Ungewohnt

Gestern ging ich ins Hallenbad zum Schwimmen. Mit leichten Zahnschmerzen und sowieso etwas dünnhäutig. Das Wasser tat mir gut und die Bewegung auch. Ich entspannte mich bis eine Großfamilie das Schwimmbad kaperte.

Die Frauen und Mädchen waren angezogen und setzten sich mit ihren Babys auf die Bänke.  Eine von ihnen, ziemlich schwanger und wunderschön, machte eine halbe Stunde lang (vielleicht auch länger, ich ging dann nach Hause), Selfies mit ihrem Stick, so was habt Ihr noch nicht gesehen. Wie ein Model stellte sie sich mal hier hin, mal dahin, warf ihre langen Haare in alle Richtungen und zog freundliche Grimassen. Obwohl das Fotografieren im Schwimmbad nicht so gerne gesehen wird, machten es die anderen Frauen und Mädchen nach. Pausenlos! Sie waren also beschäftigt.

Die Männer gockelten in Badehosen herum, unterhielten sich lautstark und sprangen ab und zu gekonnt ins Wasser. Meist saßen sie aber am Beckenrand und sahen uns beim Schwimmen zu.

Die Jungen tobten im Nichtschwimmer herum und amüsierten sich.

So, und ich hatte nichts anderes zu tun, als darüber nachzudenken, warum die Mädchen und Frauen nicht ins Wasser gingen. Warum das nur die Männer und Jungen durften und außerdem störte mich die ganze Situation, warum auch immer. Im Freibad wäre mir das gar nicht aufgefallen, aber im Hallenbad schon.

War das meine allgemeine zahnmäßig gestörte Befindlichkeit oder werde ich mit den Jahren immer intoleranter? Vielleicht brauche ich mein Unwohlsein gar nicht zu hinterfragen. Es war einfach da. Es muss nicht immer begründet oder abgschafft werden.

 

 

Misi hat jetzt….

Misi hat jetzt….

Hallo Leute, bin wieder da!

Müde.

Glücklich.

Als Mann!

Meine Frau hütet 1 861 Eier und sie hat mich nach Hause geschickt. Ich störe nur und außerdem soll ich es lassen, mich nach anderen Froschmädchen umzusehen. Aber Leute, ich kann einfach nicht anders. Jetzt, wo ich weiß, wie es geht, will ich das immer wieder machen. Das will Iris, meine Frau, aber nicht. Sie sagt, ich soll das nur mit ihr ….und außerdem hätten wir genug zu tun, wenn alle 1 861 Eier wachsen und Kaulquappen werden. Sie will das nicht alleine machen und ich soll mich daran gewöhnen, Vater zu sein. Auf meine entsetzte Frage, ob ich jetzt nie wieder…..vertröstet sie mich auf das nächste Jahr.

Das hat mir keiner gesagt! Das muss ich mit der Männergrupe bereden. Wenn Frosch sich festlegt und verliebt und endlich weiß, wie es geht, dann darf er nur einmal im Jahr? Wo es doch so schön ist?

Ich frage Frau Holle und sie sagt, bei den Menschen ist das zum Glück anders. Aber ich soll nicht traurig sein, denn wenn erst die Kaulquappen da sind, wird mir schon die Lust nach mehr vergehen. Und außerdem hätte ich mich ja vorher erkundigen können. Sie schüttelt den Kopf und will verabschiedet werden. Sie muss zum Zahnarzt und ich bin froh, dass mir wenigstens das erspart bleibt. Ich hänge mich über den Zaun und warte, bis sie wiederkommt. Ich denke an meine Iris und bemerke vor lauter Liebe gar nicht, dass leichtsinniges Futter auf mir gelandet ist!

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Überhaupt nicht schön!

In der letzten Woche bekam ich Zahn- und Kopfschmerzen, die mich von Tag zu Tag häufiger heimsuchten. Nun habe ich ja immer Schmerzen, in den Knien und in den Händen, aber Kopf- und Zahnschmerzen wollte ich nicht auch noch haben. Das störte die Schmerzen aber wenig und so musste ich etwas unternehmen. Donnerstag meldete ich mich beim Zahnarzt an. „Aber bitte bringen Sie Wartezeit mit, bei uns ist die Hölle los!“ Klar, wenn ich etwas habe, ist es Zeit.

