5. Dezember 🌲⭐🌲⭐🌲

Frau Holle kommt wieder zu spät und wir verschieben den täglichen Fototermin auf die Mittagszeit. Auch gut. So ein Rentnerinnenhaushalt ist eben behäbig. Wir haben es uns auch ohne sie schon seit Stunden gemĂźtlich gemacht. Im Dezember will ich Trubel und viel Besuch, täglich! Frau Holle eher nicht. Sie schwärmt fĂźr die Ruhe, denn schon SĂśren Kiegegart wusste, dass in der Stille mehr passiert als sonst (https://www.aphorismen.de/zitat/16351). Ich weiß nicht, wer dieser Kiegegart ist, aber der hat wohl nicht alle Tassen im Schrank. „Das war ein Philosoph und ich finde, er hat recht“, sagt Frau Holle. Prima, das unterscheidet uns.

Ich freue mich jedenfalls, dass der Engel-Bengel sich seit zwei Tagen hier auf dem Tisch aufhält. Der ist ja immer lustig und ganz nach meinem Geschmack. Wer mehr wissen will und ihn noch nicht kennt, hier war er schon vertreten:

Wie man sieht, ist das Wetter heute gruselig. Nicht so wie gestern, da war es auch gruselig. Aber ohne Schneeregen.

Frau Holle stritt sich gestern lange mit ihrem Inneren Schweinehund, der Sofa und Netflix wollte. Frau Holle gewann, sie puppte sich warm an und stieg auf das Fahrrad. Lange war sie weg, ich machte mir schon Sorgen. Als sie mit roten Apfelkbäckchen und glĂźcklich wieder nach Hause kam, erzählte sie, dass sie aus Versehen auf dem RĂźckweg schon wieder auf dem Weihnachtsmarkt gelandet ist. „Posaunen posaunten Weihnachtslieder, Menschen sangen mit und alles war so wunderschĂśn. Ich stand am Rande und weinte fast, weil alles so schĂśn war. Die alten Weihnachtslieder meiner Kinderzeit bringen die Emotionen in Schwingung! Und dazu noch der Amtsturm mit seinen beleuchteten Fenstern! Nein, wie war das schĂśn!“

Heute hat sie sich beruhigt. Mit dem Schweinehund streitet sie sich nicht, denn heute ist er der Bestimmer des Tages. Sie hofft, dass Engel-Bengel sich ruhig verhält. Und gerade will sie sich vom Zeitungslesen erholen und ihre BĂźchersammlung sortieren, als es klingelt. Das geschieht selten und Frau Holle ist ganz neugierig. Ein kleiner Mann steht an der TĂźr und erzählt eine Geschichte vom Vater in Rumänien, der gerade gestorben sei und den er nun nach Deutschland ĂźberfĂźhren will. Das sei so teuer, (7 798 Euro), er habe kein Geld und dann weinte er ein paar Tränen und erzählt vom Nachbarn, die schon 400 Euro gespendet hätte. Frau Holle weiß nicht recht. Doch als er sich hinkniet, flehentlich „Bitte, bitte, gib Geld!“ schluchzt und ihre Hand kĂźssen will, hat sie genug und schließt die TĂźr und ist leicht derangiert. „Warst du das, Engel-Bengel?“, fragt sie und holt tief Luft. Nein, das war der kleine Mann ganz allein. Hätte er nicht so Ăźbertrieben, wer weiß, vielleicht hätte Frau Holle die Geschichte geglaubt.

So, und nun wünschen wir Euch einen schönen Montag. Frau Holle kocht heute wohl Grünkohl, aber sie weiß noch nicht, ob der Innere Schweinehund etwas anderes vorhat.

Und Ihr so?

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13 Gedanken zu “5. Dezember 🌲⭐🌲⭐🌲

    1. Ich freue mich so, dass Du an mich gedacht hast. Das tut richtig gut.😊 Aber ich muss hier an dieser Stelle leider verkünden, das ich nicht mehr für den Schnee und für alle geschüttelten und ungeschüttelten Betten dieser Welt verantwortlich bin. Ich bin im wohlverdienten Ruhestand und habe meine Aufgaben an Glücksmarie delegiert. Die ist so schön fleißig. Ich trinke mit der faulen Pechmarie einen Nachmittagstee und genieße das Leben als Rentnerin! Aber Du darfst gerne ab und zu weiter an mich denken😉! Liebe Grüße! Frau Holle (i.R.)🌨

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      1. Ertappt.
        Mist, Fan Jürgen glaubt mit nicht.😅
        Zum Glück brauchen wir nicht mehr Betten schütteln, denn Federbetten gibt es kaum noch. Ich gebe Wetterwünsche an Petrus weiter und der macht das dann. Irgendwie mit Technik. Das können Männer ja sowieso viel besser. 😉

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      1. Dieser sei Dir gewährt! ❄Weil Du es ❄bist, mache ich bis ❄Weihnachten🎄 eine Ausnahme und ❄schüttel die Kissen❄❄❄ noch mal selbst! 🌨 Aber dann gehe ich wieder in den Ruhestand!😂

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    1. Na ja, er war sehr klein und ich dachte zuerst, es wäre ein Paketbote. Ich bat ihn natĂźrlich nicht ins Haus und er bleib brav stehen und zog sein Show ab. Die ersten Worte glaubte ich ihm noch, aber dann wurde es lächerlich. In den letzten Jahren kamen keine Männer, nur Frauen mit Kindern, rĂźhrseligen Geschichten und Mistelzweigen, die sie verkaufen wollten. Eine von denen wurde richtig aggressiv und klopfte wiederholt gegen das Fenster. Der heute war harmlos …..
      Warst Du auf dem Weihnachtsmarkt in LĂźchow? Ich fand ihn ganz schĂśn.

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      1. Von solchen Besuchern bleiben wir hier i.d.R. verschont, da kommt hĂśchstens alle paare Jahre mal jemand wegen Winterfutter fĂźr Zirkustiere.
        Ich war lange nicht mehr freiwillig auf einem Weihnachtsmarkt. Irgendwie zieht mich dort ohne Kinder nichts mehr hin, also nicht aus eigenem Interesse. FĂźr mich ist Weihnachten an den drei entsprechenden Tagen, wenn es denn mit Besuch klappt, genug.

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      2. Mir ist der Trubel auf den Weihnachtsmärkten auch zu viel, aber am Wochenende in Lßchow fand ich es bezaubernd, eine Zeitlang vom Rande aus zuzusehen. Es kam mir so vor, als hätte ich richtig viel erlebt.

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