Kultur und so

Kultur und so

Der Landkreis ist im Aufruhr. Die 30. kulturelle Landpartie hat begonnen. Für viele die fünfte Jahreszeit hier in der Provinz. Für andere ein Ärgernis. Und einigen ist es egal.

Ich nutze die Gelegenheit nicht ausgiebig, aber je nach Lust und Laune gucke ich mir einige Punkte an, die manchmal nichts Neues bringen und darum gestatte ich es mir durchaus, auch faul zu Hause zu bleiben.

Ich nehme eher am Rande teil. Ein oder zwei Veranstaltungen am Abend reichen mir aus, denn wenn ich mit dem Rad fahre, ist die Kultur überall zu spüren.

Musik ist zu hören, wo sonst keine ist.

Ein knallrotes Cabriolet fährt an mir vorbei. Offen, versteht sich. Der Fahrer mit Mütze und Sonnenbrille. Auf dem Beifahrersitz sitzt ein riesengroßer Teddy. Auch mit Sonnenbrille.

Mir kommt mitten in der Landschaft ein junger Mann mit Rollkoffer entgegen.

Auf der Wiese sitzen und liegen Nackte und nehmen ein Sonnenbad.

Die Einwohner öffnen ihre Gärten und zeigen Kunst und Krempel. Und sie verkaufen Kuchen und Torten und anderes.

Es ist wieder interessant, auf die Autokennzeichen zu achten. Wo die alle herkommen plötzlich!

Auf der Wiese wird getrommelt. Auf einer anderen wird die yogische Ruhe geübt.

Der Kuckuck ruft und ein Freund aus der Stadt vermutet, dass es ein künstlicher ist und zur Kunst gehört. Nein, es ist ein echter Kuckuck, das weiß ich genau!

Aber das Meer, das hier rauscht, wo es Fotos und Plakate von ihm gibt, ist künstlich. Und das Möwengeschrei auch.

Vieles dreht sich um Nachhaltigkeit und Atomkraft-Nein danke. Wir Naturschützer feiern (uns selbst) und geben Denkanstöße. Also, ich nicht. Ich bin ein faules Weiblein, das mit schlechtem Gewissen immer noch zu viel Plastik im gelben Sack verstaut. Gut, ich weiß, das schlechte Gewissen nützt natürlich nichts.

Es geht um unser Konsumverhalten. Es gibt Gruppen, die sich darum kümmern, ihr eigenes Verhalten zu verändern. Sie diskutieren mit uns und ich bin beeindruckt, wie konsequent sie sind.

Wie gut es mir geht, wird mir in einer Ausstellung über Flucht und Krieg bewusst.

Es gibt Wendländer und Wendländerinnen, die sich persönlich einsetzen und nicht nur reden. Sie verlassen ihre Komfortzone und reisen in Krisengebiete. Jetzt berichten sie von ihrer Arbeit und ich bin beeindruckt. Ich frage mich, ob ich nicht doch etwas tun kann und wie sinnvoll Spenden sind. Doch ja, ich werde mir eine Organisation aussuchen und abgeben.

Es wird wild geparkt und gecampt. Der Müll wird doch hoffentlich wieder eingesammelt!

Ein Konzert am Ende der Welt in einem wunderbaren Garten mit Aussicht. Ein paar Menschen lauschen der Musik im Grünen, essen, trinken und lassen es sich gut gehen. Ich auch.

Mehrere kleine Kinder schließen Bekanntschaft miteinander und amüsieren sich köstlich beim Teddyhochwerfen.

Bis eins der Kinder dem Vater des kleinen Mädchens zu nahe kommt. Schnell werden die Besitzverhältnisse geklärt. Mit einem bösen Blick und den Worten „Das ist mein Papa!“ schickt die Kleine das andere weg.

Später schleppt dasselbe  kleine Mädchen einen winzigen Kinderstuhl umher und arbeitet sich an ihm ab. Ich bin gespannt, was sie vorhat und beobachte das Geschehen mit großem Interesse.  Als sie sich endlich draufsetzt, kippt sie um. Großes Geschrei und ein liebevoller Vater, der seinem Töchterlein tröstend zur Seite steht.

Die Frau vor mir raucht und ich nehme es ihr nicht übel, denn sie ist steinalt. Und sie sieht so glücklich aus. Die Leute um sie herum husten diskret, aber niemand sagt etwas.

Ein Junge nuckelt an seiner Brauseflasche (sagt man noch Brause? Wohl nicht, Ihr wisst aber noch, was ich meine?) und liest dabei in einem dicken Buch. Seine Eltern essen Bratwurst und genießen das Konzert.

Ein blinder junger Mann lauscht hingerissen der Musik und nimmt sie mit seinem Handy auf. Seine Mutter neben ihm wirft ihm ab und zu liebevolle Blicke zu.

