Kaum hat sich herausgestellt, dass ich in diesem Jahr nicht operiert werde, stellt sich mir fast automatisch die Frage: Und was mache ich Silvester?

Ja, ich weiß, es ist erst Oktober, aber meine Erfahrung der letzten Jahre ist folgende: Wenn ich nicht rechtzeitig plane, wird das nichts mit dem Jahreswechsel. Also, das Jahr wechselt, aber ich bin unzufrieden.

Soll ich verreisen? Ich habe schließlich eine Auto-und eine Bahnfahrt nach Hamburg überlebt. Also ist beides möglich. Ich kann wieder etwas besser gehen und stehen. „Nun werde mal nicht übermütig!“, sagt mir der innere Miesmacher. Und die Panikmacherin zählt auf, was mir alles passieren könnte. Allerdings verstummt sie etwas beschämt, als sie merkt, dass ich nicht zuhöre. „Außerdem wirst Du ganz alleine und völlig vereinsamt  in einer Ferienwohnung rumhocken…“, versucht sie es noch einmal.

Alleine will ich nicht sein. Etwas Neues ausprobieren könnte ich versuchen und so stöbere ich im Internet unter dem Stichwort: Silvesterangebote. Ja, da gibt es einiges und ich beschließe, mein Sparguthaben zu plündern und mich selbst zu erfreuen. Schnell begeistere ich mich für dieses Angebot der Nordsee Akademie und ich melde mich nach einer telefonischen Anfrage, ob ich nicht doch vielleicht zu alt für die Gruppe sei, sofort und ziemlich mutig an.

Meine inneren negativ gesinnten Stimmen toben. „Was hast du denn jetzt wieder angestellt!“, „Wie kommst du dahin?“, „Was ziehst du zum festlichen Silvesteressen an?“, „Bestimmt mag dich keiner!“,“Bestimmt sitzt du ganz alleine am Tisch.“, „Was ziehst du zum Neujahrskonzert an?“ „Silvester feiern und dann am nächsten Tag um 8.30 Uhr frühstücken ist doch bescheuert grrrgrrrrgrrrblabla!“ ….So zetern sie, aber zu spät, ich bin angemeldet und basta.

Wird sich alles finden. Ich werde irgendwie hinkommen. Und nach Hause auch wieder. Ich habe in meinem Leben schon etliche gute Erfahrungen mit ähnlichen Bildungseinrichtungen gemacht. Wer sich Silvester für so etwas anmeldet, wird ja Gesellschaft suchen und mich nicht alleine am Tisch sitzen lassen, oder? Kleidung besitze ich, keine festliche, aber immerhin werde ich angezogen sein. Und nett bin ich auch meistens. Silvester, ich komme!

Ich liebe Nordfriesland, habe lange auf Föhr gelebt. Wir werden einen kleinen Ausflug ins weihnachtliche Dänemark machen. Ich werde an der Nordsee sein. Ich werde zum Jahreswechsel etwas völlig Neues erleben! Wir werden ein wenig philosophieren und es wird ein Neujahrskonzert in Flensburg geben.

Vielleich hat ja der eine oder die andere Silvester noch nichts vor? Wäre doch zauberhaft, wenn wir uns in Nordfriesland träfen? „Jetzt spinnt die total“, seufzt mein innerer Kritiker. „Ich freue mich so!“, jauchst mein inneres Kind.

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4 Gedanken zu “Selbstfürsorge

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