Kurz nach zehn ist meine Welt noch in Ordnung…..also, äh,……nein, nicht wirklich. Meine Gedanken sind laut, meine Fragen kann ich nicht alle beantworten und ich habe gerade die Nase voll von meiner häuslichen Gemütlichkeit.

  • Gut ist, dass ich mich wieder vernünftig ernähre und mich regelmäßig sportlich betätige.
  • Ich halte das neue Programm der Volkshochschule in den Händen. Es gibt so viele Kurse, die mich interessieren. Normalerweise hätte ich mich jetzt sofort angemeldet. Ab Februar könnte ich wieder zu meinen Qi Gong-Frauen. Ich könnte etwas über das Fotografieren lernen, Philosophie betreiben, mein inneres Kind entdecken und Schreibimpulse bekommen. Tanzen in die Stille, Malen und den Clown machen. Wunderbar! Mein inneres Kind jubelt und meine Vernunft schüttelt den Kopf. Mit gemischten Gefühlen entscheide ich mich, auch dieses Semester auszusetzen. Nichts mit „Normalerweise“, meine Liebe. Klar, es gibt die Hygiene, die beachtet wird. Aber nein, lieber gar nicht als unter diesen Umständen. Abgehakt. Oder?
  • Die neuen Vorschriften verwirren mich. Ich darf meinen Sohn mit Freundin und Schwiegermutter besuchen, aber mein Sohn und seine Freundin darf ich nicht gemeinsam in meinen Haushalt lassen? Seltsame Regelung. Oder verstehe ich das falsch?
  • Ich merke, wie meine alleinstehenden Freundinnen immer trauriger werden. Ich werde es auch. Und gestern in den Nachrichten sah ich ein kleines Mädchen, das verzweifelt war, weil es seine Freundin so selten sieht. Das rührte mich so.
  • Eben vermisste ich das warme Gefühl, welches ich hatte, wenn mein Mann von der Arbeit nach Hause kam. Oder ich kam nach Hause und hatte meine Familie ganz selbstverständlich um mich. Tiere und Kinder versorgen, mit dem Mann Pläne schmieden, gemeinsam ins Bett gehen und noch quatschen. Ja, das fehlt mir gerade sehr. Aber ich werde mich nicht zu sehr in dieses Gefühl verlieren. Ich bin ja noch da. Das muss erst einmal genügen.
  • Was ich nicht vermisse: Die ganze Aufregung und die vielen Dramen beim Liebesaus.
  • Schlimmer kann es nicht kommen, sagte jemand zu mir. Ich dachte: Doch, kann es. Ich nickte aber stumm.
  • Trump ist der Teufel, sagt jemand und ich erwiderte: Nein, er ist ein Mensch. Und das ist das Schlimme daran.
  • Wenn das Reisen wieder möglich ist und sich die Situation entspannt, werde ich für viele Wochen ein Haus in Dänemark mieten. Ein großes Haus am Meer und Besuch ist jederzeit willkommen. Schöne Vorsätze sind wichtig.

Und nun mache ich weiter mit meiner Routine. Sie trägt mich über die Zeit. Ich schicke einen kleinen 🌈 und wünsche Euch viele schöne Momente, die helfen, zuversichtlich zu bleiben.

10 Gedanken zu “Kurz nach zehn

  1. Zur Regelung:

    Wenn du zu den dreien dürftest, dann kannst du sie auch guten Gewissens, wenn dir danach ist, du dich damit wohl fühlst, zu dir lassen – Warum eine solche Formulierung? Wie wollen sie es sonst formulieren? Zwei Haushalte dürfen einander gegenseitig besuchen? Dann könnten viele Personen aufeinander treffen. Oder anderer Gedanke: der alleinstehende hat vielleicht nur eine ganz kleine Wohnung, da ist dann zu viert kein Abstand möglich. Oder viele Familien würden den Alleinstehenden besuchen wollen (oder müsst ihr in D euch auch für einen einzigen gleichbleibenden Kontakt entscheiden?), die Familie hat „ein“ Risiko, der Alleine viele… So erklären sich Formulierungen… entscheide mit Kopf und Bauch, wenn es von Vernunft getragen ist und nicht von Panik, dann folge ihnen.

    Verstanden machen die Dinge Sinn und fallen viel leichter

    Lasse dich nicht von denen anstecken die gerade nicht gut drauf sind, suche dir positif gestimmte Kontakte ❤

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    1. In meiner Zeitung fehlte folgender Zusatz: Ebenfalls wichtiger Bestandteil der Regeln: Es dürfen auch zwei Personen eines Hausstands eine Einzelperson besuchen – also dürfen beispielsweise auch Mutter und Tochter zur Oma fahren. Aber nicht zu Oma und Opa. Aber ich hätte meine zwei Lieben sowieso zusammen rein gelassen. 😆 Ist ja auch logisch. Panik habe ich nicht, aber Besorgnis, das schon.
      Ich weiß schon, was Du meinst, wenn Du schreibst, ich sollte mir lieber positiv gestimmte Kontakte suchen. Mir hilft es aber, wenn ich mit meinen Freundinnen auch über unsere Traurigkeit sprechen kann. Und es ist ja auch ein angemessenes Gefühl, wenn die einen ihre Enkelkinder nicht sehen, eine andere ihre demente Mutter nicht besuchen darf und wir uns alle miteinander nicht in die Arme nehmen können. Ich empfinde es so: Wir ziehen uns nicht gegenseitig runter, sondern bewältigen gemeinsam mit allen unseren Gefühlen diese Zeit. Liebe Grüße aus meinem gemütlichem Haus! Regine

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  2. Diese Ein-Personen-Regel zähle ich zu denen, die bestenfalls empfehlenden Charakter haben. Dumme Gesetzte dürfen umgangen werden, finde ich. Wobei ich in Sachen Corona das meiste durchaus verstehe und respektiere.

    Lieben Gruß dir 🙂

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    1. Ich habe auch vorher nur mit wenigen Leuten Kontakt gehabt. Für mich ändert sich nicht so viel. Meinen Sohn mit Freundin hätte ich natürlich auch empfangen, wenn das verboten worden wäre. Ist es ja aber zum Glück nicht. Ein Haushalt und eine Person finde ich im Moment vernünftig, wenn auch schmerzhaft für viele. Ach Reiner, es kommen auch wieder bessere Zeiten. Hauptsache wir fangen uns diesen Virus nicht ein!

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  3. Über diese Ein-Personen- Besuchsregel habe ich mich mit meiner Freundin in Sachsen auch schon amüsiert. Wir verstehen schon, dass möglichst wenige Kontakte bestehen sollen. Ist eben nicht so einfach, jedes kleine Detail richtig zu formulieren.
    Wollen wir hoffen, das der Spuk bald vorbei ist und wir bald sagen können: „Weeste noch damals zu Goronazeiten…“
    Bleib gesund und opimistisch uns sei herzlich gegrüßßt
    Hedwig

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