Thema: Wendland

Viel Freude macht mir das Fotografieren, wenn ich mir ein Thema ausdenke. Das mache ich manchmal: Sommerfarbe Gelb, Rot, Blau, Gartengestalten und Froschperspektive wurden zum Beispiel im „Regenbogen“ gezeigt. Ich nehme mir aktuell das Motto: „Wendland“ vor und werde mit den Bullen anfangen denke ich und kehre mit einer mageren Ausbeute nach Hause zurück. Die Lichtverhältnisse sind es, nehme ich mal an. Heranzoomen bleibt erfolglos. Zum Thema „Wendlandbullen“ gelingt nur ein Foto und auf dem sind sie klein geraten.

Ich finde ihr Fressverhalten so witzig, der Alte frühstückt allein und die vier Jungbullen grasen Kopf an Kopf. Sie gehen sehr zärtlich miteinander um, was ich unbedingt festhalten will. Aber, wie gesagt, kein Foto gelingt.

Hier ein Versuch, sie mit der Bildbearbeitung deutlicher zu zeigen:

Na, ja, „Ausschneiden“ macht es nicht besser und darum zeige ich ein älteres „Bullenfoto“. Jungbullen im Pulk, der Alte passt auf.

Also, das Thema Bullen gibt nichts her. Alternativ fällt mir „Wendlandsonne“ ein. Sonnenblumen sind in diesem Zusammenhang originell, denke ich und fotografiere sie gerade, als plötzlich und unvermutet zwei Radfahrer an mir vorbei fahren, mitten in der Wildnis! Hier seht Ihr, wie sehr ich erschrecke.

Als das vorbei ist, versuche ich es noch einmal.

Und noch andere „Wendlandsonnen“ begegnen mir.

Zum Thema „Wendlandtour“ fällt mir auch etwas ein:

Ich suche nach Motiven zum Thema „Urlaub in Lüchow/Wendland“.

Und zum Schluss kehre ich in meinen „Wendlandgarten“ zurück und urlaube still vor mich hin.

Rede ich mir meine Lustlosigkeit zum Reisen eigentlich schön? Kann sein. Aber es gibt Schlimmeres!

Ganz nah

Während die Spatzen abends im Nachbargarten darauf warten, dass ich endlich verschwinde, damit sie ihren Schlafplatz im Sommerflieder wieder einnehmen können,…

…..freue ich mich, dass es den Blumen jederzeit egal ist, ob ich hier bin oder nicht.

Ich gehe ins Haus und sofort kommen sie zurück, die Spatzen. Sie plappern noch eine Weile vergnügt vor sich hin und dann ist Ruhe. Wenn ich das Schlafzimmerfenster vorsichtig öffne, bevor ich selbst auch schlafen gehe, sind wir uns ganz nah. Ich sehe sie nicht und weiß doch genau, dass sie da sind, die Kleinen, und das finde ich gut.

Blick auf das Spatzenhotel (nachts) und Schmetterlingsbar (tagsüber) vom Schlafzimmer aus heute morgen.

Lesetag

Urlaub bedeutet Freiheit. Nun, die habe ich als Rentnerin ja sowieso, aber zum Urlaubsgefühl gehört es, jederzeit das tun und lassen zu können, was ich will. Ja, stimmt, das kann ich als Rentnerin meistens immer jederzeit. Ich merke schon, es ist gar nicht so einfach, die Ferien zu Hause zu absolvieren.

Ich werde heute schon vormittags lesen. Und zwar im Garten, nicht, wie sonst, auf der Terrasse. Ich stelle meinen Campingstuhl auf, der mich normalerweise zum See begleitet, damit ich es genau dort bequem habe, wo ich sitzen möchte. Meist etwas abseits und im Schatten. Ferienstuhl also.

Sieht doch schon gut aus. Die Aussicht ist auch ganz schön, finde ich.

