Ambivalenz

Ich will nicht mehr alleine sein.

Ich will auch nichts dagegen tun.

Ich will mal wieder etwas erleben.

Und will aber auch meine Ruhe.

Und nun?

Hole ich mir Lebenshilfe:

Na gut, ich mache mich auf ins innere Parlament.

Leider ist es leer, niemand da!😳

Also halte ich die Ambivalenz heute aus.

Und morgen kehren

die inneren Stimmen

vielleicht zurück

ins Parlament!

 

 

Ohne Dich

Ohne Dich

Manches gelingt mir nicht

ohne Dich

dann fehlst Du.

 

Aber es gibt immer wieder diese Momente

in denen ich erstaunt feststelle

dass ich mein Leben alleine

wirklich gut kann

und das, was wichtig ist,

erledigt ist.

 

Und noch

nach so vielen Jahren

denke ich:

„Siehst Du,

ich kann das ganz gut

auch alleine schaffen!“

 

Ich meine

Dich schmunzeln zu sehen

und sagen zu hören:

„Hätten wir das nur früher gewusst!“

 

Und dann muss ich lachen

über diese Gedanken

und wundere mich

warum es bei mir so lange dauert

mich zu lösen

von Dir.

 

Und dann

frage ich mich

warum ich so oft besser sein will

als ich es gerade bin.

 

Und das hat nichts mit Dir zu tun.

 

 

 

 

Behütet

Pandemie überstanden?

Schon wieder 30 Grad!

Mein Auto muss in die Werkstatt.

Will ich mir eine neue suchen?

Eigentlich wollte ich doch mehr Sport treiben.

Ich habe schon wieder zugenommen.

Will ich es wagen Besuch einzuladen?

Oh, ich muss mal wieder Staub weg saugen.

Und die Fenster….

Und ist es sinnvoll, den Geschenkgutschein lieber per Einschreiben zu verschicken?

Muss ich den Garten wässern oder regnet es bald?

Will ich nicht endlich die Telefonnummer meines verstorbenen Mannes aus dem Speicher löschen?

Wird es eine zweite Welle geben?

Der Editor ist zum Glück noch der alte.

Heute muss ich den Salat und die Gurke verarbeiten.

Heute will ich früher ins Bett gehen, Markus Lanz tut mir nicht gut.

Was kann ich jetzt mal Positives schreiben?

Wo liegt zur Zeit mein kleines Glück?

Ob ich noch mehr Blumen in den Vorgarten pflanze?

Können die mir die Rente im nächsten Jahr kürzen?

Wann kann ich meine Freundinnen  wiedersehen?

Und wann meinen ältesten Sohn besuchen?

Doch ja, ich werde mal Ausschau nach einer neuen Autowerkstatt halten.

Vielleicht an den See fahren?

Oder in die Heide?

Oder lieber zuerst das Auto reparieren lassen?

 

Wie gut, dass mich meine kleinen Problemchen ablenken.

Das, was mich gerade tatsächlich beschäftigt, führe ich nicht weiter aus.

Denn ich kann ja doch nichts ändern.

Fassungslos sehe ich dem Präsidenten zu.

Und anderen auch, aber diesem besonders.

 

Mein kleines, behütetes Leben kommt mir gerade so unwirklich vor.

Scheinbar sicher und gemütlich eingerichtet gucke ich dem Weltgeschehen zu.

Ich hoffe, dass alles gut wird, auch wenn meine Intelligenz und mein Wissen es besser wissen.

Ist einfacher so.

 

 

 

 

Meine Welt um sechs

Meine Güte, sechs Uhr. Ich will weiter schlafen. Los. Schlaf! Geht nicht. Etwas drückt. Ist es die Einsamkeit, die auf mir sitzt? Der Tag so lang, wenn er so früh beginnt. Im Schlaf ist es so schön ruhig. Also schlaf!

Geht nicht. Die Sonne scheint. Auch das noch.😳

Die Nachbarn sind gestern mit dem Wohnwagen los. Ich beneide sie. Sie sind zu zweit. Ich drehe mich um und will wieder in meine Traumwelten versinken. Wie machen die anderen das bloß? Es gibt so viele, die alleine leben. Es geht mir nicht um die Beschäftigung. Das kann ich. Es geht mir um gemeinsames Leben und Berührungen. Morgens um sechs sind meine Abwehrkräfte gegen Sehnsucht manchmal doch sehr geschwächt. Außerdem gibt es keine Veränderungen, nichts, auf das ich mich freuen kann. Keine Wochenenden in Gemeinschaft, keine Theatervorstellungen und keine Reisen mit Freundinnen. Keine Umarmungen und Familientreffen. Blöddoof!!! 💩

Los, schlaf. Um neun sieht die Welt schon wieder ganz anders aus! Geht nicht. Ich bin wach, die Morgen-Schmerzen in den Fingern lassen mich nicht wieder zur Ruhe kommen. Also stehe ich auf. Super, die Knie knacken und tun jetzt auch noch weh. So ein mistdummerblöder Tag!💩💩 💩 Von wegen Glücksmomente! Dieser Beitrag von gestern hilft mir jetzt auch nicht weiter. Glücksmomente um sechs sind unwahrscheinlich.

