Alternative Realitäten

Kürzlich sah ich eine Serie, in der die Protagonisten in alternative Realitäten reisen konnten: https://www.moviepilot.de/serie/hatte-ich-dich-nie-getroffen. Ich mochte diese philosophische Betrachtungsweise der unterschiedlichen Universen, in denen das „Was wäre , wenn….?“ immer wieder neu erlebt wurde.

Wir leben ja alle in unserer eigenen Realität. Jeder Mensch schafft sich sein Universum und es ist fraglich, ob wir uns je wirklich begegnen können. Früher dachte ich das, heute bin ich mir nicht mehr so sicher.

Meine eigene Realität verändert sich ständig. Manchmal spiele ich mit ihr. Das verschafft mir Bewegungsfreiheit und Stabilität.

Drei Schwestern

Ich schlafe tief und fest, als es klingelt. Mitten in der Nacht mache ich natürlich nicht auf. Das ist klar. Und dann ist jemand im Haus. Ich gucke nach und finde meinen Ex-Mann in der Stube. Wir umarmen uns. Er legt sich auf das Sofa und ich deckte ihn zu. Dann gehe ich wieder in mein Bett. Ich bin traurig und kann es nicht ändern.

Mein Mann ist vor einigen Jahren gestorben. Es muss also ein Traum gewesen sein. Er war mir so nah, als wäre er da. Habe ich das Klingeln mitten in der Nacht auch nur geträumt?

Als ich am frühen Morgen aus dem Fenster gucke, begrüßt mich der Klatschmohn in roter Pracht. Die Blüten wiegen sich im Wind, so als ob drei Schwestern miteinander tanzen, denke ich und bin erleichtert.

Ein paar Stunden später sind ihre Blütenblätter fortgeweht.

Sonntagsruhe

An die Sonntagsruhe halten sich die Vögel im Mai ausdrücklich nicht. Das ist ganz wunderbar, denn morgens sind alle anderen ziemlich still im Wendland. Noch. Am Donnerstag beginnt die Kulturelle Landpartie (https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturelle_Landpartie), die uns bis Pfingstmontag Touristenströme ins Land schwemmt. Allerdings auch viel schöne Kunst, Theater, teure Kleidung, Schmuck und Krempelkram. Theater, Musik und Kuchen in Massen gibt es in fast allen Dörfern zu verzehren. Der ursprünglich Sinn der KLP geht ein wenig verloren, finde ich, aber einige politische Diskussionsrunden und Ausstellungen werden immer noch angeboten. Die Pandemie ist für die meisten Menschen kein Thema mehr und viele freuen sich auf die turbulenten Tage.

Ich bin ja mehr für die Stille. Die Wolken am Himmel und eine angenehme Kühle lockten mich gestern auf das Rad. Lange war ich in der wunderbaren Mailandschaft unterwegs. Zum Schluss radelte ich noch am eigenen Vorgarten vorbei, der der bunteste in unserer Reihenhausreihe ist und darum von mir fotografiert wurde.

Eine lustige Nach- Geburtstagsfeier einer Freundin mit temperamentvollen Plaudereien gefiel mir als Kontrastprogramm zum ruhigen Alleinsein und Naturgenießen. Beides hatte ich gestern.

Serienmarathon

Serienmarathon

Mit meinen Gedanken bin ich in Dänemark. In meinen Träumen bin ich dorthin ausgewandert. In der Realität wird das nie passieren, aber immer wieder kam mir in den Sinn, dass ich mir wenigstens die dänische Serie „Rita“ als Ersatz dafür doch noch einmal ansehen könnte. ( https://www.dwdl.de/wocheinserie/78981/rita_diese_lehrerin_sollten_sie_kennenlernen/)

Gedacht und passiert. Ich stecke mitten im Serienmarathon und kann nicht genug bekommen von der dänischen Pädagogik und Lebensart. Auch wenn mir Ritas ewige Raucherei auf den Keks geht, alles andere finde ich spannend, liebenswert und manchmal auch sehr lustig.

Ich war auch Lehrerin. Natürlich bin so ganz anders als diese Frau. Aber einige ihrer Eigenschaften, Sehnsüchte und Haltungen finde ich doch in mir wieder. Darum denke ich: Wenn mein Leben eine Serie wäre, kämen mit den richtigen Einstellungen und einer guten Schnitttechnik mindestens 20 erfolgreiche Staffeln dabei heraus.

Ich mag diese Idee und bin zufrieden. Auch wenn es jetzt ruhiger um mich herum ist, ein turbulentes soziales Leben habe ich gehabt! Und es wird ja auch noch ein paar neue Folgen geben……

Nachmittags im Garten

Vorgestern regnete es und im Garten freuten sich alle darüber. Ich setze mich gestern dazu und weil es so heiß war, stand ich für viele Fotos gar nicht erst auf. 😎Und dann las ich von den Verlassenen (https://www.deutschlandfunkkultur.de/roman-postapokalypse-aus-den-usa-100.html). Menschen verschwinden auf der ganzen Welt. Unter anderem auch Putin. Den Gedanken finde ich klasse. Allerdings fürchte ich, dass sich immer schnell jemand gefunden hätte, der ihn ersetzt. Dabei fällt mir ein, dass ich diese Geschichte auch als DVD habe. Muss ich mir mal wieder ansehen. Mit Netflix komme ich ja zu nichts anderem mehr.😉

Und nun meine Fotos aus dem Garten und jetzt muss ich mich sputen! Habe was vor!

