Zimmerreisen 8: R wie Romero und Ruheort

Zimmerreisen 8: R wie Romero und Ruheort

Zimmerreisen ist ein spannendes Schreibprojekt, welches immer wieder Erinnerungen weckt, egal welcher Buchstabe gerade bearbeitet wird. Das Regelwerk findet Ihr hier: https://puzzleblume.wordpress.com/2021/07/23/einladung-zu-den-zimmerreisen-08-2021/ Ich danke Almuth (naturaufdembalkon – Für mehr Natur in der Stadt und auf dem Land ! (wordpress.com)) und Puzzleblume für die Anregung zum mentalen Reisen.

Eines Tages sah ich hier in Lüchow in einem Schaufenster einen Kunstdruck, der mich ansprach und „Kaufe mich!“ rief. Zu sehen waren ein Mann mit Schäferhund und eine Frau im Liegestuhl am Strand in einer kleinen Bucht. Wenn ich mir bei Entspannungsübungen einen Ort vorstellen wollte, an dem ich meine Ruhe fand, also meinen Ruheort, so kam genau dieses Poster meinen inneren Bildern sehr nahe. Ich wollte es haben, unbedingt! Also ging ich in den Laden und erkundigte mich nach dem Preis. 75 Euro sollte der Spaß kosten, ohne Rahmen selbstverständlich. Ach, wir hatten nicht viel Geld damals, aber das Bild gefiel mir so gut. Es könnten mein Mann, unser Hund und ich sein, die dort gezeigt wurden. Wir drei am Meer! Dort hatten wir uns kennengelernt und eine Familie gegründet. Auch der Hund war auf der Insel geboren, es passte einfach zu gut!

Nein, inhaltlich passte es leider nicht mehr. Wir lebten zwar noch zusammen, aber unsere Ehe war am Ende. Das wusste ich. Allerdings nicht, wie es weitergehen sollte. Ich sagte: „Schade, dass die Frau dort nicht alleine ist.“ Die Verkäuferin meinte, so etwas gäbe es und holte einen Katalog. Oh ja, das Bild passte perfekt. Ich bestellte es, ließ es rahmen und wusste noch nicht, wo ich es aufhängen sollte. Also stellte ich das Ganze erst einmal zur Seite und wartete ab. Ein paar Monate später ergab es sich, dass ich eine Wohnung mieten konnte und von zu Hause auszog. Nun fand das Bild ganz schnell seinen Platz.

Ich kann mich nach zehn Jahren immer noch hineinträumen. Wie wäre es schön, ich hätte so ein Haus am Meer und einen Platz dort ganz für mich allein. Das wird nie passieren, aber ich kann mir diesen wunderbaren Ruheort jederzeit vorstellen.

Bis heute war es mir egal, wer es gemalt hat. Das muss ich zu meiner Schande gestehen, ich bin so. Namen und Bezeichnungen finde ich zweitrangig. Aber weil es zu den Zimmerreisen nun einmal gehört, dass man sich um solche Dinge kümmert, bin ich im Internet eben fündig geworden und weiß nun ein wenig mehr.

Das Bild fand ich mit dem Stichwort „Woman sitting in a beach chair“ und es ist von Paulo Romero, was ja sogar zum Buchstaben passt. Mehr konnte ich nicht herausfinden, aber wer Interesse hat, kann es ja selbst hier versuchen.

https://www.bing.com/images/search?view=detailV2&ccid=7%2fVn2vzM&id=8DFEF7CFFB72BE07B31C99F4FBA2C8CC463C7597&thid=OIP.7_Vn2vzMbbL6P1EoRp9jBAHaHa&mediaurl=https%3a%2f%2fbeachblissliving.com%2fwp-content%2fuploads%2f2014%2f10%2fwoman-in-beach-chair.jpg&cdnurl=https%3a%2f%2fth.bing.com%2fth%2fid%2fR.eff567dafccc6db2fa3f5128469f6304%3frik%3dl3U8RszIovv0mQ%26pid%3dImgRaw%26r%3d0&exph=507&expw=507&q=p+romero+paintings+strand&simid=607994187572251315&FORM=IRPRST&ck=EA77C87564814C9DB07138B3A9EDC965&selectedIndex=3&ajaxhist=0&ajaxserp=0

Ich gucke mich in meiner Wohnung um und finde massenhaft Anspielungen zu den Ruheorten meiner Träume. Selbst gestaltete Kalender und gemalte Bilder zeigen fast alle das Meer. Eigentlich ist es immer in Bewegung, aber ab und zu ist es windstill und dann ist das Meer mein liebster Ort auf Erden. In Wirklichkeit und in meiner Phantasie.