Das Meer denke ich mir aus. Nebenan klötert sowieso ziemlich penetrant ein Wasserlauf, den werde ich heute nicht als störend wahrnehmen, sondern als Wellengeplätscher umdeuten. Meine Phantasie wird das schon hinkriegen.

Zum Schluss noch die passende Lektüre und los geht es mit dem Erholung!

Das ist übrigens eine wunderbare Geschichte, die ich nur empfehlen kann. Als Roman und als Miniserie!
Olive Kitteridge Trailer (HD) Frances Mcdormand – Bing video

Und später werde ich im Garten picknicken und noch später den Sonnenuntergang genießen!

Und Ihr so? Auch im Urlaub? 😎

Urlaub

Ich verordne mir einen Urlaubstag. Ferien vom Alltag. Wunderbar!

Ich mache nichts anders als sonst, nur etwas langsamer. Und ich verändere die Routine. Ein wenig jedenfalls.

Ich gehe das erste Mal in dieser seltsamen Zeit wieder ins Schwimmbad. So als besondere Ferienaktion. Leider haben wir nur ein Hallenbad vor Ort. Ich gehe trotzdem und freue mich, dass nur eine Vorschulgruppe schwimmen übt und zwei fertige Schwimmer*innen ihre Bahnen ziehen. Eigentlich sollen wir im Kreis, aber wer will das schon. Niemand. Egal, ist ja auch nicht so viel los. Ich wundere mich über die geschlossenen Fenster. Und registriere, dass es voller wird. Ich dränge mich immer weiter an den Rand, ich will meinen Abstand. Aber den gibt es bald nicht mehr und einem „Kampfschwimmer“ ist es sowieso egal, ob noch andere Leute im Wasser sind. Bevor er mir noch beim Entgegenkommen ins Gesicht prustet, räume ich lieber das Feld. Immerhin bin ich in der Lage, mich 50 Minuten über Wasser zu halten.

Ja, ich bin geimpft, aber niemand weiß, wie „sicher“ das wirklich ist. Darum werde ich das Schwimmbad erst einmal wieder meiden und lieber im See planschen.

Meine Radrunde fühlt sich heute auch so an: Urlaubsmäßig. Es ist nicht zu warm, der Wind hat nachgelassen und ich mag es, wenn es bewölkt ist. Fröhlich besuche ich die Schafe, die nichts von mir wissen wollen. Sie stecken lieber ihre Köpfe zusammen.

Weiter geht es zur Lieblingskuhherde. Dort gibt es Kleine und Große und eine Schwangere und ein Vater auf der Nachbarweide, der sich ab und zu bemerkbar macht.

Die Störche sind auch noch vorhanden, sie werden sich aber bald verabschieden.

Alles irgendwie wie immer und doch sehr erholsam, wenn man sich im Urlaub wähnt. Der Sommer sieht übrigens ein wenig herbstlich aus, aber das geht mir ja genauso. Insofern nehme ich ihm das nicht übel.

Im Garten, direkt neben der Terrasse, blüht mein Sommerflieder. Tagsüber hummelt und flattert es es den ganzen Tag. Ich sehe dem Treiben tiefenentspannt zu. Ab und zu lese ich, esse etwas, trinke etwas, gucke etwas und gähne.

Abends wird mein Sommerflieder neuerdings zum Spatzenhotel. Wenn ich es wage, die Terrassentür zu öffnen, solange es noch hell ist, fliegen sie weg und warten im benachbarten Garten darauf, dass ich wieder im Haus verschwinde.

Und weil so ein Urlaubstag so schön ist, werde ich bis zum September Ferien machen.

Zimmerreisen 8: Q wie Quatsch

Zimmerreisen ist ein spannendes Schreibprojekt, welches immer wieder Erinnerungen weckt, egal welcher Buchstabe gerade bearbeitet wird. Das Regelwerk findet Ihr hier: https://puzzleblume.wordpress.com/2021/07/23/einladung-zu-den-zimmerreisen-08-2021/ Ich danke Almuth (naturaufdembalkon – Für mehr Natur in der Stadt und auf dem Land ! (wordpress.com)) und Puzzleblume für die Anregung zum mentalen Reisen.

