Gefühl und Verstand stimmen nicht immer überein. Mein Verstand zum Beispiel sagt: „Stell Dich nicht so an, das Altern ist natürlich und gehört zum Leben. Genauso wie das Lebensende, der Tod.“

Ich gebe ihm recht und freue mich, dass mein Verstand so vernünftig ist. Ich will ja auch alt werden und dazu nehme ich die körperlichen Veränderungen in Kauf. Und ich freue mich, dass ich noch nicht so furchtbar alt aussehe.

Bis ich gestern ein Selfie machte und irritiert feststellte, ja, ich gehe ins Alter und man sieht es mir auch an.

Punkt. Im 70. Lebensjahr ist das so. Wenn man nichts machen lässt, und ich lasse das nicht.

Mein Verstand erklärt, dass es jetzt eben wirklich soweit ist und ich mich damit gefälligst zu arrangieren habe. Und das Leben lebt ja im Moment trotzdem weiter.☝

😬Mein Gefühl will die ewige Jugend. 😭 Es will nicht, dass mein Körper so ist, wie er ist und erst recht nicht, wie er vermutlich bald wird. Es erinnert sich, wie ich früher aussah (und auch damals unverständlicherweise unzufrieden war, flüstert mein Verstand) und es schimpft und besteht darauf, etwas gegen den Verfall zu tun. Ja, so unvernünftig und unbelehrbar ist mein Gefühl und schnell wird das Selfie gelöscht. Aber ganz schnell. Oh, je, oh je.

Mein Verstand zeigt mir einen Vogel und weiß, dass es nicht zu ändern ist. Wenn ich nichts machen lassen will. Und das will ich ja nicht.

Nun interessiert es mich sehr, wie Ihr mit dem Altern umgeht. Ziehen Gefühl und Verstand an einem Strang?

9 Gedanken zu “Diskrepanz

  1. Liebe Regine,

    selbst tue ich, was ich kann, um fit zu bleiben. Ernähre mich meist gut, wenn gelegentlichen Süß-Fressattacken abgesehen. Nehme mir am frühen Morgen immer 30 Minuten Zeit für gewisse Übungen, ein Mix aus Gymnastik,Yoga & Qigong, gehe viel zu Fuß. Ich achte auf meine Haltung, körperlich & geistig. Die veränderte Optik – n Preis konnte ich eh nie gewinnen 🙂

    Liebe Grüße, Reiner

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    1. 😁👍 Mehr ist wohl nicht zu tun. Ich denke noch an eine positive Grundstimmung, die helfen könnte. Positive Ausstrahlung verschönert das Gesamtbild. Und ich gehe nicht zu nah an den Spiegel heran, denn die veränderte Optik macht mir mehr aus, als ich es wahrhaben möchte, wenn ich ganz ehrlich bin. Aber man muss ja sowieso nicht immerzu ehrlich sein. Also: alles im grünen Bereich!😅

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  2. Ich finde es zwischendrin immer nicht so toll zu altern. (Ich bin jetzt 48 und November nächsten Jahres werde ich 50.)
    Ich fühle mich jung und wenn ich dann was habe (wie mein Knie), habe ich immer Angst, das bleibt jetzt so.
    Mit meinem Aussehen bin ich zufrieden. Dadurch verliere ich oft aus dem Blick, dass jung bleiben ja auch fit bleiben bedeutet (nicht nur jung aussehen) und man dafür was tun muss. Bei mir rächt es sich jedenfalls zusehends mit körperlichen Reaktionen, wenn ich mein Bewegungsprogramm und meine gesunde Ernährung mal schleifen lasse …

    LG Marion

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    1. 👍 Ja, jung bleiben heißt fit bleiben, das stimmt. Aber auch wenn man nicht mehr fit ist, kann man sich noch jung fühlen und das Leben genießen.
      Ich bin nun 20 Jahre älter als Du und mache in den letzten Jahren die Erfahrung: einiges bleibt (bei mir das Rheuma) und wird manchmal sogar schlimmer. Ich kann die Schwere der Krankheit sicherlich mit Ernährung, Bewegung und positiver Lebenseinstellung beeinflussen. Ich gewöhne mir in diesem Zusammenhang gerade das schlechte Gewissen (ich habe nicht genug getan) ab und bin schon froh, wenn die Einschränkungen sich nur langsam zum Negativen entwickeln.
      Mir ging es nicht so sehr um die Gesundheit, sondern um das allgemeine Altern, das ja nicht aufzuhalten ist. Irgendwie erwischt es uns auch bei guter Gesundheit, gesunder Ernährung und sportlicher Betätigung. Ich will positiv denken und es toll finden, dass ich überhaupt so lange leben durfte, aber ein kleiner Teil in mir bedauert so sehr, nicht jung bleiben zu können. Und mit 50 ist man aus meiner Sicht ja noch jung. Eine Bekannte (86) betont allerdings auch immer wieder, wie jung ich noch sei. Ist also alles eine Sache der Perspektive.
      Es ist immer so leicht gesagt: in Würde Altern. Oder: ich bin stolz auf jede Falte und so weiter.🌻 Das auch wirklich zu empfinden fällt mir schon schwerer. Zum Glück kenne ich ein paar Menschen, denen das hervorragend zu gelingen scheint. Mit ihnen werde ich mich zusammentun.😄

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  3. In 2 1/2 Jahren ändert sich meine Vorwahl von fünf auf sechs.😎Ich gehe 3x wöchentlich zum medizinischem Training ( 70 Minuten Cardio/ Ausdauertraining Laufband & Ergometer und 30 Minuten Krafttraining) Im Sommer bin ich viel mit dem E Bike unterwegs. Für den Herbst/ Winter möchte ich einen Yogakurs besuchen.Ob er stattfindet, hängt sicher von den Infektionszahlen ab. Ansonsten genieße ich jeden Tag und versuche meine kleinen Wehwechen zu ignorieren/ sie nicht gewinnen lassen.. Ich habe ein schlechtes Bindegewebe dafür relativ wenig Falten .😁 Ernährung eher vegetarisch , Süßem nicht abgeneigt.

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    1. Das hört sich doch gut an! Und wenn man weiß, wie schlimm es so vielen Menschen geht, ist das Aussehen ein Luxusproblem.
      Ich fürchte, ich muss mein Krafttraining wieder ernster nehmen. Fahrradfahren und QiGong allein genügt wohl nicht. Liebe Grüße! Regine

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  4. Ooch… das wechselt täglich! Schön, ich hab ja erst die 60 klar überwunden. Aber gemeinsam mit ein paar Krankheiten hat das einiges verändert. Man altert, ist doch normal, stört keinen großen Geist (Zitat nach Fr. Lindgren)! Anderntags wieder hadere ich mit gewissen Einschränkungen. Was soll das denn, das wollte ich doch nochmal, noch zehnmal…?
    Wie gesagt, je nach Tagesform. Und dann benötige ich den Verstand, der sagt: jau, ist so, da kannst du nichts dran ändern. Oder gar zurückdrehen, umdrehen. Neinnein, das ist jetzt so und geht in die immer gleiche Richtung weiter, aber treib nur (gelegentlich) fleißig Sport oder so, ernähr dich nur (gelegentlich) halbwegs gesund, wird schon was bringen oder auch nicht. Er ist fern, aber er winkt und man kann ihn scharfäugig (ich brauche nur die Brille abzunehmen, dann ist da nichts mehr) erspähen, der, na, ihr wißt schon, dieser wegweisende Typ, der sagt: hier Endstation, Sackgasse, auf englisch: dead end.

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