13. Dezember

13. Dezember

Ja, heute ist Freitag der 13. Ich beschließe, dass heute mein Dezember-Glückstag ist. Bei so einem schönen Vollmond, der heute morgen zu sehen war, kann es gar nicht anders sein. Scheint der volle Mond am Morgen, gibt es den ganzen Tag über keine Sorgen.

Gestern kaufte ich mir, was ich noch nie tat in meinem Leben, bei der Post ein DHL Pluspäckchen. Verpackung+ Porto in einem.

Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt! Das Lernen hört nicht auf! „Und das Gute ist“, informierte mich der nette Postmensch, „Sie können das Päckchen gleich einwerfen. Sie müssen nicht hier rein und sich anstellen!“ Wie, gleich einwerfen? Wo soll ich es hinwerfen? Ich war verwirrt und fragte nach. Das Lernen hörte nicht auf, denn ich erfuhr, dass es irgendwo draußen einen Briefkasten für Pakete gibt. Dort kann ich mein Päckchen einfach einwerfen. Briefkästen für Briefe kenne ich natürlich, aber für Pakete? „Der steht schon ein paar Jahre da!“, sagte der nette Postmensch und bediente meinen Nachfolger in der immer größer werdenden Warteschlange. Ich hielt mit meiner Unkenntnis und meinem Mitteilungsbedürfnis den ganzen Laden auf. Na gut, ist ja nicht das Problem der anderen, dass ich diesen Kasten zwar schon wahrgenommen, mir aber nie Gedanken darüber gemacht hatte.

Das Paket soll nach Berlin. Es soll rechtzeitig dort ankommen. Ich will es aber noch nicht abschicken, denn ich warte auf meine Bücher, die extra für mich gedruckt werden. Ein paar Tage gebe ich ihnen noch Zeit. Ich übe mich in Gelassenheit, was ausgezeichnet klappt.

Jetzt scheint die Sonne. Ganz wunderbar! Gestern regnete es den ganzen Tag und es wurde gar nicht hell. Ich gehe gleich raus. Ein Ziel habe ich auch schon: Briefkasten für Pakete suchen und gucken, wie der funktioniert. Und dann kaufe ich ein paar Kleinigkeiten für meine liebsten Menschen.

Ein paar Weihnachtskarten werden auch noch geschrieben, aber wahrscheinlich erst morgen. Schließlich bin ich Rentnerin und darf mich nicht zu sehr anstrengen!

12.Dezember

12.Dezember

Schnell noch an den Laptop gesetzt und losgelegt mit dem Adventskalender. Ich will gleich zum QiGong

Schnell ist heute nicht, denn Laptop spinnt wieder und verweigert sich. Gut, dass ich mein Buch fertig habe. Nun sitze ich am Notebook und weiß nicht weiter. Was gibt es denn vorweihnachtlichen heute? Mein ganzer Plan ist dahin, denn ich kann meine Fotos von heute nicht zeigen.

Meine Gedanken sind sowieso eher bei Silvester und nicht sehr weihnachtlich. Ich plane eine Reise nach Nordfriesland und will mit dem Auto fahren. Darüber mache ich mir heute schon Gedanken, denn mein innerer Wasweißichwerdasist jammert. Wie bringe ich den zum Schweigen? Ich will fahren und ich werde fahren. Soweit es die Wetterverhältnisse zulassen. Ich kann auch die Bahn nehmen und den Bus. Aber: doppelt so teuer und doppelt so umständlich. Ich höre im Radio die Staumeldungen und …..

Jetzt höre ich lieber auf mit dem Thema. Ich will ja im Hier und jetzt bleiben. Also gleich QiGong und dann gehen wir alle zusammen Kaffeetrinken. Und Kuchenessen. Das wird ein fröhliches Geschnatter werden. Wir sehen uns erst im nächsten Jahr wieder.

Ich sehe gerade, dass Laptop aufgegeben hat. Zum Glück steht schon der Mini-PC bereit und mein Sohn bringt mir morgen eine Tastatur. Meinen Drucker habe ich gestern selbst aufgestellt und in Betrieb genommen (!!!). Und wenn ich den PC erst hier stehen habe, der dann auch funktioniert, wird meine Weihnachtsfreude keine Grenzen finden.

Immerhin weiß ich, was ich Silvester zum festlichen Essen mit Champagner anziehen werde. Prima, nun bin ich schon wieder aus dem Hier und Jetzt gefallen.

