Zimmerreisen 4: I wie Inchies

Zimmerreisen“ ist ein spannendes Schreibprojekt. Genaueres findet Ihr hier: https://puzzleblume.wordpress.com/2021/04/09/einladung-zu-den-zimmerreisen-04-2021/ Wie Ihr wisst, habe ich aus bekannten Gründen wenig zu tun außer zu wohnen. Also mache ich mit und danke Almuth (naturaufdembalkon – Für mehr Natur in der Stadt und auf dem Land ! (wordpress.com)) und Puzzleblume für die Anregung zum Phantasiereisen.

Ich bin keine Künstlerin, aber ich male und bastle gern. Ich nenne das jetzt mal Wohnzimmerkunst, weil es so gut zu den Zimmerreisen passt. Ich probiere gerne etwas Neues aus, um es dann auch häufig schnell wieder sein zu lassen. Aber was getan wird, bleibt.

Alles schon gemacht: Scherenschnitte, Collagen, Malen nach Musik, Malen auf Packpapier, Seidenmalerei, Fensterbilder, Pappmaschee, Puppen, sticken, stricken, häkeln, Schmuck, Laubsägearbeiten, Zentangle, Photographieren, digitale Bildbearbeitung, Zeichnen mit Bleistift, Zeichnen mit Buntstift, Malen mit allen möglichen Farben und Inchies.

Wenn Ihr wissen wollt, was Inchies sind, könnt Ihr hier nachlesen: Inchies – eine Anleitung mit Ideen und Inspirationen – Caromite

Ich hatte schon immer eine Vorliebe für kleinteiliges Arbeiten. Als ich von den Inchies erfuhr, war ich also Feuer und Flamme. Diese briefmarkengroßen Dinger können überall hergestellt werden. Sie sind also hervorragend dazu geeignet, sich auf Reisen zu beschäftigen, wenn gerade nichts anderes anliegt.

Die ersten Inchies meines Lebens stellte ich in Berlin her. Es war Weihnachten und ich besuchte für ein paar Tage meinen Sohn. Die Stadt war neu für mich. Wir erkundeten das Museum für Naturkunde (Startseite | Museum für Naturkunde (museumfuernaturkunde.berlin)), wo ich aus dem Staunen nicht herauskam. Wir erlebten eine vergnügliche Zeit im Improvisationstheater (Improvisationstheater | ImproBerlin Theater) und wir aßen Pizza. Wir fuhren andauernd mit der Bahn und ich bewunderte meinen Sohn, wie gut er sich im Gewimmel zurechtfand. Dabei konnte ich das in jungen Jahren in Hamburg doch genauso. Aber in Berlin verlor ich den Überblick und ließ mich willenlos überallhin mitschleppen. Ich hatte genug damit zu tun, die vielen Eindrücke zu verkraften. Wenn wir nicht unterwegs waren, erholten wir uns. Er entschwand im PC und ich fing mit meinen Inchies an.

Zuhause stellte ich sie dann fertig und klebte 5 mal 5 Inchies auf eine quadratische „Leinwand auf Pappe“. Ich fand das witzig.
Dies ist eine Erinnerung an einen Urlaub in Husum. Ich verkleinerte Fotos und machte Inchies aus ihnen.
Und hier sehen wir Erinnerungen an einen langen Urlaub auf Föhr. Ein alter Seidenschal musste daran glauben und wurde zum ewigen Untergrund. Die Pappe beklebte ich mit den Überresten eines Glitzerschals.
Inchies aus Stoff wurden zu einer vorweihnachtliche Beschäftigung. Dieses Jahr werde ich nie vergessen. Es war ein besonders trauriges, was man den Inchies aber nicht ansieht.
Das Bild stellte ich während meiner Reha her. Das ruhige Arbeiten in meinem Zimmer gehört zu den schöneren Erinnerungen an diese schreckliche Zeit.
Da ich mit meiner Fingerarthrose keinen Schmuck und keine Stickereien mehr herstellen kann, war ich froh, Perlen und Pailletten doch noch verwenden zu können.

Eigentlich hatte ich vor, 25 Bilder mit je 25 Inchies an die Wand zu hängen. Aber nach 15 Artefakten verließ mich die Lust und so ist das „Gesamtkunstwerk“ (noch) unvollendet.

