Rheuma

Ich habe das bisher ja ganz gut verdrängt und nicht so ernst genommen. Es gab ja keine erkennbaren Rheumawerte und so hielt ich mich an das Wort Arthrose. Es ist aber keine, sondern es ist eine rheumatoide Arthritis, die mich seit einigen Jahren begleitet.

Die rheumatoide Arthritis, oft kurz Rheuma genannt, ist eine fortschreitende Gelenkentzündung, die die Innenhaut von Gelenken, Sehnenscheiden oder Schleimbeuteln angreift. Es handelt sich um einen Autoimmunprozess: Das Immunsystem der Betroffenen bekämpft durch eine Fehlsteuerung körpereigenes Gewebe. Die Rheumatoligin hat es mir damals erklärt und sie meinte, man kann nicht viel dagegen tun. Wenig Stress, Ernährungsumstellung, Bewegung, ein Medikament bei Bedarf und ein gutes Leben wären geeignet, Linderung zu verschaffen. Und ich sollte in ein paar Jahren wiederkommen, wenn ich meinte, es könnte mir helfen.

Also, zu der bin ich nicht mehr gegangen. Aber hier in der Provinz gibt es keine anderen Rheumatologen. Bisher kam ich ganz gut zurecht mit meinem Hausarzt und den Symptomen, mit denen ich mich arrangieren konnte.

Jetzt werden diese aber schlimmer und ich werde mich demnächst mehr um eine ärztliche Begleitung kümmern. Ist ja zu und zu schrecklich, was mir noch blühen kann. Nicht muss, aber es kann noch ganz furchtbar werden.

Ich nehme zur Zeit Medikamente und meinem Knie geht es besser. Ich kann mit dem Rad fahren, aber, wenn ich ehrlich bin, schmerzen die Hände und auch das wird schlimmer.

Also werde ich neue Schritte gehen: Hier gibt es eine Rheuma-Liga. Bisher habe ich mich mit dem Wort Rheuma ja gar nicht angesprochen gefühlt, aber jetzt schon und so werde ich demnächst Kontakt aufnehmen. Um meine Ernährung habe ich mich ja schon gekümmert, ich weiß Bescheid. Trotzdem ist immer noch zu viel Süßes im Spiel. Das hört auf! Hoffentlich.

Hier wird doch wieder deutlich, wie sehr ich mir die Wahrheit zurechtbiegen kann, so wie sie mir erträglich ist. Rheuma jagte mir Angst ein, Arthrose nicht. Also dachte ich gerne, ich hätte eine Polyarthrose und prägte mir den Befund Polyarthritis nicht so genau ein.

Jetzt weiß ich Bescheid. Mal wieder.

26 Gedanken zu “Rheuma

  1. Ehrlich zu sein und den Dingen ins Auge zu blicken, ist schon einmal der erste Schritt in die bessere Richtung. Und sich umzuschauen nach anderen, neuen m
    Möglichkeiten,- möglichst in Gemeinschaft, – kann ja auch ein Stück weiterhelfen. Die Ernährung und Lebensweise umzustellen, ist ja auch gut, wenn man/frau es selbst einsieht und will. Die Bewegungen, mit dem Fahrrad, tun ja auch gut, solange es möglich ist. Man probiert’s halt.

    Gefällt 4 Personen

    1. Danke, liebe Hedwig. Das Wissen ist nicht mein Problem. Ich habe meine Ernährung schon seit Jahren umgestellt. Ich weiß, was ich essen darf und was nicht. Leider ist das Verbotene gerade das (außer Fleisch), was ich so gerne mag und darum bin ich nicht so konsequent mit der Umsetzung. In letzter Zeit habe ich mir mehr Leckeres gegönnt, als mir gut tat. Und das werde ich jetzt besser im Auge behalten, weil ich der Realität ja nun ins Auge schaue und weil ich ja weiß, auch das Gesunde ist lecker.😂Aber ehrlich gesagt: Möhren finde ich nicht so gut wie Schokoladentorte! Mir fehlt gelegentlich Gesellschaft, denn wenn ich unter Menschen bin, kann ich sehr gut auf meine Essgewohnheiten achten. Ich freue mich für Deine Tochter, dass sie das besser hinkriegt als ich. Ich werde mir ein Beispiel nehmen! Liebe Grüße und einen schönen Sonntag noch! Regine

      Gefällt 2 Personen

      1. Ich sage da nur: Gewürzquark mit Kurkuma, Zimt, Pfeffer und Leinöl! Wenig Brot und Kuchen. Beim Dinkelmehl scheiden sich ja auch die Geister, ich bevorzuge „gemischte“ Vollkornprodukte . Viel Gemüse und etwas weniger Obst, was ich eigentlich lieber mag. Beeren allerdings jeden Tag und Nüsse. Kräuter und kaum tierische Fette. Käse wird ab heute reduziert. Keine süßen Getränke…..