Ich wünsche Euch einen friedlichen Donnerstag mit vielen schönen Augenblicken und möge Eure Technik besser funktionieren!

11. Dezember

11. Dezember

Gestern Abend ging ich in der Abenddämmerung zum Einkaufen. Ein herrlich sonniger Tag lag hinter mir und ich fühlte mich friedlich und ausgeglichen. Überall gingen jetzt die Weihnachtslichter an, der Vollmond stand am Himmel, es war windstill und kalt. „So, mein liebes Reginchen, jetzt lässt Du gefälligst das viele Denken an die Vergangenheit und Zukunft. Jetzt bist du hier. Was für ein schöner Moment!“, dachte es in mir. Reginchen, wo kam das denn her? Nur mein Vater hat mich ab und zu so genannt.

Zuhause guckte ich mich um und stellte fest, dass es auch bei mir schon sehr schön weihnachtlich zuging. Ich zückte meinen Fotoapparat und verankerte mich im Hier und Jetzt.

10. Dezember

10. Dezember

Gestern Abend zappte ich mich durch ein paar Programme, bevor ich den Ausknopf fand, um ins Bett zu gehen. „Weihnachtsbäume sind mit Pestiziden stark belastet“, wurde mir berichtet und ich wollte das nicht sehen. Also weiter. „Geschenkpapier stark bleihaltig“, wurde im nächsten Programm verkündet. Also weiter. „Zimt enthält häufig Cumarin und kann zu Leberschäden führen“, war hier das Thema und dann hatte ich keine Lust mehr. Ich ging lieber schlafen. Vorher wollte ich allerdings herausfinden, woher mein Bio-Zimt stammt. Keine Angabe!

Weihnachten reiht sich in die schlechte Nachrichtenlage ein. Ist nicht neu, aber in diesem Jahr fällt es mir besonders auf. In früheren Zeiten machte ich mir keine Gedanken über das alles. Weihnachtsbeleuchtung fand ich schön, Geschenke wurden aufwendig verpackt und Weihnachtsbäume geschlagen und aufgestellt, Silvesterfeuerwerke genossen, obwohl ich selbst schon seit Jahren nicht mehr selbst dazu beitrug. Ich sah es mir aber immer gerne an. Sogar auf Föhr, wo man deutlich sehen konnte, wie der Feinstaub schon nach Minuten die Nordsee vernebelte. Zimtsterne wurden gegessen und Raclette ist bestimmt auch irgendwie schädlich.

Ich weiß, wie schlecht es um die Umwelt steht. Ich weiß auch, dass ich trotzdem grundsätzlich nichts verändern möchte. Ich will mein Leben so behalten, wie es ist. So leicht wie in den letzten Jahren funktioniert mein Verdrängungsmechanismus in diesem Jahr nicht mehr. Ob ich demnächst die richtigen Schlüsse daraus ziehe, weiß ich noch nicht. Ich sehe mir die Geschenke an, die ich schon hier liegen habe. Fast jedes ist in Plastik verpackt und die weihnachtlichen Süßigkeiten haben alle Hüllen aus Aluminium. Bisher kein Thema für mich, aber jetzt in diesem Moment schon.

Ich will unbedingt meine Weihnachtsvorfreude wiederfinden. Wie mache ich das bloß?

 

 