Ich verspüre gerade eine klitzekleine Lust, mich doch mal wieder mit Inchies zu befassen und mit 10 neuen Bildern die Gruppe zu vervollständigen. Zimmerreisen sind doch manchmal ziemlich nützlich!😂

31 Gedanken zu “Zimmerreisen 4: I wie Inchies

  1. Sehr schön, diese Idee, so unterschiedliche Kleinigkeiten buchstäblich „ins Bild zu setzen“. Da sieht man einmal mehr, wie fliessend Handarbeiten, Basteln und künstlerisches Gestalten ineinander übergehen. Die kleinen Stoff-Inchies finde ich allerliebst.

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      1. Ja, das ist bitter, wenn diese kleinteiligen Sachen problematisch werden,.Ich hatte knappe zehn Jahre trotz OP mit den Nachwirkungen vom Karpaltunnelsyndrom zu tun, die sich dann aber doch wieder vor zwei Jahren so gemildert haben, dass ich wieder leserlich schreiben kann, aber dafür habe ich an der Hand nun einen gerne mal in der gebeugten Position verharrenden Finger … Man muss sich gewöhnen, geht ja nicht anders.

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      2. So etwas habe ich auch noch. Ist schon lästig und traurig. Ich habe so gerne gestickt! Noch schlimmer ist für mich, dass ich nicht mehr schmerzfrei gehen kann. Das Wandern fehlt. Zum Glück machen die Hände das Radfahren noch gerade so mit. Bisher gelingt es mir, trotzdem ein gutes Leben zu haben.

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  2. Complimenti! Echt schön. Lange Arbeit und lange Freude. 😍 Und wenn (mal wieder irgendwann) Besuch kommt, gibts viel zu bestaunen und zu erzählen, denn jedes hat seine Geschichte, die du hier nur angerissen hast.
    Liebe Grüße Anke

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  3. Von Inchies habe ich noch nie gehört! Aber Zentangle kenne ich, das mache ich fast jeden Tag. Nun gefallen mir deine Inchies aber so gut, dass ich mir gerade vorgenommen habe, es auch zu versuchen. Bei kreativen Arbeiten kommen die Gedanken zur Ruhe, und es hält eine Weile an. Danke für diesen tollen Tipp, ich probier das aus! 🙂

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  4. Ich wusste es immer, dass Bloggen den Erfahrungsschatz erweitert – ich hatte noch nie von Inchies gehört und bin hier bei vielen vkoller Staunen und Bewunderung. Wie Anhora weiß ich auch, dass bei kreativen Arbeiten die Gedanken zur Ruhe kommen.
    Dennoch werde ich es aller Wahrscheinlichkeit nicht selbst ausprobieren, da meine Wände wirklich keine freien Flächen mehr hergeben.
    Aber ich sehe mir deine gleich noch einmal an.

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    1. 😂 Kenne ich! Ich habe Massen entsorgt, die ich noch aus meiner Zeit als Lehrerin übrig hatte. Und ich besitze immer noch ziemlich viel Tüddelkram. Aber ob das wirklich zur Kunst verarbeitet werden kann, bezweifle ich. Ich habe einen Hang zum Kitsch und dazu ist der Glitzerkram allemal tauglich. 🌈

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  5. Die sind so toll geworden Regine! Das mit der Stickerei gefällt mir mit am Besten, aber auch die vom Urlaub sind schön, so mit Muscheln und Steinen, daß mit den Fotos und alles zusammen sieht auch toll aus. Verstecken? Tzzz… Zeigen! Inchies kannte ich auch noch nicht. Das ist eine schöne Anregung und ich denke, es gibt zig Themen, zu denen man etwas machen könnte. Urlaub oder Familie / Freunde, Wald oder Jahreszeiten. Ja, vielleicht legst du wieder los. Wär doch was! Im Moment ist das Angebot von draußen ohnehin seeeehr übersichtlich, haha. Bin gespannt und ich wünsche dir viele kreative Ideen! LG

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    1. Im Moment male ich an einem anderen Projekt herum. Schön langsam und mit vielen Pausen. Vielleicht habe ich anschließend Lust, mich wieder an die Inchies zu wagen. Es müssten 10×25 Bildchen werden, damit ich die Wand so gestalten kann, wie ich es mir vorstelle. Ganz schön viel, oder? Danke für Deine positive Einschätzung und die guten Wünsche!

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      1. Du hast ja Zeit, keine Hektik. Und wenn es 5 Jahre dauert 🙂 Erst mal ist ja wohl genug Zeit. Wenn wir wieder „raus dürfen“, haben wir wahrscheinlich für gar nichts mehr Zeit, weil wir dann alles genießen und sehen wollen. Boah, das wird was!!

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