Im Sommer ist es manchmal sehr, sehr heiß draußen und die Sonne scheint so dermaßen freundlich durch meine Terrassentür, dass die Hitze auch drinnen droht. Es ist kaum auszuhalten und so schließe ich den Rollanden und nur unten bleibt ein kleiner Schlitz für etwas Tageslicht. Ich selbst bleibe hübsch in der nun dämmrigen, aber erträglich kühlen Stube. Eine schmale Aussicht bleibt und die seht Ihr auf diesem Foto. „So ein Quatsch“, denke ich und freue mich über das Q.

Die grünen Beine gehören zu einem lustigen Gartenfrosch, den mir mein Sohn schenkte. Damals lebte Misi (auch so ein Quatschfrosch) noch bei Frau Holle, also mir. Dieser Gartenfrosch mit den langen Beinen kam allerdings nicht mehr in den Misi-Geschichten vor. Ich mag ihn trotzdem, denn er erinnert mich an meinen ersten Pandemie-Geburtstag, als Besuche nur sehr eingeschränkt möglich waren.

Die grünen Beine sind also das Hauptthema des Fotos und ich denke, wie schon erwähnt „So ein Quatsch!“ Ob ich noch mehr davon in einer abgedunkelten Wohnung finden kann? Oh ja, Quatsch gibt es genug.

Diese drei Gesellen scheinen etwas auszuhecken. Ob sie wohl Quatsch machen wollen? Das Männchen in der kleinen Kiste hat mir ein Sohn gebastelt und es ist gefühlte hundert Jahre alt. Der Vogel ist auch ein Geschenk meiner Kinder und wurde im Zoo Hannover erstanden. Der Frosch ist das letzte Weihnachtsgeschenk meines damals geschiedenen Mannes. Er setzte ihn heimlich zum Engelchor und ich bemerkte ihn den ganzen Abend nicht. Und als ich ihn dann bemerkte, hatte ich schon einen Schluck Wein getrunken oder zwei, ich weiß nicht mehr. Zuerst dachte ich, dass mir noch nie aufgefallen sei, dass ein Engel solche Klubschaugen hat. Dann stellte ich meinen Blick auf scharf und entdeckte den Handyfrosch. Ich bekam einen Lachkrampf, den meine Söhne und ihr Vater nicht recht nachvollziehen konnten.

Jetzt sind dem Frosch die Beine und ein Arm abgebrochen und er wurde mit Tesafilm geflickt. Er darf nur noch im Schrank sitzen, damit nicht noch mehr passiert. Vielleicht ist es Quatsch, so etwas aufzuheben. Ich kann mich aber nicht trennen. Er bewacht eine beklebte Streichholzschachtel (25 Jahre alt), in der winzig kleine, nie eingelöste Gutscheine eines Sohnes stecken. Die könnte ich vielleicht aus Quatsch doch einmal einlösen.

Im selben Schrank steht auch dieser eitle kleine Kater. Der Spiegel ist ein Untersetzer für Kerzen, wird aber meist vom Kater genutzt. Ich entdeckte ihn auf einem Flohmarkt in Dänemark. Auch er ist also ein Andenken an schöne Zeiten, in der noch viel Quatsch gemacht wurde.

Das Gruppenbild im Schrank lädt zum Quatschmachen mit der Fotobearbeitung ein. Ist vielleicht nicht lustig, muss jetzt aber sein, denn Zimmerreisen mit Q sind etwas abgehoben, finde ich. Quark hätte ich nicht nehmen wollen und Quantenphysik besitze ich nicht.

Ja, gleich seid Ihr vom Quatsche befreit. Nur noch der liegende Weihnachtsmann mit Tannenbaum, der in einem anderen Schrank sehnsüchtig auf Weihnachten wartet. Er begleitet mich fast ein halbes Leben lang und er ist zu lang, um im Schrank gerade stehen zu können.

