Hallo Leute, heute ist Frau Holle nur am Bodenwischen, Staubsaugen, Fensterputzen, Wäschwaschen und Einkaufen. Sie verbreitet Unruhe. Ich mag das nicht. Ich soll nicht im Wege stehen. Ich soll keine Fußstapfen machen. Ich soll nicht dazwischen quatschen. Ich soll die Engel nicht jagen und die Weihnachtsmänner beim Üben nicht stören. Ich will mitmachen, aber sie sagen, ich darf beim Männertanz nicht mit tanzen , weil ich kein richtiger Mann bin, sondern ein Frosch. Wenn ich das im Sommer meiner Männergruppe erzähle, dass wir alle keine richtigen Männer sind, dann gibt es aber gehörigen Ärger!

Xaver hat auch keine Zeit. Er bastelt mit dem Engel Bengel kleine Frösche aus Papier für den Weihnachtsbaum und für mich eine Überraschung. Darum darf ich nicht ins Arbeitszimmer. Er sagt: „Mach´die Tür tschu und lasch unsch tschufrieden!“

Ich mache die Tür zu und lasse zufrieden. Zum Basteln habe ich keine Lust und zum Malen auch nicht und zum Fotografieren erst recht nicht und das soll eine schöne Weihnachtszeit sein? Ich rutsche auf dem Bauch im Wohnzimmer umher. Unten ist es schon schön sauber und glatt. Ich überlege, ob ich zum Erstarren nach draußen gehen soll, so langweilig ist mir. Vor der Blumenbank bleibe ich liegen. Dort sitzt ein schwedischer Engel und grinst mich an. Er (der Engel) sieht aus wie ein Mädchen. Warum heißt er dann er? Der Mädchen-Engel findet auch, dass er wirklich eine Sie ist und ihre Schwester ist auch eine Sie. Allerdings eine Weihnachtshexe, da stimmt das „sie“ wieder. Die Schwestern sitzen hier so herum  und stellen das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse her. Außerdem freuen sich beide auf das große Weihnachtsfest.

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Ich nicht. Ich will Frühling und frische Fliegen und meine Männergruppe. Ich will Sonne und Wärme und wieder als Gartenhänger arbeiten. Heute kann Weihnachten gerne dahin gehen, wo der Pfeffer wächst. Ich will Liebe und Zuwendung.

„Na, mein liebster kleiner Frosch, was machst du so?“ Frau Holle ist mal wieder ganz zerzaust und fertig. Fertig mit ihrer Arbeit. Sie setzt sich auf das Sofa und will sich einen Weihnachtsfilm ansehen. Damit sie in Stimmung kommt. Sie sagt: „Zum Glück ist alles nun recht sauber für meinen Wochenendbesuch. Hattest du einen schönen Tag?“ Nein, hatte ich nicht. Ich hatte einen ganz doofen Tag. Frau Holle gibt mir ein Küsschen auf die Nase und sagt, dass ich morgen mit ihr backen darf. Das macht man so im Advent. Man backt Kekse für den Besuch.

Nun habe ich auch wieder eine Freude. Ich gehe gleich mal in den Keller, um tiefgefrorene Mücken zu holen. Die streue ich dann über die Kekse. Damit der Besuch auch eine Freude hat!

 

 

 

 

7 Gedanken zu “14. Dezember

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