Familienfotos

Familienfotos

Nach monatelangem WhatsApp-Hin-und-Her und vielen Wenns-und-Abers und allgemeiner Begeisterung haben wir es fertig gebracht, uns zu treffen. Wir, eine Familie, die sich weitgehend aus den Augen verloren hat, organisierte ein Treffen am See, ganz in meiner Nähe. Was hatte ich für ein Glück, dass alle zu mir kamen und weite Wege auf sich nahmen. Ich brauchte nur zu begrüßen und mich zu freuen.

Glücklich sah ich mir die vielen mehr oder weniger verwandten Menschen an, wobei ich die Lebenspartner und Lebenspartnerinnen natürlich dazu rechne. Einige kannten sich noch gar nicht und die Kinder waren auch keine Kinder mehr. Wie das so ist.

Als alle fünfzehn Personen vor Ort waren, wollte ich den denkwürdigen Moment für immer festhalten und merkte, dass mein Fotoapparat nicht in meiner Handtasche war. Auch das Handy nicht. Ich gleich so: 😱. Nur ein Gedanke blockierte mein Hirn: „So bald sehe ich meine Leute nicht wieder und ich kann das nicht fotografisch festhalten, weil der Fotoapparat Zuhause ist.“ Ich sprang also ins Auto, um ihn zu holen. Richtig süchtig und schon nach drei Minuten dachte ich: „Was mache ich hier eigentlich für einen Blödsinn?“ Ich wollte aber nicht umkehren, wollte mich nicht noch lächerlicher machen. Gut, Zuhause…… , äh,…….wie soll ich das sagen😬? Kein Handy, kein Fotoapparat. 😱.

Beschämt fuhr ich die 25 Kilometer zurück zum See😨. Meinen festen Vorsatz, nicht darüber zu sprechen, gab ich sofort auf, als ich in meiner Badetasche meinen Fotoapparat fand. Versteht Ihr? Nicht in meiner Handtasche, wie sonst immer, sondern in meiner Badetasche lag mein geliebtes Utensil. Es war die ganze Zeit am See, während ich hektisch hin- und herfuhr. Völlig ohne Sinn und vor allen Dingen ohne Verstand.

Nein, was haben wir alle gelacht 😂😂😂😬😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂.

Nur gut, dass diese Geschichte ganz unter uns bleibt!

Wir hatten eine fröhliche, entspannte Zeit miteinander, die wir mit Baden, Spielen, Klönen, Essen, Trinken, Tretboot fahren und allerhand Quatsch füllten. Ich liebte es, zu spüren, dass ich eine Familie habe. Sie zu sehen ist doch etwas anderes, als nur zu wissen, dass es sie gibt.

Mir ging das alles mal wieder viel zu schnell vorbei. Zum Glück konnte ich mir mit den Familienfotos eine bleibende Erinnerung verschaffen, weil ich ja meinen Fotoapparat doch noch gefunden hatte.

 

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Und immer wieder geht die Sonne auf

Und immer wieder geht die Sonne auf

Nati hat recht. Genau so ist es manchmal. Nicht das große Ganze sehen, sondern den Schrecken  in kleine Stücke zerlegen und gucken, wo man beginnen kann. Der erste Schritt ist gut zu schaffen. Ist er erst einmal bewältigt, zeigt sich oft ein erster Weg zum Ziel. Den geht man so weit, wie das Auge reicht. Und wenn man dort ist, sieht man weiter.

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Wird schon!

Und natürlich geht auch immer wieder die Sonne auf. Das wollte ich mir heute morgen genauer ansehen. Seltsam, kaum hat es in den Vortagen ein paar Tropfen geregnet, gibt die Erde schon wieder Feuchtigkeit ab. Nebelschwaden verzaubern meine gewohnte Umgebung in eine andere Welt. Und wie schön: es ist herrlich kühl. Ich speichere die Frische, so gut es geht, denn heute wird es wieder richtig warm!

Eigentlich habe ich gar keine Zeit hier zu sitzen, denn übermorgen kommt meine Familie ins Wendland: Geschwister, Nichten, Neffen, Cousine, Cousin, Patenkind, eigene Kinder und alle Lebenspartner und Partnerinnen, die dazu gehören. Und ich bin die älteste von allen. Die Seniorin sozusagen.

