Die Versuche, knarrende Betten und wackelnde Klodeckel in meinem Sinne zu beeinflussen, scheitern kläglich. Immer wieder versuche ich, die Oberhand zu gewinnen, aber die Dinge lachen mich aus und knarren und wackeln weiter vor sich hin.

Dagegen erfreut mich ein netter Mitarbeiter vom Gesundheitsamt am Telefon mit der Erklärung, dass ich doch eine dritte Impfung brauche, um als geboostert zu gelten. Bisher dachte ich, ich wäre das schon längst, denn meine erste war von Johnson & Johnson. Da brauchte ich ja keine zweite. Na gut, egal, momentan will ich sowieso nicht unter die Leute. Ich rufe also beim Hausarzt an und bekomme einen Termin für Ende Februar. Vielleicht gerade rechtzeitig, um die „Vierte“ nicht zu verpassen.

Ich habe damit das Gefühl, ich hätte für heute schon richtig viel geschafft, denn mein inneres Schwungrad braucht immer mehr Zuspruch, um sich weiter zu drehen. Es scheint mehr Energie zu brauchen, als es momentan bekommt. Ich fühle mich schon mit kleinen Vorhaben, wie zum Beispiel Einkaufen, Sport und Bewegung, Radfahren, die Wohnung einigermaßen in Ordnung zu halten, mir Themen für den Blog auszudenken und die gelbe Tonne rechtzeitig rauszustellen, ziemlich gefordert. Zwei Termine im Januar beim Zahnarzt und der Heilpraktikerin, vielleicht noch einer mit meinem NahdranSohn, scheinen schon erfüllend genug zu sein. Ob das nun am Wetter, an der Jahreszeit, an der Pandemie, an meinem Rheuma oder an mir liegt, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass es vielen Menschen ähnlich ergeht und insofern bleibe ich geduldig, lasse das innere Schwungrad langsamer laufen und finde mich ab. Und mit dem Abfinden finde ich mich auch ab, denn das ist schon anstrengend genug, auch ohne dagegen anzukämpfen.

Im Außen passiert also wenig, im Innen dagegen tobt das Leben. Es herrscht Aufruhr und will sich neu sortieren. Gut, das lasse ich gerne zu.

So, und jetzt koche ich mir ein Süppchen und wahrscheinlich begebe ich mich nach dem Essen ins Grau da draußen und fahre meine Radrunde. Ich habe wenig Lust dazu, aber ich weiß: Damit fülle ich meine Batterie ein wenig auf. Das muss sein, denn sonst bleibt das Schwungrad eines Tages ganz stehen und ich verdorre vor dem Netflix!😉

5 Gedanken zu “Schwungrad

  1. Du hast mir gegenüber auf jeden Fall das Radfahren voraus, vielleicht sogar noch einiges andere – aber ich habe dir 1+1+1+1+1 oder sogar noch +1 voraus, so dass ich es aufs Alter schieben kann, obwohl das sonst so gar nicht mein Ding ist.
    Wir werden unser Leben gutwillig beobachten und hoffentlich zeitig genug das Ruder rumreißen, wenn es nötig ist.

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      1. Da ist wahr! Wenn ich zu unzufrieden werde, denke ich an meine Lieben, die mit Anfang 60 gestorben sind. Die würden sicher noch gerne dabei sein.
        Ich frage mich gerade, wie Du Dein Schwungrad in Gange hältst. Vielleicht mit den Doppelkopfrunden? Mit Freundinnen, die Du ab und zu siehst? Mit Deiner Wohnung und dem Lila um Dich herum? Mit dem Internet und lecker Essen? 😊

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      2. Das mit dem Schwungrad kann ich dir gerne beantworten. Am wohlsten fühle ich mich, wenn ich richtig was zu tun habe Punkt vielleicht mache ich das wegen so gern in meiner Wohnung was. Doppelkopf ist nicht schlecht, aber manche von den Mitspielerinnen sind schon recht eigenartig. Kochen ist für mich ein einziger Grund, weil ich Hunger habe und weil ich überleben will. Ein Hobby ist das auf keinen Fall. Richtige Freundinnen habe ich hier in Berlin nicht. Also treffe ich mich auch mit niemand. Die Leute aus dem Haus sind mehr als eigenartig, da bin ich die absolute Außenseiterin.
        Farben und schöne Bilder an den Wänden sind für mich ein absolutes Muss, und nicht nur lila. Lange Zeit habe ich ja sehr viele Fotobücher gemacht, aber jetzt habe ich wenig Lust dazu. Die sind so Zeit und Geld aufwendig, und meine Nachwelt wird sie einfach im Schrank verstauben lassen oder wegwerfen.
        Das Internet und das Bloggen ist ein ganz ganz wichtiger Faktor für mich.
        Mein absoluter Lieblingsmensch ist ja mit 54 Jahren an Krebs gestorben. Und wir beide hätten es so gerne gehabt, dass er länger lebt.

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