So, das war meine Zimmerreise mit Q. Quatsch ist in einem Einpersonenhaushalt selten geworden. Quatsch braucht ein Publikum. Am liebsten eins, das auch Quatsch machen kann. Ich hoffe, ich habe Euch nicht zugequatscht.

PS: Wahrscheinlich ist es auch Quatsch, Selbsttests aufzuheben!

Jetzt

Ist es so, das Gärten die inneren Befindlichkeiten ihrer Besitzer*innen widerspiegeln? Wenn ich an meinen kleinen Mini-Garten denke, kann ich zustimmen. Im Laufe der Jahre veränderte er sich, weil ich mich veränderte und zur Ruhe kam. Heute sehe ich: es geht uns richtig gut, dem Garten und mir. Meine Ambivalenz macht mir zu schaffen und ich weiß nicht, wohin meine Lebensreise gehen soll, aber es gibt doch immer noch das Jetzt. Und mit diesem lebe ich so gerne zusammen, auch wenn es nie so bleibt, wie es eben noch war. Sogar dann. Das ist ein neuer Gedanke, den ich eben noch nicht dachte. Ach, wie schön.

Zimmerreisen 8: P wie Petronella und Puppenspiel

Zimmerreisen ist ein spannendes Schreibprojekt, welches immer wieder Erinnerungen weckt, egal welcher Buchstabe gerade bearbeitet wird. Das Regelwerk findet Ihr hier: https://puzzleblume.wordpress.com/2021/07/23/einladung-zu-den-zimmerreisen-08-2021/ Ich danke Almuth (naturaufdembalkon – Für mehr Natur in der Stadt und auf dem Land ! (wordpress.com)) und Puzzleblume für die Anregung zum mentalen Reisen.

Vorwort:

In Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat, sammelte ich Bilderbücher. Sie waren derer viele und eins der liebsten war “ Tomi Ungerers Märchenbuch“, Diogenes Verlag, 1975. Wie es sich in jenen dunklen Tagen gehörte, fand ich die Geschichte von Petronella (Jay Williams) emanzipatorisch beispielgebend. Denn hier rettet eine Prinzessin einen Prinzen, der vom bösen Zauberer gefangengehalten wird. Mutig absolviert sie die drei Aufgaben, die zur Rettung nötig sind. Nach einer aufregenden Flucht, denn der Zauberer gibt nicht auf und verfolgt das Paar, erfährt sie so allerlei Überraschendes und sie findet die Liebe ihres Lebens. Spoileralarm: Der Prinz ist es nicht.

Hauptteil:

In meinem Regal steht ein Foto aus längst vergangenen Tagen. Sie sind so lange her, dass es manchmal schwer fällt, zu glauben, dass sie keine Märchenerzählung meines Erinnerungsvermögens sind. Nein, das Fotos beweist einen gewissen Wahrheitsgehalt.

Und hier fängt die Geschichte von „Petronella“ und dem Puppenspiel an. Alles begann 1984 und ich war 32.

Wir waren zu dritt und mochten uns sehr. Gemeinsam verbrachten wir unsere Zeit mit Yoga, Basteln, kleinen Auszeiten und Strandbesuchen. Schließlich lebten wir auf Föhr und Föhr verbindet. Oder so ähnlich.

Eines Tages planten wir etwas Großes! Etwas Unerhörtes, etwas nie Dagewesenes. Wir wollten ein Puppentheater! Nicht irgendeines, sondern ein ganz und gar Selbstgemachtes. Mit Feuereifer verfolgten wir unsere Idee und setzten sie schließlich auch um.

Zuerst suchten wir die Geschichte aus. Was wollten wir spielen? Ich kramte Tomi Ungerers Märchebuch hervor und wir fanden, „Petronella“ sei geeignet. Sie spiegelte den Zeitgeist wieder, war lustig und passte zu uns. Wir wollten alle ein klein wenig Petronella sein. Und weil wir das so schön fanden, nannten wir unser noch nicht existierendes Puppentheater „Petronella“.