9. Dezember

9. Dezember

Vorwort
Vor einigen Jahren besuchte ich ein Philosophisches Seminar. Wir bekamen die Aufgabe uns über den Zusammenhang von Freiheit und Selbstbewusstsein Gedanken zu machen. Ich machte mir nicht nur Gedanken, sondern ich begann zu schreiben. Mit dem Text „Selbstbewusstsein und Freiheit“ fand ich ein neues Hobby. Meine Kreativität freute sich. Endlich fand sie wieder einen Platz, denn nach dem Ausscheiden aus dem Schuldienst wusste sie nicht so recht, wohin mit sich.                                                                                         Als Bloggerin verbinde ich im „Regenbogen und Freudentränen“ meine Leidenschaft für das Schreiben mit meiner Lust am Fotografieren. Meiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und meinem Mitteilungsbedürfnis auch nicht. Allerdings sind meine Beiträge doch irgendwie  verloren, obwohl sie in fast unendliche Weiten zu unzähligen Menschen geschickt werden und vermutlich ewige Zeiten erhalten bleiben.
Eines Tages bekam ich Lust, einige meiner Texte in die reale Welt zu  holen. Ich wollte sie in die Hand nehmen und vielleicht sogar verschenken können. Heutzutage ist dieser Wunsch erfüllbar. Es ist möglich, mein eigenes Buch herauszubringen. Ich verbrachte viel Zeit damit und kam mir schon fast wieder berufstätig vor. Aufkeimende Zweifel besiegte ich mit der Lust am Gestalten. Mein innerer Kritiker setzte alles daran, mich zu stoppen. „Die Leute werden es nicht lesen wollen“, war nur eines seiner Argumente. Ich hörte nicht auf ihn. Schließlich sollte es nur eine kleine Aufmerksamkeit werden. „Wer nichts wagt, der wird nicht gelesen und frisch ans Werk!“, feuerte mich mein innerer Fan an.
Es ist ein großer Unterschied, ob ich etwas für den Blog oder für ein gedrucktes Buch verfasse. Im Internet kann ich jederzeit meine Artikel verändern oder löschen. Im Buch nicht. Mein Blog lebt von meinen schnell verfassten Texten und den spontanen Fotos. Hier werden Augenblicke gespiegelt. Im Buch wird es anders sein. Ich kann nur ahnen, wie die Texte ohne Fotos, dafür in gedruckter Form, wirken könnten. Ich kann nicht wissen, wie es bei Euch ankommt. Ich weiß nicht einmal, wie ich mich selbst fühlen werde, wenn ich mein Büchlein in den Händen halte. Je länger ich mich mit meinen Texten beschäftige, umso unsicherer werde ich. Trotzdem wage ich es! Ihr seid sehr wenige, die mein Buch lesen können. Vielleicht gefallen Euch meine Einblicke. Vielleicht auch nicht. Sicher ist, dass ich viel Freude daran hatte, als ich meinen Wunsch, ein Buch zu schreiben, in die Realität umsetzte.               
Ich danke Euch, dass Ihr für mich da seid.

So steht es jetzt in meinem zukünftigen „Druckwerk“ mit dem Titel „Einblicke, Vom Internet ins Buch“. Ich habe es eben fertiggestellt und die Bestellung abgeschickt. Ich fühlte mich, als ob ich eine wichtige Examensarbeit abgegeben hätte, mit Herzklopfen und dem Hang, es perfekt machen zu wollen. Perfekt wird es nicht sein, aber das ist gar nicht so schlimm, wie es sich gerade für mich anhört. Es war nicht so einfach, den Text in Form zu bringen. Ich habe viele Stunden damit verbracht und ich bin jetzt erleichtert, wieder an etwas anderes denken zu können. Gleich werde ich spazieren gehen und abschließen mit der Aufregung, denn ganz so billig ist der Spaß nicht geworden und ob meine zehn Exemplare rechtzeitig hier eintreffen, ist fraglich.

Womit mein Bezug zum Thema hergestellt ist: Weihnachtsgeschenke sollten manchmal frühzeitiger geplant werden!

 

 

8. Dezember

8. Dezember

Wenn ich mich an den PC setze, um meinen Weihnachtskalender zu komplementieren, ahne ich meist noch gar nicht, wie ich das tun werde. Mein Text sollte etwas mit Weihnachten zu tun haben, oder zumindest mit Advent, aber das ist auch alles, was sicher ist. Ich weiß jetzt noch nicht, was gleich im „8. Dezember“ zu lesen sein wird. Mein eigener Kalender überrascht mich also täglich selbst.

Heute ist zweiter Advent, aber diese Erkenntnis wird Euch nicht in Erstaunen versetzen. Ihr müsst zwei Kerzen anzünden, aber das wisst Ihr bestimmt schon selbst. Ich kann das übrigens nicht, weil ich in diesem Jahr keinen Kranz, sondern nur ein Gesteck mit einer Kerze habe. Immerhin ist es selbst gebastelt nach dem Motto: Weniger ist mehr. Dieses Motto scheint sich durch meine Adventszeit zu ziehen. Ich habe nur einen Weihnachtsmann aufgestellt. Alle anderen liegen mit dem gesamten Engelchor noch in ihrer Kiste. Und es gibt keinen weiteren Schmuck im Haus. Dann ist das eben so, tröste ich mein inneres Kind und es ist zufrieden, weil es heute Grünkohl gibt.