Meine Güte. Bewegung hilft! Los! Beweg dich!

Ich öffne meine Fenster und Türen. Hole die Zeitung und sehe das Draußen. Dort ist kein Mensch und die Nachbarn sind ja sowieso weg. Also gehe ich mit dem Fotoapparat im Schlafanzug auf Safari.

Dann mache ich mir meinen Kaffee, schnappe mir die Zeitung und ab geht es wieder ins Bett. Draußen zwitschern die Vögel.

Die Einsamkeit verzieht sich achselzuckend. Es ist inzwischen ja auch schon später. Und später sieht die Welt schon wieder ganz anders aus!💝

Glücksmomente

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Draußen und drinnen muss es stimmen, dann kommt Farbe ins Spiel. Für einen kurzen Moment kann ich den Regenbogen auf meinem Teppich erwischen. Minuten später ist er verschwunden, als wäre nichts gewesen und es ist wie immer.

Mit den Glücksmomenten verhält es sich oft ähnlich.

 

 

 

 

 

Coronafrei

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Heute mal nichts über Corona

oder seine Auswirkungen.

 

Heute ist Coronafrei!

 

Heute male ich ein Schild

und schreibe drauf:

Corona go home!

 

Damit stelle ich mich zwei Stunden auf den Marktplatz

oder nehme mir ein Höckerchen mit

denn ich habe Knie.

 

Wenn das erledigt ist

und ich froh bin

über Meinungsfreiheit

und Demokratie

und Corona nur mal eine Ansage brauchte

und endlich verschwindet

werde ich mich belohnen

und eine große Tüte Lakritze kaufen

und im Garten

meinen coronafreien Tag genießen.

 

 

Denkfutter

Denkfutter

Umdenken, ausdenken, weiter denken.

Zwischen der Sorge, mich anzustecken, und dem unbeschwerten Zusammensein mit anderen Menschen, werde ich einen Mittelweg finden.

Einen Sohn sehe ich ab und zu, den anderen werde ich auch irgendwann einmal persönlich treffen. Das wird schön, auch mit Abstand. Eines Tages werde ich beide zusammen mit ihren Freundinnen um mich haben.

Es wird später wieder möglich sein, gemeinsam mit meinen Freundinnen (vier Haushalte, weit weg) zu verreisen. Vielleicht sogar nach Dänemark!

Ich werde Freunde treffen, die ich lange nicht gesehen habe und mir eines Tages Gäste einladen. Viele Gäste!

Ich will wieder Seminare besuchen. Gruppenerlebnisse werden möglich sein. Ganz anders, aber auch schön. Und meine Jahresgruppe Familienaufstellung wird sich nicht verlieren.

Ich gehe bald wieder im See schwimmen. Hoffentlich gehe ich nicht unter…….😂

Ich gebe die Hoffnung auf eine zukünftige, echte Gemeinschaft  nicht auf. Die ist so wichtig, damit ich mich im Alleinleben (auch schön, aber nicht nur!) nicht verliere.

Vergangen ist vergangen und Neues wird entstehen. Ich mische mit.

Ich werde wieder reisen, aber nicht sofort, sondern später.

Ich werde mich weiterhin informieren, lernen, diskutieren. Ich will mich einbringen, so gut ich es kann. Ich werde neugierig sein. Aber auch geduldig.

Und für alle, die heute Lust haben haben, sich mit Denkfutter einzudecken, hier ein kleiner, aber feiner Impulsgeber:

Und gleich werde ich mit dem Rad einmal einen anderen Weg fahren als gewöhnlich. Das ist doch schon mal ein guter aktiver Einstieg in meinen Ausstieg aus dem alten Leben.

Ich wünsche Euch einen schönen Himmelfahrtstag!

Sorge hilft

Sorge hilft

Sie wünscht sich einen guten Morgen und sucht nach ihren Sorgen.

Keine da!

Hurra!

Sie hat die Sorgen einfach über Nacht

zur Ruhe gebracht

indem sie darüber nachgedacht

ob sie etwas ändern könnte.

 

Kann sie

und damit werden die Sorgen

zur Sorge

die ihr hilft

STOPP zu sagen

und einen anderen Weg einzuschlagen.

 

Das tut nicht weh,

wenn sie hört

was die Sorge sagt

manchmal auch mitten in der Nacht.

 

Ist ganz einfach

hättet Ihr das gedacht?

 

 

 

Wie ich es gerne hätte

Wie ich es gerne hätte

Wie ich es gerne hätte

so ist es nicht

wie ich es gerne wollte

will es nicht.

 

Unbekannte Bilder schieben sich in den Vordergrund

fügen sich zusammen

lassen mich fallen

und fangen mich auf

so fremd sind sie nicht

nur nicht wahrgenommen.

 

Noch ist es Zeit

mich zu fügen und

demütig zur Kenntnis zu nehmen

dass es weh tut

und trotzdem heilt.

 

Meine alten Bilder

gebe ich weiter

damit die anderen sehen

wie es war und was ist

auch sie werden wachsen

wenn sie erkennen

so wie sie es gerne hätten

so ist es nicht.

 

Wir erfreuen uns an der

wahren Collage unserer Bilder

und Gefühle.

 

Alles ist so

wie es ist.

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Aber niemals immer gleich.