In der letzten Woche hörte ich folgende Sätze:

„Ich bin froh, wenn Weihnachten vorbei ist.“

„Meine Schwiegertochter ist so zickig, es macht einfach keinen Spaß, Weihnachten zusammen zu sitzen.“

„Ich bin so froh, dem Trubel von früher entkommen zu sein.“

„Der Familienrummel strengt mich an.“

„Ich feire keine Weihnachten.“

„Eine reine Konsumveranstaltung.“

„Ich sitze gemütlich mit meiner Tochter zusammen. Wir machen uns überhaupt keinen Stress, auch mit der Vorbereitung nicht. Kein Weihnachtsbaum, aber Kerzenschein beim Essen. Wunderbar! Kein Gehetze mehr!“

Wie stehe ich in diesem Jahr zur Weihnachtszeit? Ich kann sie nicht ignorieren, auch wenn ich es wollte. Eigentlich finde ich sie sogar ganz schön. Sie bringt Abwechslung und Licht ins Leben. Erinnerungen an vergangene Weihnachten kommen und gehen. Gemeinsam mit Nachbarn erhelle ich mit meiner Weihnachtsbeleuchtung unsere Straße und ich fühle mich eingebunden.

Es gibt keine kribbelige große Freude, aber eines kleines, helles Gefühl im Bauch, wenn ich mich daran mache, die Geschenke zu planen. Ich weiß, dass wir es gar nicht ernst meinen mit der Bemerkung, dass wir uns dieses Jahr nichts schenken wollen. Höchstens eine Kleinigkeit. 😂 Ich möchte meinen Kindern und ihrem Anhang unbedingt etwas schenken. Ich werde auch Päckchen für ein paar liebe Menschen, die ich Weihnachten nicht sehen kann, losschicken. Fotobücher (fertig!) und mein Buchprojekt beschäftigen mich täglich mehrere Stunden. Es entsteht eine kleine Textsammlung, die ich verschenken möchte. Das wisst Ihr ja schon. Einige von Euch haben mich sogar dazu ermutigt, es zu wagen. Danke dafür.

In Wirklichkeit beschenke ich mich gerade selbst. Ich bin im Flow und hatte die Idee, mich nach Weihnachten weiterhin mit größeren „schriftstellerischen Projekten“ zu beschäftigen. Ich werde dieses Mal nicht auf den inneren Kritiker hören, der alles daran setzt, mir die Lust daran zu verderben. Ich bin im Vorteil, denn ich bin Rentnerin und kann machen was ich will. Der innere Kritiker schweigt ganz verdutzt und gibt Ruhe.

Meine Familie traf sich zum ersten Advent bei meinem Bruder und das war wunderschön. Weitere Familientreffen wird es zur Adventszeit nicht geben. Meine Freundinnen sind beschäftigt. So werde ich häufig alleine sein. Wenn ich mich mit anderen vergleiche und denke, dass alle anderen ihre Familie und Freunde um sich haben, nur ich nicht, nicht mal zur Weihnachtszeit, dann werde ich unruhig. Ich rufe mich dann zur Ordnung, denn diese Gedanken sind völlig unsinnig. Erstens spiegeln sie nicht die Wahrheit wider und zweitens richte ich es mir ja selbst so ein. Das ist nämlich das eigentliche Thema. Will ich etwas daran verändern? Will ich mich um mehr Geselligkeit kümmern? Will ich es so weiterlaufen lassen? Bin ich zufrieden?

Doch ja, ich bin zufrieden. Nicht mit allem, aber mit dem Großen und Ganzen. Und die kleinen Unzufriedenheiten, die es noch gibt, führen mich wahrscheinlich zu den nötigen Veränderungen. Ich will „laufen lassen, mich einfügen und offen sein“, dann wird alles gut. Diese Zuversicht könnte schon fast als weihnachtliches Gefühl bezeichnet werden, oder?

Und Ihr so? Was macht Euer Weihnachtsgefühl?

16 Gedanken zu “7. Dezember

    1. Der christliche Hintergrund…..ja, ich weiß, der fehlt mir irgendwie, nicht ganz, aber in großen Teilen. Weihnachten erlebe ich mit einer anderen Perspektive. Vielleicht muss ich mir Deinen Satz nur übersetzen, um ihn nachzuvollziehen. Ein großes Thema! Lieben Gruß zurück! Regine

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  1. Bin eigentlich nicht so der Weihnachtsmensch, aber Geschenke für die Enkelkinder gibt es und die Kinder mit Anhang bekommen auch etwas.
    Wir feiern alle zusammen am 2. Weihnachtstag mit einem gemeinsamen Essen, obwohl die Kinder auch schon ziemlich weit entfernt wohnen.
    Liebe Grüße und einen schönen 2. Advent ❤ ❤

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      1. Ja, ich freue mich sehr, zumal es in diesem Jahr nicht immer harmonisch verlief, aber das ist wohl normal.
        Und heute bekam ich von meiner Tochter einen wundervollen Adventsblumenstrauß geschenkt….so schööön 🙂

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    1. Das ist eine ganze Menge, auf das Du Dich freuen kannst!
      Ich freue mich in diesem Jahr ganz doll auf Silvester, weil ich mir etwas sehr Schönes und Spannendes vorgenommen habe. Hier ist die Vorfreude viel größer als die auf Weihnachten. Ist ja eigentlich auch egal, oder? Hauptsache Freude!
      Liebe Grüße! Regine

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  2. Wir machen es uns gemütlich. Heiligabend ist meine Mutter (85) hier und wir haben weder Kaufrausch, noch ein Gänseessen-Muss, sondern Ruhe und Zeit füreinander.
    Für mich nimmt die christiliche Bedeutung des Festes einen großen Stellenwert ein.

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    1. Ich auch! Mit den Kindern damals war es eine zauberhafte Zeit, im wahrsten Sinne des Wortes. Etwas davon (und auch aus meiner eigenen Kindheit) ist mir bis heute erhalten geblieben. Das merke ich besonders, wenn ich meine Adventskalender der letzten Jahre hier im Blog selbst noch einmal selbst durchlese!

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  3. Ich mag die Lichter in der Weihnachtszeit.
    Ich habe einen Baum aus Holz und seit Samstag hat er einen neuen Engel.
    Der Baum leuchtet.
    Heiligabend habe ich Dienst, am 26. auch – das ist gut so.
    Vielleicht wird sich spontan etwas ergeben, sonst nicht – im Moment fühlt es sich in Ordnung an Weihnachten alleine zu sein 🙂

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    1. Dann wünsche ich Dir, dass es so bleibt! Zwei Tage bist Du sowieso unter Menschen und wirst Deine Weihnachtserlebnisse haben. Und ein Tag Ruhe zwischendurch ist auch zu Weihnachten erholsam, oder? Mir geht es mit meiner Weihnachtsplanung bis jetzt auch gut. Ab und zu erfasst mich eine kleine Wehmut, wenn mir andere von ihren Weihnachtsvorbereitungen und ihrer Vorfreude auf die Familie erzählen. Aber das vergeht ganz schnell wieder, weil ich ja mit Familie zusammen sein werde, nur anders!

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