Nichtstun ist auch nicht besser

Als meine Oma auf die Siebzig zuging, kümmerte sie sich plötzlich ganz intensiv um ihre Gesundheit. Sie erzählte fast nur noch von den neuen Nahrungsmitteln aus dem Reformhaus und ihrer Gymnastikgruppe, so dass ich fast nicht mehr zuhören wollte.

Als meine Eltern auf die Siebzig zugingen, fingen die beiden auch an mit Volkostnahrung oder wie das heißt. Sie weichten Körner ein und aßen Obst. Sie wanderten und gingen schwimmen. Auch das war ein Hauptbestandteil ihrer Gespräche und es langweilte mich.

Jetzt gehe ich auf die Siebzig zu und ich erzähle von meiner Biokiste, die ich neuerdings alle zwei Wochen bekomme. Meine Küche füllt sich regelmäßig mit Obst und Gemüse und ich muss mich stets sehr beeilen, diese bis zur nächsten neuen Biokiste zu verarbeiten und zu essen. So viel Gemüse nahm ich mein Lebtag nicht zu mir und schlimm, schlimm, ich erzähle davon. Mein Kinder hören zu und wundern sich.

Um noch eins drauf zu setzen, kümmerte ich mich die letzten Tage um meine Blutwerte und um Rehasport. Der Antrag liegt der Krankenkasse vor. Ich will mich in einem Fitnessstudio anmelden und dort etwas für meinen Muskelaufbau, meine Beweglichkeit und etwas gegen meine Polyarthrose tun. Regelmäßig mit dem Fahrrad zu fahren und ab und zu schwimmen reicht nicht mehr, vermute ich.

Ich….im Fitnessstudio😳. Ich hasse das.

Meine Oma und meine Eltern merkten eines Tages, dass sie alt wurden. Sie wollten dagegen anarbeiten. Ihnen haben die Ernährungsumstellung und der Sport vielleicht zehn Jahre lang genützt, wenn überhaupt. Dann wurden sie wirklich alt, gebrechlich und vergesslich. Ernährung spielte keine Rolle mehr, Hauptsache süß.

Und ich? Will ich mich jetzt auch gegen das Altern stemmen? Ich werde nicht mehr jung, das weiß ich. Ich kann meine Krankheit mit Ernährung und Sport nicht heilen. Ich kann doch nichts gegen den Alterungsprozess tun. Aber ich kann vielleicht den Verlauf etwas verlangsamen, sagt mir die Vernunft. Das wäre doch schon erstrebenswert, oder? Diese Hoffnung macht Mut und steigert meine sehr geringe Motivation. Vielleicht noch zehn einigermaßen gute Jahre, locke ich mich in die gesunde Ernährung und sportlichen Aktivitäten! Dafür gehe ich sogar ins Studio und treibe hoffentlich regelmäßig Rehasport.  Vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm, wie ich heute denke.

Meine Güte, Fitnessstudio!😬

Zum Glück noch nicht sofort.😂

Und morgen gehe ich zum Qigong und esse gesunde Gemüsesuppe, das doch auch schon mal ganz gut.👍

Ach ja, ich wollte ja nicht mehr soviel davon reden……

 

23 Gedanken zu “Nichtstun ist auch nicht besser

  1. Gut ist es bestimmt. Aber Spaß sollte es auch machen. Sonst, glaube ich, wirkt es nicht. Fitnessstudio wäre auch für mich gruselig. Aber ausprobieren ist doch prima. Und wenn’s nicht gefällt, dann was anderes suchen – ich drücke die Daumen, dass Du das richtige für Dich findest!

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  2. Zum Glück bleibt niemand vor dem Alter verschont, wer nicht schon in jungen Jahren das zeitliche segnet und ist doch auch gut so.
    Gibt da den schönen Spruch „alt werden wollen alle, aber alt sein nicht“. Ich denke es kommt auch viel darauf an wie man alt wird und Sport ist nicht nur da, sondern in jedem Alter eine echte Hilfe um so lange wie möglich auch im Alter mobil zu bleiben.
    Liebe Grüße von Hanne 🍀🌼

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    1. Ohne mein Radfahren, Schwimmen und Qigong wäre ich bestimmt schon viel steifer und ja, Bewegung ist etwas ganz Wunderbares. Ich erinnere mich, wie gerne ich früher wanderte und finde es so schade, dass ich das nicht mehr kann. Mal sehen, ob mir der Rehasport im Studio hilft und Freude macht! Danke für Deinen Kommentar und liebe Grüße! Regine

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  3. Solange ich in Demmin wohnte, ging ich auch zum Reha-Sport ins Fitnesstudio. Wir waren eine dufte Truppe und hatten viel Spaß. montags war sozusagen Gruppenträining, Matte, Ball usw. unter Anleitung des Trainers. Außerdem konnten wir beliebig oft die Gräte im Studio nutzen. Hat Spaß gemacht und gut getan. Schau es Dir in Ruhe an, wird Dir bestimmt gefallen..