Hier drei Beispiele. Im Blog findet Ihr mehr vom Meer! Man muss nur weit genug zurück scrollen, denn ich war lange nicht mehr weg.

Zuversicht

Wohin

mein Lebensweg

mich führt

kann ich nicht wissen.

Der Blick

in das Jetzt

zeigt

was nötig ist

und später

werde ich sehen

wie es weiter geht.

Egal

welche Entscheidungen

ich treffe

am Ende bekomme

ich doch nur

das Leben

das ich lebte.

Ob ich dem eingeschlagenen Weg folge

oder

ob ich ihn verlasse

oder

umkehre

weiß ich nicht

ich werde spüren

was zu tun ist.

Ich bin sicher

denn das war

schon immer so!

Thema: Wendland

Viel Freude macht mir das Fotografieren, wenn ich mir ein Thema ausdenke. Das mache ich manchmal: Sommerfarbe Gelb, Rot, Blau, Gartengestalten und Froschperspektive wurden zum Beispiel im „Regenbogen“ gezeigt. Ich nehme mir aktuell das Motto: „Wendland“ vor und werde mit den Bullen anfangen denke ich und kehre mit einer mageren Ausbeute nach Hause zurück. Die Lichtverhältnisse sind es, nehme ich mal an. Heranzoomen bleibt erfolglos. Zum Thema „Wendlandbullen“ gelingt nur ein Foto und auf dem sind sie klein geraten.

Ich finde ihr Fressverhalten so witzig, der Alte frühstückt allein und die vier Jungbullen grasen Kopf an Kopf. Sie gehen sehr zärtlich miteinander um, was ich unbedingt festhalten will. Aber, wie gesagt, kein Foto gelingt.

Hier ein Versuch, sie mit der Bildbearbeitung deutlicher zu zeigen:

Na, ja, „Ausschneiden“ macht es nicht besser und darum zeige ich ein älteres „Bullenfoto“. Jungbullen im Pulk, der Alte passt auf.

Also, das Thema Bullen gibt nichts her. Alternativ fällt mir „Wendlandsonne“ ein. Sonnenblumen sind in diesem Zusammenhang originell, denke ich und fotografiere sie gerade, als plötzlich und unvermutet zwei Radfahrer an mir vorbei fahren, mitten in der Wildnis! Hier seht Ihr, wie sehr ich erschrecke.

Als das vorbei ist, versuche ich es noch einmal.

Und noch andere „Wendlandsonnen“ begegnen mir.

Zum Thema „Wendlandtour“ fällt mir auch etwas ein:

Ich suche nach Motiven zum Thema „Urlaub in Lüchow/Wendland“.

Und zum Schluss kehre ich in meinen „Wendlandgarten“ zurück und urlaube still vor mich hin.

Rede ich mir meine Lustlosigkeit zum Reisen eigentlich schön? Kann sein. Aber es gibt Schlimmeres!

8. August

8. August

Seit einigen Tagen denke ich intensiv an meinen Mann. Es schien fast, als käme er gleich vorbei. Gerade fällt mir ein, warum das so ist, denn heute ist der 8. August. Hochzeitstag! Am 08.08.88 heirateten wir. Wie lange ist das her? 33 Jahre! Das will ich an dieser Stelle einmal offiziell würdigen. Ich rechne weiter und erwähnenswert ist, dass wir uns im Oktober vor 40 Jahren das erste Mal begegnet sind. Mir war der Kennlerntag immer wichtiger als der Hochzeitstag.

Wir beide lebten eine toxische Beziehung. Ja.

Ich lieb(t)e ihn und er mich auch, sonst hätten wir es nicht so lange durchgestanden. Wir wollten aufhören damit, uns weh zu tun und wir scheiterten immer wieder an uns selbst. Und zwischendurch hatten wir gute Zeiten, sorgten für unsere Kinder und Tiere. Wir kamen mit unserer Aufgabenteilung, unserem manchmal knappen Geld gut zurecht und kauften uns sogar ein Haus.

