Zimmerreisen 9: T wie Teufel und Troll.

Ehrgeizig bin ich ab und zu. Die „Zimmerreisen“ fordern mich heraus. Ich möchte die Aufgabe vollständig erledigen und mich durch das ganze Alphabet buchstabieren. Puzzleblume lädt zur 9. Zimmerreise ein: https://puzzleblume.wordpress.com/?s=zimmerreisen+9. Heute geht es um das T.

Nicht nur Engel und lustige Frösche sind Teil meines Lebens, sondern auch Hexen, Teufel und ein Troll. H ist nicht dran, also geht es in dieser Zimmerreise nur um den Teufel und um meinen allerliebsten Troll. Man erkennt: beide sind schon arg lädiert, staubig, zerbrochen und wieder geklebt. Sie sind einfach unersetzlich!

Der Teufel hatte als Teilnehmer im Adventskalender am 13. Dezember 2016 hier auf dem Regenbogen schon einmal das Wort. Er darf noch mal und los geht´s, auch wenn noch keine Weihnachtszeit ist. Aber T ist dran! Sorry.

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Ich bin nicht das geworden, was ich einmal werden sollte. Dieses Trauma begleitet mich ein Leben lang. Ich will mich bei Euch aussprechen, mein Therapeut ermuntert mich dazu. Er sagt, das kann helfen.

Also erzähle ich Euch jetzt meine Geschichte.

Ich kann mich noch genau erinnern. Ich war damals ein Hamburger Klumpen Ton. Ich wartete wochenlang ungeduldig darauf, mich zu verändern. Dann kam sie endlich, meine Verwandlerin, Frau Holle, wie sich Regine ja gerne ab und zu nennt. Gerade mal zwanzig süße Jahre alt. Schlank und rank und faltenlos. Sie besuchte zusammen mit ihrer Freundin einen Töpferkurs. Es war kurz vor Weihnachten und die beiden wunderschönen, fröhlichen und tatkräftigen jungen Frauen beschlossen, sich jede einen Engel zu formen. Frau Holle, die Holde, nahm mich in ihre warmen Hände, klopfte, schlug und knetet mich, bis ich weich wie Wachs in ihren Händen lag und darauf wartete, mich in einen Engel zu verwandeln.

Frau Holle machte und tat, klopfte und knetete, formte und verwarf. Ich wollte nicht gelingen. Ihre Freundin war schon lange fertig und hatte einen wunderbaren Engel vor sich stehen. Auf Frau Holles Stirn sammelten sich drei Schweißperlen. Ein letztes Mal knüllte sie mich zusammen und sagte: „Na gut, Engel will nicht gelingen. Vielleicht geht Teufel besser.“ Und sie knetete und formte und zack….bumm….bang saß ich vor ihr. Als wunderschöner Teufelsbraten war ich auf Anhieb richtig gut geraten!

Seitdem sitze ich im Dezember zwischen den Weihnachtsengeln. Sie haben mich in ihre Gemeinschaft aufgenommen. Sie finden mich spannend. Männer sind natürlich Mangelware in ihrer Zunft. Nun ja, wenn sie wüssten, dass mein Schweif eigentlich aus verrutschten Flügeln besteht und ich tief in mir eine Engelsseele habe, dann würden sie aber….dann würden sie wirklich….äh….dann würden sie aber staunen!

Gibt es irgendwo da draußen Kollegen, denen es ähnlich ergangen ist? Meldet Euch, dann könnten wir eine Selbsthilfegruppe gründen. Das wäre so schön!

Merke: Hamburger Ton ist manchmal unberechenbar. Manchmal ist das Außen anders als das Innen. Frau Holle war auch mal jung und Teufel sind gar nicht so schlimm.

Nein, nein, wir wollen jetzt noch nicht an Weihnachten denken und diese Geschichte zügig wieder vergessen!

Und jetzt zum Troll:

Vor 65 Jahren brachte mir mein Vater einen Troll aus Schweden mit. Lange war der Troll verschollen und eines Tage ist er nach einem Umzug wieder aufgetaucht. Ich freute mich so! Nun steht er herum und erinnert mich an meinen Vater und an meinen Sehnsuchtsort Schweden. Bis heute war ich noch nicht dort. Aber vielleicht kommt es doch einmal dazu und dann werde ich nach echten Trollen Ausschau halten. Ich denke, ich werde sie mögen.

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4 Gedanken zu “Zimmerreisen 9: T wie Teufel und Troll.

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