Alltagsrassismus

Nachdem ich „Deutschland Schwarz weiß“  von Noah Sow studierte, nahm ich mir das Buch von Alice Hasters : WAS WEISSE MENSCHEN NICHT ÜBER RASSISMUS HÖREN WOLLEN ABER WISSEN SOLLTEN  vor.

Ich wollte wissen, worum es in der Rassismusdebatte geht und herausfinden, ob ich alltagsrassistisch bin.

Beide Bücher habe ich gerne gelesen, obwohl mich diese neuartige Sprache nervt. Hasters schreibt dazu: Außerdem verwende ich genderneutrale Sprache. Es mag für manche zunächst ein wenig ungewohnt sein, aber darum geht es ja auch-um das Ändern von Gewohnheiten.“ (S.10). Na gut, dachte ich mir, vielleicht gewöhne ich mich daran. Nein, hat nicht geklappt. Spätestens bei den Kolleg*innen, Spielgefährt*innen oder Sklav*innen ärgerte ich mich dann doch. Ich werde bei meinen eigenen Sprachgewohnheiten bleiben. Basta.

Anders ist es mit meinen Denkgewohnheiten zum Thema. Hier kann ich noch eine Menge dazulernen. Manches sehe ich nicht so wie die Autorinnen, aber das ist verständlich, ich bin eben eine weiße Frau und nicht als Schwarze aufgewachsen. Ich habe mir, ehrlich gesagt, auch selten Gedanken darüber gemacht, denn ich war mir sicher, nicht rassistisch zu sein.

Das war ein Irrtum.

Heute morgen las ich eine Anzeige in der Zeitung. Sie begann mit den Worten: „Schwarze Damen…“ und schon begann ich zu analysieren. Schwarze Damen, ist das jetzt ein rassistischer Ausdruck? Doch, ich habe etwas begriffen. Ich will mich darin üben, mit der Sprache behutsamer umzugehen. Schwarze Damen hört sich doch irgendwie blöd an. Ich las weiter und es hieß: „Schwarze Damenmotorradkleidung Größe 38 zu verkaufen.“😂 Das geht jetzt zu weit und ich denke, es wird Zeit, mir ein neues Thema vorzunehmen und den Rassismus erst einmal sacken zu lassen.

 

12 Gedanken zu “Alltagsrassismus

  1. Ich finde es gut, dass du dich mit dem Thema auseinandersetzt. Es ist ganz schön schwierig, in diesem Feld nicht irgendwelche Fehler zu machen. Er hat doch jede und jeder ganz bestimmte Worte, die er bzw. sie nicht hören will. Ich habe oft mit Schwarzen zu tun, aber viele wollen jetzt (Black) People of Colour genannt werden; und ich ärgere mich darüber, dass es kein passendes deutsches Wort gibt. Diese Leute empfinden „Schwarze“ schon aus ausgrenzen.

    Aber es ist ja schon gut, wenn das Problembewusstsein unter den Menschen steigt. Es gibt Hoffnung!

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    1. Lustig, in den Büchern steht, dass sie Schwarze genannt werden wollen. Poeple of Colour benutzen die beiden Autorinnen allerdings auch. Am schönsten wäre es, wenn wir uns überhaupt nicht mehr irgendwie benennen müssten. Aber das ist wohl noch lange Utopie! Liebe Grüße! Regine

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  2. Dazu passt folgender Liedtext, der mir schon immer gut gefallen hat:
    And You Got The F… Nerve To Call Me Coloured von Tongue Forest (2008)

    When I’m born I’m black
    When I grow up I’m even more black
    When I’m in the sun I’m still black
    When I’m cold, guess what: I’m black
    And when I die I’m fucking black too
    But you:
    When you are born you’re pink
    When you grow up you are white
    When you’re sick, man look at yourself, you’re green
    When you go in the sun you turn red
    When you are cold you turn blue
    And when you die you look purple

    And you got the fucking nerve to call me coloured
    And you got the fucking nerve to call me coloured
    And you got the motherfucking nerve to call me coloured
    So who’s coloured asshole?

    So you got the fucking nerve to call me coloured
    Shut the fuck up – just listen
    And let me tell you one more time:

    When I’m born I’m black
    When I grow up I’m even more black
    When I’m in the sun I’m still black
    When I’m cold, guess what: I’m black
    And when I die I’m fucking black too
    But you:
    When you are born you’re pink
    When you grow up you are white
    When you’re sick, man look at yourself, you’re green
    When you go in the sun you turn red
    When you are cold you turn blue
    And when you die you look purple

    And you got the fucking nerve to call me coloured

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  3. Ich denke, wir alle sollten uns mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzen und können uns nur weiterentwickeln. Es wäre doch wunderbar, wenn wir alle daran arbeiten würden und eine bunte Republik Deutschland werden, wie es Udo so trefflich besungen hat…

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  4. Das Video hat mir sehr gefallen. Vor allem, weil ich gar nicht wusste, dass Deutschland so eine intensive Kolonialgeschichte hat. Eigentlich erstaunlich: über englische, französische, belgische, spanische, portugiesische, niederländische Kolonialgeschichte weiß ich eine Menge, aber rein gar nichts über die deutsche.

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    1. Das ging mir genauso! Ich finde es sehr interessant, wie Teile der Geschichte über so lange Zeit ignoriert werden kann. Vielleicht liegt es daran, dass wir zuerst unsere jüngere Geschichte aufbereiten müssen.

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      1. Interessant. Dass man in Österreich kaum etwas darüber weiß, ist noch eine Spur verzeihlicher. Aber man sollte meinen, dass in Deutschland dieses Kapitel im Geschichtsunterricht irgendwann vorgekommen sein müsste.

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