Schön ist die Welt?

Schön ist die Welt?

Schön ist die Welt, darum Leute lasst uns reisen, wohl in die weite Welt, wohl in die weite Welt. Nö, mache ich nicht. Erstens ist die Welt gerade nicht so richtig schön..❓…na gut, das will ich so nicht sagen und denken. Traumhafte Landschaften warten auf mich. Sie wollen gesehen werden…❓…..Ach so, nein, den Landschaften ist es wahrscheinlich egal, ob ich komme oder nicht, sie wollen ihre Ruhe.

Ich werde zu Hause bleiben. Meine Pflanzen betüddeln und den neuen Sichtschutzzaun genießen. Ich habe jetzt auch draußen eine ordentliche Privatsphäre. Hören ja, aber sehen..😁..damit ist jetzt Schluss. Das gefällt nicht jedem, aber mir.😎

Wisst Ihr noch, dass ich mir vor über einem Jahr einen Kupplungsträger gekauft hatte? https://frauholle52site.wordpress.com/2019/06/15/radius-erweitern/ Schon die Anschaffung regte mich furchtbar auf. Und wie ich nun einmal bin, brachte ich das Ding mitsamt Nummernschild in meinen Schuppen und da blieb es dann auch die ganze Zeit über liegen. Immerhin sah ich es mir ab und zu zweifelnd an.😬 Alles, was mit Technik und stecken und Steckern zu tun hat, macht mir Angst und beim Auto erst recht. Unfassbar blöd, aber nicht zu ändern.😳

Dann vergaß ich diese Angelegenheit.😅

Bis ich Freitag einen Entschluss fasste und meinen mich besuchenden Sohn und seine Freundin bat, mir den Kupplungshänger oder Fahrradträger oder wie immer das auch heißt, anzubringen. Am Auto! Ruckzuck war das getan und ich befestigte mein Fahrrad selbst und ganz alleine💪 und fuhr eine Proberunde. Mein Besuch sagte mir, dass mein Fahrradträger links blinkt, wenn das Auto rechts anzeigt und umgekehrt. Zügig steckten die beiden den Stecker um und alles hatte seine Richtigkeit.👍

Und weil ich nicht wieder ein Jahr warten wollte, machte ich mich Samstag mit Auto und Fahrrad und Fotoapparat auf den Weg!!!!!🥁🏆

Ich parkte in Gartow und fuhr mit dem Rad zum Ruhe Forst. Dann noch weiter fast bis zur Elbe und zurück. Und schnell noch um den See geradelt und frohgemut das Rad wieder ans Auto gedockt. Reibungslos. 💪💪💪

Und ich schmetterte das Lied auf dem Rückweg von der schönen Welt in die Gegend, denn da, wo ich war, war sie wirklich schön, die Welt. 🌞

Kleines Mädchen

Ach, du arme Kleine. Komm her, ich nehme dich in den Arm. Ich bin für dich da. Du bist hier sicher. Guck mal, wie gemütlich wir es haben. Du darfst im Garten spielen. Du darfst laufen und hüpfen und fröhlich sein. Ja, sing nur so laut du kannst. Natürlich, auch weinen ist erlaubt. Du darfst deinen Willen wollen. Du darfst ausprobieren, was zu dir passt. Hier hast du Malstifte, Knete, Tusche, eine Schere und Buntpapier.

Ja, du darfst jetzt auch zornig sein. Es wird nichts passieren. Ich halte dich und liebe dich. Du hattest soviel Grund, wütend zu sein. Angst zu haben war angebracht. Du wurdest nicht gesehen. Es war dir nicht erlaubt, du zu sein und zu fühlen, was du fühlst. Wie schrecklich sind sie mit dir umgegangen. Ja, du wurdest verschickt. So hieß das damals. Ein kleines Mädchen wurde verschickt wie ein Paket. Es war zu dünn. Zu dünn!

Und dann hast du nichts mehr gefühlt und schnell vergessen. Wie Blitzlichter tauchen Erinnerungen auf. Jetzt, nach so vielen Jahren. Essen müssen bis zum Kotzen. Und dann gleich noch mal. Still sein. Nicht auffallen. Im Bett liegen wie ein Brett. Heimweh nicht erlaubt. Weinen nicht erlaubt. Lachen wahrscheinlich auch nicht. Ach, die Mutter fehlt und der Vater und die Oma und der kleine Bruder. „Der Mond ist aufgegangen“ gesungen von der Mutter kurz vor dem Schlafen. Wird es das noch einmal für dich geben? Jetzt, im großen Schlafsaal vergisst du dein Zuhause fast, denn du musst aufpassen, darfst dich nicht bewegen, mit dem Gesicht zur Wand! Wer nicht schläft, fliegt raus. Wer weint, darf das auf der Bank vor dem Schlafsaal tun. Bloß nicht ins Bett machen. Toilettengang nicht erlaubt. Krank werden, das geht. Krankenstation mit liebevoller Schwester. Kuschel dich ins Bett, meine Kleine. Auszeit vom Schrecken da draußen am Meer.

Komm her meine Kleine. Die Verletzungen kann ich nicht heilen. Das bleibt. Ich sehe dich, wie du dich zusammen kauerst und ganz klein machst. Gefühle gibt es nicht mehr. Sie nicht zu fühlen rettet Leben. Komm her, meine Kleine. Du bist jetzt hier und du bleibst bei mir. Ich konnte dich früher nicht sehen, denn ich hatte so viel zu tun und auch große Angst. Aber jetzt ist es Zeit und ich habe die Kraft, den Schrecken mit dir zu teilen.

