Frau Holles Adventskalender: 18

Frau Holles Adventskalender: 18

18

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Wir sind empört. Der Draußen-Wicht ist ganz schön frech. Uns „Nüsse“ zu nennen grenzt doch schon fast an Beleidigung. Wir reichen bei Frau Holle eine Unterlassungsklage ein. Sie meint dazu, wir hätten wohl keinen Humor. Der Wicht meint, er wollte nur deutlich machen, was man nicht sagen darf. Es wäre eine Satire.

Außerdem sei er kein Wicht, sondern ein Wichtel. Das sei ein Unterschied. Er will eine Unterlassungsklage einreichen.

Frau Holle schnaubt und meint, das wird ihr nun doch zu blöd. Ob wir keine anderen Sorgen hätten. Doch! Wir ärgern uns, dass die Draußen-Männer immer Party machen und wir dürfen das nicht. Wir dürfen nur zugucken. Das tut weh. Frau Holle sagt, wir feiern bald ein großes Fest hier drinnen, nämlich Weihnachten und dann sind wir die Ehrengäste. Die da draußen nicht. Vorher begehen wir eine stille Zeit der Vorfreude und Besinnlichkeit. Hier drinnen jedenfalls. Wo käme sie denn da hin, wenn wir jeden Abend feiern würden. Außerdem hat sie die Verantwortung dafür, dass den Engeln nichts passiert. „Männer, die sind tabu für Euch! Und die vielen Kinder unter den Engeln brauchen auch ihren Schlaf.“

Na gut, der Wichtel verspricht, nicht mehr direkt vor dem Fenster zu feiern. Wir versprechen, nicht mehr auszugucken und uns lieber anders zu beschäftigen. Frau Holle verspricht uns Rumtopf und Geschenke zu Weihnachten.

Wir Weihnachtsmänner wünschen allen braven Kindern…..äh….allen Kindern keinen Rumtopf, aber auch ganz viele schöne Geschenke von unserem Kollegen. Habt Geduld, bald ist es soweit.

Den großen Leuten wünschen wir starke Nerven!

Frau Holle wünscht Euch und uns einen wunderbar herrlichen vierten Advent!

Wir wissen: Satire ist nie böse gemeint und Frau Holle ist ganz schön streng. Muss aber sein, sonst verliert sie die Kontrolle. Das will sie nicht.

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Frau Holles Adventskalender: 17

Frau Holles Adventskalender: 17

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Ich bin der Daußen-Wichtel und stehe, wie Ihr Euch denken könnt, draußen. Im Frühling und Sommer nicht. Dann stehe ich drinnen. Da ist es nicht so schön wie draußen.

Ich kriege nicht viel mit, was drinnen passiert. Die Engel sind so verfroren und haben ja auch kaum etwas an. Sie besuchen mich selten. Frau Holle lässt sich kaum blicken. Ab und zu winkt sie mir aus dem Küchenfenster freundlich zu. Sie hat mir in diesem Jahr eine Lichterkette spendiert. So ist es nachts schön hell in meinem kleinen Vorgarten.

Über Einsamkeit kann ich nicht klagen. Im Advent ist hier jede Menge los. Nachts steigen alle Weihnachtsmänner der Umgebung von ihren Hauswänden oder klettern aus ihren Gärten und treffen sich bei mir. Machen Party sozusagen. Wir sind eine lustige Männerrunde und feiern mit Punsch und Rumtopf unsere eigenen Feste. Die Weihnachtsmänner langweilen sich so sehr, wenn sie den ganzen Tag an den Häusern kleben oder in den Beeten rumstehen müssen. Party-Ausgleich ist wirklich nötig. Die Drinnen-Weihnachtsmänner langweilen sich auch und drücken sich ganz neidisch die Nasen an den Fenstern platt, wenn wir draußen fröhlich beisammen sind. Zu gerne wären sie dabei.

Wir haben hier auf jeden Fall mehr Spaß als die fromme Engelschar in der warmen Wohnung mit ihren tauben Nüssen, äh….ich meine mit den Stuben- Männern. Sie sind natürlich unter Aufsicht und Frau Holle kriegt alles mit.

Nicht so bei uns! Wir sind frei!

