Schrott

So, nun ist es amtlich. Mein linkes Knie ist Schrott. Die Orthopädin hat sich meine MRT- und Röntgenbilder angesehen und ist erstaunt, dass ich überhaupt noch gehen kann. Nichts mehr da, kein Meniskus und keine Knorpel und dafür allerhand, was nicht hingehört.

Meine Güte 😳.

Und auf der anderen Seite wird es ähnlich aussehen. 😭

Neue Gelenke müssen her. Leider nicht beide auf einmal, sondern erst eins und frühestens ein Jahr später das zweite. 😨 Ich sollte nicht mehr zu lange warten, denn es wird keine Besserung eintreten. Es kann aber schlimmer werden. Irgendwann werde ich um die Operationen nicht mehr herumkommen können.

Schreck lass nach und mein Fluchttrieb will mich ins Bett treiben. Decke über den Kopf und nicht mehr da sein, das wäre jetzt schön.

Aber es nützt ja nichts.

Ich will die OP in den November legen. Ich lebe ja allein und das macht alles nicht gerade leichter. Es muss gut geplant werden. Ich werde eine Klinik hier in der Nähe ansteuern, sie hat zum Glück einen guten Chirurgen. Ich vertraue darauf, dass auch hier in der Provinz alles gut gehen wird.

Ich bin so froh, dass es morgen noch nicht losgeht. Ich will das noch verdrängen. Ich will den Sommer so gut es geht genießen, noch eine Reise machen und ein paar Tagesausflüge. Ein Familientreffen und vielleicht sogar ein Bloggertreffen. Und dann….😱

Bis dahin werde ich mich beraten lassen und gucken, ob ich in einer mir empfohlenen Hamburger Klinik nicht doch besser aufgehoben bin. Ich kann mich gelassen zurücklehnen, weil ich weiß, ich habe bis jetzt alles richtig gemacht. Und ich weiß, was als nächstes zu tun ist. Nämlich einen Beratungstermin vereinbaren….aber das mache ich erst morgen.

Die Orthopädin hat mir versprochen, dass nach der Operation alles besser wird, wenn ich durch die ersten sehr beschwerlichen Monate durch bin. Ich werde wieder schmerzfrei gehen können. Dann tun nur noch die Fingergelenke weh und versteifen, aber das ist ja ein anderes Thema und soll nicht so wichtig genommen werden. Eins nach dem anderen!

Vielleicht erfüllt sich mein Wunschtraum nun doch noch eines Tages: Ich möchte wieder lange Spaziergänge machen und genießen können. An den Gedanken werde ich mich festhalten, wenn ich Angst bekomme und wenn ich wieder weglaufen will.

Aber erst einmal nutze ich den heutigen Tag, um mich vom Schrecken zu erholen und mich abzulenken.

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29 Gedanken zu “Schrott

  1. Eine gute Entscheidung.
    Du wirst wieder ohne Schmerzen gehen können.
    Wichtig finde ich such, dass du dir eine gute Klinik aussuchst.
    Im Internet findet man viele, die für die Knie TEP in Frage kommen.
    Bis dahin wünsche ich dir weniger Scmerzen.

    LG Mathilda ❤ 👍🏻😊

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    1. Ja, ich mache mich mal schlau, möchte aber nicht zu weit weg. Ich bin aber fast überzeugt, das hier machen zu lassen. Ich kann nicht für ein Vorgespräch den ganzen Tag unterwegs sein, da machen die Knie nicht mit. Der Chirurg hier hat einen guten Ruf und die Klinik kenne ich. Das entscheide ich die nächsten Tage.

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  2. Oh je… da wünsche ich Dir, dass Du all Deinen Mut zusammennimmst und die Knie in Ordnung kommen. Ich hatte das vor ca. 2 Jahren, dass mein Knie überhaupt nicht mehr machte, was ich mir so vorgestellt habe… 4 Wochen lang und das war schon furchtbar. Alles Gute Dir… 🍀🌺

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    1. Mir geht es jetzt ganz gut, weil die Entscheidung gefallen ist und ich weiß, die Knie müssen neu. Beide. Die Aussicht, mich irgendwann wieder schmerzfrei bewegen zu können, kommt mir gerade wie ein Geschenk vor. Ich muss es mir allerdings erst verdienen.😩

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    1. Du hast recht. Trotzdem: besonders unwohl fühle ich mich bei den Gedanken an das Aufwachen nach der Narkose (da habe ich schreckliche Erinnerungen) und an die Reha. Aber hilft ja nichts, da gehe ich durch und gewinne hoffentlich wieder ein Mehr an Lebensqualität. Das wird mit Deiner Hüfte ja ähnlich sein.