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    1. Das macht mir Mut! Ich befürchte nur, dass ich sehr viele Schwierigkeiten haben werde, die Übungen zu absolvieren, weil sich durch eine jahrelange Schonhaltung doch schon einige Muskeln verkürzt haben. Aber Rehasport ist ja kein Leistungssport und anderen wird es vermutlich ähnlich gehen! Liebe Grüße! Regine

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      1. Ich habe mich eben angemeldet. Aber nicht in dem Fitnessstudio, sondern in einer Praxis gleich nebenan, die mir viel sympathischer ist. Geräte gibt es dort auch. Ich lege los, sobald ein Platz frei wird und freue mich riesig!

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    1. Du bist meine Heldin! Du hast noch Dein Radfahren vergessen und das leckere Gemüse vom Balkon! Mein Hometrainer sagt gerade, dass ich ihn auch täglich nutzen sollte……Ich finde das so langweilig! Und mühsam…….

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      1. Ich sinniere, weil mir in der Bewegung oft die besten Ideen kommen. Manchmal höre ich Musik und schaue einfach aus dem Fenster und gucke, was die Nachbarn so treiben. Trotzdem kommt mir die Zeit auf dem Crosstrainer so lang vor. Dabei schaffe ich höchsten eine halbe Stunde……..

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      1. Stimmt natürlich. Es fällt mir auf, dass ich mich innerlich als eine faule Socke bezeichne, wenn mir andere von ihrem Fitnessstudio erzählen. Dabei stimmt das gar nicht, ich bin nicht durchgehend faul. Manchmal treibe ich eben auch Sport. Ich nenne es nur Fahrradfahren oder Schwimmen…. oder eben Qi Gong. Manchmal auch Fenster putzen oder Boden wischen.😂

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  4. Was die Ernährung angeht: das Wichtigste ist, es zu genießen, egal, was es ist (okay, keine drei Hamburger am Tag ;-). Ich meine nur, mit dem Zufrieden sein, was man tut. Wenn man ohne Begeisterung Selleriestangen knabbert, helfen die auch nicht. Ebenso mit dem Sport. Ich finde Qigong ja ganz toll 🙂 Die Chinesen machen das doch regelmäßig und bleiben so lange fit. Dafür muß man sich vielleicht gar nicht so quälen. Immerhin arbeitet man damit seinen ganzen Körper durch. Dann mal viel Spaß und hoffentlich gelingt dir, was du dir vorgenommen hast 🙂

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    1. Ja, da kann ich Dir nur zustimmen. Anfangs war meine Biokiste nur eine Pflichtübung, mittlerweile macht mir das gesunde Zeugs viel Freude .Ich koche wieder mit Spaß und genieße das Essen. Süßkartoffel fand ich allerdings gewöhnungsbedürftig….Zum Qi Gong gehe ich auch immer sehr gerne. Die Übungen in Gesellschaft sind so entspannend und wirksam! Zuhause gelingt mir das nicht so gut, aber ich sehe zu, dass ich immer eine Stunde Bewegung in den Tageslauf einbaue. Und weil das alles nicht so beschwerlich ist, fällt es mir schwer, das als Sport zu betrachten. Gut, ich werde meine Einstellung ändern. Eben habe ich mich zum Rehasport in einer kleineren Praxis angemeldet und bin total begeistert, dass ich nicht ins Fitnesscenter muss. Die Praxis ist mir viel sympathischer und ich bin ziemlich sicher, dort gut aufgehoben zu sein! Danke für Deine guten Wünsche, sie haben schon gewirkt! Und natürlich liebe Grüße! Regine

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      1. Schön, daß du jetzt so viel Freude an deiner Gemüsekiste hast! Süßkartoffel mag ich gerne aus dem Ofen. In 1 cm dicke Scheiben schneiden, mit Salz, Kräutern und oder Knofi bestreuen und 30 min. bei 200 Grad auf dem Blech garen. Das schmeckt sehr lecker und macht tierisch satt! – Rehasport klingt auch sehr gut. Wirklich besser als Fitnesscenter, daß verstehe ich so gut. Wie toll, daß du das entdeckt hast! Liebe Grüße und viel Spaß dabei! Almuth

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      2. Ich habe mir Pommes aus der Süßkartoffel geschnitzt. Wie gesagt, vielleicht gewöhne ich mich an den Geschmack. Ich aß drei Tage davon. Sie sättigt tatsächlich sehr. Ich warte ganz ungeduldig darauf, dass beim Rehasport ein Platz frei wird. Dir geht es hoffentlich gut, so kurz vor Weihnachten! Liebe Grüße!

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      3. Okay, dann magst du den Geschmack grundsätzlich nicht so gern. Süßkartoffelpommes finde ich auch lecker 🙂 Manche Gemüse mag ich gekocht nicht so gern. Daran mußte ich vorhin denken. – Mir gehts gut. Gibt noch ordentlich was zu tun und übernächste Woche wird der letzte Weisheitszahn gezogen. Was man vor Weihnachten nicht wirklich braucht 😉 – Ach so, ich dachte, du hättest schon einen Platz. Ich drück die Daumen! LG

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