittelt von Sven Stricker | Rowohlt

Den Film zum ersten Band empfehle ich gerne weiter. Sörensen hat Angst – WikipediaFilme

Ich finde mich in der Angststörung der Hauptfigur so wunderbar wieder. Es ist anstrengend, sich mit so etwas herumschlagen zu müssen, aber nicht aussichtslos. Plötzlich scheint mir alles ein wenig leichter zu sein, denn ich finde Humor ist auch in schwierigen Zeiten durchaus angebracht. Sörensen macht das gut. Und ich kann über manche Eigenart von mir, die ich eigentlich doof finde, schmunzeln und denke: „So ist es eben.“

Und jetzt werde ich auf das Fahrrad steigen. Ich darf nicht vergessen, mir Strümpfe anzuziehen, denn es ist frisch da draußen in der Landschaft. Macht es gut und genießt Euch mit allen Ecken und Kanten, die Ihr vielleicht habt. Ich fange sofort damit an! Oh je,das habe ich mir schon so oft vorgenommen. Ist gar nicht so einfach!

Samstagnachmittag

Mit dem Fahrrad nicht allein

das war fein

und ich muss gestehen

ich habe Unbekanntes dort gesehen

zuletzt lockte mich noch der Rasentraktor

darauf saß ich nämlich noch nie zuvor

und hatte großen Respekt davor

sollte ich die Bremse unterwegs nicht finden

würde ich auf Nimmerwiedersehen

für immer verschwinden.

Herbst

Spannend war der September bis heute und ich lasse mich treiben zwischen Schwung und Ruhe. Draußen stimmt sich der Herbst ein, drinnen wird es gemütlich und in mir öffnet sich mit einem neuen Leitsatz „Liebevoll halte und umarme ich meine Erfahrungen, mit Leichtigkeit und Freude“ eine Tür zur Akzeptanz. Ein wunderbarer Einstieg in den Lebensabend.

Der lang ersehnte Besuch meines Sohnes aus Berlin verschiebt sich um eine Woche. Gut, dann esse ich das Leckere eben selbst, kaufe später neu ein und die Vorfreude hält noch etwas länger vor. Ich besuche Samstag mein anderes Kind und somit sehe ich dieses unverhofft an beiden Wochenenden. Das ist ein Zugewinn.

Ein Todestag nähert sich zum dritten Mal. Ja, das auch.

Zimmerreisen 9: T wie Teufel und Troll.

Ehrgeizig bin ich ab und zu. Die „Zimmerreisen“ fordern mich heraus. Ich möchte die Aufgabe vollständig erledigen und mich durch das ganze Alphabet buchstabieren. Puzzleblume lädt zur 9. Zimmerreise ein: https://puzzleblume.wordpress.com/?s=zimmerreisen+9. Heute geht es um das T.

Nicht nur Engel und lustige Frösche sind Teil meines Lebens, sondern auch Hexen, Teufel und ein Troll. H ist nicht dran, also geht es in dieser Zimmerreise nur um den Teufel und um meinen allerliebsten Troll. Man erkennt: beide sind schon arg lädiert, staubig, zerbrochen und wieder geklebt. Sie sind einfach unersetzlich!

Der Teufel hatte als Teilnehmer im Adventskalender am 13. Dezember 2016 hier auf dem Regenbogen schon einmal das Wort. Er darf noch mal und los geht´s, auch wenn noch keine Weihnachtszeit ist. Aber T ist dran! Sorry.

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Ich bin nicht das geworden, was ich einmal werden sollte. Dieses Trauma begleitet mich ein Leben lang. Ich will mich bei Euch aussprechen, mein Therapeut ermuntert mich dazu. Er sagt, das kann helfen.

Also erzähle ich Euch jetzt meine Geschichte.

Ich kann mich noch genau erinnern. Ich war damals ein Hamburger Klumpen Ton. Ich wartete wochenlang ungeduldig darauf, mich zu verändern. Dann kam sie endlich, meine Verwandlerin, Frau Holle, wie sich Regine ja gerne ab und zu nennt. Gerade mal zwanzig süße Jahre alt. Schlank und rank und faltenlos. Sie besuchte zusammen mit ihrer Freundin einen Töpferkurs. Es war kurz vor Weihnachten und die beiden wunderschönen, fröhlichen und tatkräftigen jungen Frauen beschlossen, sich jede einen Engel zu formen. Frau Holle, die Holde, nahm mich in ihre warmen Hände, klopfte, schlug und knetet mich, bis ich weich wie Wachs in ihren Händen lag und darauf wartete, mich in einen Engel zu verwandeln.