Ein alter Musiker setzt sich einen blauen Elefantenhut auf und blaue Ohren schlappen um seinen Kopf im Takt herum. Ich weiß nicht, warum er das tut, finde es aber ganz drollig.

Die Musiker und Musikerinnen sind so entspannt! Sie lachten, wenn sie sich (selten) verspielen oder aus dem Takt kommen.

Die Vögel geben sich große Mühe, mitzuhalten und die Musik ist so wunderschön und berührend. Einmal kommen mir die Tränen.

Manchmal nervt mich die Kulturelle Landpartie. Aber sie bringt Abwechslung in die Provinz. Besuch hat sich angesagt, der nächste Woche mit Rädern hier aufschlagen wird und ich stelle eine kleine Tour zusammen. Hoffentlich wird es nicht zu heiß!

 

 

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Sorry

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😂

😡 Was ist so lustig?
😂 Borstenwürmermännchen sind gehirnamputierte Weiber!

😡 Wie kannst Du über Tierversuche lachen?

😉

😡 Nein, das akzeptiere ich nicht!

😯

😡 Ich bin gespannt, was die Tierschützer zu Deinem Beitrag sagen. Und die Männer.

😳

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Flashback

Die Samtgemeinde schickt einen Brief an das Ehepaar Herrn und Frau Y. Ich bekomme Herzklopfen. Wir waren geschieden, also keine Ehepaar mehr und mein Mann ist im September 18 gestorben. Nun bekommen wir gemeinsam Post.

Die Samtgemeinde wollte die Grundsteuer und die Kosten für die Straßenreinigung für unser Haus im Mai von seinem Konto abbuchen. Das ging natürlich nicht, denn es ist längst aufgelöst. Wir sollen schnell den Betrag überweisen zusätzlich 3 Euro Stornogebühr, die die Bank erhoben hat. Und auf jeden Fall unsere neuen Kontodaten angeben, damit in Zukunft wieder ordnungsgemäß abgebucht werden kann.

Ich bin völlig fertig. Mein Herz klopft und mein Körper ist in Alarmbereitschaft. Ich fühle, es passiert etwas ganz Furchtbares.

Ich atme tief durch und weiß, dass das, was gerade in mir passiert, keine Reaktion auf die reale Situation ist. Mein Gefühlssystem erinnert sich an die schlimmen zwei Wochen, in denen mein Mann zusammenbrach und starb. Und an die Zeit danach, in der wir die Beerdigung organisierten und seinen Hausstand auflösten.

In den letzten Tagen lebte ich viele Momente in der Stille. Ich dachte häufig an ihn und daran, dass es ihn nicht mehr gibt, dass unsere Geschichte endgültig zu Ende ist. Ich war manchmal traurig, manchmal ging ich gedanklich einige Situationen durch, die besonders furchtbar für uns waren. Ich fragte mich, wie er sich wohl gefühlt haben mochte. Ich dachte an unsere Kinder, die zwar erwachsen sind, aber die es wirklich schwer hatten und haben. Mir wurde bewusst, wie unfassbar schlimm es für sie gewesen war. Ja, ich war damals meistens dabei, aber zu sehr mit mir selbst beschäftigt, um mich wirklich einzufühlen. Ich dachte daran, dass von einem Moment zum anderen alles vorbei sein kann, auch für mich.

Ich fühlte mich trotzdem recht wohl in der letzten Zeit. Ich versank nicht in Trauer. Ich stellte mich den Erinnerungen. Und ich fand neue Aspekte in meinem Leben. Ich kam zur Ruhe.

Und jetzt dieser Brief! Mein Verstand bleibt ruhig und weiß, was zu tun ist. Mein Gefühl findet, dass die Welt sicher bald untergeht. Ich rufe bei der Sachbearbeiterin an und sie bleibt dabei: wir müssen die Grundsteuern für 2019 zahlen. Ja gut, mein Mann ist tot, dann muss eben die Erbengemeinschaft dafür aufkommen. Na gut, das Haus ist verkauft, aber solange das Finanzamt sich nicht bei der Samtgemeinde meldet, solange muss ich zahlen. Nein, sie kann sich auch keinen Vermerk machen, bis das Finanzamt sich meldet, würde ein Vermerk nichts nützen. Ich kann mir das Geld ja von den neuen Besitzern zurückholen. Oder sie darum bitten, die Grundsteuer zu zahlen. Wenn die das aber nicht tun, dann werde ich haftbar gemacht. Ich verstehe das nicht und bin rat- und hilflos.

Zum Glück bleibt mein Verstand cool und regelt, was zu regeln ist. Er weiß, dass das Gefühl gerade in der Vergangenheit festhängt und er alleine arbeiten muss.

Übrigens geht es um knapp 25 Euro! Wahrscheinlich werden die neuen Besitzer mir das Geld zurückzahlen. Das Finanzamt wird sich bei der Samtgemeinde melden. Es wird alles gut  und es gibt überhaupt keine Katastrophe.

