Vergeblich gewartet. Kein Nikolaus im Haus! Er hat schnell ein Tütchen an die Tür gehängt und sich verdrückt. Danke, lieber Nikolaus für den Wohlfühltee und die selbstgebackenen Weihnachtskekse! Meine Nachbarin bekommt Schokolade und Weihnachtsnudeln. Sie denkt bestimmt, dass der Nikolaus sie beschenkte und wird sich freuen. Ich werde ihr lieber nicht erzählen, dass ich das gewesen bin.

Gestern war es so schön draußen. Ich fuhr mit dem Rad durch die Landschaft und genoss die winterliche Sonnenstimmung mit alles Sinnen. Endlich mal wieder Licht, Luft und Bewegung! Am Abend ging ich im Mondschein spazieren, um mir die neue Weihnachtsbeleuchtung im Städtchen anzuschauen. Es stand in der Zeitung, dass sich die Geschäftsleute neue Weihnachtsketten spendierten, um die kleine Einkaufsstraße festlicher zu gestalten. Ich vermute, dass sie uns nur anlocken wollen. Sie, also die Geschäftsleute, haben es schwer, sich gegen den Onlinehandel durchzusetzen. Mal sehen, ob die neuen Lichterketten helfen.

Ich fand sie ganz schön und auch der Tannenbaum auf dem Marktplatz leuchtete  ungewohnt hell. Große goldene Kugeln rundeten den Gesamteindruck ab und ich setzte mich auf eine Bank, um mir das anzuschauen. Ich dachte ein wenig an meine Eltern, die uns damals in Hamburg jedes Jahr wieder vor die Wahl stellten, ob wir auf den Dom, ins Weihnachtsmärchen oder in die weihnachtliche Innenstadt wollten. Wir entschieden uns sogar manchmal für die Innenstadt, denn so eine herrliche Lichterpracht gab es nur dort zu sehen. Wir liebten die Schaufenster, in denen bewegliche Puppen uns in wunderbare Märchenwelten entführten. Für uns Kinder war das noch etwas ganz Besonderes. Mit diesen nostalgischen Gedanken freute ich mich gestern über den stillen Marktplatz meiner kleinen Stadt.

Heute ist das Wetter wahrlich schauerlich und ich werde am Schreibtisch sitzen, um mein Buchprojekt zum Abschluss zu bringen. Spätestens Sonntag will ich fertig sein, denn ich komme ja zu gar nichts mehr. Ich hoffe nur, dass mein Laptop durchhält und keine Sperenzchen ( Sperenzien (Diminutiv: Sperenzchen) ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für Argumente oder Handlungen, mit denen jemand eine Verzögerung oder Behinderung eines Vorhabens verursacht in der Hoffnung (lateinisch sperantia), das Vorhaben zu verhindern.) macht. Heute morgen zickte er ein wenig rum, aber der Cleaner konnte es richten.

Nun weiß ich gar nicht, was ein Diminutiv ist. Schnell bei Wikipedia nachgeforscht und schon wieder etwas dazugelernt: Das Diminutiv (auch Deminutiv, Diminutivum, Deminutivum von lateinisch deminuere „verringern, vermindern“, vgl. minus) ist die grammatische Verkleinerungsform eines Substantivs. Gegenteil ist das Augmentativ. Diminutive dienen der Verniedlichung, z. B. als Koseform und zur Bildung von Kosenamen (Hypokoristikum), oder auch der Abwertung („Das ist kein Haus, das ist ein Häuschen!“). 

Augmentativ schenke ich mir jetzt. Keine Zeit!

Und Ihr so? Schon eine kleine Nikolausfreude gehabt? Feiert Ihr den Nikolaus oder geht Ihr einfach Euren Geschäften nach? So oder so: ich wünsche Euch einen friedlichen, gemütlichen Tag!

 

 

12 Gedanken zu “6. Dezember

  1. Diminutiv

    Aha. 🙂 so heißt es also, das niedliche Verkleinern. So werden hier im Tal der Wupper die kleinen Quartierbusse der Stadtwerke Büssken genannt. Männer mit einer beginnenden Glatze haben `n Glätzken. Manche sind so brutal und machen aus Zwergen Zwerglein. Als wären die nicht schon klein genug 🙂

    Lieben Gruß!

    Gefällt 2 Personen

  2. Alsich gestern am späteren Abend von meiner Reise zurück kam, war der Nikolaus schon in unserem Haus unterwegs. Vor jeder Tür lagen liebe Gaben. Schnell wurden noch die Plätzchentüten verteilt, die schon vor meiner Abreise gepackt waren…
    Die auch eine Schöne Adventszeit!

    Gefällt 1 Person

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