Ich schrieb das Drehbuch, welches noch in meinem Erinnerungskoffer liegt. Ja, ich hatte Talent, stelle ich heute fest. Gemeinsam bastelten wir die Handpuppen. Die Köpfe aus Fimo, die Kleider selbst genäht und bestickt. Zwischendurch übten wir unsere Texte und lachten uns schlapp. Und dann wurde die Bühne geplant und unsere Freunde boten ihre Hilfe an. Aber nein, wir wollten alles alleine machen. Schließlich hießen wir „Petronalla“ und wir konnten das selbst! Ja, nun, die Bühne sah etwas windschief aus. Aber das kaschierten wir später mit Luftballons. Die Kulissen entsprachen unseren Vorstellungen und schließlich war alles fertig.

Eine von uns war Inhaberin der Insel-Teestube und so war klar, wo die Premiere stattfinden sollte. Wir luden alle ein, die wir kannten und alle kamen.

Das Fotos zeigt uns kurz vor Beginn der ersten Vorstellung. Oh, wie war das aufregend! So viele Leute drängten sich, tranken Bier und Wein, plauderten und waren uns freundlich gesinnt. Und weil Puppenspielerinnen während der Aufführung ja selbst nicht zu sehen sind und sich unser Lampenfieber darum in Grenzen hielt, gelang die Märchenaufführung so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Das Publikum blieb bis zum Schluss des einstündigen Spektakels aufmerksam, lachte an den richtigen Stellen und manchmal auch dann, wo Lachen und Gejohle von uns nicht geplant war. Manchmal mussten wir mitlachen und das gehörte irgendwie dazu. Der Schluss-Applaus wurde bis zu Festland gehört.

Nachwort:

Und weil wir leider auseinander gegangen sind, spielen wir nicht bis heute. Ich bin gerade sehr gerührt, während ich dies schreibe. Und auch ein wenig sentimental.

„Petronella“ gab noch einige Vorstellungen. Dann wurde mein Bauch zu dick, denn ich war schwanger. Wir spielten nicht mehr zusammen, aber eine von uns übernahm die Bühne und tingelte durch die Kinderheime. Sie bastelte sich selbst ihre Puppen mit Köpfen aus Pappmaschee, so dass diese größer und auch in den letzten Reihen sichtbarer wurden.

Leider habe ich keine Fotos von unseren ersten Puppen. Wir teilten diese später, als ich die Insel verließ, auf und das hätten wir nicht tun sollen. Meine haben die vielen Umzüge nicht überlebt.

Mein Freund hat auf der Premiere ein paar Dias aufgenommen, die nicht so gut geworden sind. Ich zeige Euch trotzdem einige davon, denn sie sind besser als nichts und sie zeigen: Ich habe das nicht geträumt! Das war einmal!

Kunst um Mitternacht

Sobald es dunkel wird, gehen im Garten ein paar Lichter an. Klingt komisch und ist es auch. Diese Solarlampe ist bunt und ganz drollig. Ich wollte sie gestern kurz vor Mitternacht ins rechte Bild setzen und ein schönes Foto machen. Das Blitzlicht half und die Nachtaufnahmen verwackelte kaum. Das tun sie bei mir immer, weil ich kein Stativ besitze. Also, so in etwa sieht mein kleines Gartenlicht aus. Nicht spektakulär, aber im Dunkeln sieht man nur die Lämpchen funkeln.

Und dann ist es schon wieder ganz hübsch. Das sieht man hier nicht so richtig, weil, wie gesagt, Nachtaufnahmen ohne Blitzlicht kann ich einfach (noch) nicht so gut.

