Meine Güte, was für ein Tag! Das ist gelogen….eigentlich sind es zwei Tage. Oder drei?

Ich lese gerade „Nächste Ausfahrt Zukunft. Geschichten aus einer Welt im Wandel“ von Ranga Yogeshwar.

“ Dieses Buch kommt zur rechten Zeit. Wir befinden uns inmitten eines epochalen Wandels:  Die digitale Revolution, Fortschritte in der Gentechnik oder der Entwicklung der künstlichen Intelligenz greifen in fundamentaler Weise in unser Leben ein verändern ganze Branchen, aber auch Lebensmodelle und ganz konkret unseren Alltag. Das Smartphone ist erst zehn Jahre alt, aber hat von Amazon bis WhatsApp, von Airbnb bis Uber unser Leben umgekrempelt. Und was mag da noch alles kommen, und wie rasch?  Viele fürchten sich vor einer Welt, die so anders sein wird als alles, was wir kennen.

Yogeshwar stellt die aktuellen und zukünftigen Umbrüche auf verständliche Weise in ihrer ganzen Breite dar: von der Digitalisierung bis zur Gentechnik, von der Totalüberwachung bis zum (Alb)Traum vom ewigen Leben. Er berichtet von seinen Besuchen in einem Klon-Labor in Südkorea, im Forschungslabor für künstliche Intelligenz in Schweden und in der Ruine eines Atomkraftwerks in Japan. Er schildert seine Fahrt im Prototyp eines autonomen Fahrzeugs, testet im Selbstversuch, wie man mit einem „infizierten“ Handy abgehört werden kann und erinnert sich an seine Kindheit in Indien, dem Subkontinent, auf dem Vergangenheit und Zukunft eine spannende Symbiose eingegangen sind.

Yogeshwar ordnet die gegenwärtigen Entwicklungen auch in die Menschheitsgeschichte ein, die immer eine Geschichte des Fortschritts war. Entscheidend wird sein, das ruft er uns zu, dass wir die Chancen, die mit dem Wandel auch verbunden sind, wahrnehmen und die Gestaltung der Zukunft nicht anderen überlassen, sondern selbst in die Hand nehmen“

Zu allererst frage ich mich, wie kann ein Mensch nur so intelligent sein, so viel wissen, so viele Sprachen sprechen, so viel reisen, so interessant schreiben, so realistisch, optimistisch und sympathisch sein? Wie kann einer so gut erklären, dass auch ich das verstehe? Unglaublich.

Gedanklich bin ich gerade sehr in meine und die deutsche Geschichte eingetaucht und irgendwie auch noch nicht wieder ganz aufgetaucht. Nun, so dachte ich, will ich doch mal sehen, dass ich in die Gegenwart zurückkomme und nehme mir das Buch von Yogeshwar vor. Ich habe es noch nicht durch, aber ich bin für aktuelle Entwicklungen wacher geworden. Nachrichten sehe ich gerade mit anderen Augen. Ich scheine plötzlich mehr und besser zu verstehen. Und ich fühle ganz intensiv die „Wunder“, anders kann ich es nicht beschreiben. Ich fühle die Weite des Weltalls, wobei mir etwas schwindelig wird, und die Unwahrscheinlichkeit der Erde. Alle Entwicklung scheint mir wunderbar, zauberhaft und überhaupt nicht selbstverständlich. Was für ein Wunder, dass ich lebe.

Ich lese von der Technik und was alles möglich sein wird. So weit sind wir von Real Humans , der dänischen Serie, die ich 2013 das erste Mal gesehen habe, gar nicht mehr entfernt. Was ist menschlich? Diese Frage muss vielleicht bald neu gestellt und beantwortet werden.

Ich weigere mich, zu viel Technik in mein Haus zu lassen. Lampen schalte ich noch selbst an und die Kühlschranktür öffne ich alleine, wenn ich wissen will, ob ich Milch brauche. Ihr wisst, was ich meine! Aber wenn ich genau hinsehe, umgibt mich doch schon ziemlich viel Digitalität. Meine Heizungsanlage bewältigt zum Beispiel ihre Aufgaben ohne mein Zutun. Ventile an den Heizkörpern arbeiten selbständig und tyrannisieren mich manchmal. Ab und zu fallen sie ab und ich sehne mich nach den guten alten Entscheidungen, ob ich 1, 2, 3 oder sogar 5 einstellen will. Bald wird auch mein Telefon digital, aber das wisst Ihr ja schon.

