Manchmal bin ich doof und manchmal eben auch nicht.

Fröhlich teile ich diesen Satz der Gruppe in der Abschlussrunde mit.

Kann das alles sein? Mehr nicht? Nach drei Tagen intensiver Arbeit? Nach so vielen Familienaufstellungen?

Doch, nein, ist nicht alles. Aber wichtig.

Mir die Erlaubnis zu geben, doof sein zu dürfen, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ich brauche Leute nicht mehr vom Gegenteil zu überzeugen, die mich doof finden. Ich brauche mich nicht zu schämen, wenn mich andere doof finden. Ich kann mir doofe Handlungen und Gedanken leichter verzeihen, denn ich weiß ja, dass ich viel mehr Gutes tue und denke. Oder? Doch ja, zumindest genauso viel. Immer bescheiden bleiben. Oder?

Wobei ich doof jetzt mal nicht näher definiere. Ich finde gerade das Wort so lustig. Es erinnert mich an die überaus konstruktiven Streitgespräche meiner Kindheit.

„Du bist doof!“

„Nein, du bist doof!“

„Nein, du!“

Solange, bis einer heult und der andere sich als Sieger fühlt. Oder Siegerin, der Gerechtigkeit halber. Ich bin also selber doof. Manchmal.😂

So ganz nebenbei lerne ich meine Scham kennen. Nein, ich kannte die natürlich schon immer, aber ich konnte das Gefühl nicht benennen. Jetzt kann ich es und es verliert seinen Schrecken.

Wie erleichternd!

Vielleicht hilft mir diese Erkenntnis, meine „Tarnkappe“ abzulegen. Ja, ich scheine mit einer Tarnkappe herumzulaufen. Ich werde oft nicht wahrgenommen. Diese Rückmeldung ist erstaunlich, denn ich denke so häufig, dass ich mich in den Vordergrund spiele. Also Tarnkappe😳. Es sind nicht die anderen, die mich übersehen und überhören, weil sie mich doof finden, sondern ich bin es selbst, die sich auf wundersame Weise versteckt. Meine Güte. Spannend.

Und dann bin ich auch noch die Älteste. Die einzige Rentnerin. Aber nicht die einzige Tarnkappenträgerin. Es gibt noch viel zu tun.

Gut, dass wir uns im April wiedersehen. Dann geht es weiter mit den Wunderlichkeiten des wunderbaren Lebens!

 

8 Gedanken zu “Tarnkappe und andere Wunderlichkeiten

  1. Ich finde das Klasse, zugeben, dass man manchmal doof ist. Ich auch, manchmal denke ich auch, ich bin bekloppt, wenn ich manchmal all die „Achso-Normalen“ und Vernunftsmenschen um mich rum wahrnehme. Ist halt so, denke ich, pfeife ein Liedchen oder auf die anderen und bin glücklich so…

    und schöne Fotos 👍🏻
    Liebe Grüsse

    Gefällt 6 Personen

    1. Danke, Thomas, für die nette Rückmeldung! Du sprichst mir aus der Seele! Mir ist dabei wichtig, dass die Scham sich nicht mehr einnistet, wenn ich etwas Dummes angestellt habe. Die konnte das bisher ganz gut und wundert sich gerade sehr über ihre neue Arbeitsplatzbeschreibung! 😂

      Gefällt 4 Personen

      1. Auch für die Scham weht ein rauher Wind durch den Arbeitsvertrag. Meine Scham ist mittlerweile auf „geringfügig beschäftigt“ heruntergestuft. Downsizing gewissermassen. Dafür ist die Neugierde und das Lachen-über-mich-selbst mit mehr Stunden pro Woche am Start.

        Gefällt 4 Personen

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