Ich finde meinen Adventskranz am ersten Advent immer am schönsten. Jetzt ist er noch frisch und wenn nur eine Kerze brennt, gibt sie ein besonders helles Licht, scheint mir.

Seit gestern schmücken sich die meisten Häuser meiner Nachbarschaft mit Lichterketten und Weihnachtsschmuck. Bisher habe ich es genossen, denn es ist so furchtbar lange dunkel draußen. Die Lichter lockern das auf. Gerne lasse ich mich durch die Dörfer kutschieren und ich liebe diese erleuchteten Weihnachtsbäume und die Häuser mit ihren Lichterketten und Sternen.

Wenn ich am Esstisch sitze und auf meine Terrasse schaue, freue ich mich über meine eigene Beleuchtung. Und vor meiner Haustür steht eine große Laterne mit einer schönen Kerze. Sie kommt gut zur Geltung, denn vorne halten sich die Nachbarn mit ihren Lichtern zurück.

Ganz anders hinten. Nebenan hängt wieder diese helle grelle Lichterkette, die alle Dunkelheit vertreibt. Auch die Dunkelheit, die eigentlich mir gehört, weil sie in meinem Garten wohnt. Meine kleinen Lichter kommen nicht gegen das Grelle an. Wenn ich hier oben aus dem Fenster schaue sehe ich auf der anderen Straßenseite seit gestern eine Haustür, die umhängt wurde mit grellem Licht, das niemals still steht. Es flackert und springt und strahlt eine große Unruhe und Hektik aus. Nein, nicht schön.

Am liebsten würde ich mich beschweren und die Nachbarn bitten, ihre Weihnachtsbeleuchtung zu verändern. Nebenan etwas dezenter machen und drüben das Flackern ausstellen. Aber das geht ja nicht.

Ich schmunzle über mich. Ich denke an eine Geschichte, die ich mit meinem Vater erlebte, in dem Jahr, als die ersten farbigen Flackerlichter in den Fenstern in Hamburg auftauchten. Ich ging damals mit ihm spazieren und er schimpfte lauthals über diese Sterne, die niemals still standen. „Ich zeige die an“, verkündete er und ich konnte ihn nicht beruhigen. Natürlich gab es keine Anzeige. Genau so wenig, wie ich die Nachbarn mit meiner Weihnachtsbeleuchtungskritik verärgern werde.

Meine kleine Stadt ist in der Hauptstraße zurückhaltend mit ihrer Beleuchtung. Allerdings wurde der große Tannenbaum auf dem Marktplatz mit neuen Lichterketten bestückt, die den Baum wirklich erstrahlen lassen. Das sieht ganz hübsch aus.

Ich denke an die großen Städte und deren Weihnachtsbeleuchtung. Ich denke dabei an die Licht- und Umweltverschmutzung weltweit. Können wir uns den großen Stromverbrauch wirklich leisten? Nur damit wir reichen Länder es Jahr für Jahr schön und noch schöner und am schönsten haben? Guckt noch jemand wirklich hin oder werden die Menschen von dem Licht und dem Geblinke regelrecht erschlagen, weil es viel zu viel ist? Wird es nicht Zeit, wieder abzuspecken?

Nein, nicht missverstehen! Ich bin nicht gegen Weihnachtsglanz. Ich finde es eben nur schade, dass sich dieser so grell und aufgeregt präsentiert.

So, und nun? Wie komme ich wieder auf den Anfangsgedanken zurück? Erster Advent mit nur einer Kerze? 🤔

Genau!

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Gedanken abschalten, Gefühle hervorgeholt und sich gefreut über die Vorweihnacht. Gegen das helle blinkende Draußen kann ich nichts machen, aber drinnen kann ich es mir so gestalten, wie es mir gefällt.

Ich wünsche Euch einen still-glänzenden ersten Advent!

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8 Gedanken zu “2. Dezember

  1. Guten Morgen Regine.
    Ich mag die warmweiße Beleuchtung auch lieber als das Grelle und Bunte. Am schlimmsten finde ich die blinkende Beleuchtung. Hat dies für mich nichts mit Weihnachtsstimmung zutun. Da fühlt man sich wie in einer Disco.
    Aber so hat jeder seinen Geschmack.
    Ich wünsche dir einen schönen ruhigen 1. Advent.
    LG, Nati

    Gefällt 2 Personen

  2. Ich liebe es, über die Dörfer zu fahren und die schönen geschmückten Vorgärten zu bewundern. Gegen grelle blinkende Beleuchtung bin ich jedoc allergisch. Ich freue mich schon auf den ersten Schnee,wenn er so schön knirscht un hoffe, dass ich meinen Mann dannzu einem Spaziergang durch die Stadtrandsiedlung in der Abenddämmerung bewegen kann, denn da gibt es einige wundervoll geschückte Vorgärten. Liebe Grüße Hedwig

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, so geht es mir auch. Obwohl ich dieses Jahr gerne auf den Schnee verzichte, denn dann habe ich so große Sorge, auszurutschen. Fallen darf ich auf keinen Fall, weiße Weihnachten hin und Adventsstimmung her. Aber ich werde vom Wetter ja leider nicht gefragt! Liebe Grüße! Regine

      Gefällt 1 Person

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