Weil ich mich so kurz vor dem Zubettgehen recht übermütig-kreativ fühlte, wollte ich sehen, ob ich mit der Kamera malen kann. Das Blitzlicht blieb aus und los ging es mit dem Experiment: Blende auf und Aktion!🤡

Ich bin begeistert! Und ich schwöre, dass ich diese Fotos nicht nachträglich bearbeitet habe! Ich malte mit dem Fotoapparat direkte Kunst und bin nun mal wieder eine Künstlerin! 😁

Aber so ganz ohne Bearbeitung geht es auch nicht. Da kenne ich ja nichts!😆

Zimmerreisen 7: O wie Ohrringe

Zimmerreisen 7: O wie Ohrringe

Zimmerreisen ist ein spannendes Schreibprojekt, welches immer wieder Erinnerungen weckt, egal welcher Buchstabe gerade bearbeitet wird. Das Regelwerk findet Ihr hier:https://puzzleblume.wordpress.com/2021/06/25/einladung-zu-den-zimmerreisen-07-2021/ Ich danke Almuth (naturaufdembalkon – Für mehr Natur in der Stadt und auf dem Land ! (wordpress.com)) und Puzzleblume für die Anregung zum mentalen Reisen.

Ohrringe und Ohrstecker besitze ich viele. Hier seht Ihr eine kleine Auswahl meiner Sammlung. Ein Paar ist geerbt und wertvoll, die anderen glitzern und glänzen billig herum.

Ich schmückte mich gerne mit ihnen. Ausgehen, arbeiteten gehen und überhaupt: Glitzern am Kopf war angesagt.

Diese, also eigentlich waren es ja zwei, einer ist weg, trug ich gerne, als ich Studentin war. Sie passten gut zum Parka, zu Pumphosen, zu Latzhosen und zu meinem Hennahaar. Fand ich.
Diese, also auch als Paar, ich habe gerade aber nur einen gefunden, erstand ich in Irland, als ich mit Kommilitonen dort herumreiste, mit Zelten, viel Regen und einer Lungenentzündung. Nein, nicht ich wurde krank, eine Mitreisende hat es erwischt und dann war zwei Wochen „Bed and Breakfast“ angesagt und unsere Urlaubskassen meuterten.
Diese hat mir mein Mann geschenkt. Damals, als wir frisch verliebt waren. Ich trug sie monatelang jeden Tag. Das war ein Gefunkel, wenn die Sonne schien! Und sie schien ja immer, denn ich war verliebt und glücklich und umarmte die ganze Welt.
Und diese trug ich fast 25 Jahre später frisch getrennt in Hamburg, als ich mit Freunden Silvester im Tanzlokal feierte. Nein, feiern war es eigentlich nicht. Eigentlich war ich so traurig und hatte Sehnsucht. Ich konnte es nicht fassen, dass mein Mann nicht bei mir war.
Und diese kaufte ich, als ich mich in einer Reha erholen sollte und nicht konnte. Nach meinem Auszug von zu Hause erwischte mich die Angststörung, die mich zwar schon lange vorher begleitete, aber ich hatte sie einfach nicht bemerkt. Bis ich dann eines Tages in meiner neuen Wohnung im Bett lag und beschloss, nicht aufzustehen, sondern mich krankschreiben zu lassen. Ich konnte mich einfach nicht mehr zusammenreißen. Das Leben und alles andere machten mir Angst. Sogar die Weihnachtsbäckerei. Dann wurde ich zur Reha geschickt. Dort war es ziemlich schrecklich, aber ein paar schöne Erinnerungen gibt es auch. Und die Ohrringe trage ich heute noch gerne. Sie erinnern mich daran, dass ich diese blöden Angstgefühle nie ganz loswerde, aber ich mittlerweile gut mit ihnen leben kann.
Und diese kaufte ich mir 2019 für ein Silvesterseminar in Nordfriesland. Mit ihnen kam ich glänzend ins neue Jahr und wusste noch nicht, dass sich bald so vieles ändern würde.

Zur Zeit trage ich meist kleine Ohrstecker, denn wenn es so warm ist, kann ich kein Gebammel am Ohrläppchen ertragen. Das war früher auch mal anders!😆