Vor zehn Jahren bin ich dort ausgezogen. Ich hoffte, wir könnten uns mit getrennten Wohnungen als Paar neu finden. Am 12.12.12 reichte ich die Scheidung ein, er hatte sich neu verliebt.

Wir blieben immer in Verbindung. Oh ja, es war ein schmerzhafte Zeit, aber auch eine hoffnungsvolle. Wir trafen uns immer häufiger an den Wochenenden und wir sprachen so intensiv miteinander, wie nie zuvor. Wir hörten uns zu und arbeiteten so einiges gemeinsam auf. Es entstand eine neue Vertrautheit, aber keine neue Beziehung, denn die andere war ja noch da, wenn auch weit weg. Darüber wurde nicht offen kommuniziert und ich blieb vorsichtig. Zu Recht.

Im September vor drei Jahren starb er. Die vierzehn Tage seiner schweren Krankheit war die schlimmste Zeit, die ich bisher durchgestanden habe.

Es gibt kein Wort für eine geschiedene Frau, deren Mann gestorben ist. Ich fühle mich als „geschiedene Witwe“. Noch heute werde ich gefragt, warum ich damals so gelitten habe. Wir wären doch schon längst getrennt gewesen. Ich bin dann immer etwas fassungslos. Natürlich war sein Sterben schlimm für mich. Ich trauerte um meinen Mann, denn in meinem Herzen war und blieb er das. Manchmal frage ich mich, ob es daran lag, dass unsere Beziehung eben toxisch war und ich darum nicht richtig loslassen konnte.

Nein, ich denke, das ist nicht so. Ja, ich brauchte ein paar Jahre, bis ich mich erholte, bis ich lernte, allein gut zurechtzukommen. Ich trauerte um den Verlust unserer Ehe, um unser Familienleben. Und ich baute mir ein neues, eigenes Leben auf, in dem ich mich löste und selbständig wurde. In meiner Therapie erfuhr ich, dass ich nicht mehr gegen die Liebe ankämpfen musste. Die Liebe blieb erlaubt und diese Erkenntnis ist eine ungeheure Entlastung.

Und darum blicke ich heute etwas nachdenklich, aber auch entspannt zurück auf unseren Hochzeitstag. Wir hatten gute Zeiten und schlechte Zeiten. Wir haben getan, was wir konnten. Und oft waren wir überfordert und haben uns weh getan. Ich weiß nicht, ob es mir mit einem anderen Partner besser ergangen wäre. Wahrscheinlich wäre er Dir ähnlich gewesen. Also war es gut, dass wir beide einen langen Weg gemeinsam gegangen sind. Und Du bleibst ein wichtiger Teil meines Lebens. 💖Wenn nicht sogar der Wichtigste…..neben unseren Kindern.

Schnell gedacht und aufgeschrieben

Die Nachbarn links sind weg, die Lieblingsnachbarin rechts ist weg und ein oder zwei Wochen wird es ruhig sein im kleinen Reihenhausgarten. Das fördert hausgemachte Urlaubsgefühle ungemein, auch wenn ich nicht, wie die von nebenan, am Meer bin. Der Wasserlauf links klötert alleingelassen vor sich hin und ich frage mich, warum das sein muss. Mir hätte eine kleine Pause vom Geräusch gut getan. Aber egal, ich will mich nicht aufregen über Dinge, die ich nicht ändern kann. Das macht nur Ärger-Falten.

Das Programm der Volkshochschule ist da und ich habe mich sofort für zwei Kurse angemeldet. Ein dritter lockt, Theater für Senior*innen, heißt er und ich würde es schon gerne wagen. Allerdings flüstern mir die inneren bösen Gesellen Gründe ein, warum ich es nicht tun sollte. Und vielleicht überfordert mich das Theaterspielen ja tatsächlich. Hin- und hergerissen zwischen Lust und Zweifel schickte ich nun eine Mail und fragte an, ob eine (bezahlte) Schnupperstunde möglich sei, bevor ich mich für den ganzen Kurs anmelde. Und ja, das innere Gezerre hat aufgehört. Und die Lust überwiegt gerade.