        Gefällt 2 Personen

    1. Die nächsten Rheumatologen sind sehr weit weg. Sie mit Bahn und Bus zu erreichen, wären Tagestouren und ich kann nicht gut Autofahren. Insofern sehe ich im Moment keine Auswahlmöglichkeiten. Mal sehen, was sich in der Rheumaliga tut. Vielleicht gibt es ja auch stationäre Möglichkeiten. Bis jetzt bin ich ganz gut aufgehoben gewesen, weil sich lange Zeit keine gesundheitlichen Verschlechterungen zeigten. Ich danke Dir für den guten Tipp, den ich im Gedächtnis behalten werde. 💐Regine

      Gefällt 2 Personen

      1. Das ist die Crux. Meist sind die Besten weit entfernt. Aber ein schlechter Rheumatologe ist übler als gar keiner. Ich war lange aktiv im Lupus Forum, weil unsere Juengste Tochter Lupus hatte und habe dort gesehen, wie mühsam die Suche ist. Stationär erst mal genau untersucht zu werden ist natürlich am besten. Vielleicht schaust du auch mal bei Waisen der Medizin. de vorbei und findest dort Antworten.

        Gefällt 1 Person

  2. Ist eigentlich beides furchtbar. Mir ging es bei der Diagnose nicht ganz wie Dir. Mir hat er gleich ein Medikament gegeben, dass ich einmal genommen habe (wegen meiner Hände). Am nächsten Tag war ich wie unter Drogen. Schläfrig, benommen. Also habe ich das Medikament abgesetzt und nie mehr genommen. Seit einer basischen Kur geht es mir fast immer gut.
    Ernährung macht fast am meisten aus. Und regelmäßige Bewegung.
    Gute Besserung!

    Gefällt 2 Personen

    1. Ich vertrage mein Medikament gut und nehme es nur nach Bedarf. Mit seiner Hilfe bleibe ich auch während der Schübe einigermaßen beweglich und damit optimistisch. Ohne die Tabletten wäre ich schon längst verzweifelt.
      Um alles andere kümmere ich mich jetzt mal wieder intensiver. Auch das lässt mich hoffen, dass ich noch lange selbständig ein gutes Leben haben kann! Liebe Grüße! Regine

      Gefällt 1 Person

  3. Ich drück die Daumen, daß du deinen Weg findest. Ich denke, die letzten Monate sind nicht spurlos an uns vorübergegangen. Hoffentlich kommt jetzt wieder etwas mehr Entspannung in dein / in unser Leben. Das ist schon mal die halbe Miete. Und das mit der Ernährung kriegst du hin! Alles Gute! Almuth

    Gefällt 1 Person

    1. Danke, liebe Almuth! Mit meiner Bio-Kiste und dem Wissen,was ich essen darf, bin ich gut ausgerüstet. Bleibt mein Süßhunger und die Zuckersucht🤦‍♀️. Im Moment habe ich beides ganz gut im Griff. Entspannter bin ich eigentlich seit meiner Impfung, aber das soziale Leben hat viel Luft nach oben. Hitze und Schmerzen kosten mich viel Kraft, so dass ich ganz gerne alleine und zu Hause bin. Hoffentlich ist bei Dir alles im grünen Bereich! Liebe Grüße 💝aus dem Wendland, wo bald die kulturelle Landpartie nachgeholt werden soll! Regine🙋‍♀️

      Gefällt 1 Person

      1. Ja, bei mir ist alles im Grünen Bereich oder das Meiste 😉 Das schwülwarme Wetter empfinde ich auch oft als Herausforderung, daß kann ich gut nachvollziehen. Ich glaube, die Hitze kann manchmal entzündliche Prozesse anheizen. Immerhin ist es nicht so heiß, wie die letzten Sommer!
        Oh wow, die findet wieder statt? Wie schön.
        Ich halte mich bei den süßen Sachen zurück, aber es gibt dann täglich ne Minidosis. Man muß sich vielleicht nicht völlig kasteien, wenn möglich. Ich drück dir die Daumen, daß du dich bald besser fühlst!!! Liebe Grüße zu dir
        Almuth

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s