Heute denke ich….

Oh, eine große, riesige, schwarze Biene im Vorgarten! Schnell den Fotoapparat geholt und schon ist sie wieder weg. Die Blaue Holzbiene aus der Nachbarschaft meine ich. Andere sind noch da. Es summt und brummt und flattert um mich herum. Das Fotografieren übersteigt gerade meine Fähigkeiten, die sind einfach alle zu schnell. Nur ein Foto ist regenbogentauglich:

Ist nicht schlimm, dass es mir nicht gelingt, die Schmetterlinge und Flatterbienen einzufangen, denn Ihr wisst ja, dass andere Kolleg*innen in ihren Blogs das viel besser können. Bei denen gibt es viel Schönes zu entdecken.

Ich kann jedenfalls wieder gut schwitzen. Tropisch ist es draußen, feuchtwarm die Luft und blassblau der Himmel. Ich werde gleich meinen neuen Fahrradhelm ausführen. Eigentlich will ich nichts auf dem Kopf haben und genieße so gerne den Wind in meinen Haaren. Aber ich werde mich vermutlich lieber an meinen schicken Helm gewöhnen, denn mein Gleichgewicht ist auch nicht mehr das, was es mal war. Mein guter Wille ist also da, mal sehen, wie sich das Radeln mit dem Ding anfühlt.

Ein Blick auf die Waage heute morgen zeigt mir eine Zahl, die ich dort lange, lange nicht mehr gesehen habe. Es geht in die richtige Richtung! Eigentlich wollte ich nicht darüber berichten, aber ich bin so stolz auf meine Leistung! Gewohnheiten zu verändern ist so verdammt schwer! Aber es scheint zu gelingen, Motivation habe ich im Laufe der Jahre genug angesammelt. Vielleicht schaffe ich es bis zum Urlaub, einen gewissen Zehner zu unterschreiten……das wäre zu und zu schön. Dann wäre ich wohl wieder etwas beweglicher und sähe auf Fotos vielleicht nicht mehr wie die dicke Alte aus, sondern nur noch wie die etwas mollige Alte mit den komischen Gelenken.

Leider gelingt es unserer Gesellschaft nicht so gut, Gewohnheiten zu ändern. Im Freundes- und Bekanntenkreis sowie in der Verwandtschaft wird gereist, als ob es kein Morgen gäbe. Viele waren in diesem Jahr schon mehrmals weg, denn sie müssen ja so einiges nachholen. Kreuzfahrten sind gebucht, Wohnmobiltouren und jede Menge Flugreisen sowieso. Ich staune, denn alle finden, dass es mit der Klimakatastrophe doch bedenklich ist. Aber alle wollen das Leben genießen. Ja.

Mir bleibt die Bekundung meiner Mitfreude im Halse stecken. Den Gedanken, ob ich nicht einfach nur neidisch bin, kann ich nicht so ganz verneinen. Reisen mit meinem Mann waren immer wunderschön. Ja, ich beneide die Paare wegen ihrer gemeinsamen Reisefreuden ein wenig. Nur ansatzweise und kurz, ich schwöre😉! Und hätte ich jemanden, der mit mir und einem Wohnmobil durch Skandinavien fährt, ich würde sofort packen und ein halbes Jahr weg sein. Muss ich leider zugeben.

So, das sind meine Gedanken zum Mittwoch. Und jetzt radle ich los, bevor hier die 30 Grad erreicht werden. Habt es schön heute, Leute!

Schattenseiten

Das Leben hat auch Schattenseiten……

….und das ist nicht schlimm, denn wir können Farbe ins Spiel bringen.

Viele Gegebenheiten können wir nicht ändern, aber es liegt an uns, was wir daraus machen.

PS: Nachdem ich eine Weile über meinen Text nachdachte, frage ich mich, ob diese Fähigkeit uns Menschen dabei hilft, Kriege zu führen und unsere Erde zu zerstören……🤔

Kalte Sophie

Die kalte Sophie meinte es gut mit dem Wendland. Angenehme Temperatur, Sonne und kein Wind. Ich radelte also früh los und liebte meine Umgebung sehr. Zahlreiche Kühe, ein paar Pferde, Vögel und leider kein Storch, ein paar Insekten, eins davon flog direkt in mein linkes Auge, sodass es tränte, noch wenige Menschen, was gut ist, Katzen, Hunde und eine friedliche Stille. Einmal wusste ich nicht weiter und ein Schäfer mit Rastalocken zeigte mir den richtigen Weg.

Zuhause zeigten meine Lupinen im Vorgarten stolz, was sie können und ich lobte sie sehr, bevor ich nachmittags auf der Terrasse fand, dass es schon wieder zu warm dort war. Aber ich will nicht meckern.

Und nun brauchen wir dringend Regen!