Allerdings hätte sie uns einmal fast erwischt. Es wurde zu laut, weil einige Schafe aus ihrem nahen Winterquartier ausgebüxt sind und sich uns angeschlossen haben. Schafe können überhaupt nicht leise feiern. Als sie nach ihrem Rumtopfgenuss laut mähend rumkugelten, machte Frau Holle plötzlich die Haustür auf. Ich wäre fast umgekippt vor Lachen. Wie sah die denn aus? Völlig zerzaust kriegte sie die Augen kaum auf. So sah sie die Schafe nicht, die sich gerade um die Ecke wälzten. Die Weihnachtsmänner bleiben stocksteif stehen. Frau Holle wunderte sich ein wenig und dachte, sie träumt wohl noch. Glück gehabt!

Hier gibt es so viele schöne Momente, die drinnen einfach verschlafen werden. Ich zeige Euch ein paar davon:

Also, denkt dran, wenn Ihr in der warmen Stube sitzt: draußen weihnachtet es zur Zeit auch sehr schön! Ich grüße alle Weihnachtsmäuse und -männer und haltet Euch tapfer!

Wir wissen: Im Dunkeln kann es  besonders schön funkeln. Weihnachtsmänner sind auch nur Männer und Schafe tun oft nur so harmlos.

Frau Holles Adventskalender: 16

Frau Holles Adventskalender: 16

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Dieser Engel begleitet mich durch das ganze Jahr. Er hängt am Fenster und bei Sonnenschein leuchtet und funkelt er. Heute nicht, heute ist es draußen grau. Der Engel passt gerade gut zu meiner etwas verhaltenen Stimmung.

Ich denke an die Menschen, die mich zur Zeit umgeben und an die, die sich „verabschiedet“ haben oder von denen ich mich trennte, weil es nicht mehr passte. Einige neue sind dazu gekommen, mit denen könnte sich etwas entwickeln. Mein soziales Geflecht ist dünner geworden im Laufe der Jahre. Nichts ist mehr so stabil wie vor einiger Zeit. In diesem Zusammenhang überlege ich, wie ich es dieses Jahr mit der Weihnachtspost halten will. Bei den Menschen, zu denen ich eine echte Beziehung habe, ist es eindeutig. Die kriegen Post von mir oder sogar eine richtige, reale, analoge Begegnung. Einige von den „Neuen“ bekommen auch einen kleinen Gruß, weil ich mich freue, dass ich sie kennengelernt habe.

Aber wie ist es mit denen, die eigentlich schon lange nicht mehr an meinem Leben teilhaben?  Wie ist es mit den Verwandten, die sich zur Weihnachtszeit daran erinnern, dass ich wohl doch noch irgendwie dazu gehöre? Ungute Gefühle melden sich bei mir, wenn ich Weihnachtspost von Menschen bekomme, mit denen ich sonst überhaupt keinen Kontakt mehr habe. Es kommen viele liebe Grüße und gute Wünsche für das neue Jahr ins Haus geflattert, über die ich mich gar nicht so recht freuen kann, weil es irgendwie nicht stimmig ist.

Allerdings schrieb ich bisher im Dezember auch gerne an alle, deren Adresse ich noch hatte. Wenigstens einmal im Jahr wollte ich mich melden, einmal im Jahr wollte ich spüren und mitteilen, dass ich doch noch ein paar Familienmitglieder und alte Freunde nicht ganz vergessen habe. Und ich wollte mich in Erinnerung bringen. Aber warum? Kann ich nur nicht loslassen und muss zur Weihnachtszeit beweisen, wie verbunden ich mich fühle? Knüpfe ich Hoffnungen an die eigentlich unverbindlichen Weihnachtskarten?

In diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, damit aufzuhören und genau zu überlegen, wem ich schreiben möchte. Es soll mehr bedeuten als ein oberflächlicher Gruß. Es soll sich gut anfühlen, sonst lasse ich es lieber. Heute gehe ich es an. Mal sehen, wie es mir damit geht.

Wie haltet Ihr es denn mit der Weihnachtspost? Schreibt Ihr noch Briefe zum Anfassen? Freut Ihr Euch genauso über Mail-Grüße oder WhatsApp Nachrichten wie über das, was der Postbote in den Kasten wirft?

Ich weiß: mein ungutes Gefühl will mir etwas mitteilen, ich weiß aber noch nicht so genau, was.

Frau Holleth Adventthkalender: 15

Frau Holleth Adventthkalender: 15

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Frau Holle, dath itht gemein. Ich will auch mitmachen!

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Frau Holle! Willtht du mich veräppeln? Mach dath gröther!

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FRAU HOLLE! ICH WERD GLEICH BÖTHE!!! Dath kanntht du bethther!

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Na bitte, geht doch. Meine Güte, alle dürfen mitmachen, nur wir Othterhathen werden wieder dithkriminiert. Nur weil wir lange Ohren und einen kleinen Thprachfehler haben. Dath geht tho nicht. Frau Holle überlegt kurth und thieht dath endlich ein.