Das wird spannend. Wir sind eine bunte Familienmischung und haben uns teilweise schon seit Jahren nicht mehr gesehen.  Einige kennen sich noch gar nicht. Und ich werde mich zusammen nehmen und die erwachsenen jungen Leute nicht mit: „Meine Güte, bist Du groß geworden!“ , begrüßen. Ich hoffe, ich denke dran.

Obwohl wir uns am See treffen, ist doch noch einiges zu tun, denn den Abend werden wir bei mir ausklingen lassen. Dann soll es doch schön hier sein!

Bleibt nur zu hoffen, dass die Wettervorhersage richtig liegt!

Wird schon!

Wird schon!

Kennt Ihr das auch? Man hat etwas lange verdrängt und plötzlich kommt es auf einen zu und man will es sofort erledigen, aber das geht nicht, weil Informationen fehlen und man sich absprechen muss, was schwierig ist, weil Gefühle den Verstand überschwemmen und man höllisch aufpassen muss, sich nicht zu verlieren, sondern vernünftig und ruhig zu bleiben? Es muss erledigt werden, weil sonst die Hütte brennt. Es muss rechtzeitig angeschoben werden, damit man nicht in finanzielle Not gerät.

Im Moment sehe ich keine Lösung, nur Altlasten, die uns im Wege sind. Altlasten, die ich nicht mehr vermutet und wohl auch verdrängt habe. Nun stehen sie da und scheinen sehr bedrohlich zu werden. Sie scheinen mich unter sich begraben zu wollen.

Dabei hätte ich es natürlich wissen müssen.

Alles, was einfach schien, wird plötzlich schwer. Ich will sofort etwas tun, komme aber nicht weiter. Es ist ungewiss, ob ich es schaffen werde. Was berechenbar schien, wird plötzlich völlig unberechenbar. Das innere Kind weint, weil die Große so ratlos und ängstlich ist und an nichts anderes mehr denken kann.

Vielleicht sind das alles auch nur meine eigenen Ängste, die mir das Schwarzsehen unterjubeln. Es kann sein, dass ich mich zu sehr in das Gefühlschaos der anderen hineinziehen lasse. Wahrscheinlich sind meine Grenzen gerade einmal wieder brüchig geworden.

Vielleicht könnte mich der Optimismus wieder auf die Füße stellen. Vielleicht kann die Geduld mir einen Tee kochen und ein weiches Kissen aufschütteln. Vielleicht kann mir die Zuversicht ein helles Licht ins Fenster stellen und die Freude mich in die Arme nehmen, weil ich in nächster Zeit so viel Schönes vorhabe. Das Selbstbewusstsein kann beginnen, die Grenzen wieder herzurichten. Das innere Kind sollte spielen gehen und die Große sich wieder sicher fühlen.

Ich hole tief Luft und die Vernunft sagt: „Wird schon!“

 

Verletzte Seelen

Verletzte Seelen

Verletzte Seelen heilen nicht.

Es wird nicht alles gut.

Sie zerbrechen nicht an ihren Schmerzen.

Sie wandeln sie in Härte.

Dann überleben sie.

💔   💔   💔

Verletzte Seelen können lieben.

Die Liebe fühlt sich schutzlos an.

Besser ist der bekannte Schmerz,

der den schützenden Abstand hält.

Verletzung und Liebe werden eins.

💔   💥   💔

Verletzte Seelen weinen nicht.

 Tränen verwandeln sich in Wut.

Trauer und Angst dürfen nicht sein,

denn daran können verletzte Seelen sterben.

Darum hinterlassen sie manchmal

verbrannte Erde.

💔   🔥   💔

Verletzte Seelen öffnen sich,

wenn man sie zufrieden lässt.

Dann kehrt in gemeinsamer Arbeit

Frieden ein.

💖    🌷   💖

Besuch

Besuch

Hallo Leute, manchmal ist es nicht einfach mit den Weibern. Meine Frau Holle jammert, meine Iris ist streng und dann kommt auch noch Rosalind aus Österreich angereist und schimpft. Das Heinzelmädchen hat Urlaub von Frau Vro und den anderen, um sich mal selbst zu finden. Aber zuerst schimpft sie mit mir. Und Iris gleich mit, denn ich soll nicht mehr an andere Frosch-Mädchen denken, sondern nur noch an Iris. Das soll man, wenn Frosch-Mann Kinder hat.

