20. Dezember

20. Dezember

Hallo Leute, mein Terrarium steht wieder unten bei Frau Holle. Die Gestalten auf dem Dachboden ziehen sich in die Weihnachtskiste zurück und finden, dass sie nun genug gefeiert haben. Frau Holle hat ordentlich geschimpft, als sie alle Engel wieder herstellen musste. Heiligenscheine aufsammeln, Kleider säubern, Flügel sortieren. Auch die Weihnachtsmänner sehen derangiert aus. Die Bärte struppig, Mützen verschwunden und die ganze Weihnachtsstimmung hat oben nicht gut funktioniert. Alle freuen sich auf das nächste Jahr. Dann wollen sie wieder nach unten in die gute Stube und unter Frau Holles Aufsicht werden sie bis zum Heiligabend durchhalten.

Zwetschge und ich sitzen bei Frau Holle und warten auf Schnee. Zwetschge glaubt mir die Geschichte vom Fast-Erstarren nicht und will es selbst probieren. Frau Holle will keinen Schnee, weil sie ihn vor zwei Häusern wegfegen müsste. Ich biete an, ihr wieder zu helfen, aber sie sagt, mit einem Eierlöffel komme ich nicht weit. Sie hofft darauf, dass es überhaupt nicht schneit und Glatteis kann sie auch nicht gebrauchen. Sie sagt: „Weißt du Misi, ich wollte einen Räumdienst anheuern, aber der ist mir zu teuer. Nun will ich es selbst machen. Aber im Februar muss ich ins Krankenhaus und was dann?“ Was? Meine Frau Holle will ins Krankenhaus? Ich frage warum und sie sagt: „Knie.“ Ach so, klar. Dann hoffe ich doch, dass sie noch eine Lösung findet, denn Schnee will ich unbedingt. Also nur anschauen, klar, ich habe ja meine schlechten Erfahrungen gemacht, wisst Ihr noch?

Zwetschge lacht sich schlapp, als er die Bilder sieht und ich sage: „Das war kein Spaß, mein lieber Sohn. Höre auf deinen Vater und probiere es gar nicht erst!“ Frau Holle sagt, das hätte sie mir damals mehrmals geraten und wer wollte nicht hören? Zwetschge guckt interessiert, ich gucke in die Luft und sehe nach, ob es schon wieder Fliegen gibt und dann hüpft er davon. Er sucht Xaver, der ja auch noch irgendwo hier wohnt.

Ich frage Frau Holle, ob sie nicht endlich anfangen will zu putzen und einzukaufen? Sie sagt: „Nein.“ Ich erfahre, dass sie dieses Jahr Weihnachten nicht Zuhause ist und die Leute, die sie besucht, jetzt putzen müssen und massenweise einkaufen. Sie wird selbst Besuch sein und bringt höchstens Sachen für das Raclette mit und die hat sie schon angeschafft.

Ach so. Und wir? Die Gestalten sind nicht da und wir sollen Weihnachten hier im Dunklen sitzen? Frau Holle guckt betrübt. Daran hat sie nicht gedacht. Wir wollten doch meinem Sohn Weihnachten zeigen und Xaver will auch wieder feiern und ich erst recht! Frau Holle sagt: „Ich nehme euch einfach mit!“ Sie weiß noch nicht, wie das gehen soll, denn die anderen Leute wissen nichts von uns. Sie denken, wir sind Deko. Und sie würden es seltsam finden, wenn Frau Holle mit ihrer Deko spricht. Aber wir schaffen das! Wir sind brav, still und stumm, bis alle schlafen und Frau Holle will sich noch Erklärungen dafür ausdenken, dass sie nicht nur ihr Bettzeug, sondern auch ihre Deko-Frösche mitbringt. Wir sind fünf wunderbare Frösche: ich, Zwetschge, Xaver und der Handyfrosch. Ach so, das sind ja nur vier. Na also, kein Problem.

