Das kleine Chaos

Das kleine Chaos

„Unordnung! Hier herrscht Unordnung, Chaos und Anarchie. Nicht überall, aber doch vorhanden. Das muss weg. Das geht so nicht. Das stört. Also los, beweg dich!“, schimpft der innere Antreiber.

Ich nehme meinen Fotoapparat und knipse drauflos. Klick….klick…..klick. Ich hatte vor ein paar Tagen ja schon damit angefangen. Sicher finde ich noch mehr Motive. Der Antreiber weiß nicht, was das soll. Er will, das ich aufräume und nicht, dass ich mein Chaos noch dokumentiere und lieb habe. Und veröffentlichen darf ich die Bilder auf keinen Fall! Was sollen denn die Leute denken?

Ich will nicht aufräumen. Die Chaos-Inseln zeigen Persönlichkeit. Der innere Kritiker zuckt zusammen? „Was, Persönlichkeit? Du bist ja nicht mehr bei Sinnen! Räum das weg, bevor Besuch kommt!“ Der Antreiber nickt und streng guckt das schlechte Gewissen um die Ecke.

Ich knipse weiter und finde, dass einiges tatsächlich zu persönlich ist, um es ins Netz zu stellen. Zum Beispiel das bewohnte Sofa, welches nach einem wundervollen Sonntag-Fernsehabend mit Tatort und „Freude schöner Götterfunken“ (https://www.zdf.de/kultur/musik-und-theater/berlin-feiert-beethoven-100.html) wirklich nicht schön aussieht. Das räume ich gleich auf. Und die Schubladen gehen auch niemanden etwas an. Darum sind es ja Schubladen, damit man sie zumachen kann, oder? Aber ein paar Bilder zeige ich. Mutig werde ich es wagen. Was kann denn schon passieren?

„Alles Mögliche!“, zetert die Furcht. „Oh nein, das geht nicht gut!“, sorgt sich die Bewertung. „Klar, das darf sein!“, grinst die Kreativität. Die Gelassenheit nimmt es gelassen und ich mache das jetzt einfach!

Habt Ihr auch ähnliche Ecken? Hört auf sie zu verstecken! Zeigt sie mir! Stehen wir zu unseren Persönlichkeiten und zur Ansatz-Anarchie!

Nun werde ich aber gleich aufräumen und das Chaos ordnen. Vielleicht kommt ja heute doch noch die Ordnungsliebe vorbei und schimpft mich aus!

September

September
Septemberwochen
bleiben still 
sie füllen sich mit Erinnerungen
und die Sehnsucht
noch einmal neben Dir zu gehen
kommt und geht.

Ich schaue mich um
und webe die Vergangenheit 
in meine Gegenwart mit ein
ich lebe
im Sommer
der zu Ende geht
und sehe die Sterne funkeln.

Ein Teil von Dir
blieb 
bei unseren Kindern
und mir.

Wenn diese Septemberwochen
erst einmal vorüber sind
werde ich verstehen
dass ich nicht so wichtig bin
und ich höre auf
mich als Mittelpunkt zu sehen
um den sich alles dreht.

Neue Schublade

Heute las ich in der Zeitung, dass es für Menschen wie mich einen Begriff gibt. Ich atme auf und freue mich. Ich bin nicht allein. Es gibt noch andere. Für uns wurde eine neue Schublade eingerichtet. Und ich bin dabei! Ich bin drin und richte mich ein.

Ab heute weiß ich: es gibt solche und solche, und ich gehöre zu denen, die so denken wie ich.