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      1. Ja, klar, das ist nicht besser. Ich hatte aber kürzlich eine andere OP und da war die Narkose fast angenehm, das Aufwachen ganz unproblematisch. Man bekommt dann gleich danach Infusionen mit Schmerzmittel und ein paar Tage danach weitere Schmerzmittel solange es notwendig ist. Die Zeiten mit der blödsinnigen Ideologie, dass man Schmerzen aushalten muss, sind zum Glück vorbei. Bei der Hüfte muss man noch am Tag der OP ein bissl aufstehen, wie das mit dem Knie ist, weiß ich nicht, aber wahrscheinlich ähnlich. Mobilisierung ist ganz wichtig geworden.
        Eine Reha finde ich eigentlich sehr positiv. Das Turnen etc. bleibt dir ohnehin nicht erspart sonst kannst du das neue Knie nicht gut benützen und damit ist eine Reha doch viel angenehmer als der Alleingang. Es stehen Physiotherapeuten zur Verfügung, Ärzte und „Leidensgenossen“. Es gibt bewährte Bewegungsprogramme und Vorträge über Gesundheitsthemen. Vielleicht finden sich auch gleich Leute, die in der Nähe wohnen zwecks gemeinsamer Bewegung nach der Reha. Schonmal ganz abgesehen davon, dass man weder kochen noch sonstwas tun muss außer trainieren…..

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      2. Ja, das mag alles richtig und wichtig sein und wenn ich erst einmal da bin, werde ich hart an mir arbeiten. Ich weiß auch, dass viele Menschen sich in einer Reha wohl fühlen und sie genießen. Ich bin da anders, denn ich habe auch noch mit einer Angststörung zu kämpfen. Ich habe große Schwierigkeiten in Situationen, in denen mir Leute zu nahe kommen und ich nicht ausweichen oder weggehen kann. Und das ist in einer Reha so und muss auch so sein. Ich will mich jetzt nicht reinsteigern, denn ich kann es nicht ändern und muss da durch. Vielleicht wird es gar nicht so schlimm. Ich hoffe auf ein Einzelzimmer, dann schaffe ich das. Drei Wochen sind ja keine Ewigkeit, auch wenn es mir gerade so scheint.
        Ich habe auch gute Erfahrungen mit Narkosen gemacht, eigentlich nur eine schlechte, und werde mich lieber an die guten erinnern. Ich danke Dir für Deine aufmunternden Worte, ich werde sie mir zu Herzen nehmen.

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    1. Die zweite Meinung wird eingeholt, aber ein Schmerztherapeut ist hier weit und breit nicht sichtbar…..Ich beschäftige mich schon einige Jahre mit meiner Polyarthrose und habe einen Weg für mich gefunden, zurecht zu kommen. Meine Knie sind wirklich Schrott, das fühle ich und sah ich gestern auch! Leider.

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    1. Ja, vielleicht ist die Zweitmeinung wichtig, um Gewissheit zu haben. Ich vertraue meiner Orthopädin sehr und wir probieren seit ein paar Jahren, die Knie ohne große OP in den Griff zu kriegen. Nun will ich die OP rechtzeitig durchführen lassen, denn es sind ja beide Knie, die angegriffen sind. Ich denke, das ist jetzt richtig für mich, obwohl ich nicht glücklich damit bin.

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  3. Klingt nicht gut – was die entzündlichen Symptome angeht, da kannst du mit der Ernährung gegensteuern. Und anders als vor einigen Jahren weiß man heute, dass auch Knorpel sich bedingt regeneriert.

    Eine OP ist die letzte Wahl …

    Lieben Gruß Dir.