Ich suche die anderen und sage ihnen, dass wir bald verreisen und bei anderen Leuten Weihnachten feiern. Wir verstecken uns und beraten über Geschenke, die wir noch basteln müssen und über lustige Streiche, die wir spielen wollen. Aber das darf Frau Holle nicht wissen, weil es eine Überraschung sein soll!

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19. Dezember

🌟Wenn es in🌟 der Vorweihnachtszeit🌟 zu dämmern beginnt🌟, treffen wir Wendländer uns gerne auf🌟 den Marktplätzen, schwingen die Kerzen 🌟und singen🌟 folgendes Lied:

Der folgende Tipp hat nichts mit Weihnachten zu tun, aber ich habe gestern so lachen müssen! Vielleicht habt Ihr auch Spaß daran!

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/der_tatortreiniger/Rebellen,tatortreiniger1182.html

18. Dezember

18. Dezember

Meine kleine Schreibwerkstatt

Heute versuchen wir es einmal mit einem Treppengedicht. Wie der Name schon sagt, ähnelt er vom Aufbau einer Treppe. In jeder Zeile wird die vorherige Zeile um ein Wort ergänzt. 

Heute🌟

Heute breitet🌟

Heute breitet sich 🌟

Heute breitet sich die🌟

Heute breitet sich die Weihnachtsfreude🌟

Heute breitet sich die Weihnachtsfreude in🌟

Heute breitet sich die Weihnachtsfreude in unseren🌟

Heute breitet sich die Weihnachtsfreude in unseren Herzen🌟

Heute breitet sich die Weihnachtsfreude in unseren Herzen aus🌟

 

Damit grüße ich alle Weihnachtsmuffel und Weihnachtsliebhaber! So oder so, wir, die wir Weihnachten aus unserer Kindheit kennen, können ihr nicht entfliehen, dieser besonderen Zeit. Ich will das auch gar nicht. 

 

17. Dezember

17. Dezember

Meine Güte, eben stand ich noch durchnässt und verfroren am Föhrer Strand und begrüßte das neue Jahr. Es sollte ein gutes werden, das hatte ich mir vorgenommen.

Und plötzlich ist bald Weihnachten und ich muss ich mir schon wieder Gedanken darüber machen, was ich Silvester mache.

Früher war es einfacher. Als Kind konnte ich mich darauf verlassen, dass meine Familie zusammenkommt und bei Feuerzangenbowle bis Mitternacht und darüber hinaus immer fröhlicher wurde. Wir Kinder schmückten das Wohnzimmer mit Papierschlangen, blieben natürlich wach und feierten, so gut wir konnten. Alle hatten Papphüte auf und meine Großmutter brachte immer Tischfeuerwerke und andere Dummheiten mit. Was für ein Vergnügen, wenn eine schwarze Wurst nach dem Anzünden immer größer und größer wurde und gar nicht aufhören wollte zu wachsen. Knallbonbons liebte ich sehr, denn da waren kleine Plastikteile drin, die als Glücksbringer bei uns Kindern heiß begehrt waren. Mein Bruder vergnügte sich den ganzen Abend im Badezimmer mit seinen Piepmanscher, die er einzeln mit einer kleinen Kanone abfeuerte. Es gab Würstchen im Schlafrock und andere Leckereien. Lustige Musik aus dem Radio unterstrich die fröhliche Silvesterstimmung. Mein Opa fand jedes Jahr, dass dies nun wirklich der schönste Tag in seinem Leben war und er froh sei, dass er das noch erleben durfte. Das Feuerwerk und die Knallerei um Mitternacht liebte ich sehr. Jetzt weiß ich, dass es für die Erwachsenen nicht so einfach war, denn Kriegserinnerungen wurden geweckt. Sie ließen es sich aber nicht anmerken, damit wir Kinder unseren Spaß unbelastet genießen konnten.

