Es war einmal

Es war einmal ein König, der liebte sein Volk und sorgte für Wohlstand, Bildung und Gesundheit. Seine Minister und Ministerinnen gaben sich alle Mühe und machten manchmal etwas verkehrt, aber das war nicht schlimm, denn das Volk war stark und sagte seine Meinung. Alle waren mehr oder weniger zufrieden.

Eines Tages beherrschte eine unbekannte Krankheit die ganze Welt. Jedes Land tat sein Bestes dagegen oder auch nicht und unser König setzte sich mit seinen Gelehrten und Ärzten zusammen. Diese rieten dazu, Tücher über Nase und Mund zu ziehen, sich die Hände zu waschen und Abstand zu halten. Nur wer in einer Wohnung lebte, sollte sich noch umarmen dürfen. Reisen und Feiern wurden ausgesetzt, die Märkte geschlossen und das Lebensnotwendige konnte bestellt werden. Das Klopapier wurde knapp, aber wer sollte auch ahnen, dass Leute plötzlich so viel davon brauchten. Der König bat sein Volk, sich an die Regeln zu halten und das Volk tat wie geraten. Die Krankheit zog sich ein wenig zurück und gestorben wurde trotzdem. Zum Glück nicht so schlimm wie woanders, denn es gab ausreichend Krankenhäuser. Die Ärzte wurden schlauer und forschten fleißig. Das Leben war nicht mehr so bunt, aber im Vergleich zu anderen hatte es das Volk ganz komfortabel.

Einige Schlaue waren trotzdem unzufrieden mit der Gesamtsituation und gaben dem König die Schuld. Vorbeugen hieß in ihren Ohren Diktatur und sie dachten gar nicht daran, sich ihre Freiheiten nehmen zu lassen. Sie verübelten ihrer Regierung fast alles. Sie bezeichneten die Gesichtstuchträger und Gesichtstuchträgerinnen als hörige Untertanen und Untertaninnen und verlachten sie. Die Schlauen waren sich sicher, dass der König sie quälen und knechten wollte. Und weil der König ein Guter war, ließ er sie reden und schüttelte nur den Kopf.

Nach einem halben Jahr war die Krankheit fast vergessen und die paar Leute, die es noch erwischte, waren nicht der Rede wert. Das Volk wollte nichts mehr davon hören und war höchst unzufrieden mit seinem König, der nicht aufhörte, sie stur zur Vorsicht zu mahnen. Sie verübelten ihm die Panikmache und warfen ihre Gesichtstücher auf den Müll. Hände waschen kam aus der Mode und alle umarmten sich und waren hocherfreut, endlich wieder frei zu sein. Es wurde feste gefeiert und gereist. Viele verbündeten sich mit den Schlauen und sie glaubten daran, dass der König spinnt. Sie jagten ihn vom Thron und aus dem Land. Und seine Minister und Ministerinnen gleich mit. Und die Gelehrten und Ärzte sowieso, denn auf diese Tyrannen konnten sie gerne verzichten.

Das Fest der Befreiung dauerte drei Tage. Danach hatte die Krankheit das Sagen. Nun hätte das Volk König, Minister, Ärzte und Wissenschaftler gerne wieder zurück gehabt, aber die waren weg. Und die Schlauen wussten jetzt auch nicht mehr weiter.

Dies ist zum Glück nur ein Märchen und hat nichts, aber auch gar nichts mit mir zu tun. Außer dass es mir gerade eingefallen ist. Ich weiß auch nicht, warum.😁

2 Gedanken zu “Es war einmal

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