Also kein Grund zur Panik. Sagt mein Verstand.

Mein Gefühl dreht am Rad.

Nach einiger Zeit komme ich wieder bei mir an. Mein Gefühl erdet sich und ich merke an meiner Erschöpfung, dass ich einen heftigen Flashback durchlebt habe.

Zum Glück weiß ich das richtig einzuordnen, sonst hätte ich wohl an meiner geistigen Gesundheit gezweifelt.

 

 

Schreib doch mal

Schreib doch mal

Antreiber: Nun schreib doch mal was!

Angsthase: Aber nichts über Politik! Und Umwelt und Bienen.

Trauer: Und nichts über das Sterben! Und nichts über deinen Mann. Und nichts über die Vergänglichkeit.

Körper: Und nichts über mich!

Wut: Und nichts über die Liebe!

Lust und Leidenschaft: Doch! Schreib doch endlich mal über die Liebe. Hast du noch nie! Wir setzen schon Spinnweben an!

Antreiber: Jetzt sofort!

Liebe: Musst du nicht. Ich bin ja trotzdem da.

Wut: Schreib doch lieber über Aggression und ihren Nutzen! Und wie du mal so wütend warst wie noch nie.

Inneres Kind: Schreib doch mal über das Wachsen!

Fröhlichkeit: Oder über Feste feiern!

Vernunft: Bloß nicht! Schreib lieber über mich!

Angst: Oder mal wieder über mich. Ich bin auch noch da. Hast du das vergessen?

Kritiker: Oder schreib doch noch mal etwas über Deine Fehler, die Du immer machst! Und gemacht hast. Und machen wirst!

Nörgler: Au ja, fein! Schreib wie doof du bist!

Inneres Kind: Oder über das Tanzen!

Kritiker: Kann sie nicht mehr. Warum soll sie darüber schreiben?

Liebe: Jeder und jede kann tanzen! Tust du ja auch manchmal im stillen Kämmerlein. Du kannst auch über Musik schreiben!

Wissensdurst: Oder über deine Bücher! Oder über Philosophie. Oder über Gott.

Nörgler: Oder über deine „Kunst“. Ich lach mich schlapp.

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Kritiker: Wie dick du immer aussiehst auf Fotos! Wäre auch ein super Thema! Oder wie es sich anfühlt, so alt zu sein.

Antreiber: Los, schreib jetzt. Sei kreativ und suche dir gefälligst ein Thema, das sich nicht nur um dich dreht. Weltfrieden vielleicht.

Vernunft: Oder über deine Bio-Kiste, die du dir neuerdings bestellst. Wieviel Gemüse du plötzlich isst!

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Genuss: Und Obst!

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Nörgler: Das interessiert doch keinen! Und überhaupt magst du Gemüse ja gar nicht und Salat erst recht nicht.

Genuss: Aber das Obst magst du! Schreib über Obst und Früchte und Beeren! Schreib über Erdbeeren! Und Kirschen!

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Inneres Kind: Schreib doch lieber über Bonbons und Kuchen!

Kreativität: Oder schreib mal wieder einen lyrischen Text!

Kritiker: Ich lach mich schlapp.

Witzbold: Oder über Weihnachten!

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Phantasie: Oder über Misi!

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Das ist nicht Misi!

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Nörgler: Och, der blöde Frosch. Das ist sowieso albern. Frösche sprechen nicht.

Inneres Kind: Misi schon!

Antreiber: Wenn du jetzt nichts schreibst, werde ich echt sauer! Los, schreib!

Selbstbewusstsein: Nun beruhigen wir uns all mal wieder! Wenn sie nicht schreiben will, will sie nicht. Es gibt ja noch anderes zu tun! Außerdem braucht sie jetzt nur eins, nämlich RUHE!

Alle: 😳😳😳😳😳😳😳😳😳😳

Ich: 👍

 

Sich anpassen

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Sonntag war ich mit einer Freundin unterwegs. Wir sind noch nicht so häufig miteinander Rad gefahren, wollten es aber einmal ausprobieren. Sie kannte einen tollen Radweg, der mir unbekannt war. Prima!

Ich dachte: „Meine Güte, nun ist es vorbei mit der Gemütlichkeit! Ich muss jetzt schneller fahren, weil sie es sicher doof findet, so langsam vorwärts zu kommen. Dann will ich mich mal anpassen!“

Ich steigerte mein Tempo, um mitzuhalten.

So rasten wir eine Weile durch die herrliche Landschaft und ich fand es schade, diese nicht so genießen zu können, wie ich es mit meinem gemächlichen Tempo gewohnt war.

Als ich sie keuchen hörte, sagte ich: „Meinetwegen müssen wir nicht so schnell fahren!“ Sie war erleichtert, denn sie dachte, sie müsse sich meinem Tempo anpassen.