Ich verspüre keine Lust zum Backen. Ich kaufe mir nur ganz selten ein paar  Weihnachtskekse. Allerdings schaffe ich es trotzdem nicht, abzunehmen und so werde ich auch in diesem Jahr mein Bäuchlein behalten. Es hat sich festgesetzt und sagt, es sei ein ausgewachsener Buddabauch, ich soll das endlich zur Kenntnis nehmen. Damit er nicht größer wird, verzichte ich also auf allzu viel weihnachtliches Gebäck. Mit dem Effekt, dass ich alles sofort aufessen muss, was ich in die Hände kriege. Zum Nikolaus gab es Kleinigkeiten und schneller als man gucken kann verschwanden sie im Buddabauch. Gestern erging es einem Ministollen ähnlich und ein paar Lebkuchen ereilte das gleiche Schicksal. Es sind noch ein paar da, aber nicht mehr lange!

Mein Buddabauch freut sich immer, wenn er gestreichelt wird. Beim Qi Gong machen wir das immer zum Abschluss und ich denke dann: „Gut, dass ich soviel Bauch habe zum Streicheln! Das fühlt sich zu und zu schön an!“ In Wirklichkeit freuen sich auch kleine Bäuche über Aufmerksamkeit. Also will ich dranbleiben und meinen Bauchumfang verkleinern. Das will ich schon seit vielen Jahren, aber…..Nun komme ich wirklich vom Thema ab. Entschuldigt bitte!

Heute ist der 8. Dezember, zweiter Advent und das Wetter ist scheußlich. Gemütlich sitze ich am PC und bastle an meinen Weihnachtsgeschenken. Mein Buchprojekt ist fast fertig und hat richtig viel Arbeit gemacht. Ich kam mir fast schon wieder berufstätig vor.

Ich wünsche Euch einen entspannten zweiten Advent mit allem, was für Euch dazugehört. Ich werde mir nachher bei Kerzenschein und mit Lebkuchen einmal wieder die ersten Folgen  der Serie Die Wege des Herrn ansehen. Sie passt so gut in diese Zeit, finde ich.  Ich besitze die erste Staffel auf DVD und denke das erste Mal im Leben daran, mich um Streaming Dienste zu kümmern, denn die zweite Staffel gibt es nur bei Prime Video oder wie das heißt.

Aber zuerst beende ich mein Buchprojekt! Bis morgen und macht es gut!

7. Dezember

7. Dezember

In der letzten Woche hörte ich folgende Sätze:

„Ich bin froh, wenn Weihnachten vorbei ist.“

„Meine Schwiegertochter ist so zickig, es macht einfach keinen Spaß, Weihnachten zusammen zu sitzen.“

„Ich bin so froh, dem Trubel von früher entkommen zu sein.“

„Der Familienrummel strengt mich an.“

„Ich feire keine Weihnachten.“

„Eine reine Konsumveranstaltung.“

„Ich sitze gemütlich mit meiner Tochter zusammen. Wir machen uns überhaupt keinen Stress, auch mit der Vorbereitung nicht. Kein Weihnachtsbaum, aber Kerzenschein beim Essen. Wunderbar! Kein Gehetze mehr!“

Wie stehe ich in diesem Jahr zur Weihnachtszeit? Ich kann sie nicht ignorieren, auch wenn ich es wollte. Eigentlich finde ich sie sogar ganz schön. Sie bringt Abwechslung und Licht ins Leben. Erinnerungen an vergangene Weihnachten kommen und gehen. Gemeinsam mit Nachbarn erhelle ich mit meiner Weihnachtsbeleuchtung unsere Straße und ich fühle mich eingebunden.

Es gibt keine kribbelige große Freude, aber eines kleines, helles Gefühl im Bauch, wenn ich mich daran mache, die Geschenke zu planen. Ich weiß, dass wir es gar nicht ernst meinen mit der Bemerkung, dass wir uns dieses Jahr nichts schenken wollen. Höchstens eine Kleinigkeit. 😂 Ich möchte meinen Kindern und ihrem Anhang unbedingt etwas schenken. Ich werde auch Päckchen für ein paar liebe Menschen, die ich Weihnachten nicht sehen kann, losschicken. Fotobücher (fertig!) und mein Buchprojekt beschäftigen mich täglich mehrere Stunden. Es entsteht eine kleine Textsammlung, die ich verschenken möchte. Das wisst Ihr ja schon. Einige von Euch haben mich sogar dazu ermutigt, es zu wagen. Danke dafür.