Ich darf mittmachen! Thie wollte mich thuertht mit dem kleinen Bild authtrickthen, weil thie thich ein bithchen thämt. Aber nicht mit mir! Ich paththe auf! Ich bethtehe auf ein Ganthkörperfoto von mir.

Frau Holle thagt, dath eth Weihnachten keine Othterhathen gibt und ich tholl bith Othtern warten. Dann macht thie einen Othteradventthkalender. Ha ha ha. Thie thollte thich thämen mich anthulügen. Frau Holle wird rot und entthuldigt thich. Na ja, ich vertheihe ihr.

Nun bin ich thufrieden und wünthe Euch eine thöne vorweihnachtliche Theit!

Wir wissen: Manchmal verselbständigen sich die Dinge und Diskriminierung (meine Güte- was für ein schweres Wort) lehnen wir ab.

Frau Holles Adventskalender: 14

Frau Holles Adventskalender: 14

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dsc_0092Jeden 14. Dezember prüfe ich, ob Frau Holle zum Advent gut aufgestellt ist. Bethany war schon ganz aufgeregt und hat mir geschrieben, dass Frau Holle dieses Jahr doch recht schlampig mit Weihnachten umgeht. Heute kontrolliere ich den Zustand im Haus, denn in zehn Tagen steht das Christkind vor der Tür und jetzt ist SCHLUSS MIT LUSTIG. Nun wird es ernst.

Ich erwische Frau Holle am PC. Erschrocken sieht sie mich an. Sie führt mich in die Stube, bietet mir einen Platz auf dem Sofa an, kocht einen Tee, wischt schnell ein paar Kekskrümel vom Tisch, faltet die Sofadecke zusammen und atmet tief durch. Ich rolle meine Liste auf, frage sie ab, gucke mich um und schreibe meine Beurteilung.

Ich veröffentliche meine Eintragungen an dieser Stelle und hoffe, bei Euch sieht es ähnlich gut aus!

1. Adventskranz ist vorhanden und geschmückt sehr schön
2. Weihnachtsschmuck drinnen: vorhanden

draußen: vorhanden

in Ordnung
3. Weihnachtsbäckerei nicht getätigt ausbaufähig
4. Weihnachtsbaum dieses Jahr nicht geplant, weil nur Heiligabend zu Hause …aber Alternative ist vorgesehen schlimm!

na denn….

5. Planung Heiligabend ja in Ordnung
6. Planung Feiertage ja in Ordnung
7. Einkaufslisten für das Weihnachtsessen nicht vorhanden muss bald erledigt werden, strenger Blick ist abgefeuert
8. Geschenke das meiste ist da

aber noch nicht eingepackt

optimal

hat noch Zeit!

9. Weihnachtspost erhalten: eine Karte

geschrieben: keine Karte

etwas dürftig

na na na

10. Zustand der Wohnung na ja, wenn man nicht so genau guckt, annehmbar gründliche Reinigung spätestens ab Montag, dann ist saubere Wohnung am Heiligabend wahrscheinlich!!!
11. Stimmung überwältigend gut

jetzt zum Glück  beginnender Magendruck.

wieso das denn?

ohne Druck fließt kein Wasser

12. Sonstiges 1 Weihnachtsmarkt besucht

1 Weihnachtskonzert nächste Woche geplant

sie hat 7 Weihnachts-CD´s ,      1 wurde gehört

1 Weihnachtsbuch gelesen

3 Weinachtskisten auf dem Dachboden inspiziert und für in Ordnung befunden

Bethany kann sich entspannen

könnte häufiger sein

Hauptsache, sie geht hin

na ja, ein Minuspunkt

 

 

in Ordnung

Ich lade Bethany heute zum Punsch ein.

Beurteilung: Frau Holle ist gut aufgestellt. Die Prognose zur angemessenen Weihnachtsstimmung ist recht günstig. Auch wenn kein Weihnachtsbaum vorgesehen ist, wird die Deko zum weihnachtlichen Ambiente ausreichen. Da Frau Holle vom Naschen schon wieder ganz schön dick geworden ist, ist sie entschuldigt und es ist zu verkraften , dass die Weihnachtsbäckerei noch nicht aufgenommen wurde. Das Putzen und Räumen kann sie nächste Woche erledigen. Frau Holle bemüht sich um eine festliche Stimmung. Sie könnte sich häufiger ins Weihnachtsgetümmel stürzen und sich mit den anderen Menschen beim Glühwein über Weihnachten freuen. Davon kann ich sie leider nicht überzeugen. Positiv ist anzumerken, dass sie sich täglich mit ihren ihr anvertrauten Weihnachtsfiguren beschäftigt.