Auch ihr ging es viel zu schnell.

Gut, dass wir darüber gesprochen haben, denn so konnten wir die Landschaft genießen und dabei erbauliche Gespräche führen.

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Ich frage mich gerade, wie oft ich ähnliche Situationen erlebte, ohne sie zu bemerken.

Lernerfolg

Im Briefkasten liegt der Brief. Eine Erinnerung, dass ich mich heute Daunddort einfinden soll, um mit meinem Team vierzig Jugendliche drei Wochen lang zu betreuen und zu bespaßen, denn es sind Sommerferien.

Habe ich ganz vergessen, dass ich dort angemeldet war. Drei Wochen? Meine Güte.

Ich packe meinen Koffer (drei Wochen!) und reise nach Daunddort. Mich erwartet eine riesige Jugendherberge gefüllt mit mehreren Gruppen lärmender Menschen und ich bereue meine soziale Ader sehr. Meine Teamchefin kommt auf mich zu und begrüßt mich. Sie erzählt, dass sie mit der Jugend sehr streng umgehe und ich mich nicht wundern soll. Ich müsse aber mitziehen und auch das Heft in der Hand behalten. Mich auf keinen Fall unterbuttern lassen. Ich frage mich im Stillen, ob ich das noch nötig habe. In meinem Alter! Warum bin ich bloß hier?

Die Jugendlichen zeigen sich gegenseitig, wie stark und toll sie sind. Das geht nur laut. Weiß ich doch und schließlich sind es ihre Ferien. Trotzdem.

Ich folge der Frau, die mir mein Zimmer zeigt.

Hilfe, ein Doppelzimmer, in das noch ein Gästebett hineingestellt wurde. Albtraum!

Ich hole meinen Koffer und verschwinde, um mir ein Einzelzimmer zu besorgen. Wenn ich schon ehrenamtlich arbeite, will ich abends meine Ruhe und alleine sein.

Natürlich geht das nicht, denn alle Räume sind randvoll vollgestopft mit Jugendlichen. Ich also zurück in das übervolle Doppelzimmer und dort lerne ich meine Leidensgenossinnen kennen. Die sind ganz vergnügt und ich suche meinen Koffer. Aha, da ist er und als ich ihn auspacken will, entpuppt er sich als Reisetasche, die nicht mir gehört.

Mein Koffer bleibt verschwunden. Und dann weiß ich nicht mehr, wo ich die fremde Reistasche abgelegt habe. Ich finde sie und es ist keine Reisetasche, sondern eine graue Handtasche. Auch gut.

Es klingelt einige Male und das ist das Zeichen für Abendbrot. Prima. Es ist 18.00 Uhr, ich kenne mein Team nicht, bin überhaupt nicht vorbereitet und habe eine fremde Handtasche im Arm. Und mein Koffer ist weg und mein Bett noch nicht bezogen.

Ich suche den Speisesaal und der ist so voll und so laut, dass ich beschließe, wieder nach Hause zu fahren. Ich suche mein Team und finde es nicht. Überall auf den Tischen stehen diese großen, silbernen Kannen mit Früchtetee. Ihr wisst schon, oder?  Eine Lautsprecherstimme ruft mich aus. „Die Betreuerin R. aus L. soll bitte sofort Tisch 6 aufsuchen! Dort wartet ihr Team auf sie.“ Aha. Ich also hin und dann wird mir gesagt, ich müsste mir mein Essen selbst holen. Ach so. Ich suche mal wieder und finde den Tresen mit dem Abendbrot. Dort liegt nichts mehr, es stehen nur schmutzige Teller rum. Ich werde wütend angestarrt, als ich das Küchenpersonal frage, ob ich noch etwas zu essen bekomme.

Dann wache ich auf und bin tief erschüttert.

Heute ganz früh weckten mich heftige Rückenschmerzen. Eine Art Hexenschuss, der mich seit vorgestern quält. Ich nahm eine Schmerztablette, trank meinen Kaffee und las die Zeitung. Weil es wirklich noch früh war, schlief ich wieder ein.

Und fand mich an einem Ort wieder, den ich nicht kannte, mit einem Team, welches ich auch nicht kannte, mit einer Aufgabe, auf die ich nicht vorbereitet war und die ich gar nicht wollte und in einem Dreibettzimmer, das ich hasste. Ich war die ganz Zeit auf der Suche: nach meiner Ruhe (Einzelzimmer), nach meinem Team und meiner Aufgabe, nach meinen Sachen und schließlich nach meinem Essen. Mit einer fremden Handtasche, die mir nicht gehörte.

Was ich daraus lerne? Das nächste Mal stehe ich sofort auf, wenn ich die Zeitung fertig gelesen habe. Egal, wie früh es ist.