Urlaub

Ich verordne mir einen Urlaubstag. Ferien vom Alltag. Wunderbar!

Ich mache nichts anders als sonst, nur etwas langsamer. Und ich verändere die Routine. Ein wenig jedenfalls.

Ich gehe das erste Mal in dieser seltsamen Zeit wieder ins Schwimmbad. So als besondere Ferienaktion. Leider haben wir nur ein Hallenbad vor Ort. Ich gehe trotzdem und freue mich, dass nur eine Vorschulgruppe schwimmen übt und zwei fertige Schwimmer*innen ihre Bahnen ziehen. Eigentlich sollen wir im Kreis, aber wer will das schon. Niemand. Egal, ist ja auch nicht so viel los. Ich wundere mich über die geschlossenen Fenster. Und registriere, dass es voller wird. Ich dränge mich immer weiter an den Rand, ich will meinen Abstand. Aber den gibt es bald nicht mehr und einem „Kampfschwimmer“ ist es sowieso egal, ob noch andere Leute im Wasser sind. Bevor er mir noch beim Entgegenkommen ins Gesicht prustet, räume ich lieber das Feld. Immerhin bin ich in der Lage, mich 50 Minuten über Wasser zu halten.

Ja, ich bin geimpft, aber niemand weiß, wie „sicher“ das wirklich ist. Darum werde ich das Schwimmbad erst einmal wieder meiden und lieber im See planschen.

Meine Radrunde fühlt sich heute auch so an: Urlaubsmäßig. Es ist nicht zu warm, der Wind hat nachgelassen und ich mag es, wenn es bewölkt ist. Fröhlich besuche ich die Schafe, die nichts von mir wissen wollen. Sie stecken lieber ihre Köpfe zusammen.

Weiter geht es zur Lieblingskuhherde. Dort gibt es Kleine und Große und eine Schwangere und ein Vater auf der Nachbarweide, der sich ab und zu bemerkbar macht.

Die Störche sind auch noch vorhanden, sie werden sich aber bald verabschieden.

Alles irgendwie wie immer und doch sehr erholsam, wenn man sich im Urlaub wähnt. Der Sommer sieht übrigens ein wenig herbstlich aus, aber das geht mir ja genauso. Insofern nehme ich ihm das nicht übel.

Im Garten, direkt neben der Terrasse, blüht mein Sommerflieder. Tagsüber hummelt und flattert es es den ganzen Tag. Ich sehe dem Treiben tiefenentspannt zu. Ab und zu lese ich, esse etwas, trinke etwas, gucke etwas und gähne.

Abends wird mein Sommerflieder neuerdings zum Spatzenhotel. Wenn ich es wage, die Terrassentür zu öffnen, solange es noch hell ist, fliegen sie weg und warten im benachbarten Garten darauf, dass ich wieder im Haus verschwinde.

Und weil so ein Urlaubstag so schön ist, werde ich bis zum September Ferien machen.

7 Gedanken zu “Urlaub

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