Gesprächskultur

Er hat sich eine Trump-Verehrerin zum Talk eingeladen. Er verlor im Gespräch zunehmend die Fassung, blieb aber professionell, finde ich. Ich sah ihm an, wie fassungslos und erschöpft er war. Und ein richtiges Gespräch fand eigentlich nicht statt.

Was können wir tun, um mit allen Menschen konstruktiv ins Gespräch zu kommen? Ratlos lese ich: https://www.deutschlandfunkkultur.de/philosophischer-kommentar-zur-cancel-culture-debatte-vom.2162.de.html?dram:article_id=482776 und denke, ist ja alles gut und schön, wenn sich beide Seiten mit Kritik auseinandersetzen wollen. Sobald die eine das nicht will, läuft der andere gegen die Wand. Oder umgekehrt.

Ach Leute, warum ist das denn alles so schwierig.

Ich erinnere mich so gerne an meine Philosophie-Seminare in der Volkshochschule. Unterschiedliche Meinungen und Lebenseinstellungen waren das Salz in der Suppe unserer Auseinandersetzungen. Es ging heiß her und ich fühlte mich so lebendig. Oft konnten wir nur schwer ein Ende finden. Wir lernten, wir tauschten uns aus, wir blieben bei unseren Meinungen oder auch nicht, wir hörten uns zu und fanden den anderen auch hin und wieder etwas seltsam. Aber wir mochten uns und freuten uns immer auf ein Wiedersehen.

8 Gedanken zu “Gesprächskultur

  1. Die Sendung kenne ich nicht, aber ich gebe Dir recht, Streitkultur steht und fällt mit der grundsätzlichen Bereitschaft beider Seiten einander zu respektieren und zuzuhören. In Dein Seminar sind natürlich alle gerade deshalb gekommen, weil sie an Austausch und konstruktiver Reibung mit den anderen auch gegenteiligen Ansichten interessiert waren, also eine ganz andere Ausgangslage zu manch heutiger politischer „Debatte“. Ich höre/sehe mir sowas gar nicht mehr an – es macht mich sonst zu traurig/hoffnungslos/ratlos.
    Sei Du ganz herzlich gegrüßt
    Ines

    Gefällt 1 Person

    1. Viele Sendungen geben mir interessante Impulse. In dieser speziellen erinnerte ich mich an das schreckliche Gespräch mit einer mir nahestehenden Person und ich fand Parallelen, nicht im Thema, aber in der „Gesprächskultur“. Ich war so erleichtert, als ich sah, wie erschöpft Markus Lanz war und hörte auf, mir selbst Vorwürfe zu machen. Insofern war es ein gutes Ergebnis für mich, auch wenn ich weiterhin ratlos bin.

      Gefällt 1 Person

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