In Wirklichkeit beschenke ich mich gerade selbst. Ich bin im Flow und hatte die Idee, mich nach Weihnachten weiterhin mit größeren „schriftstellerischen Projekten“ zu beschäftigen. Ich werde dieses Mal nicht auf den inneren Kritiker hören, der alles daran setzt, mir die Lust daran zu verderben. Ich bin im Vorteil, denn ich bin Rentnerin und kann machen was ich will. Der innere Kritiker schweigt ganz verdutzt und gibt Ruhe.

Meine Familie traf sich zum ersten Advent bei meinem Bruder und das war wunderschön. Weitere Familientreffen wird es zur Adventszeit nicht geben. Meine Freundinnen sind beschäftigt. So werde ich häufig alleine sein. Wenn ich mich mit anderen vergleiche und denke, dass alle anderen ihre Familie und Freunde um sich haben, nur ich nicht, nicht mal zur Weihnachtszeit, dann werde ich unruhig. Ich rufe mich dann zur Ordnung, denn diese Gedanken sind völlig unsinnig. Erstens spiegeln sie nicht die Wahrheit wider und zweitens richte ich es mir ja selbst so ein. Das ist nämlich das eigentliche Thema. Will ich etwas daran verändern? Will ich mich um mehr Geselligkeit kümmern? Will ich es so weiterlaufen lassen? Bin ich zufrieden?

Doch ja, ich bin zufrieden. Nicht mit allem, aber mit dem Großen und Ganzen. Und die kleinen Unzufriedenheiten, die es noch gibt, führen mich wahrscheinlich zu den nötigen Veränderungen. Ich will „laufen lassen, mich einfügen und offen sein“, dann wird alles gut. Diese Zuversicht könnte schon fast als weihnachtliches Gefühl bezeichnet werden, oder?

Und Ihr so? Was macht Euer Weihnachtsgefühl?

6. Dezember

6. Dezember

Vergeblich gewartet. Kein Nikolaus im Haus! Er hat schnell ein Tütchen an die Tür gehängt und sich verdrückt. Danke, lieber Nikolaus für den Wohlfühltee und die selbstgebackenen Weihnachtskekse! Meine Nachbarin bekommt Schokolade und Weihnachtsnudeln. Sie denkt bestimmt, dass der Nikolaus sie beschenkte und wird sich freuen. Ich werde ihr lieber nicht erzählen, dass ich das gewesen bin.

Gestern war es so schön draußen. Ich fuhr mit dem Rad durch die Landschaft und genoss die winterliche Sonnenstimmung mit alles Sinnen. Endlich mal wieder Licht, Luft und Bewegung! Am Abend ging ich im Mondschein spazieren, um mir die neue Weihnachtsbeleuchtung im Städtchen anzuschauen. Es stand in der Zeitung, dass sich die Geschäftsleute neue Weihnachtsketten spendierten, um die kleine Einkaufsstraße festlicher zu gestalten. Ich vermute, dass sie uns nur anlocken wollen. Sie, also die Geschäftsleute, haben es schwer, sich gegen den Onlinehandel durchzusetzen. Mal sehen, ob die neuen Lichterketten helfen.

Ich fand sie ganz schön und auch der Tannenbaum auf dem Marktplatz leuchtete  ungewohnt hell. Große goldene Kugeln rundeten den Gesamteindruck ab und ich setzte mich auf eine Bank, um mir das anzuschauen. Ich dachte ein wenig an meine Eltern, die uns damals in Hamburg jedes Jahr wieder vor die Wahl stellten, ob wir auf den Dom, ins Weihnachtsmärchen oder in die weihnachtliche Innenstadt wollten. Wir entschieden uns sogar manchmal für die Innenstadt, denn so eine herrliche Lichterpracht gab es nur dort zu sehen. Wir liebten die Schaufenster, in denen bewegliche Puppen uns in wunderbare Märchenwelten entführten. Für uns Kinder war das noch etwas ganz Besonderes. Mit diesen nostalgischen Gedanken freute ich mich gestern über den stillen Marktplatz meiner kleinen Stadt.

Heute ist das Wetter wahrlich schauerlich und ich werde am Schreibtisch sitzen, um mein Buchprojekt zum Abschluss zu bringen. Spätestens Sonntag will ich fertig sein, denn ich komme ja zu gar nichts mehr. Ich hoffe nur, dass mein Laptop durchhält und keine Sperenzchen ( Sperenzien (Diminutiv: Sperenzchen) ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für Argumente oder Handlungen, mit denen jemand eine Verzögerung oder Behinderung eines Vorhabens verursacht in der Hoffnung (lateinisch sperantia), das Vorhaben zu verhindern.) macht. Heute morgen zickte er ein wenig rum, aber der Cleaner konnte es richten.

