3. Dezember

3. Dezember

Ich will ein paar selbstgeschriebene Texte aus dem Netz in die reale Welt holen. Ich sitze stundenlang am PC und gestalte ein Buch. Ich will es mir drucken lassen und zu Weihnachten verschenken. Also, Buch hört sich so angeberisch an. Aber es wird zumindest aussehen wie ein Buch. Meine Auflage: 10 Exemplare, höchstens.

Es ist schon interessant und macht mir viel Freude, mich mit der Gestaltung meines Buches auseinanderzusetzen. Wie baue ich es auf? Wird es eine Inhaltsangabe geben? Wie soll es heißen? Soll ich die Texte mit Fotos mischen, so wie ich es hier im Blog mache? Wahrscheinlich nicht, denn ich kriege das technisch noch nicht gut hin. Haben die Texte ohne Fotos eine ganz andere Wirkung? Wie sieht das wirkliche Buch später aus, wenn ich es in der Hand halte? Wird es meinen Vorstellungen entsprechen? Fotobücher haben es nie getan. Sie wirkten real immer anders als im PC. Können Texte aus dem Blog einfach übertragen werden? Es gibt einen gefühlten Unterschied, ob ich im Blog schreibe oder für meine Schreibwerkstatt hier vor Ort. Ich kann ihn aber nicht erklären.

Ich verbringe so viel Zeit mit dem Vorhaben und sitze fast den ganzen Tag am Schreibtisch. Ich komme kaum dazu, Eure Blogbeiträge zu lesen. Was sehr schade ist. Ich will das Buch aber unbedingt fertig bekommen. Und so sitze ich hier und könnte doch auch mal wieder spazieren gehen oder mir was kochen.

Die Zeit wird knapp. Ist es sinnvoll, mich zu beeilen? Ist es überhaupt eine gute Idee, meine Texte für meine Lieben in ein Buch zu bringen und daraus ein Weihnachtsgeschenk zu machen? Wollen die es lesen oder will ich nur angeben? Ich habe zweimal Misi-Texte ausgedruckt. Es gab eine ganz begeisterte Rückmeldung und von einer anderen Person überhaupt keine Reaktion. Also wird mein Buch auch nicht für jeden etwas sein. Ich kann das so schwer einschätzen.

Ich habe gerade überhaupt keine Vorstellung von der Qualität meiner Texte. Sind sie es wert in ein Buch geholt zu werden? Ich kenne dieses Phänomen sehr gut. Wenn ich ein Bild male, finde ich es nie wichtig und gelungen. Wenn ich es nach einigen Monaten ansehe, gefällt es mir dann doch. Mit meinen Texten geht es mir ähnlich. Ich schreibe so gerne und darum werde ich es auch noch eine ganze Weile tun. Aber haben die anderen so viel Spaß beim Lesen wie ich beim Schreiben? Diese Frage habe ich mir bisher nie gestellt. Sie ist zusammen mit meiner Buch-Idee aufgekommen.

Ich habe das erste Mal im Leben den Gedanken, dass Geschenke auch aufdringlich sein können. Vielleicht frage ich doch lieber vorher……..

 

 

 

 

 

 

2. Dezember

2. Dezember

Die Familie trifft sich harmonisch unterm Weihnachtsbaum.

Nein, so ist es nicht. Wir werden uns Weihnachten nicht alle treffen.

Ich schließe mich einer anderen kleinen Familie an. Dort bin ich herzlich willkommen und ich finde es ganz wunderbar, dass ich zumindest mit einem Sohn zusammen bin. Ich fühle mich dort geborgen und wir machen es uns gemütlich.

Mein anderer Sohn wird ein wunderschönes Weihnachten mit der Großfamilie seiner Freundin erleben. Das ist prima, denke ich. Ich bin zufrieden, auch wenn eine kleine Wehmut bleibt, weil ich ihn und seine Freundin vermissen werde.

Dinge verändern sich.

Meine Familien-Weihnachtsrituale sind abhanden gekommen. Das finde ich schade. Aber es muss ja nicht immer so bleiben, denke ich und mache mich daran, Kekse zu backen.

Und die Geschenke müssen auch noch rechtzeitig fertig werden. Die Zeit wird schon wieder knapp. Einiges ist mir eben doch erhalten geblieben.