Viele Menschen sind froh, dass sie der Eingesperrtheit entkommen sind, die das Coronavirus zu Beginn des Jahres zunächst nach Bayern und dann über das ganze Land gebracht hat. Doch Johanna lebt noch in der Corona-Welt. Sie meidet geschlossene Räume, so gut es geht. Freunde und Verwandte trifft sie am liebsten draußen. Sie fährt lieber Fahrrad oder Auto statt Bahn. Sie ist entschlossen, das auch im Winter so durchzuziehen…

Der „Spiegel“-Journalist Markus Feldenkirchen hat schon zu Beginn der Corona-Krise einen Begriff für Menschen wie Johanna geprägt, die sich, ob nun aus Angst oder Disziplin, an die Kontaktbeschränkungen halten: Corona-Spießer. Corona-Spießer zu sein, bedeutet in den Wochen der Lockerungen nicht nur, weiterhin und bisweilen freiwillig Einschränkungen im Alltag hinzunehmen, sondern auch, dass man sich erklären und im Zweifel sogar streitbar sein muss. Wenn Johanna mit …Freunden spricht, geht es täglich darum, warum sie keinen Besuch in ihrer Wohnung möchte, das Kino meidet oder Maske trägt, wenn andere darauf verzichten.

……Einigen Bekannten muss Johanna bis heute erklären, warum sie gemeinsame Spaziergänge zwar unternehmen mag, eine Reise zu viert im Auto ins Allgäu für sie aktuell aber nicht denkbar ist.

(EJZMagazin, Mittwoch, 9. September 2020, S. 25)

Toll, ich bin auch so eine! Ich lebe weitgehend nach den alten Regeln und wäge jeden Tag neu ab, was ich „riskieren“ möchte und was nicht. Und ich habe ein gutes Gefühl dabei, denn in dieser Rolle fühle ich mich zur Zeit am wohlsten. Darum bleibe ich in der Schublade und stecke nur ab und zu vorsichtig die Nase raus, ob sich draußen etwas verändert hat.

Schubladendenken ist natürlich doof. Ich weiß. Aber im Moment halte ich mich so gerne bei den Corona-Spießern auf. Bei ihnen fühle ich mich wohl und verstanden. Hätte ich auch nicht gedacht, dass ich eines Tages zur Spießerin mutieren könnte! Aber Zeiten ändern sich!

Nichts zu erzählen

Nichts zu erzählen

„Ich habe nichts zu erzählen“, geht es mir durch den Kopf, als meine Kinder mich besuchen und ich anfange, vom Roman zu erzählen, den ich gerade lese. Das, was mich bei meinen Eltern damals genervt hat, passiert mir jetzt selbst. Meine Erzählungen haben fast keinen Nachrichtenwert für meine Mitmenschen. Was mich beschäftigt, scheint untauglich für Kaffeeklatschrunden. Das ist mein Eindruck und ich schreibe lieber darüber. Vielleicht macht es das auch nicht besser, aber immerhin bin ich beschäftigt.

Was soll ich groß erzählen? Dass ich spazieren gegangen bin und meine Knieschmerzen nicht schlimmer geworden sind? Dass ich meine Blutdrucktabletten abgesetzt habe? Dass Kartoffelschälen eine Herausforderung geworden ist, weil meine Fingergelenke schwächeln? Über meine Gedanken zu politischen Themen brauche ich bei meinen Kindern und Freunden auch gar nicht erst anzufangen, denn da sind wir sowieso alle einer Meinung. Über meinen Blog gibt es auch kaum etwas zu berichten, denn wenn die anderen Leute Interesse haben, können sie ja selbst lesen. Und was gäbe es sonst noch so? Alte Erinnerungen sind irgendwie alt und wahrscheinlich längst bekannt. Soll ich etwa erzählen, wie ich meinen DVD Player angeschlossen habe und wie stolz ich darauf war? Oder darüber, wie mich andere Leute ärgern? Beziehungsweise, wie ich denke, dass sie mich ärgern wollen? Zahnreinigung- ein Thema? Nagelfeile zerbrochen, Bett neu bezogen, Zuwachs in meiner Lieblingskuhherde, Algen im See, Biokiste, Ausflug in die Heide……

Natürlich habe ich mit meinen Kindern über fast alles gesprochen, aber ich kam mir dabei vor wie meine eigene Mutter. Wenn die jungen Leute erzählen, verstehe ich auch nur die Hälfte. Jedenfalls wenn sie sich über ihre Spiele im Internet austauschen oder so. Aber die Hälfte, die ich verstehe, fasziniert und erfreut mich ungemein. Da habe ich auch etwas beizutragen, denke ich. Gefühlt bin ich genauso jung und unternehmungslustig, realistisch gesehen nicht. Und darum kann ich kaum noch mitreden.