Nun weiß ich gar nicht, was ein Diminutiv ist. Schnell bei Wikipedia nachgeforscht und schon wieder etwas dazugelernt: Das Diminutiv (auch Deminutiv, Diminutivum, Deminutivum von lateinisch deminuere „verringern, vermindern“, vgl. minus) ist die grammatische Verkleinerungsform eines Substantivs. Gegenteil ist das Augmentativ. Diminutive dienen der Verniedlichung, z. B. als Koseform und zur Bildung von Kosenamen (Hypokoristikum), oder auch der Abwertung („Das ist kein Haus, das ist ein Häuschen!“). 

Augmentativ schenke ich mir jetzt. Keine Zeit!

Und Ihr so? Schon eine kleine Nikolausfreude gehabt? Feiert Ihr den Nikolaus oder geht Ihr einfach Euren Geschäften nach? So oder so: ich wünsche Euch einen friedlichen, gemütlichen Tag!

 

 

5. Dezember

5. Dezember

Da steht er nun, der neue Drucker. Der alte gab endgültig seinen Geist auf. Ich als technisch ziemlich unbegabte alte Frau beäuge ihn erst einmal und suche nach dem Handbuch. Gibt keins. Aber eine Anleitung zur Installation. Ein erster Blick darauf sagt mir, dass die Komponenten vollständig sind und dass ich vielleicht, aber auch nur vielleicht, fähig sein werde, das Ding in Gang zu setzen. Irgendwann einmal, wenn ich mit meinem „Buch“ fertig bin. Vorher gehe ich kein Risiko mit der Technik ein.

Nun steht da auch noch ein Minicomputer, den mir mein Sohn gegeben hat, weil mein Laptop so oft streikt. Hier fehlt noch die Tastatur und so kann er ruhig stehen bleiben. Damit setze ich mich noch nicht auseinander. Zuviel Neuerungen schaden meinem Nervenkostüm.

Ich habe keine Lust dazu.

Ich wünsche mir, dass die Weihnachtswichtel heute Nacht den ganzen technischen Kram erledigen. Das wäre schön. Dann wäre mir sehr weihnachtlich. Ich wäre so dankbar. Aber Weihnachtswichtel scheinen nur zu tanzen.

Ob ich mir wohl einen Nikolaus für morgen wünschen kann, der sich hier druckertechnisch nützlich macht? Doch ja, wünschen kann ich. Das ist nicht schwer.

Aber wahrscheinlich muss ich dann doch wieder selbst die Verantwortung übernehmen, weil der Nikolaus anderes zu tun hat.

 

4. Dezember

4. Dezember

Ich mag die alten Weihnachtslieder, die ich als Kind gelernt und gesungen habe. Ich mag die alten Weihnachtsfilme, die wir uns ansehen, als meine Kinder noch Kinder waren. Ich mag auch die Bilderbücher aus dieser Zeit, besonders „Weihnachten mit Petze, Pelle und Pingo“, weil ich das so oft vorlesen musste. Die Bilderbücher von Findus und Petterson mag ich noch ein bisschen mehr. Besonders die Geschichte „Morgen, Findus, wird´s was geben“ liebe ich so sehr, dass ich es mir gerade herausgesucht und heute Nachmittag lesen werde. Oder morgen, je nachdem. Ich mag meine alten Bastelbücher, auch wenn ich nur noch selten bastle. Ich mag Adventskerzen und Zimtsterne. Ich mag Weihnachtsbeleuchtung, aber nicht die, die blinkt. Ich mag meine Weihnachtsengel und Weihnachtsmänner, die ich noch gar nicht aus ihren Kisten befreit habe. Wird jetzt höchste Zeit. Oder?

Ist schon seltsam, wie sehr der Geist der vergangenen Weihnachten jedes aktuelle Weihnachten beeinflusst. Gelebte Weihnachten sind noch so präsent, wie keine anderen Familienfeste. Wieso eigentlich?

Wie kommt es, dass ich so nostalgisch werde? Manchmal mag ich sogar die neumodische Weihnachtswerbung, die meine kleine Sehnsucht nach dem Alten so gut bedient. Ich will den Advent und das Weihnachten nicht neu erfinden. Es soll am liebsten so bleiben, wie es immer war. Zum Glück schleichen sich jedes Jahr Neuerungen ein, so dass es wieder passt. Denn nichts bleibt gleich. Auch Weihnachten nicht.