Und vielleicht wird es besser. Vielleicht kann ich mich in Zukunft öffnen und Nähe leichter ertragen. Dabei hilfst du mir, meine Kleine. Aber erst einmal ruhen wir uns aus. Ich bin für dich da und heute gibt es Schokolade, soviel du willst. Dann bleibe ich eben dick, das ist gerade nicht so schlimm. Denn dicker sollte ich ja werden, damals. Das Ziel ist also erreicht.

Du lachst. Wie schön, meine Kleine. Geh in den Garten und lege dich in die Sonne. Und heute Nacht gucken wir Sterne! Du wirst sehen, wie die glitzern und funkeln! Komm her meine Kleine, wir hören Musik und wir wissen, der Schrecken ist vorbei. Er kommt auch nicht wieder, dafür sorge ich, denn ich bin eine starke Frau.

Gestern lernte ich das kleine Mädchen in einer Aufstellung kennen, welches noch in mir steckt. Gut versteckt hatte sie doch großen Einfluss auf mein Leben. Ich bin, wie ich bin, weil es sie gab und ich sie nicht sah. Jetzt kann ich mir vieles besser erklären und das entlastet mich. Auch wenn so tiefe Verletzungen nicht geheilt werden können, kann ich doch einiges für das kleine Mädchen in mir tun.

Und ich bin nicht alleine! https://www.op-marburg.de/Marburg/Das-stille-Leid-der-Verschickungskinder

Kleine Jammerei

Kleine Jammerei

Ich habe große Lust zu jammern.

Das wäre völlig unnütz, ja, ich weiß.

Trotzdem.

Ich trage ja selbst und ganz allein die Verantwortung für mich.

Niemand kann mir die Entscheidungen abnehmen.

Niemand will das auch.

Katapultiere ich mich ins Abseits?

Stehe ich mir selbst im Weg?

Die Gelassenheit lächelt und rät mir, abzuwarten.

Es wird sich zeigen, was wird.

Ich suche den Weg zwischen Vernunft und Risiko.

Wenn es denn ein Risiko gibt.

Das weiß ich eben nicht.

„Ach, wäre ich doch noch ein Paar! Dann wäre alles leichter“, denke ich, wenn ich die Nachrichten meiner gepaarten Freunde lese, die überall sind, nur nicht zu Hause.

Wunderbar, jetzt jammere ich doch. Aber ist doch wahr!

Mein Bauchgefühl weiß, alles wird sich finden.

Und ich gebe das Zweifeln auf.

Und gestern war ja schön.

Und vorgestern auch.

Heute lebe ich im Heute.

Und für heute ist auch alles klar!

Das kleine Chaos

Das kleine Chaos

„Unordnung! Hier herrscht Unordnung, Chaos und Anarchie. Nicht überall, aber doch vorhanden. Das muss weg. Das geht so nicht. Das stört. Also los, beweg dich!“, schimpft der innere Antreiber.

Ich nehme meinen Fotoapparat und knipse drauflos. Klick….klick…..klick. Ich hatte vor ein paar Tagen ja schon damit angefangen. Sicher finde ich noch mehr Motive. Der Antreiber weiß nicht, was das soll. Er will, das ich aufräume und nicht, dass ich mein Chaos noch dokumentiere und lieb habe. Und veröffentlichen darf ich die Bilder auf keinen Fall! Was sollen denn die Leute denken?

Ich will nicht aufräumen. Die Chaos-Inseln zeigen Persönlichkeit. Der innere Kritiker zuckt zusammen? „Was, Persönlichkeit? Du bist ja nicht mehr bei Sinnen! Räum das weg, bevor Besuch kommt!“ Der Antreiber nickt und streng guckt das schlechte Gewissen um die Ecke.

Ich knipse weiter und finde, dass einiges tatsächlich zu persönlich ist, um es ins Netz zu stellen. Zum Beispiel das bewohnte Sofa, welches nach einem wundervollen Sonntag-Fernsehabend mit Tatort und „Freude schöner Götterfunken“ (https://www.zdf.de/kultur/musik-und-theater/berlin-feiert-beethoven-100.html) wirklich nicht schön aussieht. Das räume ich gleich auf. Und die Schubladen gehen auch niemanden etwas an. Darum sind es ja Schubladen, damit man sie zumachen kann, oder? Aber ein paar Bilder zeige ich. Mutig werde ich es wagen. Was kann denn schon passieren?

„Alles Mögliche!“, zetert die Furcht. „Oh nein, das geht nicht gut!“, sorgt sich die Bewertung. „Klar, das darf sein!“, grinst die Kreativität. Die Gelassenheit nimmt es gelassen und ich mache das jetzt einfach!

Habt Ihr auch ähnliche Ecken? Hört auf sie zu verstecken! Zeigt sie mir! Stehen wir zu unseren Persönlichkeiten und zur Ansatz-Anarchie!

Nun werde ich aber gleich aufräumen und das Chaos ordnen. Vielleicht kommt ja heute doch noch die Ordnungsliebe vorbei und schimpft mich aus!

September

September
Septemberwochen
bleiben still 
sie füllen sich mit Erinnerungen
und die Sehnsucht
noch einmal neben Dir zu gehen
kommt und geht.

Ich schaue mich um
und webe die Vergangenheit 
in meine Gegenwart mit ein
ich lebe
im Sommer
der zu Ende geht
und sehe die Sterne funkeln.

Ein Teil von Dir
blieb 
bei unseren Kindern
und mir.

Wenn diese Septemberwochen
erst einmal vorüber sind
werde ich verstehen
dass ich nicht so wichtig bin
und ich höre auf
mich als Mittelpunkt zu sehen
um den sich alles dreht.