Ich mag einige Wörter nicht leiden, obwohl mich das, was sie bezeichnen, nicht stört. Kennt Ihr das auch? Zum Beispiel beim Wort „Bluse“ kriege ich Abwehr und „Kragen“ geht gar nicht. Am schlimmsten aber ist „Blusenkragen“. Manchmal bin ich schon seltsam drauf, ich weiß. Dabei fällt mir ein, dass Bluse ähnlich wie „Busen“😂 klingt, und das Wort finde ich auch ganz furchtbar. Vielleicht daher meine Abneigung gegen „Bluse“, aber „Kragen“ kann ich mir nicht erklären.

Ende August ist ein Treffen mit meinen Freundinnen, mit denen ich regelmäßig vor Corona in Dänemark Urlaub machte, angedacht. Wir haben uns so lange nicht gesehen! Nun sind wir geimpft und wollen das nachholen, bevor wieder alles so unsicher wird.

Im September will mich mein Berliner Sohn besuchen und mit mir so einiges unternehmen. Vielleicht gibt es einen Tagesausflug mit dem Auto ans Meer oder nach Berlin oder vielleicht auch beides. Kommt ja auf das Wetter an. Oh, wie sehr freue ich mich, ihn nach so langer Zeit zu sehen und wie wird das schön, mal wieder🚗 spazieren gefahren zu werden.

Aber bevor er kommt, werde ich ein Familienaufstellungswochenende erleben. Ist ja alles nicht mehr so lange hin. Die Vorfreude hilft mir über einsame Zeiten hinweg und auch über meinen Blues der letzten Wochen.

Ich mag es ja gar nicht gern zugeben, dass ich die Mediatheken nur mit meinem PC und sehr selten nutzte. Mein Fernseher ist zwar recht neu, aber ich dachte, das Internet wäre nichts für ihn. Mein jüngerer Sohn stellte ihn mir kürzlich mit wenig Aufwand so ein, dass ich Zugriff und nun eine wunderbare Auswahl habe. Natürlich kennt Ihr das Prinzip schon lange, aber mir kommt es so zauberhaft vor, jetzt selbst auswählen zu können, was ich gemütlich auf dem Sofa sitzend sehen möchte. Fast so, als hätte ich ein neues Gerät im Haus. Ich streame also neuerdings. Und weil das mehr Energie verbraucht, als gewöhnliches Fernsehen oder DVD- gucken, mache ich es nicht täglich.

Ich weiß auch, dass ich zu oft vor dem Fernseher hocke. Es tut mir vielleicht nicht so gut, wie ich denke. Aber jetzt habe ich ja Ferien, wie Ihr wisst, und darum folge ich dem Lustprinzip. Und abends habe ich Lust auf das Fernsehen. Ich beschäftige mich schon tagsüber so viel mit mir alleine, dass ich die Ablenkung am Abend meist so richtig genieße.

Und nun mache ich Schluss und zügele meinen Mitteilungsdrang. Jetzt bin ich neugierig. Freut Ihr Euch auch auf etwas vor?

Danke für das Lesen und macht es Euch schön! Regine

Ganz nah

Während die Spatzen abends im Nachbargarten darauf warten, dass ich endlich verschwinde, damit sie ihren Schlafplatz im Sommerflieder wieder einnehmen können,…

…..freue ich mich, dass es den Blumen jederzeit egal ist, ob ich hier bin oder nicht.

Ich gehe ins Haus und sofort kommen sie zurück, die Spatzen. Sie plappern noch eine Weile vergnügt vor sich hin und dann ist Ruhe. Wenn ich das Schlafzimmerfenster vorsichtig öffne, bevor ich selbst auch schlafen gehe, sind wir uns ganz nah. Ich sehe sie nicht und weiß doch genau, dass sie da sind, die Kleinen, und das finde ich gut.

Blick auf das Spatzenhotel (nachts) und Schmetterlingsbar (tagsüber) vom Schlafzimmer aus heute morgen.

Lesetag

Urlaub bedeutet Freiheit. Nun, die habe ich als Rentnerin ja sowieso, aber zum Urlaubsgefühl gehört es, jederzeit das tun und lassen zu können, was ich will. Ja, stimmt, das kann ich als Rentnerin meistens immer jederzeit. Ich merke schon, es ist gar nicht so einfach, die Ferien zu Hause zu absolvieren.