Als ich dann kein Kind mehr, sondern eine junge Erwachsene war, hatte ich meine Clique und Silvester waren wir immer zusammen. Mal in Hamburg, mal in Dänemark und einmal mit Schneekatastrophe in Kappeln. Aber immer ohne Hüte, was eigentlich schade war. Dafür war die Stimmung ausgelassen und die Feiern uferten auch manchmal etwas aus. Wir waren eben jung!

Später hatte ich meine eigenen Familie und meistens feierten wir alleine oder mit Freunden. Die Jahrtausendwende verbrachten wir auf Föhr, wo wir jahrelang gelebt hatten, bevor wir auf das Festland zogen. Die grandiose Party auf dem Sandwall mit Lifemusik am Meer werde ich nie vergessen.

Noch später, als die Kinder abgenabelt waren, feierten mein Mann und ich mit anderen Paaren im kleinen Kreis oder wir blieben alleine. Das war dann gemütlich, aber nicht sonderlich spektakulär.

Im Scheidungsjahr blieb ich alleine Zuhause und sah mir die ersten Staffeln von „Mord mit Aussicht“ an. Ich konnte den Gedanken kaum ertragen, dass mein Mann mit der anderen Frau feiert und glücklich ist. Sein Glück machte mich tiefunglücklich. Um Mitternacht stand ich heulend auf der Straße und sah dem Feuerwerk zu. Auch dieses Silvester werde ich nie vergessen! So eine Heulsuse bin ich heute zum Glück nicht mehr.

Die nächsten Jahre verbrachte ich den Jahreswechsel hin und wieder alleine auf Föhr, wobei auf dem Sandwall ja immer viele Leute um mich waren, mit denen ich auf das jeweilige neue Jahr anstoßen konnte. Manchmal traf ich alte Bekannte und dann war die Freude groß.

Einige Jahre feierte ich mit Freundinnen in Lüchow. Wir aßen und spielten. Die Stimmung war gut, aber irgendwie nicht so richtig silvestertauglich, fand ich.

Im letzten Jahr war ich also mit drei lieben Leuten  wieder auf Föhr. Das Feiern war auch bei Dauerregen wunderschön. Der Jahreswechsel am Strand hat immer etwas ganz besonderes, egal wie das Wetter ist.

Jetzt ist also bald Weihnachten und ich weiß immer noch nicht, wie ich Silvester verbringe. Vielleicht bleibe ich alleine Zuhause und stoße um Mitternacht mit mir selber an. Dieser Moment ist in meinem ganzen Leben immer besonders emotional und wichtig gewesen, egal, in welcher Form ich den Jahreswechsel verbrachte. Vielleicht liegt das an meinen schönen Kindheitserinnerungen!

 

 

16. Dezember

16. Dezember

☝ Am dritten Advent beginnt die heiße Phase. Lasst Euch nicht zu sehr davon beeindrucken.

Halt, Ratschläge sind auch Schläge und sollten unbedingt vermieden werden.

🤭 Oh, das wollte ich nicht.

☝  Zu spät, was einmal gesagt und geschrieben wurde, kann nicht zurückgenommen werden.

😳 Nie mehr?

Nein. Der Schaden ist angerichtet.

😭 Und jetzt?

🤫 Hmm….

🤔 Ich versuche es einfach noch einmal. Also, jetzt beginnt die heiße Phase. Versucht cool zu bleiben und euch nicht in den Stress hineinziehen zu lassen!😃

Du meinst also, dass ein „versucht“ den Ratschlag abmildert? Du hast schon wieder ungebeten einen Rat gegeben. Dieser Versuch ist gescheitert.

😲  Und jetzt?

🤫  Hmm……

😃  Ich weiß! Noch mal! Also, heute ist der dritte Advent und jetzt beginnt die heiße Phase. Ich wünsche Euch eine schöne Zeit und lasst Euch nicht stressen!

☝ …

😟 Ich weiß schon, lasst Euch nicht stressen ist auch ein Rat.