Es gibt gemeinsame Themen. Aber die füllen auch nicht Stunden und wieder von vorne anzufangen, ist nicht angebracht. Das würde mich auch zu sehr an meine Mutter erinnern. Je älter ich werde, umso mehr verstehe ich sie und bitte sie innerlich für meine Ungeduld damals um Verzeihung.

Ja, im Zusammensein mit meinen Söhnen und ihren Freundinnen wird mir bewusst, dass ich eine Altvordere bin.

😳

Ach nein, wie schrecklich, das bin ich natürlich nicht!

Altvordere oder Altvordern (mittelhochdeutsch altfordero, später ouldvorderen; niederländisch oudtvoirdern) bezeichnet alle Vorfahren (Ahnen), die den noch Lebenden vorausgingen. (Wikipedia)

Vorsicht mit Wörtern, die man nicht kennt! Ich bin keine Altvordere, höchstens einfach nur alt. Ich lebe ja noch. Und ich erlebe auch ganz schön viel, jeden Tag und nachts in den Träumen. Zumindest mein Innenleben ist beim Altern wirklich reich geworden. Mein Außenleben ist gerade nicht sehr prickelnd. Es fühlt sich so an, als hätte sich ein Grauschleier über alles gelegt. Das Leben ist zäher geworden. Maskenmenschen und Vorsichtsmaßnahmen zehren. Immer dieses ungute Gefühl, wenn ich Menschen nahe kommen möchte und Abstand halten muss. Urlaub macht mir keinen Spaß und darum plane ich ihn gar nicht erst. Doch ja, es ist zur Zeit alles etwas anstrengender als sonst, denn das Seelenleben ist durcheinander geraten, auch wenn sich das nicht so bemerkbar macht. Aber darüber brauche ich mit meinen Lieben auch nicht mehr zu sprechen, das haben wir schon gefühlte tausendmal durchgekaut. Wir alle haben uns daran gewöhnt. Schön ist sie trotzdem nicht, diese Pandemie, die uns zeigt, wie wenig planbar das Leben ist.

Und darum fühle ich mich zur Zeit zu Hause am wohlsten. Ich gehe gegen dieses Gefühl an und verabrede mich ab und zu. Ich werde sogar bald einen Tag in meiner Familienaufstellungsgruppe verbringen. Das schon. Aber es fühlt sich nicht so gut an. Das unbeschwerte Leichte ist verschwunden. Muss aber trotzdem sein.

Und was wollte ich jetzt eigentlich damit sagen? Ach so, ja, ich habe wenig zu erzählen, aber ich habe trotzdem das Gefühl, ganz viel zu erleben.

Beitragsbild

Beitragsbild

Das Beitragsbild funktioniert! Es wird in der Vorschau sichtbar. Also ist auch dieses Rätsel gelöst.

Ob es im realen Leben ähnlich zugeht? Ich habe eine Vorstellung, wie die Welt sein soll. Und meist habe ich recht und alles ist gut. Sogar wenn ich mir ein negatives Bild mache, ist das Außen in Ordnung, wenn es meinem Inneren entspricht. Also, wenn alles so richtig den Bach runtergeht und ich das sowieso erwarte, bin ich zufrieden. Habe ich es doch gewusst!

