Vom inneren Krampf und schönen Momenten

Ich erkenne, wie sehr ich mich von Außenreizen abschotte. Das war mir nie so bewusst gewesen. Wo ich bin, lebe ich und wo ich lebe weiß ich, was wahr ist. Das ist ein Irrtum.

Wenn ich mir die Hochzeitsfotos von anderen Beteiligten ansehe, denke ich: „Da war ich ja gar nicht dabei! Das habe ich nicht mitbekommen. Bin ich zu spät zur Feier erschienen? Wurde überhaupt getanzt?“ Und ich denke, ich habe so viel versäumt. Der innere Kritiker tobt. „Du dumme Nuss, du hast das gar nicht richtig ausgekostet! Den Urlaub mit den Kindern nicht und die Hochzeit erst recht nicht!“, schreit er mich an und meine Seele rollt sich zusammen.

Jetzt ist Schluss damit. Ich weiß es ja besser. Ich bin hochsensibel, darum! Und manchmal angstgestört noch dazu. Abschottung passiert, um mich zu schützen. Ich nehme nur Bruchstücke wahr, darauf konzentriere ich mich, alles andere tritt in den Hintergrund. Und es waren auf dem Fest ja auch furchtbar viele Eindrücke, die auf mich einhämmerten. Nur einen Bruchteil davon erlebte ich bewusst mit und das war schon genug. Die meiste Zeit habe ich mich sowieso draußen auf der Terrasse aufgehalten, habe den See und die Abendstimmung genossen und mich in Einzelgespräche vertieft. Das war schön und was drinnen passierte, weiß ich dann eben nicht. Mein Sohn sagt, es wurde getanzt…..

Vielleicht kennt Ihr ja auch ähnliche Situationen: der Fokus schnurrt irgendwie ein. Ganz deutlich wird mir das immer, wenn ich zum Beispiel vor Publikum spreche.

Und vielleicht wirke ich darum auf die, die mir nahe stehen, ab und zu recht seltsam, weil sie es nicht nachvollziehen können. Ist eben eine Beeinträchtigung so etwas und dafür habe ich alles so gut gemeistert, wie ich es konnte. Der innere Kritiker soll sich jetzt mal schnell wieder in den Garten verp….und Schluss jetzt mit den Selbstvorwürfen. Ein dickes Lob für das klare Bewusstsein und die Seele rollt sich wieder auf.

Und jetzt mal weg vom ICHichIch.

Ein Blick aus dem Fenster zeigt: es ist Herbst! Schwalben schweben und plötzlich sind alle weg. Andere und Blumen bleiben.

Entschuldigt die teilweise schlechte Qualität der Fotos. Vielleicht gehen sie als verwackelte Schnappschüsse schöner Sonntagsmorgenmomente durch.

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2 Gedanken zu “Vom inneren Krampf und schönen Momenten

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