Ja, meine Güte, ich mach ja schon. Iris ist wahrscheinlich die Beste. Aber ich kann doch nichts für meine Gefühle und außerdem ist es hart, wenn Frosch nicht mehr Frosch sein soll, sondern MannvonIris. Dafür hat Rosalind kein Verständnis und sie schimpft weiter. Iris weint.

Dann kommt unsere Zwetschge angeschwommen und man sieht, er wird bald ein richtiger kleiner Frosch werden. Er ist der einzige, der sich von unserer Brut noch bei seinen Eltern blicken lässt. Rosalind meckert nicht mehr mit mir, sondern bekommt Wasser in die Augen. Sie klopft mir liebevoll und anerkennend auf die Schulter, gibt Iris einen dicken Kuss und nimmt Kaulquappe Zwetschge auf den Arm. Sie gurrt und macht und tut. Dann wundert sie sich, warum er Zwetschge heißt. „Zwetschgen sind doch Pflaumen und keine Frösche, oder?“, fragt sie. Ja schon, aber Frau Vro sagt immer Zwutschkerl zu ihm und das kann ich mir nicht merken.

Iris und Rosalind ziehen sich mit Zwetschge zurück und ich bleibe da und schäme mich ein bisschen, ein Frosch zu sein. Weiber können Frösche nicht verstehen, wenn sie richtige Männer sind. Aber schön, dass Rosalind mal wieder bei uns ist. Ich werde ihr nachher ein paar Häppchen machen und sie fragen, wie es den anderen so geht und ihr sagen, sie soll schön grüßen. Rosalind will morgen auch schon wieder weiter, was Frau Holle traurig findet, weil sie doch extra das Haus geputzt hat, damit sich Rosalind gut erholen kann.

Ach die Frau Holle, sie jammert nur noch. Zu heiß, zu heiß, zu heiß und das Abnehmen fällt so schwer, weil sie sich nicht mehr bewegen kann, weil es so heiß ist. Sie steigt gerade zu mir in den Teich und fragt, ob wir nachher hier alle eine Abschiedsparty machen wollen. „Bis zum Hals im Wasser kann ich es gut aushalten und Rosalind kann ja am Rand sitzen und ihre Füße ins Wasser tauchen, damit sie es auch schön kühl hat“, sagt Frau Holle.

Gut, so machen wir das. Hauptsache Rosalind hört auf zu schimpfen!

So, meine Lieben, nun schicke ich Euch noch ein schönes Abkühlbild von mir!

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Unendlich

Unendlich

Ich liege im Garten und kann nicht schlafen, weil es zu schade wäre, die Augen einfach zu schließen. Der Mond ist nicht zu sehen, darum glitzern und funkeln die Sterne umso mehr. Die Milchstraße ist gut zu erkennen. Über mir herrscht reger Verkehr. Flugzeuge blinken und ich höre sie, ein leisen Brummen ganz weit weg. Die Satelliten machen es den Sternen nach, können sich aber nicht tarnen. Sie sind einfach zu schnell, so dass sie nicht als Sterne durchgehen. Sie bringen Bewegung ins All.

Sternschnuppen auch. Sie tauchen auf und ehe ich denken kann: „Oh, eine Sternschnuppe!“, sind sie schon wieder weg. Zum Wünschen bleibt keine Zeit, ich tue es aber trotzdem, auch wenn schon alles vorbei ist. Wer weiß, vielleicht hört doch jemand oder etwas meine Gedanken und denkt: „Ach, die Regine, die ist immer so brav! Nun will ich ihr doch mal schnell einen Herzenswunsch erfüllen.“ Wer weiß?