Ich werde heute schon vormittags lesen. Und zwar im Garten, nicht, wie sonst, auf der Terrasse. Ich stelle meinen Campingstuhl auf, der mich normalerweise zum See begleitet, damit ich es genau dort bequem habe, wo ich sitzen möchte. Meist etwas abseits und im Schatten. Ferienstuhl also.

Sieht doch schon gut aus. Die Aussicht ist auch ganz schön, finde ich.

Das Meer denke ich mir aus. Nebenan klötert sowieso ziemlich penetrant ein Wasserlauf, den werde ich heute nicht als störend wahrnehmen, sondern als Wellengeplätscher umdeuten. Meine Phantasie wird das schon hinkriegen.

Zum Schluss noch die passende Lektüre und los geht es mit dem Erholung!

Das ist übrigens eine wunderbare Geschichte, die ich nur empfehlen kann. Als Roman und als Miniserie!
Olive Kitteridge Trailer (HD) Frances Mcdormand – Bing video

Und später werde ich im Garten picknicken und noch später den Sonnenuntergang genießen!

Und Ihr so? Auch im Urlaub? 😎

Urlaub

Ich verordne mir einen Urlaubstag. Ferien vom Alltag. Wunderbar!

Ich mache nichts anders als sonst, nur etwas langsamer. Und ich verändere die Routine. Ein wenig jedenfalls.

Ich gehe das erste Mal in dieser seltsamen Zeit wieder ins Schwimmbad. So als besondere Ferienaktion. Leider haben wir nur ein Hallenbad vor Ort. Ich gehe trotzdem und freue mich, dass nur eine Vorschulgruppe schwimmen übt und zwei fertige Schwimmer*innen ihre Bahnen ziehen. Eigentlich sollen wir im Kreis, aber wer will das schon. Niemand. Egal, ist ja auch nicht so viel los. Ich wundere mich über die geschlossenen Fenster. Und registriere, dass es voller wird. Ich dränge mich immer weiter an den Rand, ich will meinen Abstand. Aber den gibt es bald nicht mehr und einem „Kampfschwimmer“ ist es sowieso egal, ob noch andere Leute im Wasser sind. Bevor er mir noch beim Entgegenkommen ins Gesicht prustet, räume ich lieber das Feld. Immerhin bin ich in der Lage, mich 50 Minuten über Wasser zu halten.

Ja, ich bin geimpft, aber niemand weiß, wie „sicher“ das wirklich ist. Darum werde ich das Schwimmbad erst einmal wieder meiden und lieber im See planschen.

Meine Radrunde fühlt sich heute auch so an: Urlaubsmäßig. Es ist nicht zu warm, der Wind hat nachgelassen und ich mag es, wenn es bewölkt ist. Fröhlich besuche ich die Schafe, die nichts von mir wissen wollen. Sie stecken lieber ihre Köpfe zusammen.

Weiter geht es zur Lieblingskuhherde. Dort gibt es Kleine und Große und eine Schwangere und ein Vater auf der Nachbarweide, der sich ab und zu bemerkbar macht.

Die Störche sind auch noch vorhanden, sie werden sich aber bald verabschieden.

Alles irgendwie wie immer und doch sehr erholsam, wenn man sich im Urlaub wähnt. Der Sommer sieht übrigens ein wenig herbstlich aus, aber das geht mir ja genauso. Insofern nehme ich ihm das nicht übel.

Im Garten, direkt neben der Terrasse, blüht mein Sommerflieder. Tagsüber hummelt und flattert es es den ganzen Tag. Ich sehe dem Treiben tiefenentspannt zu. Ab und zu lese ich, esse etwas, trinke etwas, gucke etwas und gähne.

Abends wird mein Sommerflieder neuerdings zum Spatzenhotel. Wenn ich es wage, die Terrassentür zu öffnen, solange es noch hell ist, fliegen sie weg und warten im benachbarten Garten darauf, dass ich wieder im Haus verschwinde.

Und weil so ein Urlaubstag so schön ist, werde ich bis zum September Ferien machen.