Gestern Abend zappte ich mich durch ein paar Programme, bevor ich den Ausknopf fand, um ins Bett zu gehen. „Weihnachtsbäume sind mit Pestiziden stark belastet“, wurde mir berichtet und ich wollte das nicht sehen. Also weiter. „Geschenkpapier stark bleihaltig“, wurde im nächsten Programm verkündet. Also weiter. „Zimt enthält häufig Cumarin und kann zu Leberschäden führen“, war hier das Thema und dann hatte ich keine Lust mehr. Ich ging lieber schlafen. Vorher wollte ich allerdings herausfinden, woher mein Bio-Zimt stammt. Keine Angabe!

Weihnachten reiht sich in die schlechte Nachrichtenlage ein. Ist nicht neu, aber in diesem Jahr fällt es mir besonders auf. In früheren Zeiten machte ich mir keine Gedanken über das alles. Weihnachtsbeleuchtung fand ich schön, Geschenke wurden aufwendig verpackt und Weihnachtsbäume geschlagen und aufgestellt, Silvesterfeuerwerke genossen, obwohl ich selbst schon seit Jahren nicht mehr selbst dazu beitrug. Ich sah es mir aber immer gerne an. Sogar auf Föhr, wo man deutlich sehen konnte, wie der Feinstaub schon nach Minuten die Nordsee vernebelte. Zimtsterne wurden gegessen und Raclette ist bestimmt auch irgendwie schädlich.

Ich weiß, wie schlecht es um die Umwelt steht. Ich weiß auch, dass ich trotzdem grundsätzlich nichts verändern möchte. Ich will mein Leben so behalten, wie es ist. So leicht wie in den letzten Jahren funktioniert mein Verdrängungsmechanismus in diesem Jahr nicht mehr. Ob ich demnächst die richtigen Schlüsse daraus ziehe, weiß ich noch nicht. Ich sehe mir die Geschenke an, die ich schon hier liegen habe. Fast jedes ist in Plastik verpackt und die weihnachtlichen Süßigkeiten haben alle Hüllen aus Aluminium. Bisher kein Thema für mich, aber jetzt in diesem Moment schon.

Ich will unbedingt meine Weihnachtsvorfreude wiederfinden. Wie mache ich das bloß?

 

 

10 Gedanken zu “10. Dezember

  1. Ich bin schon vor einigen Jahren zu schönen Papiertüten übergegangen, weil man diese mehrfach verwenden kann. Vor einem Jahr habe ich auch einige Geschenke schon in Stoffbeutel verpackt aus alten Kleidungsstücken. Unsere letzten Weihnachtsbäume waren getopft, sodass wir sie draußen eingraben konnten. Sie im Topf über das Jahr zu bringen, hat nicht funktioniert.
    Es gab ja auch schon Erdöl in der Schokolade von Adbentskalendern. Man muss halt ein bisschen aufmerksamer sein, aber sich nun wirklich nicht alles vermiesen lassen.
    Und ein Feuerwerk an Sylvester möchte ich auch sehen. Es kann gern etwas weniger sein, etwas kürzer auch – aber darauf verzichten möchte ich nicht.

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    1. Stimmt, etwas im Kleinen zu verändern ist besser, als gar nichts zu tun. Anders geht es wohl auch nicht. Ich kaufe keine neue Weihnachtsdeko mehr, bin sparsam mit Geschenkpapieren und nutze auch die Weihnachtstüten mehrmals. Meine Nachbarin machen uns einen Spaß daraus, uns die kleinen Aufmerksamkeiten in immer derselben Tüte zu überreichen. Mal ist sie mit der „Weihnachtskatze“ dran, mal ich. Ich habe sogar schon schöne Geschirrtücher liegen, die ich verschenken und gleichzeitig als Verpackung nutzen will. Beutel aus alten Kleidungsstücken zu nähen, ist eine geniale Idee! Danke!
      Liebe Grüße! Regine

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  2. Ich glaube, wie so oft, muß man eine gesunde Balance halten. Klar wollen wir alle umweltfreundlicher handeln und daß kann man ja auch vielfach umsetzen. Allerdings sollte man diese ganzen Berichte nicht überbewerten. Erst heute morgen hörte ich, daß man Kaffee heute durchaus für gesünder hält, während es vor 10 Jahren noch verteufelt wurde. Wenn ich nicht 50 bleihaltige Adventskalendertäfelchen vernasche, wird mir das eine schon nicht schaden. Schaden tut eher, wenn man sich alles ständig schlecht redet. Wir gucken immer mehr auf alles Schlimme, schädliche, krankmachende. Man kanns auch übertreiben. Dann mal Prost 🙂

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    1. Prost, liebe Almuth und danke für Dein Statement. Ich stimme Dir zu und beschließe, das Negative nicht wichtiger zu nehmen als das Schöne. Im Kleinen verändere ich ja schon, langsam, aber stetig. Keinem nützt es, mit einem ewigen schlechten Gewissen herumzulaufen und dabei das Genießen und die Freude zu vergessen. Und noch einmal: Prost auf die gesunde Balance! 🥂

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      1. Mahlzeit 😉 Wenn man manche Testzeitschriften liest, möchte man sich ja fast weghängen, weil alles schlimm und belastet ist. Nee, so kann man doch nicht leben und fröhlich sein. Je wohler man sich fühlt, umso bewußter kann man handeln und umso mehr kann man bewirken 🙂 Wir sind auf dem Weg, ja! Prost Mahlzeit 🙂

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