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    1. Die Ernährung habe ich seit zwei Jahren umgestellt und ich steuere gegen die Entzündungen an. Die lässt sich davon aber nicht sehr beeindrucken. Im Knie sind überhaupt keine Knorpel mehr, Knochen schabt auf Knochen. Mein körperliches Gleichgewicht gerät aus den Fugen. Ich habe so eine große Sehnsucht danach, wieder schmerzfrei gehen zu können, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, mich für eine erste OP als letzte Wahl zu entscheiden. Ich schöpfe wieder Hoffnung und nehme dafür den Schrecken in Kauf. Ich schicke Dir einen lieben Gruß! Regine

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  4. o weia, wie gut ich dich verstehe. Verdrängen aufschieben, Kopf unter die Decke. Ich hab darin auch beste Übunge, wenn es um Arzttermine geht, und dann auch noch um so gravierende Eingriffe. Meine Knie und Hüftgelenke machen mir auch zu schaffen, leider, und von den Händen schweige ich besser. 😦 Und nun genieß die sommerlichen Tage noch, so gut es geht! herzliche Grüße!

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    1. Ja, die Fingerarthrose würde mir eigentlich reichen……Ich habe mich jetzt entschlossen, ein erstes Knie „machen zu lassen“, bevor auch noch die Hüfte angegriffen wird. Erste Anzeichen merke ich schon und auch die Schulter….Ach ne, nun ist aber auch gut. Ich konzentriere mich jetzt auf das Knie und arbeite daran, noch nicht in Panik zu kommen. Das würde ja nichts nützen. Ich konzentriere mich auf das Abnehmen, denn jedes Kilo weniger wird mir später nützen.
      Und was macht die Hitzewellen bei Euch? Schon angekommen? Hier ist es heiß und staubtrocken. Das sind wir nicht gewöhnt. Liebe Grüße! Regine

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  5. Das war sicher erst mal ein Schock. Solche Situationen kennt bestimmt fast jeder. Auch das mit der Bettdecke 😉 Ich finde, deine Einstellung und die Aussicht darauf, wieder schmerzfrei gehen zu können, sind genau richtig. Darauf würde ich mich konzentrieren. Und das du Vertrauen zu den Leuten vor Ort hast, finde ich auch gut. Das sind alles die besten Voraussetzungen, daß alles gut wird und ich bin sicher, daß wird es 🙂 Genieß erst mal den Sommer, wie du schon sagst. So hast du noch etwas Schonfrist und auch das mit der Reha wirst du hinkriegen. Du hast so viel gemeistert und vielleicht trifst du auch auf nette Leute, die es leichter machen. Liebe Grüße und bleib so zuversichtlich!! Almuth

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    1. Ach Almuth, ich danke Dir für den Zuspruch und ja, ich weiß, ich kriege das alles hin und nette Leute treffe ich überall. So ganz überraschend ist die Diagnose ja auch gar nicht für mich. Ich weiß, dass ich mir jetzt noch keinen Kopf machen sollte, trotzdem überkommen mich die Gedanken, ob ich gut für Krankenhaus und Reha ausgerüstet bin, z.B. passen mir meine Sportschuhe nicht mehr. Außerdem wachte ich heute mit dem Gedanken auf…..nein, das schreibe ich jetzt nicht. Er soll sich gar nicht erst festsetzen. Die Schmerzen jetzt quälen mich schon sehr und ich bin froh, dass jetzt eine Entscheidung gefallen ist. Die Aussicht, eines Tages wieder lange, lustvolle Spaziergänge machen zu können, ist schon prima! Ich werde jetzt wieder runter fahren und einen Schritt nach dem anderen tun. Und ich werde mir nicht ausmalen, wie sie mir das Knie aufsägen…..nein, das tue ich nicht. Also, alles in allem bin ich heute wieder guter Dinge und es gibt genug zu tun in diesem Sommer! Liebe Grüße! Regine

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    1. Herzlichen Dank für deine lieben Worte und ja, Du hast vollkommen recht, die Lebensqualität leidet, auch wenn ich mich darum bemühe, trotzdem das Beste daraus zu machen. Aber ich habe so eine Sehnsucht nach meinen langen Spaziergängen, dass ich mich jetzt zur OP entschlossen habe!

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