😀 Genau. Lass es einfach sein und spiel dich nicht als Oberlehrerin auf.

🙄  Heute ist der dritte Advent und es beginnt die heiße Phase. Ich lasse mich nicht stressen.

👍  Sehr gut. Ich-Botschaften richten keinen Schaden an.

😅  Das wünsche ich Euch auch?

☝  Na gut, das lasse ich mal durchgehen. Ist ein indirekter Ratschlag, aber ich will mal nicht so streng sein. Ist ja bald Weihnachten.

😂

 

 

 

 

 

 

15. Dezember

15. Dezember

Heute ist der letzte Tag, an dem ich im Haus meines verstorbenen Mannes aufräume. Zum Glück machen meine Söhne mit. Es ist emotional sehr kräftezehrend und uns geht es nicht gut. Darum bin ich froh, wenn heute Abend die Zimmer soweit fertig sind, dass die Maklerin ansprechende Fotos machen kann.

Wir haben uns genommen, was wir behalten möchten. Erinnerungsstücke sind wichtig, aber es darf auch nicht zu viel werden. Einiges ist verschenkt worden und in guten Händen. Jetzt nehmen wir nichts mehr mit und den Rest erledigt dann eine Firma. Wir bringen es selbst nicht fertig, seine vielen Dinge zu verkaufen oder auf die Mülldeponie zu bringen.

Vielen Menschen geht es im Dezember überhaupt nicht gut. Gerade in der Vorweihnachtszeit können wir dem wahren Leben kaum entfliehen. Der allgemeine Auftrag, glücklich zu sein und vor lauter Vorfreude an nichts anderes zu denken, als an Weihnachten, kann nicht erfüllt werden. Der Kummer, das Schwere, die Einsamkeit, die Armut und vielleicht auch die schlechten Erinnerungen an frühere Weihnachten, stehen so sehr im Gegensatz zur allgemeinen echten oder aufgesetzten Festtagslaune, dass sie nicht mehr zu verdrängen sind. Selten habe ich das so deutlich empfunden, wie in diesem Jahr.

Ich lasse meinem Befinden freien Lauf und befreie mich von Traditionen, Erinnerungen und Erwartungen, so gut es eben geht. Ich lasse mich treiben. Ja, ich spüre den Advent, aber keine Vorfreude. Ich nehme den Lichterglanz draußen wahr und habe auch ein wenig Weihnachtsbeleuchtung an meinen Fenstern. So ist die Dunkelheit nicht ganz so finster. Ich sehe mir in diesem Jahr keine Weihnachtsfilme an, aber dafür andere, die mich emotional ansprechen. Ich werde Heiligabend nicht allein sein und auch nicht als trübe Tasse herumsitzen, aber ich werde mich zur Weihnachtsfreude nicht zwingen. Es kommt, wie es kommt.

Ich fühle mich lebendig, weil eben alles dazugehört. Auch das Schwere. Auch zu Weihnachten.

Alles in allem kriegen wir drei das ganz gut hin. Es ist zu schaffen, ohne die Lebensfreude ganz zu vergessen. Und dazu gehört natürlich auch der Advent.

 

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14. Dezember

14. Dezember

Heute bin ich schon um kurz nach sechs aufgewacht. Etwas war anders als sonst. Die Glocken der katholischen Kirche läuteten. Warum? Ich habe keinen christlichen Hintergrund, aber Glockengeläut gehört für mich zur Adventszeit. Und wenn es zu so einer ungewöhnlichen Zeit zu hören ist, erst recht.

So ganz allmählich erreicht die Adventsstimmung mein Herz.

Gleich kommen meine Söhne zum Grünkohlessen. Ich freue mich so, heute beide bei mir zu haben. Darum habe ich jetzt auch keine Zeit mehr und verabschiede mich von Euch. So ist es manchmal kurz vor Weihnachten: Zeit ist ein knappes Gut!

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