Das Große und Ganze wirkt auf mich beängstigend, unverständlich und immer absurder. Die Nachrichten bringen mir das Weltgeschehen in groben Zügen ins Wohnzimmer und das meiste möchte ich nicht so haben, wie es ist. Ich kann es aber so gelassen ertragen, weil ich nur zuschaue.

Ich halte mich an das, was ich unmittelbar erlebe. Hier kann ich mitwirken, die Zusammenhänge verstehen und wählen, was ich in mein Leben lasse und was nicht. Ich hoffe, dass es mir weiterhin so gut geht. Ich befürchte, dass sich das ändern wird. Für die nächste Generation allemal. Aber das ist ja schon wieder das Große und Ganze und wird von mir gerne ausgeblendet.

Diese Gedanken kamen mir gestern auf meiner Radtour. Ich weiß, dass der Regen fehlt und die Bauern um ihre Ernten fürchten. Und so nehme ich nur Trockenheit und Staub wahr und fürchte mich vor dem Klimawandel.

Wenn ich aber meine Perspektive wechsle und mir anschaue, was sich direkt vor meinen Füßen abspielt, sehe ich plötzlich blühende Landschaften.

 

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9 Gedanken zu “Blühende Landschaften

    1. Herzlichen Dank für das schöne Kompliment. Wenn ich meine Kamera mitnehme, stelle ich mir manchmal Themen. An diesem Tag waren es Blüten am Wegesrand. Ich dachte, ich muss danach suchen. Aber ich habe so viele gesehen, dass ich kaum vorwärts gekommen bin. Wahrscheinlich hätte ich sie übersehen, wenn ich einfach nur geradelt wäre ohne nach unten zu gucken…..

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  1. Oh wie schön. Eine schöne Blütensammlung. Da hast du aber viel blühendes aufgetan, wahnsinn! Schöne Fotoblumenserie 🙂 Ja, es ist interessant mit dem Blick bzw. dem Fokus. Beim Großen Ganzen können wir uns schnell verlieren, uns ohnmächtig und hilflos fühlen und das Negative scheint oft zu überwiegen. Aber wenn wir auf das gucken, was vor unseren Füßen liegt, beruhigt sich die Welt und sieht vielleicht, wie in deinem Fall, viel bunter aus. Das ist doch viel wohltuender als die gruseligen Nachrichten. Manchmal frage ich mich auch, warum noch Nachrichten gucken. Danke für den schönen Ausflug!! LG, Almuth

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    1. Hallo Almuth, danke für Deine netten Worte. Ja, ich will mich an meine Umgebung halten und die drolligen und schönen Momente genießen. Dabei will ich das Große und Ganze nicht aus den Augen verlieren, aber es soll mein Leben nicht beeinträchtigen, so lange es geht. Im Moment bin ich froh, nicht mehr als Lehrerin zu arbeiten. Viele Werte, für die ich stehe, werden von einigen Politikern in die Tonne getreten. Öffentlich und ohne dass sie groß Schaden nehmen. Viel Volk applaudiert und findet das großartig. Ich könnte das meinen Schülern nicht erklären, warum sie nicht auch so handeln sollten.
      Na gut. Als ich mir meine Fotos angesehen habe, dachte ich: „Almuth würde jetzt wissen, wie die alle heißen. Und wenn sie es nicht wüsste, würde sie nach den Namen forschen.“ Ich kenn nicht alle Blumen, behalte das Unwissen aber für mich. Ich war sehr erstaunt, dass ich so viele Blüten gefunden habe, obwohl es doch so trocken war. Heute regnet es übrigens ganz wunderbar. So ein richtiger Landregen, der sich heute gerne hier austoben darf! Liebe Grüße! Regine

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      1. Ja, hier hats auch schon geschüttet und es regnet noch! Zum Sommeranfang etwas merkwürdig, aber im Prinzip dürfte es für mich den ganzen Tag so regnen 🙂 Wie selten freut man sich deartig über Regen!! – Ach ja, die Blumen kann man auch so genießen, da hast du Recht. Ich bin immer neugierig, was da wächst. Mir gings genauso wie dir: ich staune, was bei der Trockenheit bei dir zu sehen ist. So manche Wildblume kommt damit ja besser klar, zum Glück! – Vielleicht kann man das Große Ganze nicht ausblenden, aber man sollte es sich mit Abstand ansehen und nicht in Depressionen versinken. So schlimm manches ist, helfen tuts keinem, wenn wir uns reinsteigern und es uns selbst schlecht und schlechter geht und schlimmer noch, uns handlungsunfähig macht…wer bei sich bleibt, kann sich auch engagieren und andere Werte vermitteln 🙂

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  2. Sehr kluge Einstellung! wie oft spazieren wir durch die schönste Landschaft, ohne etwas zu sehen, weil unser Kopf mit den Problemen der Welt befasst ist. Alles zu seiner Zeit! Die Weltprobleme werden nicht weniger, weil wir den Schmetterling auf der blühenden Wiese übersehen. (Womit ich natürlich nicht sagen will, dass wir die Probleme übersehen sollten. Doch sollten sie unsere Gegenwart nicht verbittern, denn so ist niemandem geholfen)

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    1. Genau so sehe ich das auch. Das kann ich erst seit einigen Jahren und es ist wohltuend, nicht mehr zu denken, ich müsste dazu beitragen, die Welt zu retten. Ich habe mit mir und meiner engsten Umgebung eigentlich genug zu tun. Da ist noch viel Luft nach oben.

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