Und wenn ich ein Beitragsbild aussuche und es erscheint nicht im Editor oder wie das Ding jetzt heißt, bin ich überzeugt davon, dass das Programm Schuld ist oder ich zu blöd bin. Und damit gebe ich mich dann zufrieden. Kein Beitragsbild und wie ärgerlich und überhaupt kann ich mich wieder ein wenig selbst bemitleiden. Wie habe ich es doch schwer! Und dumm bin ich sowieso, das fanden ja schon meine LehrerInnen. Oder sie fanden, sie, also ich, könnte, wenn sie wollte, aber sie will ja eben nicht.

Wenn ich mir vorstelle, dass das Beitragsbild doch irgendwie machbar sein sollte, sogar für mich, denn ich bin ja nicht dumm und ich will ja auch, probiere ich aus und weine nicht gleich in mein Taschentuch, wenn es einfach nicht funktionieren will. Und ich klicke ganz leicht und locker „Vorschau“ an. Und siehe da, das Beitragsbild ist sichtbar. War es wahrscheinlich schon immer. Aber meine Vorstellungen waren eine andere. Und darum habe ich das Beitragsbild nicht gesehen.

Ich sehe die Welt also niemals wie sie ist, sondern so, wie ich gerade bin.

Moment, das kommt mir bekannt vor. Nicht nur ich kann so schlaue Dinge denken, sondern andere sind auch schon darauf gekommen:

Ich bin wie alle Menschen: Ich sehe die Welt so, wie ich sie gerne hätte, und nicht so, wie sie tatsächlich ist. (Der Alchimist)Paulo Coelho

Bin ich also allmächtig und kann mir die Welt ausdenken, so wie ich sie haben will? Wunderbar! Ab heute denke ich die Welt anders: Keine Kriege, Nöte und Pandemien mehr! Weltfrieden bricht aus und Vernunft zieht ein. Auch in die Politik und alles bleibt ganz wunderbar und so, wie ich es richtig finde. Was für Perspektiven!

Das ist Quatsch, was ich mir gerade ausdenke. Habt Ihr gemerkt, oder? Nein, leider ist das so nicht gemeint. Ich bin natürlich nicht die Schöpferin der Welt. Aber ich kann entscheiden, wie ich die Welt wahrnehmen und bewerten will. Welche Brille ich aufsetze und wie ich das Geschehen um mich herum interpretiere. Ich kann Grenzen setzen und muss mich nicht beeinflussen lassen. Ich kann üben, im Geschehen mitzuschwingen. Ich kann meine Wahrnehmung schulen. Ich kann ganz schön viel, aber die Welt wird weiterhin doch machen, was sie will.

So ist das eben. Aber immerhin habe ich mich heute um das Beitragsbild gekümmert.

Erste Versuche

Ok. Schreiben ist möglich.

Und lustig.

Und abwechslungsreich.

Und so…..

frage ich mich

ob Fotos eingefügt werden können.

Ja. Geht.

Wobei ich noch nicht weiß, was das mit den Blöcken auf sich hat.

Egal,

Überschrift

mitten im Text? Damit die Leser mein Geschreibsel besser verstehen können. Aha.😂

Und das?

Keine Ahnung.😬

Und wie kriegt man das wieder weg?

So, Ihr Lieben, Regine hat geübt. Für heute reicht es mir. 👍

Wunderschönes Wochenende Euch allen!

Und was das jetzt bedeutet, ist rätselhaft!😂

Erklärung: Im Entwurf ist einiges sichtbar und im Beitrag nicht. Darum die Leerstellen und für Euch rätselhaften Anmerkungen.

Beitragsbild klappt überhaupt nicht😳.

Wahrscheinlich bleibe ich bei „Classic“, wenn ich etwas Wichtiges zu sagen habe!

Ist doch Mist!

Neuer Editor, ach Du Schreck.

Alles Bekannte einfach weg.

Das mach keinen Spaß!

Was soll denn das?

Ich kann zwar Classic verwenden.

Aber werde ich den immer wieder finden?

Warum nur wird das einfach so gemacht?

Ärger wird in mir entfacht.

Ich hasse das.

Macht keinen Spaß!

Na gut, das Leben ist kein Ponyhof.

Das ist wirklich, wirklich doof!