Der junge Zahnmediziner (könnte ja fast schon mein Enkel sein, werden die immer jünger?) ließ mich röntgen und klopfte auf meinen Zahnkronen herum. „Alles gut“, befand er und ich war erleichtert. Ich brauche eine neue Beißschiene, die alte ist eingebrochen und daran könnte es auch liegen mit den Schmerzen. Also wieder zwei Termine gemacht und ich freue mich, im Juli etwas vor zu haben. Der Junge im Zahnarztkittel ist ja ausgesprochen nett.

Freitag hielten sich die Schmerzen etwas zurück. Gestern nicht. Es wurde immer schlimmer. Mal tat die linke obere Zahnreihe weh, mal die untere, mal beide und ich begann, die Wände hochzugehen. Nichts da mit der Einladung zum Essen. Prima, wer will schon an einem lauen Sommerabend draußen sitzen und feiern? Ich nicht. Ich zog meine Schmerzen vor und die wollte ich mit keinem teilen.

Oi,oi, oi. Es wurde immer schlimmer. Ich dachte mir einen guten Trick aus: wenn ich kaltes Wasser im Mund hatte, fühlte ich fast keine Schmerzen. So saß ich also zuerst draußen mit Wasser im Mund und las und dann saß ich drinnen und guckte Fernsehen. Immer schön mit Wasser im Mund, das ich regelmäßig wechselte. Verbrauchtes Wasser in die große Schüssel, neues Wasser aus dem Glas. Immer in der Hoffnung, die Schmerzen hätten endlich genug von mir und ließen sich ausspülen. Taten sie nicht. Sie feierten und bohrten und ich war völlig fertig.

Kurz nach Mitternacht rief ich den ärztlichen Notdienst. Vorher packte ich schon mal eine Notfalltasche für das Krankenhaus. Man kann ja nie wissen und ich erst recht nicht. Habt Ihr schon mal mit Wasser im Mund am Telefon gesprochen? Genau, ging bei mir auch nicht. Ohne Wasser konnte ich es kaum aushalten. Also echt, war nicht schön. Die Ärztin riet mir, ein anders Schmerzmittel aus der Apotheke zu holen, weil meins wohl nicht wirken würde. Ich denke, sie dachte, ich hätte nicht alle Tassen im Schrank und sie fühlte sich für leichte bis mittelschwere Schmerzen nicht persönlich zuständig. Die starken bis entsetzlichen Schmerzen habe ich wohl nicht so recht rübergebracht.

Na gut. Oder auch nicht. Da ich alleine lebe, musste ich mir das Mittel dann auch alleine holen. Zum Glück hatte eine Apotheke im Ort Notdienst. Hätte auch anders kommen können. Ich also aufs Rad und los. Immer mal wieder wechselte ich unterwegs das Mundwasser aus der Flasche. Die Apothekerin verkaufte mir ein Mittel gegen leichte und mittelschwere Schmerzen und versprach Heilung. „Aber nicht mehr als zwei“, gab sie mir auf den Weg. Die nahm ich gleich vor der Apothekentür und hatte bei meiner Rückfahrt keinen Blick für den Mond und die Sterne.

Zuhause fand ich heraus, dass die Schmerzen nicht besser wurden, es mir aber besser ging, wenn ich die schmerzende Gesichtshälfte ins Wasser tauchte und immer mal wieder das Wasser im Mund tauschte. Ich hockte vor dem Waschbecken, halb eingetaucht im kalten Wasser und sehnte mich nach dem trockenen Bett.

Draußen wurde es hell. Die Amseln sangen und ich saß da immer noch. Nun war alles egal und ich nahm noch mal zwei Tabletten. Ich ging ins Bett und richtete mich mit den Mundspülungen so gut ein, wie es irgend ging.

Irgendwann bin ich vor Erschöpfung eingeschlafen und ein wenig später ohne Schmerzen wieder aufgewacht. Fast ohne. Zum Glück konnte ich mich also selbst in den übernächsten Ort zum Notdienst fahren. Ich kannte die Ärztin sehr gut und sie mich. Sie fand, dass ich abgenommen hätte. Sie untersuchte mich und konnte zum Glück nichts finden. Sie meinte, manchmal kämen bei einer Gürtelrose im Gesicht zuerst die Schmerzen und dann die Symptome. Wenn ich Glück habe, liegt es aber auch wirklich an der kaputten Beißschiene. Ich beschloss, Glück zu haben und keine Gürtelrose. Sie verschrieb mir ein starkes Schmerzmittel für den Notfall, welches ich mir natürlich sofort holte.

Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie schön ich es heute hatte! Fast ohne Schmerzen und der Gewissheit, so eine Nacht nicht noch einmal zu brauchen. Wenn es wieder losgeht, nehme ich gleich die volle Dröhnung!