Leicht wird es nicht, gemütlich und fröhlich durch den Advent zu kommen. Ich scheine in einer Umbruchphase zu sein. Das Alte ist noch nicht verabschiedet und das Neue noch nicht angekommen. Es kann also Turbulenzen geben.

Was kann das Neue sein? Ein neues Bett ist ja noch nicht alles. Es ist ein Anfang, aber für was?

Es fällt mir so schwer, mich von Erwartungen, Hoffnungen und dem bekannten Gefühl der (vermeintlichen) Geborgenheit in der Familie zu verabschieden. Wo setze ich an? Eine echte Geborgenheit entwickeln? Eine, die ich noch gar nicht kenne? Eine in mir selbst, die ganz unabhängig von der Familie ist? Wenn ich sie im Innern nicht spüre, kann auch die Familie nichts tun? Gibt es neben der Selbstliebe auch eine Selbstgeborgenheit?

Die alte Regine nimmt ihr inneres Kind in die Arme und macht es ihm schön? Alleinsein ohne Stress nennt man das dann wohl. Klingt verlockend.

Die anderen besuchen mich ab und zu und gehen dann wieder zurück in ihre eigenes Leben, wo wenig Platz für mich ist? Halte ich die Traurigkeit geduldig aus und wende mich dann meinen eigenen Angelegenheiten wieder zu? Ja, hört sich richtig an. Für unsere Familie jedenfalls. Andere sind näher zusammen, wir eben nicht. War ja schon bei meinen Eltern und mir so. Nur da lebte ich in einer anderen Rolle. Die hat mir wesentlich besser gefallen, wenn ich nicht so oft dieses schlechte Gewissen gehabt hätte. Das möchte ich meinen Kindern ersparen.

Was mache ich mit dem Wissen, dass ich nichts tun kann außer die anderen zufrieden zu lassen? Genau das ist mein Lebensthema. Aber diesmal will ich es wirklich durchhalten, aufhören, etwas verändern zu wollen, was ich nicht beeinflussen kann. Etwas zu sehr wollen verhindert die Zufriedenheit.

Ich weiß, dass Abstand jetzt völlig in Ordnung ist. Ich schwanke zwischen Traurigkeit und Aufbruchsstimmung.

Vielleicht können meine Kinder und ich uns näher kommen. Vielleicht auch nicht. Ich will gelassen bleiben. Erst einmal meinen weiteren Lebensweg beginnen, ohne dass Ansprüche, Wünsche und festgefahrenen Vorstellungen mich blockieren.

Ach, das ist so schwer.

Ich werde jeden Tag den Adventsschmuck im Zimmer aufstocken, je nach Lust und Laune. Die Frage, ob ich draußen Lichterketten und den roten Weihnachtsstern in Betrieb nehme, ist noch nicht geklärt. Ich bin ein wenig traurig, dass die Stadt Lüchow in diesem Jahr den großen Stern auf dem Amtsturm nicht aufstellt. Ich kenne ihn, seit ich hier wohne. Er gehörte für mich einfach dazu. Er gab mir im Advent oft Anlass, im Dunkeln noch einmal eine Runde zu drehen und Weihnachtsstimmung zu tanken. Und nun fällt der weg und mein inneres Kind will, dass ich im Garten meinen eigenen Stern wenigsten für ein paar Stunden am Abend leuchten lasse. Ja, das werde ich tun. Es gibt mir in der Dunkelheit ein schönes Gefühl, zu wissen, dass er da ist, auch wenn ich nicht ständig aus dem Fenster gucke und ihn ansehe. „Du bist nicht allein“, erzählt er mir. „Auch wenn gerade niemand da ist“, ergänzt die Liebe.

Und damit ist ja schon alles gesagt, gedacht und gefühlt, um entspannt nach der wahren Geborgenheit Ausschau zu halten.

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8 Gedanken zu “Geborgen

    1. Transformation! Das ist das richtige Wort! Eine Veränderung arbeitet in mir. Ich weiß noch nicht genau, wohin die Reise geht, aber alles ist besser als festzustecken. Und wir tun, was wir tun, aus Liebe, auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt. Danke, liebe Verwandlerin (Dein Name ist Programm) und herzliche Grüße aus dem Haus der Verwandlungen! Ich muss gerade an Hogwarts denken. Die Schule, in der sich ständig die Wände verschieben. So fühle ich mich gerade….🌈🙋‍♀️⭐Und danke für das Drücken. Es hilft!

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  1. Ich bin bei dir, fürchte dich nicht, ich bin doch immer bei dir.
    Frei zitiert nach Pfarrer Kappes, ein Satz, der mir schon so oft geholfen hat. Unmittelbar und sofort werde ich ruhiger, wenn ich mir dies vergegenwärtige, liebe Regine. Gilt für alle Menschen, die daran glauben können 😉

    Liebe Grüße dir in den ersten Advent 🙂

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