Ich gebe ihr sieben Sternchen von zehn.                                         *******

Frau Holle lässt Euch lieb grüßen. Sie ist erleichtert.

Wir wissen: Weihnachten kommt, ob wir wollen oder nicht. Wir machen das Beste draus und trinken Tee.

Frau Holles Adventskalender: 13

Frau Holles Adventskalender: 13

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Ich bin nicht das geworden, was ich einmal werden sollte. Dieses Trauma begleitet mich ein Leben lang. Ich will mich bei Euch aussprechen, mein Therapeut ermuntert mich dazu. Er sagt, das kann helfen.

Also erzähle ich Euch jetzt meine Geschichte.

Ich kann mich noch genau erinnern. Ich war damals ein Hamburger Klumpen Ton. Ich wartete wochenlang ungeduldig darauf, mich zu verändern. Dann kam sie endlich, meine Verwandlerin, Frau Holle. Gerade mal zwanzig süße Jahre alt. Schlank und rank und faltenlos. Sie besuchte zusammen mit ihrer Freundin einen Töpferkurs. Es war kurz vor Weihnachten und die beiden wunderschönen, fröhlichen und tatkräftigen jungen Frauen beschlossen, sich jede einen Engel zu formen. Frau Holle, die holde, nahm mich in ihre warmen Hände, klopfte, schlug und knetet mich, bis ich weich wie Wachs in ihren Händen lag und darauf wartete, mich in einen Engel zu verwandeln.

Frau Holle machte und tat, klopfte und knetete, formte und verwarf. Ich wollte nicht gelingen. Ihre Freundin war schon lange fertig und hatte einen wunderbaren Engel vor sich stehen. Auf Frau Holles Stirn sammelten sich drei Schweißperlen. Ein letztes Mal knüllte sie mich zusammen und sagte: „Na gut, Engel will nicht gelingen. Vielleicht geht Teufel besser.“ Und sie knetete und formte und zack….bumm….bang saß ich vor ihr. Als wunderschöner Teufelsbraten war ich auf Anhieb richtig gut geraten!

Seitdem sitze ich im Dezember zwischen den Weihnachtsengeln. Sie haben mich in ihre Gemeinschaft aufgenommen. Sie finden mich spannend. Männer sind natürlich Mangelware in ihrer Zunft. Nun ja, wenn sie wüssten, dass mein Schweif eigentlich aus verrutschten Flügeln besteht und ich tief in mir eine Engelsseele habe, dann würden sie aber….dann würden sie wirklich….äh….dann würden sie aber staunen!

Gibt es irgendwo da draußen Kollegen, denen es ähnlich ergangen ist? Meldet Euch, dann könnten wir eine Selbsthilfegruppe gründen. Das wäre so schön!

Habt einen spannenden 13. Dezember, Ihr Lieben.

Wir wissen: Hamburger Ton ist manchmal unberechenbar. Manchmal ist das Außen anders als das Innen. Frau Holle war auch mal jung und Teufel sind gar nicht so schlimm.

Frau Holles Adventskalender: 12

Frau Holles Adventskalender: 12

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Wir sind die Flying Girls, die heißesten Engel aller Zeiten.

Alles klatscht, wenn wir singend auf die Bühne gleiten.

Wir traten heute auf bei „Himmel sucht den Superstar“

und haben gewonnen, das ist doch wohl klar.

Mit himmlische Gesängen zur heiligen Weihnachtszeit

sind wir die herrlichsten Engel weit und breit.

Wir sind die schönsten und die besten

und zwar überall, nicht nur im Westen.

Die anderen wurden vor Neid ganz blass

und fanden unseren Auftritt wirklich krass.

Nikolaus zog sich gleich die Stiefel aus

und tanze barfuß zur Tür hinaus.

Die Wichtel uns schon lange sehr lieben,

sie ließen mit ihren Anrufen uns siegen.

Der Weihnachtsmann

fing auch zu singen an.

Frau Holle tanzte Rock `n`Roll

und kriegte von uns den Hals nicht voll.

Nun verdienen wir sehr viel Geld

und machen eine Reise um die Welt.

Wir werden Weihnachten nicht zu Hause sein,

darauf trinken wir jetzt ein Glas Wein!

Prost

Wir wissen: Dazu fällt mir nichts mehr ein!