Hallo Leute, mein Terrarium steht wieder unten bei Frau Holle. Die Gestalten auf dem Dachboden ziehen sich in die Weihnachtskiste zurück und finden, dass sie nun genug gefeiert haben. Frau Holle hat ordentlich geschimpft, als sie alle Engel wieder herstellen musste. Heiligenscheine aufsammeln, Kleider säubern, Flügel sortieren. Auch die Weihnachtsmänner sehen derangiert aus. Die Bärte struppig, Mützen verschwunden und die ganze Weihnachtsstimmung hat oben nicht gut funktioniert. Alle freuen sich auf das nächste Jahr. Dann wollen sie wieder nach unten in die gute Stube und unter Frau Holles Aufsicht werden sie bis zum Heiligabend durchhalten.

Zwetschge und ich sitzen bei Frau Holle und warten auf Schnee. Zwetschge glaubt mir die Geschichte vom Fast-Erstarren nicht und will es selbst probieren. Frau Holle will keinen Schnee, weil sie ihn vor zwei Häusern wegfegen müsste. Ich biete an, ihr wieder zu helfen, aber sie sagt, mit einem Eierlöffel komme ich nicht weit. Sie hofft darauf, dass es überhaupt nicht schneit und Glatteis kann sie auch nicht gebrauchen. Sie sagt: „Weißt du Misi, ich wollte einen Räumdienst anheuern, aber der ist mir zu teuer. Nun will ich es selbst machen. Aber im Februar muss ich ins Krankenhaus und was dann?“ Was? Meine Frau Holle will ins Krankenhaus? Ich frage warum und sie sagt: „Knie.“ Ach so, klar. Dann hoffe ich doch, dass sie noch eine Lösung findet, denn Schnee will ich unbedingt. Also nur anschauen, klar, ich habe ja meine schlechten Erfahrungen gemacht, wisst Ihr noch?

Zwetschge lacht sich schlapp, als er die Bilder sieht und ich sage: „Das war kein Spaß, mein lieber Sohn. Höre auf deinen Vater und probiere es gar nicht erst!“ Frau Holle sagt, das hätte sie mir damals mehrmals geraten und wer wollte nicht hören? Zwetschge guckt interessiert, ich gucke in die Luft und sehe nach, ob es schon wieder Fliegen gibt und dann hüpft er davon. Er sucht Xaver, der ja auch noch irgendwo hier wohnt.

Ich frage Frau Holle, ob sie nicht endlich anfangen will zu putzen und einzukaufen? Sie sagt: „Nein.“ Ich erfahre, dass sie dieses Jahr Weihnachten nicht Zuhause ist und die Leute, die sie besucht, jetzt putzen müssen und massenweise einkaufen. Sie wird selbst Besuch sein und bringt höchstens Sachen für das Raclette mit und die hat sie schon angeschafft.

Ach so. Und wir? Die Gestalten sind nicht da und wir sollen Weihnachten hier im Dunklen sitzen? Frau Holle guckt betrübt. Daran hat sie nicht gedacht. Wir wollten doch meinem Sohn Weihnachten zeigen und Xaver will auch wieder feiern und ich erst recht! Frau Holle sagt: „Ich nehme euch einfach mit!“ Sie weiß noch nicht, wie das gehen soll, denn die anderen Leute wissen nichts von uns. Sie denken, wir sind Deko. Und sie würden es seltsam finden, wenn Frau Holle mit ihrer Deko spricht. Aber wir schaffen das! Wir sind brav, still und stumm, bis alle schlafen und Frau Holle will sich noch Erklärungen dafür ausdenken, dass sie nicht nur ihr Bettzeug, sondern auch ihre Deko-Frösche mitbringt. Wir sind fünf wunderbare Frösche: ich, Zwetschge, Xaver und der Handyfrosch. Ach so, das sind ja nur vier. Na also, kein Problem.

Ich suche die anderen und sage ihnen, dass wir bald verreisen und bei anderen Leuten Weihnachten feiern. Wir verstecken uns und beraten über Geschenke, die wir noch basteln müssen und über lustige Streiche, die wir spielen wollen. Aber das darf Frau Holle nicht wissen, weil es eine Überraschung sein soll!

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