Es ist natürlich eine Binsenweisheit: Ich nehme die Außenwelt nicht so wahr, wie sie ist, sondern ich filtere die Eindrücke. Meine Wahrnehmung richtet sich nach meiner Stimmung. Sie wechselt und richtet sich danach, ob ich zu Fuß gehe, mit dem Fahrrad fahre oder mit dem Auto. Wenn ich selbst fahre, bekomme ich von der weiteren Umgebung so gut wie gar nichts mit. Als Beifahrerin genieße ich die Umgebung so, als ob ich mir einen Film ansehe.

Die Wahrnehmung weiß genau, ob ich einen Fotoapparat dabei habe oder nicht. Wenn ich einen dabei habe, komme ich manchmal kaum vorwärts, soviel Einzelheiten registriere ich. Ich bin im Flow, vergesse die Zeit und meine Befindlichkeiten.

Gehe ich mit einer anderen Person spazieren, nehme ich die Natur weniger wahr. Ich bleibe an der Oberfläche. Mein Fokus verschiebt sich auf die andere Person. Ich spüre sie  intensiver als meine Umgebung.

Bin ich allein und ohne Fotoapparat unterwegs, drängen sich meine Gedanken in den Vordergrund. Ich denke, plane und erinnere mich. Ab und zu gucke ich mir die Umgebung genauer an. Manchmal bleibe ich stehen und genieße meine Umgebung ein wenig. Setze ich mich allerdings hin und bleibe, wo ich bin, ist meine Wahrnehmung wieder konzentriert bei der Sache.

In der Stadt nehme ich nicht sehr viel wahr. Ich konzentriere mich darauf, nicht umgerannt zu werden, niemanden umzurennen oder ich achte auf den Verkehr. Ich filtere die Eindrücke, sodass es nicht zu laut und hektisch für mich wird.  Habe ich einen Fotoapparat dabei, komme ich auch hier kaum vorwärts, weil ich Einzelheiten entdecke und alles andere an mir vorbeirauscht.

Geben nun die Fotos meine Wahrnehmung genau wieder? Nimmst Du wahr, was ich registriert habe? Siehst Du dasselbe wie ich ihn in dem Moment des Fotografierens?

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Gestern brauchte ich für meine Runde doppelt so lange wie gewöhnlich, weil meine Wahrnehmung äußerst fleißig war!

 

 

 

 

 

8 Gedanken zu “Über die Wahrnehmung, zweiter Teil

  1. Ich erkenne, dass Du ein sehr, sich selbst reflektierender Mensch bist. Durch Deine Blogs weiß ich auch, dass Du das mischt, indem Du die Blickwinkel anderer Menschen in Betracht ziehst und in Deine Meinung und Dein Wissen einbeziehst. Nach meiner Ansicht und Erfahrung eine tolle Mischung, die das Leben spannend macht.

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