Mein Laptop ärgert mich und jetzt bin ich fast davon überzeugt, es macht das mit Absicht. Und jetzt komme ich auf meinen ersten Satz zurück. Seit drei Tagen arbeitet mein PC mal zuverlässig und prima (wie jetzt, allerdings spinnt meine Maus plötzlich und lässt sich kaum bändigen), und manchmal macht er nur noch Quatsch oder gar nichts mehr. Ich versuche ihn wieder in Gang zu bringen und dann arbeitet er, also mein PC, viele Stunden selbständig und ich sehe nur die Ladeanzeige ( blauer kreisender Kreis). Ich sitze natürlich nicht die ganze Zeit dabei, sondern beschäftige mich mit anderen, analogen Dingen, aber gedanklich bin ich bei ihm oder ihr, meiner Maschine. Ich habe das Gefühl, sie macht, was sie will und ich durchschaue nichts mehr.

Übrigens finde ich auch die Korrekturen bei WordPress ziemlich eigenständig. Manchmal denke ich, ich sollte alle Korrekturvorschläge einfach mal übernehmen Ladeanzeige wird dann zur Todesanzeige, Leuchtmittel zum Zuchtmittel und Ranga zum Tanga. Aber hier habe ich noch das Sagen! Meisten jedenfalls! Manchmal finde ich beim Durchlesen ganze Satzteile nicht da vor, wo ich meinte sie geschrieben zu haben. Geht Euch das auch so? Oder spielt nur mein PC so lustige Streiche?

Meine Güte, was für ein Tag! Heute machte auch mein Handy schlapp. Es wollte nicht so wie ich und plötzlich ging doch wieder alles reibungslos. Meine Schreibtischlampe streikte und ein Leuchtmittel im Flur blieb dunkel. Sie haben sich verschworen!

Ach könnte doch Ranga kurz vorbeikommen und mir meine kleine Welt erklären! Dann wäre ich wieder Herrin im Haus!

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16 Gedanken zu “Ganz wunderbar!

  1. Hallo Regine.
    Ich bin da völlig deiner Meinung. Technik ist schön und gut. Aber ich will über das Meiste selbst bestimmen. Das heißt selbst das Licht anschalten, die Heizung hoch drehen, den Kühlschrank begutachten, Einkäufe tätigen usw. Ich finde es gespenstig wenn alles nur noch computergesteuert funktioniert. Was wäre wenn der Strom ausfällt und man noch nicht mal rein oder rauskommt aus der Wohnung? Nein Danke.
    LG, Nati

    Gefällt 2 Personen

  2. Schöner Beitrag! Geht mir ähnlich. Technik die begeistert und uns so viel neues zu bieten hat – wie das Bloggen hier beispielsweise – aber auch ich möchte nicht zum Sklaven dieser Technik werden. Die totale Abhängigkeit von Computern, Robotern, Maschinen? Nein danke! Aber das läßt sich wohl nicht mehr aufhalten. Irgendwie muß man damit klarkommen und es ist ja prima, das wir unser Gehirn noch benutzen können 🙂 Das Buch klingt toll. Mit dem PC etc. nicht durchdrehen. Es gibt so Phasen, da ist der Wurm drin…LG, Almuth

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    1. Eine leichte Abhängigkeit vom PC kann ich schon spüren, wenn der nicht funktioniert. Nein, ich drehe nicht durch, aber es macht mir einfach keinen Spaß, wenn ich denke, dass ich alles in Ordnung gebracht habe und am nächsten Tag funktioniert es schon wieder nicht. Heute läuft er auch wieder so langsam, dass ich ihn gleich ausmache und beleidigt den Rückzug antrete! Liebe Grüße! Regine

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      1. Ja, sowas nervt, aber dann ist vermutlich irgendwo was immer noch nicht ganz in Ordnung, wenn er einen Tag läuft und einen nicht. Ich drück die Daumen, daß du das bald gelöst kriegst! Liebe Grüße, Almuth

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    1. Guten Tag, lieber Reiner, ich hätte Dein Grinsen im frühmorgendlichen Gesicht gerne gesehen. Aber um halb sieben habe ich noch tief und fest geschlafen. Sag mal, ist der Frühling schon bei Euch angekommen? Wenn ja, schicke ihn doch bitte weiter. Der Norden wartet sehnsüchtig!

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    1. Oha, da hast Du mich erwischt….Ich weiß das nicht. Ich weiß nur, dass diese oft recht seltsamen Vorschläge nur erscheinen, wenn ich im „Regenbogen“ schreibe. Woher ist mir natürlich rätselhaft. Wie so vieles im Internet….

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