Behütet

Pandemie überstanden?

Schon wieder 30 Grad!

Mein Auto muss in die Werkstatt.

Will ich mir eine neue suchen?

Eigentlich wollte ich doch mehr Sport treiben.

Ich habe schon wieder zugenommen.

Will ich es wagen Besuch einzuladen?

Oh, ich muss mal wieder Staub weg saugen.

Und die Fenster….

Und ist es sinnvoll, den Geschenkgutschein lieber per Einschreiben zu verschicken?

Muss ich den Garten wässern oder regnet es bald?

Will ich nicht endlich die Telefonnummer meines verstorbenen Mannes aus dem Speicher löschen?

Wird es eine zweite Welle geben?

Der Editor ist zum Glück noch der alte.

Heute muss ich den Salat und die Gurke verarbeiten.

Heute will ich früher ins Bett gehen, Markus Lanz tut mir nicht gut.

Was kann ich jetzt mal Positives schreiben?

Wo liegt zur Zeit mein kleines Glück?

Ob ich noch mehr Blumen in den Vorgarten pflanze?

Können die mir die Rente im nächsten Jahr kürzen?

Wann kann ich meine Freundinnen  wiedersehen?

Und wann meinen ältesten Sohn besuchen?

Doch ja, ich werde mal Ausschau nach einer neuen Autowerkstatt halten.

Vielleicht an den See fahren?

Oder in die Heide?

Oder lieber zuerst das Auto reparieren lassen?

 

Wie gut, dass mich meine kleinen Problemchen ablenken.

Das, was mich gerade tatsächlich beschäftigt, führe ich nicht weiter aus.

Denn ich kann ja doch nichts ändern.

Fassungslos sehe ich dem Präsidenten zu.

Und anderen auch, aber diesem besonders.

 

Mein kleines, behütetes Leben kommt mir gerade so unwirklich vor.

Scheinbar sicher und gemütlich eingerichtet gucke ich dem Weltgeschehen zu.

Ich hoffe, dass alles gut wird, auch wenn meine Intelligenz und mein Wissen es besser wissen.

Ist einfacher so.

 

 

 

 

12 Gedanken zu “Behütet

  1. @ Editor: Neuerungen ohne Not nutzen nur dem Entwickler und sind überflüssig.
    @Präsi: Keine Ahnung, was der sich noch leisten muss, bevor die Amerikaner ihn in die Wüste schicken…aber das habe ich bei George W. auch gedacht.
    @Drinnen und draußen: Bin dito froh und dankbar, meine Höhle zu haben, die Tür zumachen zu können und so den Rest der Welt ein wenig auf Abstand halten zu können.
    @Hoffnung ist wichtig und mächtiger aus unser Verstand. So schlimm es auch werden mag, am Ende geht es immer wieder ein kleines Stück weiter.

    Lieben Gruß dir!

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Reiner, ich denke ähnlich und weiß ja, ich bin nicht allmächtig. Allerdings fiel es mir letzten Sonntag schwer, meinen Sohn zu ermutigen, wieder etwas fröhlicher zu werden. Ihm ist das gerade alles zu viel und ich kann ihn gut verstehen.
      Zum Präsidenten: mich erschüttert, dass der scheinbar noch genug Anhänger hat, um vielleicht sogar erneut gewählt zu werden. Trotzdem liebe entspannte Grüße, denn ich habe gerade in der Nähe eine Werkstatt für mein Auto gefunden, die meinen alten Nissan morgen repariert! Regine

      Gefällt 2 Personen

      1. Freut mich, dass du eine Werkstatt deines Vertrauens gefunden hast. Ja – und alles andere unterscheide ich mittlerweile, ob es in meiner Macht liegt oder nicht. Wenn nicht, muss ich es eh so nehmen, wie es kommt, darf mich bestenfalls in Veränderung üben 😉 Der amerikanische Präsident ist zunächst einmal das Problem der Amerikaner …

        Gefällt 1 Person

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