Ein erster langer Sonntagsspaziergang nach meiner Operation.

Mit Gehilfen zwar, aber immerhin.

Der Himmel bedeckt sich, der Wind hat eine Pause eingelegt.

Im Park herrscht reges Leben.

Ich denke an unsere Familienzeit.

Auch wir mit Kindern und Hund unterwegs, wann immer es ging.

Manchmal kamen auch die Katzen mit.

Später machten mein Mann und ich uns sonntags zu zweit auf den Weg,

zu Fuß oder mit dem Rad und manchmal mit dem Auto.

Das war schön.

Das fehlt mir.

Nach der Scheidung gab es ein Jahr,

in dem wir uns sonntags wieder trafen .

Und wir hatten uns so viel zu erzählen.

Wir waren uns sehr nah.

Bis er sagte, er macht Urlaub mit der anderen Frau.

Rein freundschaftlich, versteht sich.

Das ertrug ich nicht und zog mich zurück aus unserer neuen Sonntagszweisamkeit.

Ich war nicht in der Lage, eine andere Entscheidung zu treffen.

Leider.

Mit den Kindern trafen wir uns trotzdem noch.

Freundschaftlich, versteht sich.

Als Familie dachte ich.

Ich freute mich immer darauf.

Vor einem halben Jahr ist er gestorben.

Und ich vermisse ihn und unsere Sonntage.

Diese Gedanken lasse ich heute zu.

Sie müssen sein.

Ich höre die Frühlingsvögel

und bin dankbar, das ich lebe.

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17 Gedanken zu “Sonntagsspaziergang

  1. Die Gedanken zulassen ist gut und richtig, wie ich finde. Schöne Zeilen und Erinnerungen, die aber auch etwas traurig machen… Lebe, geniesse und blicke fröhlich nach vorn und liebevoll zurück.
    Liebe Grüsse
    Thomas

    Gefällt 3 Personen

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