Was soll das denn?

Was soll das denn?

Heute beginnt wieder das Familienaufstellen. Seit ein paar Tagen arbeitet es schon kräftig in mir. Vergessenes kommt an die Oberfläche. Ich kenne das schon. Träume weisen mich auf meine Themen und Baustellen hin. Gestern allerdings geriet mir im Wachzustand meine Unterschrift völlig durcheinander und heraus kam eine Mischung von Geburts- und Nachnamen, der über 30 Jahre zu mir gehört und mich mit meinen Kindern verbindet. 😂 Ist das nun eine fiese Mischung oder ein Zeichen dafür, dass sich innere Widersprüche auflösen? Mal sehen…..

Nicht die Ostsee

Nicht die Ostsee

Weil der Sommer noch einmal alles gab, nahm ich mir am Abend vor, an die Ostsee zu fahren. Ganz allein wollte ich das wagen. Aber am nächsten Morgen fuhr ich dann doch nicht los, weil ich dachte, für solch eine Unternehmung wäre ich lieber zu zweit. Autofahren ist ja nicht mein Ding und so blieb es bei der Idee. Was nicht so schlimm ist. Vielleicht fahren mein Sohn und ich sowieso nächste Woche ans Meer. Denn er besucht mich bald und wir haben uns das vorgenommen.

Ein Tag an der Ostsee ist es also nicht geworden, aber zum Ausflug an die Elbe reichte mein Mut. Ich brachte mein Fahrrad mit dem Auto nach Schnackenburg (Schnackenburg – Wikipedia), der kleinsten Stadt Niedersachsens, und radelte auf dem Elberadweg immer geradeaus am Deich entlang, die meiste Zeit allerdings ohne Wasserblick. Die Aussicht auf der Nichtdeichseite entschädigte mich. So könnte ein Urwald aussehen, dachte ich mehrmals. Ab und zu guckte ich vom Deich aus auf die Elbe. Auf einer Bank dort oben saß ich eine ganze Weile, aß etwas, trank ganz viel und träumte vor mich hin.

Auf dem Rückweg hielt ich am Gartower See und sprang hinein. Ganz allein! Niemand sonst badet wohl im September. Ich schon. Für mich der perfekte Abschluss eines sportlichen Tages mit viel Sonne, wunderbarer Stille und kurzem Anfahrtsweg!

Bilanz: 1,5 Stunden Autofahrt, 3 Stunden Radfahren, 1 Stunde Banksitzen und 30 Minuten Schwimmen im See.

Zimmerreisen 9: S wie Stickbild

Ehrgeizig bin ich ab und zu. Die „Zimmerreisen“ fordern mich heraus. Ich möchte die Aufgabe vollständig erledigen und mich durch das ganze Alphabet buchstabieren. Puzzleblume lädt zur 9. Zimmerreise ein: https://puzzleblume.wordpress.com/?s=zimmerreisen+9. Heute ist der Buchstabe S an der Reihe.

Früher stickte ich, wann immer ich Zeit hatte. Tischdecken, Bilder, Kissenhüllen, Lesezeichen, Handtücher und alles mögliche stellte ich mit großer Geduld fertig. Oft besorgte ich mir Fertigpackungen: Muster waren aufgedruckt und genügend Stickgarn lag immer bei. Ich entwarf aber auch selbst die Motive.

Eines Tages wurde ich schwanger. Ich wollte mich belohnen und bis zur Geburt etwas Schönes sticken. Also bestellte ich mir im Handarbeitsladen ein großes Stickbild. Es hieß „Puppenhaus“ und sollte dann später im Kinderzimmer hängen. So stellte ich mir das jedenfalls vor.

Als ich die Ware abholte, viel Geld bezahlte und das Paket zu Hause öffnete, erschrak ich sehr. Ich fand Stickgarn in vielen, vielen Farben, eine kleine Sticknadel und ein Stück Leinen (40cm x 50cm) . Dazu eine Anleitung. Ich hielt ein kompliziertes, sehr kompliziertes Abzählmuster in den Händen. Ach je, ich wusste gar nicht, ob ich zu so etwas fähig war. Am liebsten hätte ich das Ganze verschenkt. Aber ich kannte niemanden, der dazu Lust gehabt hätte. Darum machte ich mich ans Werk, denn das Geld wollte ich nicht umsonst ausgegeben haben.

Ich vergrößerte zuerst das Abzählmuster und arbeitete mich dann ganz allmählich ein. Winzige Kreuzstiche setzten sich nach und nach zu einem Bild zusammen. Fernsehen oder Hörbücher nebenbei waren nicht möglich. Ich musste mich ganz auf meine Arbeit und das Abzählen konzentrieren. Bis zum Geburtstermin wurde der Vorgarten und die äußere Mauer fertig. Auch die Schornsteine waren gebaut und die Tannenbäumchen gepflanzt. Dann legte ich die Handarbeit zur Seite, bis mein Sohn ein Jahr alt und ich nicht mehr so müde war.

Ich stickte also weiter, wurde wieder schwanger und wusste, dass die Zeit nicht reichen würde, um das „Puppenhaus“ für das Kinderzimmer fertigzustellen. Nach der Geburt gab es wieder eine lange Schaffenspause. Ich stickte leichtere Bilder, die schneller fertig wurden und nicht abgezählt werden mussten. Wir zogen von Föhr in das Wendland und irgendwann stickte ich dort weiter. Und stickte und stickte einige Jahre lang. Mit Unterbrechungen, aber ich stickte mich bis zur Fertigstellung tapfer durch die Zeit.

Ich ließ meine fertige Stickerei eines Tages rahmen und war sehr stolz auf mich.

Heute hängt das Bild im Flur. Jeder Mensch sieht es, sobald er meine Wohnung betritt. Die meisten Leute wissen wohl nicht, dass es eine Stickerei ist. Man muss schon nah herantreten, um zu erkennen, dass es sich um eine Handarbeit handelt. Um meine Handarbeit! Wie sorgfältig habe ich gezählt. Ab und zu musste ich wieder auftrennen. Ein Fehler ist geblieben, aber ich verrate natürlich nicht, wo der steckt. Ich freue mich selbst gerade sehr, dass mein „Puppenhaus“ hier auf dem Regenbogen einmal gewürdigt wird. Staunend stehe ich davor und betrachte es nach langer Zeit wieder ausgiebig.

Dieses Teil unter Glas zu fotografieren ist nicht einfach. Die Fotos sind nicht so toll geworden. Ich zeige sie trotzdem. Vielleicht könnt Ihr ahnen, warum ich so viele Jahre bis zur Fertigstellung brauchte.

Heute kann ich mit meinem Arthrosehänden leider nicht mehr sticken. Ich kriege es einfach nicht mehr akkurat hin. Aber ich erinnere mich gerne an die Zeit, die ich mit dem Stickrahmen, Nadel und Faden verbrachte. Abgezählt habe ich allerdings nur einmal, aber das ganz schön lange!

Endlich wieder!

Endlich wieder!

Heute begann endlich wieder unser Qigong-Kurs und es war so erfrischend, nach einem Jahr Zwangspause etwas in einer Gruppe zu tun! Und morgen besuchen mich drei Freundinnen, die ich so furchtbar lange nicht gesehen habe. Nächste Woche ist ein ganzes Wochenende gefüllt mit Familienaufstellungen. Übernächste Woche kommt mein Berliner Sohn und mein zweiter Sohn auch. Das soziale Leben nimmt wieder Fahrt auf. Das fühlt sich so lebendig an.

Der Sommer verabschiedet sich allmählich und der Herbst übernimmt. Und das ist auch gut so!