Frau Holle machte und tat, klopfte und knetete, formte und verwarf. Ich wollte nicht gelingen. Ihre Freundin war schon lange fertig und hatte einen wunderbaren Engel vor sich stehen. Auf Frau Holles Stirn sammelten sich drei Schweißperlen. Ein letztes Mal knüllte sie mich zusammen und sagte: „Na gut, Engel will nicht gelingen. Vielleicht geht Teufel besser.“ Und sie knetete und formte und zack….bumm….bang saß ich vor ihr. Als wunderschöner Teufelsbraten war ich auf Anhieb richtig gut geraten!

Seitdem sitze ich im Dezember zwischen den Weihnachtsengeln. Sie haben mich in ihre Gemeinschaft aufgenommen. Sie finden mich spannend. Männer sind natürlich Mangelware in ihrer Zunft. Nun ja, wenn sie wüssten, dass mein Schweif eigentlich aus verrutschten Flügeln besteht und ich tief in mir eine Engelsseele habe, dann würden sie aber….dann würden sie wirklich….äh….dann würden sie aber staunen!

Gibt es irgendwo da draußen Kollegen, denen es ähnlich ergangen ist? Meldet Euch, dann könnten wir eine Selbsthilfegruppe gründen. Das wäre so schön!

Merke: Hamburger Ton ist manchmal unberechenbar. Manchmal ist das Außen anders als das Innen. Frau Holle war auch mal jung und Teufel sind gar nicht so schlimm.

Nein, nein, wir wollen jetzt noch nicht an Weihnachten denken und diese Geschichte zügig wieder vergessen!

Und jetzt zum Troll:

Vor 65 Jahren brachte mir mein Vater einen Troll aus Schweden mit. Lange war der Troll verschollen und eines Tage ist er nach einem Umzug wieder aufgetaucht. Ich freute mich so! Nun steht er herum und erinnert mich an meinen Vater und an meinen Sehnsuchtsort Schweden. Bis heute war ich noch nicht dort. Aber vielleicht kommt es doch einmal dazu und dann werde ich nach echten Trollen Ausschau halten. Ich denke, ich werde sie mögen.

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Was soll das denn?

Was soll das denn?

Heute beginnt wieder das Familienaufstellen. Seit ein paar Tagen arbeitet es schon kräftig in mir. Vergessenes kommt an die Oberfläche. Ich kenne das schon. Träume weisen mich auf meine Themen und Baustellen hin. Gestern allerdings geriet mir im Wachzustand meine Unterschrift völlig durcheinander und heraus kam eine Mischung von Geburts- und Nachnamen, der über 30 Jahre zu mir gehört und mich mit meinen Kindern verbindet. 😂 Ist das nun eine fiese Mischung oder ein Zeichen dafür, dass sich innere Widersprüche auflösen? Mal sehen…..

Nicht die Ostsee

Nicht die Ostsee

Weil der Sommer noch einmal alles gab, nahm ich mir am Abend vor, an die Ostsee zu fahren. Ganz allein wollte ich das wagen. Aber am nächsten Morgen fuhr ich dann doch nicht los, weil ich dachte, für solch eine Unternehmung wäre ich lieber zu zweit. Autofahren ist ja nicht mein Ding und so blieb es bei der Idee. Was nicht so schlimm ist. Vielleicht fahren mein Sohn und ich sowieso nächste Woche ans Meer. Denn er besucht mich bald und wir haben uns das vorgenommen.

Ein Tag an der Ostsee ist es also nicht geworden, aber zum Ausflug an die Elbe reichte mein Mut. Ich brachte mein Fahrrad mit dem Auto nach Schnackenburg (Schnackenburg – Wikipedia), der kleinsten Stadt Niedersachsens, und radelte auf dem Elberadweg immer geradeaus am Deich entlang, die meiste Zeit allerdings ohne Wasserblick. Die Aussicht auf der Nichtdeichseite entschädigte mich. So könnte ein Urwald aussehen, dachte ich mehrmals. Ab und zu guckte ich vom Deich aus auf die Elbe. Auf einer Bank dort oben saß ich eine ganze Weile, aß etwas, trank ganz viel und träumte vor mich hin.

Auf dem Rückweg hielt ich am Gartower See und sprang hinein. Ganz allein! Niemand sonst badet wohl im September. Ich schon. Für mich der perfekte Abschluss eines sportlichen Tages mit viel Sonne, wunderbarer Stille und kurzem Anfahrtsweg!

Bilanz: 1,5 Stunden Autofahrt, 3 Stunden Radfahren, 1 Stunde Banksitzen und 30 Minuten Schwimmen im See.