Ich liege unter dem Sternenzelt. Eine tröstliche Vorstellung. Ich bin geborgen auf der Erde und das Zelt schützt mich vor der Unendlichkeit. In Wirklichkeit sehe ich kein Zelt. Ich blicke in die unendliche Weite. Sie ist viel, viel größer, als alles, was ich mir vorstellen kann. Niemals, niemals werde ich wissen, was da oben los ist. Wobei  „oben“ nur ein Begriff ist, denn nichts kann oben sein, wenn sich alles nach allen Seiten ausdehnt. Unendliche mal unendliche Kilometer. Und das ist noch zu knapp gerechnet, denn eine Grenze wird es nicht geben und das Universum dehnt sich aus und hat niemals nie ein Ende

Es ist unendlich groß und es gibt unzählig viele Himmelskörper und Sternschnuppen. Wobei es diese natürlich gar nicht mehr gibt, sobald ich sie wahrnehme. Ich sehe jetzt ihr Vergehen, das vor ewig  langer Zeit stattgefunden hat. Natürlich existieren von den vielen Lichtpunkten, die ich Sterne nenne, ein Vielzahl auch nicht mehr, wenn ich meine, sie zu erblicken. Ich sehe sie trotzdem, auch wenn da gar nichts mehr ist, nur ein Loch im All. Das allerdings sehe ich nicht.

Nichts ist so, wie es scheint.

Manchmal denke ich, dass meine verstorbenen liebsten Menschen dort oben auf mich warten. Ich schaue in den Himmel, denke an sie und wünsche mir, dass sie meine Gedanken empfangen. Wahrscheinlich sind meine Verstorbenen nicht oben, sondern in meinen Erinnerungen. Das ist wohl ihr Himmel. Trotzdem, an Gedenktagen stelle ich eine Kerze auf die Terrasse und glaube daran, dass sie diesen kleinen Lichtergruß wahrnehmen.

Die Erde hält mich fest. Täte sie es nicht, würde ich mich auf den Weg machen und niemals wiederkehren. Meine Reise nähme kein Ende. Weil die Erde aber ihre Pflicht tut, lebe ich mein Leben auf ihr und bin froh darüber.

Ich schaue in den Himmel und weiß, ich bin im Verhältnis dazu nicht einmal so groß wie ein Atom. Ich bin verglichen mit dem Kosmos kaum vorhanden, mein Sein und Vergehen dauert nicht einmal einen Wimpernschlag. Trotzdem bin ich ein Teil des Großen und Ganzen. In homöopathischer Größenordnung natürlich, aber immerhin.

Ich liege im Garten und schaue in den Himmel. Es ist so schön, dem Gefunkel dort oben zuzusehen. Ich fühle mich geborgen und bin dankbar, dass ich an all dem teilhaben kann. Egal, wie groß der Kosmos ist, ich habe hier meinen eigenen und ich weiß, dass es unendlich viele Kosmen gibt, die so winzig sind, dass ich sie gar nicht wahrnehmen kann. Gibt es in der Winzigkeit auch eine Unendlichkeit oder setzt die Null dem ein Ende?

Ich liege im Garten und jetzt bin ich so müde, dass ich einschlafe.

 

Sieben positive Sommergedanken

Sieben positive Sommergedanken
  1. Im Hitzetaumel zerschnitt ich mit der Gartenschere meine Lichterkette. Nun habe ich eine neue, die hat dreimal so viele Lichter. Abends ist es sehr romantisch auf meiner Terrasse.
  2. Es summt und brummt in meinem Garten und die Schmetterlinge tanzen.
  3. Gestern fuhr ich abends mit dem Rad in einen herrlichen Sonnenuntergang.
  4. Eis schmeckt lecker und nasse Tücher um die Beine gewickelt kühlen wunderbar.
  5. Ich schlafe oft im Garten. Manchmal ist der Sternenhimmel unglaublich schön und die Sternschnuppen erst! Wenn alle meine Wünsche in Erfüllung gehen, werde ich eine sehr glückliche Frau.
  6. Vor ein paar Tagen saß ich mit einer Bekannten an ihrem Gartenteich. Zwei Frösche hockten am Rand  und beobachteten uns. Nein, Misi war nicht dabei, aber es könnten Mitglieder seiner Männergruppe gewesen sein. Meine Bekannte will Mehlwürmer für ihre Frösche kaufen, weil sie meint, es gäbe zu wenige Insekten. Womit sie recht haben könnte.
  7. Heute ist es nicht so heiß.